Donnerstag, 14. Februar 2019

Mönch mit ALS : „Der Schmerz ist eine bedeutende Schule“


Der bettlägerige Mönch Sophronios auf Kreta, der an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) im Endstadium leidet, spricht mithilfe eines augengesteuerten Tastatursystems in einem Interview für den örtlichen Sender Crete TV über seine Erkrankung und seinen Glauben.

Man sagt, dass der Schmerz das Dasein vollkommen macht. Erleben sie dies auch und wenn ja, auf welche Weise:
S: Der Schmerz ist eine bedeutende Schule, die einem Selbstkenntnis lehrt, die wiederum zur Bruderkenntnis und letztendlich zur Gotterkenntnis führt. Der Schmerz bringt Demut mit sich, mit der unser Herz sanfter wird und sich Gott und den Mitmenschen öffnet. Ich kommuniziere mit Menschen auf der ganzen Welt, die an körperlichen oder seelischen Krankheiten leiden.
Mit der Hilfe Gottes, meiner Erfahrung als Mensch, der Schmerzen und Bettlägerigkeit erlebt hat, kann ich mich, wenigstens etwas, in sie hineinfühlen, um ihnen Tröstendes und Worte Christi zu sagen. Heute gibt es so viel Einsamkeit auf der Welt, Aufruhr und Furcht. Wir Christen, die wir das Geschenk Gottes erhalten haben, Christus zu kennen, sollten die Freude, den Frieden und die Liebe, was alles Christus selbst ist, mit unseren Mitmenschen teilen. Besteht darin nicht unser aller Bestimmung, errettet zu werden?

Was würden sie zu jemandem sagen, der sich Sterbehilfe (Euthanasie) wünscht?
S: Das Leben ist ein Gottesgeschenk an uns alle. Ich erkenne dies mehr noch, seit ich bettlägerig bin. Niemand ist auf die Welt gekommen, weil er es mit seinem eigenen Willen so entschieden hat. Wie kann man seinem Leben ein Ende setzten, wenn es einem im Grunde überhaupt nicht gehört? Darin sehe ich das Problem unserer Zeit, denn sie kultiviert im Menschen eine egozentrische Lebensweise, von der Gesellschaft, der Familie, der Nachbarschaft, der Heimat abgesondert, sodass man meint, unabhängig zu sein, autonom auf dieser Welt. Meiner Meinung nach führt diese falsche Lebensanschauung dazu, dass die heutigen Menschen von der „Selbstvergöttlichung“ zum Selbstmord geführt werden. Ich kann gut verstehen, wenn ein Patient den anderen nicht zur
Last fallen möchte, oder es seinen Liebsten ersparen will, ihn leiden zu sehen. Es ist erniedrigend – das weiß ich nur zu gut. Aber der Demütige erlebt das Königreich Gottes, nicht der Egoist.

Glauben Sie, dass sie dieselbe Einstellung dem Schmerz gegenüber hätten, wenn sie nicht gläubig wären?
S:Ohne Christus würde ich mich in einem elenden Zustand befinden. Es gibt einen anderen Schmerz, der qualvoller ist. Und das ist der Schmerz, den die Seele empfindet, wenn ihr die Präsenz Gottes fehlt, die alles belebt und selbst den menschlichen Schmerzen Sinn gibt. Die Abwesenheit Gottes aus dem Leben der Menschen heutzutage ist der qualvollste und unerträglichste Schmerz.

Wenn sie leiden, gibt es dann Momente, in denen sie Gott und Ihren Glauben hinterfragen?
S: Das Gegenteil ist der Fall. Ich fühle mich dann mit Gott vereint und spüre Seine Liebe und Anwesenheit noch intensiver. Natürlich bedeutet das nicht, dass nicht auch Augenblicke der menschlichen Schwäche auftreten. Ein Christ benötigt Glauben, Mannhaftigkeit und Beharrlichkeit. Gott lässt uns nie im Stich.

Wie kann das Leid zum Segen werden? Was kann „Leben“ bedeuten, wenn man ans Bett gefesselt ist?
S: Die Schmerzen und Hindernisse erscheinen einem manchmal unerträglich. In diesen Momenten spüre ich die Präsenz und den Trost Gottes noch stärker. Ich glaube, dass diese zwei Fragen nur Derjenige beantworten kann, an den ich mich auch in schwierigen Stunden wende, wenn ich auf den leidenden und gekreuzigten Christus blicke. Er verwandelte als Erster Seinen Schmerz in Segen. Und Sein Leben auf dem Kreuz wird gerühmt, Er blieb in der Geschichte als der Glorreiche König. Das Vorbild und gleichzeitig die Erholung jedes Leidenden.

Welche Herausforderungen bringt Ihre Erkrankung mit sich?
S: Ich habe ALS/MND, die Krankheit, an der auch Stephen Hawking litt. Es gibt keine Therapie. Ich bin gelähmt, kann nur Augenlider und Lippen bewegen. Ich kann nicht schlucken, sodass ich mit einer Magensonde ernährt werden muss. Ich kann nicht eigenständig atmen, sondern nur mit der Unterstützung einer Sauerstoffmaske. Ich könnte Ihnen noch weitere Einzelheiten nennen, aber es genügt zu sagen, dass ich nichts eigenständig tun kann, ohne die Hilfe und Pflege einer anderen Person.
Als Weltlicher (vor dem Mönchsleben), war ich sehr unabhängig, handelte sehr egoistisch. Jetzt, da ich nicht einmal das Kleinste ohne Hilfe tun kann, verstehe ich, weshalb Christus uns lehrte, in einem Leib vereint zu sein. Wir brauchen einander und sollten in einer Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen leben.

