Mittwoch, 8. Oktober 2014

Die heilige Neumärtyrin Maria von Kreta


Diese heilige Tochter stammte aus Kreta, aus einem Dorf namens Kato Fourni in der Provinz Merambellou. Sie lebte während der Jahre der osmanischen Herrschaft1 und wuchs in ihrer griechischen Familie als orthodoxe Christin auf. Ihr Leben verlief friedvoll, bis ein Türke, ein Polizeibeamter, sich in sie verliebte. Er verlangte von ihr, sich mit ihm zu vermählen, und vorher nach den Geboten seiner Religion ihren Gottesglauben abzulegen und zum Islam überzutreten.
Maria ignorierte anfangs seine Liebesbekundungen und Forderungen, doch er wurde immer aufdringlicher. Um keinen Preis der Welt wollte sie jedoch den Glauben an ihren geliebten Jesus Christus verraten! Sobald sie das Haus verließ, folgte er ihr auf Schritt und Tritt, versuchte sie umzustimmen und für sich zu gewinnen, gab ihr mannigfaltige Versprechungen und bekundete ihr seine vermeintliche Liebe. Deswegen erklärte sie ihm eines Tages ohne Umschweif, dass sie ihn niemals heiraten würde, weil sie eine Christin war!
Als der Türke dieses Bekenntnis aus ihrem Munde hörte, verwandelte sich seine vermeintliche Liebe in grenzenlosen Hass. Er fühlte sich verschmäht und von der jungen Griechin zutiefst beleidigt und in seiner Männerehre verletzt. Sie war bloß eine junge Frau und gehörte dem unterdrückten Volk der Griechen an, dem er sich als Staatsorgan überlegen fühlte. In seinem Herzen verspürte er Rachegelüste. Er würde ihr alles heimzahlen. Maria hoffte indes, nicht mehr von diesem Menschen belästigt zu werden, der den Frieden ihrer Familie störte. Dabei wusste er doch, dass sie eine Christin war. Und sie wusste um die Gefahr, die jetzt auf sie lauerte, weil sie sich seinem Wunsch nicht beugen würde. Doch die Angst vor seiner Rache war nicht so groß wie die Liebe, die sie für Jesus Christus und für ihre Abstammung empfand.
Eines Tages, im Jahr 1826, kletterte Maria auf einen Maulbeerbaum hinauf, um Blätter für die Seidenraupen zu sammeln. Der Türke, der sie bis dorthin verfolgt hatte, kletterte ebenfalls auf den Baum und tauchte unerwartet zwischen den Ästen auf! Bevor sie reagieren und vom Baum absteigen konnte, zuckte er eine Waffe und schoss ihr eine Kugel direkt in die Brust. Diese Kugel durchfuhr das reine Herz, dass er nicht hatte erobern können, nicht mit den Versprechungen und auch nicht mit seinen Drohungen. Maria fiel von Ast zu Ast leblos auf den Boden hinab. Ihre schöne Seele hatte sie ihrem himmlischen Bräutigam übergeben. Die Familie fand sie später auf und beweinte sie mit bitteren Tränen. Der Mörder jedoch wurde niemals zur Rechenschaft gezogen und niemals auf Erden für seine ungerechte und grausame Tat bestraft, weil die junge Maria eine Griechin und Christi war. Möge Sich Gott seiner Seele erbarmen.
Das Gedenken der Neumärtyrin Maria feiert die heilige Orthodoxe Kirche am 29 Mai/11 Juni eines jeden Jahres.


1Kreta war ung. von 1669-1898 von den Osmanen besetzt

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