Posts mit dem Label Sonntag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sonntag werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 17. Oktober 2019

ICH WILL UND KANN NUR IN CHRISTUS JESUS

von Archimandrit Joel Konstantaros 

Apostolische Lesung (2 Galater 16-20)
6. Sonntag, Lukasevangelium


Wie viele Menschen denken ernsthaft über den Sinn unserer Existenz und Präsenz im Diesseits nach und wie viele von denen, die von sich selbst behaupten, den christlichen Glauben angenommen zu haben, sind sich des Umstandes bewusst, dass die Kultivierung des geistlichen Lebens die Abtötung jeder Form des Bösen voraussetzt, mit der unsere Seelenwelt durchsetzt ist? Haben wir uns wohl vergegenwärtigt, dass die Metamorphose des Innenlebens des Menschen, welche sich in heiligem Verhalten äußert, ein tägliches Kreuz darstellt, das wir alle, vom Kleinsten bis zum Größten, wie in einer Prozession mitzuführen haben? Denn Apostel Paulus meinte gerade dieses, als er predigte: „Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir“. Wenngleich diese Lebenshaltung, die vom Menschen frei und bereitwillig gewählt wird, keine einfache ist, so ist sie doch mit der Gnade Gottes umsetzbar, wie uns sowohl die apostolische Predigt als auch die Heiligenviten bestätigen.
Aber aus welchem Grund erscheint uns das christliche Leben so schwierig? Offenbar da unser niederes Selbst, das heißt unsere Leidenschaften und Schwächen, über unseren Willen herrschen, wenn auch stets unserem eigenen Vorsatz und Entschluss folgend. Es handelt sich folglich um einen unerbittlichen Krieg, der in unserem Inneren stattfindet, in vielen Fällen bis zum letzten Atemzug.
Doch findet ein Glaubender im Umfeld etwa Beistand für seinen heiligen Kampf? Bieten andere Menschen dem mit sich selbst Ringenden bereitwillig ihre Hilfe an?
Wir wissen, dass die ganze Welt im Argen liegt” und anstatt zu helfen, immerzu Versuchungen verursacht und die Seele destruktiv beeinflusst, sei es mit provokativen Versuchungen, oder auch durch verschiedenartige Anstöße, die das bereits existierende Böse der Seele nähren. Das führt dazu, dass sich der Gläubige, der nach dem Willen Gottes leben möchte, oftmals von weltlichen Versuchungen umzingelt und in seiner eigenen Schwäche gefangen fühlt, sodass er sich dieselbe existentielle und dramatische Frage stellt wie der heilige Paulus:„Ich elender Mensch! wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?“.
Würden wir an dieser Stelle unsere Ausführungen beenden, so schiene es, als sei der Feind der Sieger, und als verbünde sich und arbeite alles zugunsten des finsteren Reiches des Hades. Nein, dem ist nicht so, gesegnete Schwestern und Brüder. Tausendmal nein. Denn es gibt ein allmächtiges Mittel, welches das Unmögliche möglich macht und die Fallen bricht wie Spinnennetze, vorausgesetzt, der Gläubige hat den entsprechenden Willen, nimmt mit Eifer den heiligen Kampf der Buße auf und legt die Rüstung der Gnade an.
Der Apostel selbst, mit seiner überschäumenden und frei gewählten Liebe zu Jesus, zeigt uns den hoffnungsvollen und erlösenden Weg: „Ich danke meinem Gott allezeit in Christo Jesu“.