Wie viele Jahre sind Sie bereits bettlägerig und wie findet die Kommunikation statt?
S: Ich bin jetzt seit 6 Jahren permanent bettlägerig und kommuniziere mit einem Computersystem, das mir erlaubt, mit Augenbewegungen zu schreiben. Gott sei gelobt! Sehen Sie, wie es der gute Gott gefügt hat?

Was ist das Positivste, dass Sie Ihrer Meinung nach Ihrer Krankheit abgewinnen konnten?
S. Zweifellos die Vereinigung mit Gott, Dessen Liebe mein Herz erfüllt.

Wie gestaltet sich ihre Beziehung zu ihren Brüdern im Hl. Kloster Gouvernetou, seit Sie erkrankt sind?
S: Ich fühle mich im Hl. Kloster Gouvernetou sehr gesegnet. Es ist ein heiliger Ort unter dem Schutzmantel der Allheiligen. Mit der lebendigen Präsenz des heiligen Johannes des Eremiten und ein Schauplatz von Martyrien, sehr gnadenreich. Gottes Fügung schenkte mir auch einen gesegneten Hegumen, Altvater Irinäus, einen Gottesmenschen, der voller Liebe ist. Die Brüderschaft lebt sehr einträchtig, hat demütige Väter (Mönche), die ihren guten Kampf kämpfen.
Sie pflegen mich mit aufopfernder Liebe. Ein Beispiel für die Liebe, die hier herrscht ist folgendes:
Als ich Novize wurde, stellte man zur gleichen Zeit fest, dass ich an ALS leide, eine unheilbare Krankheit. Als ich erfuhr, wie der Krankheitsverlauf sein würde, sagte ich zu meinem Altvater, dass ich der Brüderschaft nicht zur Last fallen wollte und deshalb doch nicht ins Kloster eintreten würde. Aber der Altvater und alle anderen Väter bestanden darauf, dass sie mich genau so wollten, wie ich war. Das ist wahre Liebe Christi.

Was würden Sie unseren Zuschauern, kranken und auch gesunden, gerne mitteilen, die uns gerade verfolgen?
S: Leben ohne Christus ist kein Leben. Mit Christus als Lebensmitte verfügt man über Liebe, Frieden und Lebenssinn. Wie der heilige Porphyrios zu sagen pflegte: „Christus ist absolut alles“.


Quellen:
www.cretetv.gr
www.ekklisiaonline.gr

Wann sich der Glauben lohnt - Altvater Aimilianos von Simonopetra

Wenn Gott uns überhaupt nichts zu geben scheint, und wir einem Wrack des Lebens gleichen, dann lohnt sich der Glauben. 


Wenn die Schwierigkeiten des Lebens, die Verbitterungen der Seele, die Schwächen unserer inneren Welt, der Schmerz und die Freude, uns jeder Hoffnung, ob spiritueller oder menschlicher, berauben; wenn unsere Augen in Erwartung trocken werden und dennoch am Ende nicht sehen; wenn unser vergotteter Leib, dieses ehrbare Bethaus Gottes, zu einem „Beutel im Frost“ verkommt, ein ledernes Stück, das in den Frost fiel, von Kälte versteinert und dermaßen verbleicht, dass nicht mehr erkennbar ist, ob es existiert. 
Wenn mein Leben solche Formen annimmt, dass ich denke, dass mein Dasein vertrocknet ist, dass die Liebe der Menschen, der Engel, der Heiligen mich vollkommen vergessen hat, dass ich unrettbar bin und von Gott ein wenig Belebung, ein wenig Erholung erbitte, Er mir aber überhaupt nichts gibt, fühle ich mich wie ein Wrack der Lebens; genau dann aber lohnt sich der Glauben wirklich.

Sonntag, 10. Februar 2019

Seliger Altvater Porphyrios - Demut und Liebe

 

Einmal fragte man Altvater Porphyrios:
  • Wie können heutzutage wir, die jungen Leute, das wahre christliche Dasein erleben?
  • Es ist einfach. Viele behaupten, dass das christliche Leben unangenehm und schwierig ist. Ich sage euch, dass es angenehm und einfach ist. Doch nur unter zwei Voraussetzungen: Ihr müsst Liebe und Demut besitzen.
  • Und wie können wir Demut und Liebe erwerben, Altvater?
  • Ihr müsst Christus lieben. Ihn so sehr lieben, dass ihr euch in Ihn verliebt. Die Seele, die in Christus verliebt ist, ist fröhlich und glücklich, unabhängig davon, was ihr zustößt, oder wie viele Mühen und Opfer sie diese Liebe auch kosten mag. Der liebende Mensch hält sich an die göttlichen Gebote und lässt sich nur schwer von Teufel beeinflussen. Der Raum seiner Seele ist vollends eingenommen von Christus und deswegen kann der Teufel nicht eindringen und dort hausen, auch wenn er es versucht, denn es ist kein Platz für ihn da. Die Liebe bringt auch die Demut mit sich. Diese beiden Tugenden erscheinen immer gemeinsam.

Dienstag, 5. Februar 2019

Bietet ihnen die Stirn - Metropolit Augustinos Kantiotis (1907-2010)

Ihr sollt der ungläubigen und verdorbenen Gesellschaft die Stirn bieten. Auch der Mutter oder dem Vater, wenn sie euch zum Unglauben drängen. Auch den Lehrern und Akademikern, die ihren Zweck verfehlen und euch Unglauben und Atheismus predigen.(...) Der Mut ist eines der charakteristischen Merkmale eines wahren Christen. Christsein und Feigheit sind zwei miteinander unvereinbare Begriffe. Johannes sah während der Offenbarung eine furchterregende Vision: einen brennenden See, in dessen Wellen er zuerst die Feigen kämpfen sah. „Den Feigen aber und Ungläubigen, Befleckten, Mördern, Unzüchtigen, Giftmischern, Götzendienern und allen Lügnern soll ihr Teil werden in dem See der von Feuer und Schwefel brennt, das da ist der zweite Tod“ (Offenbarung 21,8). Besitzen wir, die Christen dieses Jahrhunderts, diese Tugend? Der Mut, die Missachtung gegenüber den Gefahren während der Ausübung unserer Pflichten, beginnt beim Kleinen und reicht bis zur allerhöchsten Stufe der vollkommenen Aufopferung. Bis wir jedoch diese allerhöchste Stufe erreichen, sollten wir uns von den kleineren Stufen beginnen, wo nicht allzu große Courage notwendig ist. Beispielweise: Du bist auf Reisen. Es wird Mittag und du gehst in ein Restaurant in der Stadt. An den Tischen der Restaurants sitzen tausende und abertausende Menschen, aber niemand von ihnen, weder am Anfang, noch am Ende des Mahls, macht das Kreuzzeichen. Sie fressen wie die Tiere, ohne jede Erinnerung an Gott. Aber du kannst, inmitten dieser Leute, die Gott vergessen, ihren Wohltäter, Der die Welt unaufhörlich mit Nahrung versorgt, die Erinnerung an unsere Abhängigkeit von Ihm erwecken. Trau dich, das Kreuzzeichen zu machen. Fürchte dich nicht vor den ironischen Reaktionen der Tischnachbarn. Du denkst, dass es etwas Nichtiges ist? Versuch es, und du wirst sehen, dass eine dumme Idee sich in deinen Verstand eingenistet hat, darüber, wie die Leute deine Glaubensbekundung kommentieren werden und der dich terrorisiert (der Gedanke) und deine Hand lähmt; man braucht Mut, um die Finger an die Stirn zu führen und das Kreuzzeichen zu machen.
Wir müssen die prophetischen Worte des Apostel Paulus im Sinn behalten der sagte: “Und alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden“ (2 Timotheus 3.12), lasst uns beständig und unerschütterlich bleiben. Selbst wenn in deinem Hause niemand sonst glaubt als du selbst; bewahre den Glauben trotzdem. Und selbst wenn die ganze Stadt oder das Dorf in dem du lebst, vor den Götzen niederkniet und Christus verleugnet, du sollst den Glauben bewahren. Und selbst wenn dein ganzes Land sich vom christlichen Glauben und der Kirche abwendet; du sollst weiterhin an Jesus Christus glauben, so, wie es uns die Apostel und die heiligen (Kirchen-)Väter lehrten. Uns selbst wenn auf der ganzen Welt kein anderer Orthodoxer Christ außer dir mehr ist, du sollt am Glauben festhalten. Am Ende wird Christus siegen. Es wird nicht der Antichrist siegen. Jesus Christus ist unbesiegbar. 

Quelle:  «ΟΙ ΧΡΙΣΤΙΑΝΟΙ ΤΩΝ ΕΣΧΑΤΩΝ ΚΑΙΡΩΝ», Edition Ορθόδοξος Κυψέλη
Übersetzung: Alexia Ghika- Kyriazi

Erzpriester Martinos Petzold - Die orthodoxen Gebetsfolgen

Wisdom - Worte der Weisheit - Altvater/ Elder Arsenie Papacioc †

Demut - heiliger Altvater Paisios



Die Demütigen sind den Menschen behilflich und erholen sie auf vielerlei Arten, während die Hochmütigen grundlos Aufheben um sich verursachen und sich als anstrengend erweisen. Der Altvater benutzte, um die großen Unterschiede aufzuzeigen, die zwischen den Demütigen und den Hochmütigen existieren, folgendes Beispiel: „Die Demütigen sind wie Nachtigallen, die sich in den Schluchten verstecken und in den Seelen Frieden und Freude mit ihrem süßen Gesang erwecken, sie preisen den Schöpfer der Welt Tag und Nacht. Wohingegen die Hochmütigen sich wie geschwätzige Hühner benehmen, die der Welt mit ihrem Gegacker auf den Ohren liegen, als wäre ihr Ei so groß wie unser ganzer Planet.“

aus:"Altvater Paisios sagte...", Presbyter Dionysios Tatsis,


Freitag, 1. Februar 2019

“Genuine art can be recognized by its favorable influence on the soul”

A talk with the Russian artist Dmitry Nechitaylo

​Dmitry Nechitaylo
Artem Budenny, Dmitry Nechitaylo
Dmitry Nechitaylo, award-winning artist of the Russian Federation, member of the Artists Trade Union of Russia and the Union of Russian Writers, speaks on pilgrimage and art, creative genius and responsibility, genuine art and professionalism.
    