Dieser Ausruf allein erleuchtet die Finsternis und erfüllt die Luft mit Wohlgeruch, denn der Sieger über Tod, Teufel und Sünde ist uns näher, als wir uns vorzustellen vermögen, und Er wird uns den Sieg schenken, wenn wir nur „Ja“ sagen und auch den eigenen, mühevollen Kampf nicht versäumen. Denn zu welchem Zweck ist Christus auf die Welt gekommen? Weshalb hat Er Sein Blut auf dem Kreuz vergossen? Weshalb ist der Sohn Gottes gestorben? Um den Menschen von der Sünde zu erlösen. Um ihn aus den Fallen seiner Feinde zu befreien und ihm das unsterbliche Leben zu schenken. Und weil der Teufel weiß, dass dem Mensch diese Möglichkeit von Christus gegeben wird, durch seinen Glauben in Ihn und die Teilnahme am Leben der Orthodoxen Kirche, versucht er ihm auf viele Arten die Frucht seiner angeblicher Allmacht einzuflößen und mit dem Überwurf der Genüsse den Todesschlag zu verbergen, der ihm durch das Ehrwürdige Kreuz versetzt wurde.
Ja. Die Kraft unseres Christus, unseres Herrn und Gottes, ist unbesiegbar. Diese göttliche Kraft ertötet die fleischliche Gesinnung und vernichtet den gefallenen Engel. Die Heiligen, die in der Gnade lebten und das Böse in all seinen Manifestationen in unvorstellbarem Ausmaß bekämpften, bekundeten mit geheiligten Worten, dass es nicht nur tatsächlich möglich ist, ein geistliches Leben zu führen, sondern dass ein Kind der Kirche darüber hinaus, wenn es denn wirklich will, „von Kraft zu Kraft” wandeln und die unfassbaren Höhen der Heiligung, d.h. die Erleuchtung und die Vergöttlichung, zu erreichen vermag.
Selbstverständlich dürfen wir dabei nicht die reichen geistlichen Mittel vergessen, mit denen der Kämpfende bestärkt wird, um immer wieder, mit neuer Kraft, den Kampf gegen die Leidenschaften und das Böse aufzunehmen: Zum einen die unbefleckte Kommunion, die allein in unserer Kirche und im Rahmen der rituellen Versammlungen abgehalten und gespendet wird, und zum anderen die authentische ekklesiastische Lebensweise, fern von Verfälschungen und Innovationen des Neuen Zeitalters, die wie teuflische Pilze aus dem Boden selbst der inneren Kreise und höchsten Instanzen schießen.
Die Heiligen betonten, als sie über den Willen des Christen sprachen: Für den Gläubigen existiert kein „Ich kann nicht“, sondern nur ein „Ich will nicht“. „Ich will“ bedeutet, ich will und kann nur in Christus Jesus und nur mit Seiner Gnade.
Die Ausführungen über das Leben des kämpfenden Gläubigen möchte ich mit einigen Worten des heiligen Johannes von Kronstadt abschließen, der den geistlichen Kampf auf einzigartige Weise lebte und predigte, wie auch die Freude im Heiligen Geist, die heiligende: „Das größte Unglück, dem ich tagtäglich begegne, sind meine Sünden, die mein Herz verletzen und auffressen. Doch diesem Unglück vermögen wir jeden Tag mit dem größten Befreier und Erlöser, Jesus Christus, entgegenzutreten. Arme Sünder! Lernt dieser Erlöser kennen, so wie ich Ihn kenne, aus Seinen Gnadengaben! (…)Meine Seele ist bei Gott, wie der Fisch im Wasser oder das Vögelchen in der Luft. Gott umschließt sie vollkommen und allzeit. Sie lebt in Ihm, bewegt sich in Ihm, erholt sich in Ihm, findet Frieden in Ihm“!
Dem muss nichts weiter hinzugefügt werden, nur noch ein Wunsch, der von Herzen kommt: Ich wünsche allen einen guten Kampf in Jesus Christus, der den Weg ebnet für den gesegneten Sieg.
Amen. 