On the sense of the beautiful
Exhibitions of paintings by classics such as Isaac Levitan, Valentine Serov, and Ivan Aivazovsky attract a multitude of visitors in Moscow. The audience is diverse—there are many families and young people among the comers. According to my personal observations, these people have nothing to do with art. But they wait for hours in line, sometimes outside in the cold. Do you think it is an attempt to follow a fashion?
—It is a sign that people are not indifferent, that their hearts are trembling, and the sense of the beautiful is awake! The work of world-famous artists amazes and delights them. We would queue to see the paintings by Valentine Serov, Nikolai Ge, Mikhail Nesterov, Leonardo da Vinci and the Impressionists. People are yearning for this beauty…
Is this sense of the beautiful inherent with all people?
—You are quite right. But all depends on one’s upbringing. The ancient Russian word for “upbringing” - “vospitanie”, literally means “sublime spiritual nourishment”. It is necessary to instill love of the beautiful in children, take them to exhibitions and show them illustrations of Russian folk tales by Victor and Apollinary Vasnetsov and Ivan Bilibin. They need to absorb the original paintings in museums instead of the “goggle-box” and the computer.
    
Why is visiting museums so important? After all, anybody can look at reproductions in albums or online.
—Unlike originals, reproductions don’t convey the author’s message fully. The master’s personality is always of primary importance. Thus in the museum you will meet the master, see his temper and the strokes of his living brush. When my mother [Maria Vladimirovna Savchenkova (1917-2017), People’s Artist of Russia—A. B.] was in Germany, she came up to one painting and said: “This is not Hans Holbein!” The guide led her aside and admitted: “We have our doubts about that, too.”
Does classical art need to be promoted and propagated?
—Definitely! Through holding exhibitions, printing albums and postcards. It is conducive to the development of taste. For example, The Young Artist magazine used to have the column, School of Fine Arts. We should shoot and show films on the creative work of outstanding masters based on real facts (regrettably, sometimes there are blunders). For this we need to seriously delve into the material and the specifics. 

You are not only a painter. The publication of your books on other painters is underway. Please, tell us about this.
—Currently, I am waiting for the first book, Wondrous and Marvellous, to be published. It embraces the experiences from the Renaissance masters, the Impressionists, the Itinerants [a late nineteenth-century Russian school of Realist painters], the World of Art [a Russian artistic movement which largely helped revolutionize European art in the first decade of the twentieth century] to Modern Realism. I’ve been trying to demonstrate the uniqueness, skill and beauty of each author. The second book is entitled, The Sense of the Sea. My daughter Polina [Polina Dmitrievna Nechitaylo is a Russian theater and cinema actress, poet, and member of the Union of Russian Writers—A. B.] and I have been travelling across Russia and the Mediterranean—so these are our impressions. In this book I am responsible for paintings and poems, and my daughter is responsible for poems and drawings. At present we have just the layout of the book, but we are still looking for a publisher.
What are the things that you cannot paint yet can commit to paper?
—The word is a Divine miracle in the movement of thought and song, while painting is a Divine miracle in the movement of thought and breath of color and light. 
Creative work in the Name of God
    
What is the most important thing in creative work for you?

THE PRAYER OF JESUS - Gerontissa Makrina

Gerontissa Makrina (1921-1995) - Monastery Panagia Odigitria Portaria Volos / Greece (1921-1995)


Mentale Manipulation in Sekten

Mönch Vt.Arsenios Vliagoftis

Dr.d.Theologie - Dr.d.Philosophie



  Ich möchte Sie zunächst auf den Erfahrungsbericht einer jungen Frau verweisen, die früher Mitglied in einer Sekte gewesen ist, als bestmögliche Einleitung, aber auch als gute Zusammenfassung des Themas, mit dem wir uns beschäftigen werden:
  „Dort (in der Organisation) nämlich wurde ich herzlich aufgenommen. Wir haben uns bald darüber unterhalten, wie es in welchem Zustand sich die Welt befindet und was Gott wohl darüber denken mag. Sehr schnell entstanden daraus in mir Schuldgefühle und der Gedanke, dass ich mithilfe ihrer „Bibel“ die Dinge in einem klareren Licht sehen würde, dass ich den Weg erkennen würde, um mich einerseits selbst zu finden und andererseits auch dazu beizutragen, die Welt zu verbessern. Ich fing also an, diesen Lehrseminaren beizuwohnen, obwohl ich dabei oft einschlief, da sie über drei Stunden (ohne Unterbrechungen) dauerten. Als ich nicht so reagierte, wie sie es von mir erwarteten, begannen sie damit, über Satan zu sprechen und hielten mir vor, dass ich meine Fehler anzuerkennen habe. Ich verbrachte drei Wochenenden in der Sekte, ohne mich innerlich dagegen wehren zu können, während dessen ich nicht einmal selbst eine Erklärung für mein Verhalten finden konnte. Ich fühlte mich unglücklich und konnte nicht aus der Sekte austreten, obwohl mich niemand wirklich daran zu hindern versuchte. Die ewig langen Dialoge und die emotionalen Lieder drehten sich immer sinnlos um dieselben Themen. Sie drängten mich dazu, Entscheidungen zu fällen, um die „Perfektion zu erreichen“, „kleine Opfer“ zu bringen, wie zum Beispiel meinen Mann und die Kinder zu verlassen, oder mein Vermögen der Sekte zu überlassen. Nach dem dritten Wochenende war ich tatsächlich bereit dazu, diese Opfer zu bringen. Ich ignorierte einfach die zukünftigen Auswirkungen und die Art und Weise, wie ich den Zustand erreichen würde, den sie mir vorgaben. Wie dem auch sei, ich bemerkte, dass ich Gedankenlücken hatte, die sich auf die Zeit bezogen, als ich in der Sekte verkehrte. Ich versuchte, die Erinnerungen zurückzurufen, aber es gelang mir nicht. Dies war ein alptraumhafter Zustand, an den ich mich nicht einmal erinnern möchte, weil er Grauen in mir verursacht.
  Ich erinnere mich an die Doktrin, dass wir dem Führer vertrauen und folgen sollten, so wie ein Kranker den Anweisungen des Arztes folgt und seine Medikamente einzunehmen hat; ich hatte mich zu beugen und Essensentzug, Schlafentzug und Meditation über mich ergehen zu lassen, und zwar nicht mit Gewalt, sondern durch Manipulation. Dies gab den Führern die Möglichkeit zu sagen, dass jeder Anhänger frei seine Entscheidungen treffen kann.
Als die Zeit günstig schien, verließ ich die Sekte dann doch mit einem „Lebt wohl“ und bin nie wieder dorthin zurückgekehrt. Allerdings hat es ganze zwei Jahre gedauert, bis ich mich von diesen furchtbaren Fesseln endlich befreien konnte. Ich frage mich immer noch, welche meiner Taten damals gut oder schlecht waren und wie es dazu kommen konnte.“
Dies war der Erfahrungsbericht von J.M-, der früheren Anhängerin einer Sekte.
  Das Gehörte schenkt uns ein gutes Bild über das Phänomen der mentalen Manipulation, mit dem wir uns beschäftigen werden.
  Die Begriffe Mentale Manipulation, Coercive Persuasion und Neuro-Linguistisches Programmieren, die ich im weiteren Verlauf verwenden werde, sind als nahezu gleichbedeutend anzusehen. Es handelt sich hierbei einfacher gesagt um Gehirnwäsche (mind control). Auch der Begriff Mentale Rekonstruierung findet Verwendung, der jedoch neutraler ist und nur unzureichend die unethischen und illegalen Perspektiven dieser Methoden zum Ausdruck bringt.
  Die klinische Psychologin und Professorin an der Berkeley-Universität in Kalifornien, Margaret Thaler-Singer, die seit den 60er Jahren Vorreiterin auf dem Forschungsgebiet dieses Phänomens, sowie dem der Sekten allgein ist, betont:
Eine Coersive-Persuasion-Programmierung ist eine Methode der Verhaltensmanipulation, die benutzt wird, um unter bestimmten Voraussetzungen das „Erlernen“ und die Adaption einer Sammlung von Verhaltensweisen oder einer Ideologie zu begünstigen. Sie unterscheidet sich dabei von anderen Methoden weniger zwanghafter sozialer Unterrichtungen oder friedvoller Persuasion, in der Art und Weise, wie sie getarnt organisiert und angewandt wird, wie auch hinsichtlich der Methoden, die auf die Ausbeutung einer Person und seines Umfeldes hinzielen und die verwendet werden, um bestimmte Verhaltensweisen zu unterdrücken und andere zu begünstigen. Im Laufe der Zeit können für die Zwangs-Persuasion Schmerz, Folter, Drogen, physische Gewalt oder Androhung von rechtlichen Schritten eingesetzt werden, um bessere Erfolge zu erzielen.“
Des weiteren führt Prof. Singer an:
  „Zwangspsychologische Techniken (oder Zwangs-Persuasion), sind das Programmieren von Verhaltensveränderungen, die psychische Kräfte auf zwanghafte Weise verwenden, um die Erlernung oder Adaption einer Ideologie oder einer Sammlung von Anschauungen, Vorsätzen oder Verhaltensweisen zu provozieren. Die wichtigste Strategie, die von den Praktizierenden angewendet wird ist jene, systematisch zwischen mehreren Formen zwanghafter Manipulierung, Ängsten, und Techniken, die permanenten Stress provozieren, die ihnen zur Verfügung stehen, zu wählen und sie systematisch zum Einsatz zu bringen. In einem solchen Programm wird das Objekt (d.h. der Mensch) dazu gezwungen, eine Reihe von kleinen „unscheinbaren“ Schritten zu adaptieren. Jeder kleine Schritt ist so konzipiert, dass er als klein erscheint und die Objekte (die Menschen) die Veränderungen an sich selbst nicht bemerken und auch das Zwanghafte an den Prozeduren nicht zu erkennen vermögen. Die Objekte dieser Techniken (Die Menschen/Opfer), erkennen nicht die verborgenen organisatorischen Ziele der zwangspsychologischen Programme bis zu einem weit fortgeschrittenen Stadium, wenn sie sie überhaupt zu irgendeinem Zeitpunkt wahrnehmen. Diese Techniken werden im Gruppenumfeld durch „Freunde und Mitstreiter“ der Opfer auferlegt, die gute Vorsätze haben, aber selbst in die Irre geleitet worden sind. Dies hält das Opfer davon ab, die Mechanismen des Selbstschutzes zuzulassen, die beim Menschen eigentlich in Konkurrenzsituationen in Erscheinung treten.

The immense impact of Gerontissa Makrina, abbess of Panagia Odigitria monastery in Volos, Greece






The immense impact of Gerontissa Makrina, abbess of Panagia Odigitria monastery in Volos, Greece

Die Klöster als Schatzmeister und Verwahrer der altgriechischen Literatur

von Theoni Marinou Mpoura,
Theologin-Lehrkraft, MTh in Patrologie

  „Man kann zweifellos behaupten, dass die heutigen Philologen ihre Existenz allein den Mönchen zu verdanken haben, die sich der Aufgabe des Abschreibens widmeten. Der Philologie würde es überhaupt am Gegenstand mangeln, wenn die Mönche nicht unermüdlich dafür gesorgt hätten, dass uns die Werke der alten Griechen bis zum heutigen Tage erhalten blieben“. So ungefähr lautete die Aussage meines Professors und mittlerweile emeritierten Professors der Theologischen Fakultät von Athen, Herrn Spyridon Kontogiannis. Ich muss dabei offen zugeben, dass ich anfänglich, als mir die historischen Tatsachen noch unbekannt waren, die Behauptungen des Professors für übersteigert und für eine Art übermäßiger „Glorifizierung“ der Klöster durch uns Theologen hielt. Doch nach gründlicher Untersuchung dieses Themas möchte ich im Weiteren historische Tatsachen anführen, die den Leser darin unterstützen sollen, eine eigene Meinung zu bilden.

  20.000 Kodizes werden in Bibliotheken auf dem Heiligen Berg Athos verwahrt. Das Kloster Megisti Lavra besitzt 2.242 und befindet sich damit auf Platz drei der handgeschriebenen Werke weltweit, während der erste Platz ebenfalls einem Kloster gebührt, nämlich dem Kloster der heiligen Katarina am Sinai mit 4.500, von denen 75% in griechischer Sprache verfasst sind. Auf dem zweiten Platz steht der Vatikan mit 3500 Werken.
  Im Kloster Megisti Lavra existieren präziser benannt, neben zahlreichen anderen altgriechischen Manuskripten, 4 Schriftstücke von Galenos (Ω69,Ω70,Ω71,Ω72), 2 von Hippokrates „Aphorismen“ Ω68,Ω69, 3 seltene Kodizes von Aëtios von Amida, des persönlichen Arztes von Iustianus, Ω63,Ω64,Ω65, 2 von Thukydides sowie auch das Werk „Parallele Lebensbeschreibungen“ von Plutarch. Im selbigen Kloster wird die „Botanik“ von Dioskuros gehütet, ein Werk, das den Traum eines jeden Pharmazeuten, Botanikers und Giftexperten darstellt und mit sehr gut erhaltenen Illustrationen versehen ist. Das weltweit einzige juristische Dokument mit Verordnungen der Komnenen (13. Jh.) befindet sich in Megisti Lavra. Schriftwerke von Epiktet, Hermogenes und Euklid im Kloster Esphigmenou. Und in der Bibliothek des Klosters Iviron kann der Forscher auf Werke von Euripides, Aischylos, Theokritos, Sophokles und Pindar stoßen, während im Kloster Vatopedi der Codex der Geographen Ptolemäus und Strabon (Nr.655) aus dem 13. Jh. aufbewahrt wird.   

  Nicht zufällig werden all diese handschriftlichen Werke in Klöstern verwahrt, denn die Mönche dieser Klöster entschieden sich einst bewusst dafür, unermüdlich und ohne Bezahlung oder religiöse Verpflichtung die alten griechischen Werke vor dem Zerfall zu retten und durch Abschrift an die folgenden Generationen der Geisteswelt allerorts als griechisches Erbe zu überliefern, um sie zu bereichern. Der heilige Athanasios von Athos beispielsweise war Asket und liebte Bücher, sodass er seine eigenen mitbrachte, als er von Konstantinopel auf den Heiligen Berg zog und dort ein Kloster gründete. Im Kloster Megisti Lavra existierte seinen Wünschen gemäß auch ein Scriptorium, über das er keine zufällige Personen, sondern den Besten der Kalligraphen Ioannis und den Bibliothekar Michael verantwortlich hieß. Die Abschrift der Kodizes setzte sich durchgängig fort, sodass im Jahr 1759 im selbigen Kloster auch die erste Druckerei Griechenlands entstand.
   Der selige Theodoros Studites ließ eine Bibliothek im Studionkloster in Konstantinopel erstellen und mit einer großen Sammlung von Kodizen nicht nur christlicher, aber auch heidnischer Autoren befüllen, um damit ihre Bewahrung, Veröffentlichung und Überlieferung sicherzustellen. 
 
Patmos
  Signifikante Kodizes aus der antiken griechischen Literatur werden in der Klosterbibliothek des heiligen Johannes des Theologen auf Patmos aufbewahrt, welche zu den wichtigsten des Ostens zählt und wo sich seltenste Dokumente, beispielsweise die Tragödien „Hekabe“, „Orestes“, „Ajax“, „Elektra“, u.a. befinden. Das älteste Buch ist die „Anthologia epigrammatum Graecorum” (Florenz 1494). Im Kloster Zavordas existiert zwischen vielerlei anderen Kodizes auch der Codex des Lexikons des Patriarchen Photios, von dem nur noch 3 Abschriften existieren: eine in der Bibliothek der Universität von Cambridge in England, eine in der Zentralbibliothek von Berlin und eine im Kloster Zavordas, die den anderen überlegen ist, da vollständig. Der Professor Linos Politis von der Universität von Thessaloniki entdeckte ihn im Jahr 1959. Er beinhaltet Ausschnitte aus Werken antiker griechischer Autoren, die separat nicht überliefert geblieben sind, aber zur Zeit des Photios noch erhalten waren, z.B. antike Komödien von Kratinos, Eupolis, aber auch antike griechische Dichtung und historische Texte. Durch Photios und das Kloster Zavordas wissen wir außerdem von Ktesias, Konon, Memnon und die verlorenen Werke des Diodoros.
  Im Kloster Pammakaristou in Konstantinopel wurde ein Zentrum für Recherche und Abschrift gegründet. Im Kloster Megalou Meteorou wiederum werden Schriftstücke von Homer, Hesiod, Sophokles, Demosthenes, sowie auch Aristoteles aufbewahrt, aber auch kostbare Originalausgaben venezianischer Editionen von Aldus Manutius (1495) folgender Werke: „Idyll“ von Theokritos, „Gnomen“ von Theognis, „Theogonie“, „Werke und Tage“ und „Der Schild des Herakles“ von Hesiod u.a..
  Einen wichtigen Beitrag für die Bewahrung der antiken griechischen Literatur leisteten ebenfalls Klöster Süditaliens1, in denen die griechische Sprache gesprochen wurde. In Apulien, in Corigliano, existierte bereits seit dem 10. Jahrhundert das blühende orthodoxe Kloster des heiligen Nikolaos, in dem man seit dem 15. Jahrhundert altgriechisch und Latein lehrte und wo außerdem Abschriften antiker Texte fertiggestellt wurden.
  Die Mönche investierten offensichtlich viel Eifer und Liebe in die Abschrift und die Bewahrung der antiken griechischen Autoren, denn sie schrieben die Schriftstücke nicht einfach nur ab, sondern taten dies kalligraphisch und mit verschiedenen Verzierungen, wobei sie weder Mühen noch Kosten scheuten. Teuer waren nicht allein die Tinte, sondern auch die Farben und ebenfalls die Beschreibmaterialien (Papyrus, Pergamente). Diese Kosten übernahmen sie bereitwillig für die Erhaltung der antiken Werke. Die Klöster bewahrten, verzierten und passten die Texte, so könnte man sagen, dem Fortschritt der damaligen Zeit an, da sie diese nicht mit der zuvor verwendeten Majuskeln abschrieben, sondern in modernerer Minuskel-Handschrift. Die Minuskel-Handschrift, die sich aus der byzantinischen Unzialschrift entwickelte, erfuhr ihre Vervollkommnung im Studionkloster in Kostantinopel durch den Mönch und späteren Klosterabt Nikolaos, der das erste überlieferte Schriftstück in Minuskelschrift verfasste, das datiert werden konnte, das „Uspenskij“ (Codex Petropolitanus 219). 
 
  In Klosterbibliotheken (Athos, Meteora, Kloster Dousikou, Patmos etc.) werden liebe- und respektvoll die ersten seltenen, gedruckten und kostbaren Editionen antiker griechischer Autoren verwahrt, bei denen es sich hauptsächlich um venezianische handelte, wie Originaldrucke von Aldus Manutius (editions aldinae, incunabula) aus dem späten 15. Jahrhundert und Anfang des 16. Jahrhunderts; Hesiod, Platon, Theokritos, Tragödiendichter, Aristoteles, Demosthenes, Aristophanes, Lukian, Strabon u.v.m.. Darüber hinaus Lexika der altgriechischen Sprache, das „Etymologicum Magna“ (Venedig 1495) Varinus Favorinus (Rom 1523), Die „Syntax von Apollonios von Alexandria dem Grammatiker“ (Venedig 1495) u.a.. Das Erwerben solcher Werke stellte für die Klöster eine kostspielige Angelegenheit dar, da die Erstausgaben gedruckter Bücher in der damaligen Zeit stets sehr teuer war.
  Aus welchem Grund zeigten christliche Mönche antiken griechischen Werken gegenüber solche Hingabe? Eventuell besteht ein Zusammenhang zum Großen Basilius, dem Gründer des koinobitischen Mönchtums, der junge Menschen dazu aufforderte, die Werke der antiken Griechen wie Homer, Platon und Sokrates zu studieren. Vielleicht lag es auch daran, dass die großen Kirchenväter Basilius von Cäsarea, Johannes Chrysostomos, der Große Athanasios, Gregor der Theologe und Gregor von Nyssa überaus vertraut waren mit der altgriechischen Literatur und auch Fachbegriffe aus der altgriechischen Philosophie benutzten. Gregor von Nazianz verfasste „Epen“ nach Beispielen aus der griechischer Dichtung. Der große Historiker Paparregopoulos schreibt über sie, dass sie „in Redegewandtheit und wissenschaftlichem Wissen allen damals lebenden heidnischen Weisen überlegen waren und ebenso den Weisen vor Plutarch, eine neue und glorreiche Epoche der Sprache für das Menschengeschlecht einläutend. Basilius und Gregor waren die ersten herrlichen Vorbilder frommer und kundiger Redegewandtheit, mit der das Volk unterwiesen wurde“. 
  Dieselbe Liebe und Interesse für die antiken Texte teilte auch der heilige Arethas aus Patras (ca. 850-944), der vom Diakon im Jahr 904 zum Metropoliten von Cäsarea in Kappadokien aufstieg. Er führte ausgezeichnete Hypomnemata, war ein kluger Philologe und Abschreiber handschriftlicher Kodizes antiker griechischer Autoren wie Platon, Aristoteles, Euklid, Lukian, Aelius Aristides; seine Forschung richtete er dabei stets auf die Quellen der antiken Paideia und Denkweise sowie auch des griechischen Geistes aus. Er veröffentlichte die meisten der platonischen Dialoge, mit Kommentaren und Prologen angereichert, von Aristoteles unter anderem die „Kategorien“. Darüber hinaus schrieb er Werke von Euklid, Lukian, Dion Chrysostomos, Aelius Aristides, Pausanias ab, aber auch das „Lexikon“ von Polydeukes und die „Lebensbeschreibung des Apollonius“ von Philostratus. Zur Kultivierung entsprechender Atmosphäre und Resonanz in den Klöstern trug wahrscheinlich auch der heilige Eustathios bei, der Erzbischof von Thessaloniki, der für seine exzellente Beschäftigung mit den homerischen Texten und als gelehrter Metropolit bekannt war. Er stellte mit seinen hochgeschätzten Kommentaren zu Homer, Ilias, Odyssee, den Komödien von Aristophanes, Pindar, Dionysios Periegetes u.a. die tragende Figur in der Renaissance der klassischen Studien dar. Es ist erstaunlich, dass einer der größten Erforscher von Homer weltweit ausgerechnet ein christlicher Bischof und Heiliger wie der heilige Eustathios war.
  Die antiken griechischen Werke werden für die Forscher und Wissenschaftler nicht nur in Klöstern aufbewahrt (im Kloster Megisti Lavra sogar mit drei Türschlössern gehütet) und auch nicht nur in Klosterbibliotheken; durch die kostbare Kunst der Mönche, die Ikonenmalerei, wird für sie „kostenfrei geworben“. Auf Kirchenwänden im Kloster Megalou Meteorou sind antike Griechen abgebildet, die Schriftrollen mit Auszügen aus ihren Werken halten und an besonders herausragender Stelle platziert sind. Es handelt sich um die antike Philosophin Sibylla, den Griechen Solon den Weisen und Gesetzgeber, den Griechen Pythagoras den Philosophen und Mathematiker, den Griechen Thukydides den Historiker, den Griechen Aristoteles den Philosophen, den Griechen Platon den Philosophen, den Griechen Homer den Dichter, den Griechen Plutarch den Vater der Geschichtsschreibung, den Griechen Sokrates den Philosophen. Auf diese Weise wird zumindest etwas von den Weisen der Antike an die Besucher des Klosters Megalou Meteorou weitergegeben, die auch aus anderen Ländern stammen. Die Abbildung des weisen Aristoteles ist auf einer alten Wandikone im Kloster Philanthropinon auf der Insel von Ioannina vorherrschend. 
  Heute konzentriert sich das Interesse der Mönche an antiken Texten nicht mehr auf deren Abschrift von der Magisterschrift in die Minuskelschrift, sondern den gegenwärtigen Umständen entsprechend darin, den Forschern den Zugang mittels moderner Technologie zu erleichtern. Dies wird unter anderem daraus deutlich, dass sich die Patriarchale Institution für Patristische Forschung im Kloster Vlatadon (Thessaloniki) die Zusammenstellung einer vollständigen Auflistung und die Erfassung der Werke mithilfe der Mikrophotographie (Mikrofilm) aller handschriftlicher Kodizes zur Aufgabe gemacht hat.
  Der Bibliothekar des Klosters Megisti Lavra, Priestermönch Nikodemos, erklärt: „Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie es heute um die Menschheit stehen würde, wenn das Wissen aus der Antike nicht durch Abschriften der byzantinischen Klöster, besonders jene auf dem Heiligen Berg, überliefert worden wäre. Wahrscheinlich hätte die westliche Renaissance einige Jahrhunderte später stattgefunden“. Die Schlussfolgerungen bleiben Ihnen überlassen.

Quellen:
Lekkos Evangelos P., “Τὰ ἑλληνικὰ μοναστήρια”, Athen 1995, S. 25-26.
Zeitschrift “Ἱστορικὰ Θέματα”, Artikel «Βυζάντιο καὶ Ἀφροκεντρισμός», Agni Vasilikopoulou, Prof. für Vyzantinische Philologie d. Universität v. Athen, Ausg.6, S.44
Zeitschrift „Ἱστορικὰ Θέματα”, Artikel «Οἱ ἑλληνόφωνοί της Κάτω Ἰταλίας, ἡ κιβωτὸς τῆς Μεγάλης Ἑλλάδας», Themistoklis F. Pertesis, Philologe-HIstoriker, Ausg.20, S.20
Dimitrios Z. Sophianos, «Ὀρθοδοξία καὶ Ἑλληνισμός», Heilige Meteora 2007, S. 17-19, S.21.
Stylianos G. Papadopoulos., Patrologie II, Athen 1990, S. 361.
Gesammelte Werke des Großen Basilius von Cäsarea, griech. Ausg. Band 7, S.320
Dimitrios Z. Sophianos, «Ὀρθοδοξία καὶ Ἑλληνισμός», Heilige Meteora 2007, S.19.
Zeitschrift “Ἰχώρ”, Band 44, Artikel «Τὰ κρυμμένα ἀρχαῖα ἑλληνικὰ χειρόγραφά του Ἁγίου Ὅρους, ἕνας ἀρχαιοελληνικὸς θησαυρὸς κρυμμένος στὶς μοναστηριακὲς βιβλιοθῆκες τοῦ Ἄθω», Georgios Stamkos, S. 50-64.
G. Stamkou, «Μυστικὴ Ἑλλάδα», 1999.
G. Stamkou «Ἀνοίγοντας μία κιβωτὸ γνώσεων», Zeitschrift „Τρίτο Μάτι”, Band 39, Sept.1994.
Priestermönch Nikolaos Lavriotis, «Τὰ χειρόγραφά του Ἁγίου Ὅρους», ΑΝΤ1, 1991.
www.katakali.net
www.apologitis.com
www.impantokratoros.gr

1s. Magna Grecia, Anm. der Üb.

A holy soul - Gerontissa Makrina, abbess of Panagia Odigitria monastery in Volos