Archimandrit Joel Konstantaros

Quelle: www.impantokratoros.gr

Sonntag, 10. August 2014

Sonntagslesungen (10.August) und Vita der heiligen Märtyrer Laurentius, Papst Sixtus und andere mit ihnen


Lesung aus dem 1. Brief des Apostel Paulus an die Korinther (3,9-17)

Brüder, wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld, Gottes Bau. Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein guter Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut. Denn einen anderen 
Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus. Ob aber jemand auf dem Grund mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, mit Holz, Heu oder Stroh weiterbaut: das Werk eines jeden wird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muß er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch. Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? 
Wer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben. Denn Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr.

Das Evangelium: 9. Sonntag der MatthäusReihe: (Mt 14,22-34)

In jener Zeit, forderte Jesus die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, daß ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn. Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret.


Die hll. Märtyrer Laurentius, der Erzdiakon, und Papst Sixtus und andere mit ihnen

Als Papst Stephan getötet wurde, (2. August) wurde Sixtus, ein gebürtiger Athener, an seiner Stelle ernannt. Zuerst war Sixtus ein Philosoph und danach Christ .Zu jener Zeit wurden die Bischöfe von Rom einer nach dem anderen getötet, so dass es den sicheren Tod bedeutete, wenn man Bischof von Rom wurde. 
Kaiser Decius war entschlossen, das Christentum zu vernichten, und Papst Sixtus wurde bald mit seinen beiden Diakonen Felicissimus und Agapitus zum Verhör geholt. Als sie ihn ins Gefängnis brachten, sagte Laurentius zum Papst:„Wohin gehst du, Vater, ohne deinen Sohn? Wohin, o Bischof, ohne deinen Erzdiakon?“ Der Papst tröstete ihn und prophezeite Laurentius, dass er noch größere Martern um Christi willen erdulden und ihm, Sixtus, bald folgen würde. Und tatsächlich, kaum waren Sixtus und seine beiden Diakone enthauptet, wurde Laurentius ergriffen. Vorher hatte Laurentius noch all seine Angelegenheiten und jene der Kirche geordnet. Als Schatzmeister und Verwalter der Kirche brachte er die gesamten Wertgegenstände der Kirche in das Haus des Witwers Kyriakus. Dabei heilte er Kyriakus von schrecklichen Kopfschmerzen, indem er ihn mit der Hand berührte, und gab einem Blinden namens Kreskention die Sehkraft zurück. Ins Gefängnis geworfen, heilte er sogar dort einen langjährigen Gefangenen namens Lukillus von seiner Blindheit und taufte ihn daraufhin. 
Als Hippolytus, der Gefängniswärter, dies sah, ließ auch er sich taufen, und später erlitt er das Martyrium für Christus (13. August). Da Laurentius Christus nicht verleugnen wollte, sondern im Gegenteil Kaiser Decius riet, von seinen falschen Göttern abzulassen, wurde er mit Steinen ins Gesicht geschlagen, mit einem Skorpion, einer Kette mit scharfen Zähnen (deren Ende wie ein Skorpionschwanz geformt war), gepeitscht und noch anderen Torturen ausgesetzt. Romanus, der bei der Marter anwesend war, kam zum Glauben an Christus und wurde sofort enthauptet. Schließlich legten sie Laurentius nackt auf einen Bratrost und entzündeten darunter ein Feuer. Der hl. Laurentius dankte Gott und verspottete den Kaiser wegen seines Heidentums. Nachdem Laurentius seine reine und heldenhafte Seele Gott übergeben hatte, wurde sein Leib in der Nacht von Hippolytus geholt, zuerst in Kyriakus Haus gebracht und danach in eine Höhle, wo ihn Hippolytus ehernvoll begrub. Der hl. Laurentius erlitt zusammen mit anderen im Jahr 258 das Martyrium.

(aus: Hl Nikolaj Velimirovič; Der Prolog von Ochrid)


Sonntag, 20. Juli 2014

5. Sonntag nach Pfingsten Gedächtnistage: Prophet Elia (20.07)

Das Troparion des Heiligen
Der Engel im Fleische, die Grundfeste der Propheten, 
der zweite Vorläufer der Ankunft Christi, 
der ruhmreiche Elias hat die Gnade von oben auf 
Eliseus herabgesandt, hat Krankheit vertrieben 
und Aussätzige reingemacht; so 
möge er Heilung zukommen lassen 
denen, die ihm verehren.

Die Epistel
Prokimenon: Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in die Äonen nach der Weise Melchisedeks. Es spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze Dich zu meiner Rechten.
Lesung aus dem Brief des Apostels Jakobus (Jak 4: 10-20)

Nehmt, liebe Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn. Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer. Vor allen Dingen aber, meine Brüder, schwört nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt. 
Leidet jemand unter euch, derbete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, dass es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen und die Erde brachte ihre Frucht. Liebe Brüder, wenn jemand unter euch abirren würde von der Wahrheit und jemand bekehrte ihn, der soll wissen: wer den Sünder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird bedecken die Menge der Sünden.

Das Evangelium: 
6. Sonntag der Matthäus-Reihe:(Mt 9:1-8)

In jener Zeit, stieg Jesus in ein Boot und fuhr hinüber und kam in seine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der lag auf einem Bett. Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, einige unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Als aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Böses in euren Herzen? Was ist denn leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden die Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh heim! Und er stand auf und ging heim. Als das Volk das sah, fürchtete es sich und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. 

Samstag, 12. Juli 2014

Sonntag der hl. Väter des 4. Ökumenischen Konzils (451)

 Gedächtnistage: Synaxis des Erzengel Gabriel,  Ton: 4, E.: 5


Das Troparion zum 
Gedächtnistag der Väter 
des 4. Konzils (8. Ton): 
Hochgepriesen bist du, Christus 
unser Gott, denn unsere Väter 
hast du gesetzt als glänzende 
Sterne auf der Erde und durch 
sie uns alle geführt zum rechten 
Glauben, o Allbarmherziger, ehre 
sei dir. 

Das Kondakion (4. Ton): 
O Fürbitterin der Christen, du 
unbeschämbare, o Mittlerin beim 
Schöpfer, du unwandelbare, verschmähe nicht 
der betenden Sünder Stimmen! Sondern brich auf 
als Gütige zu unserer Hilfe, die 
wir gläubig zu dir rufen: eile zur 
Fürbitte und zum Flehen, o Muttergottes, 
die du denen immer 
hilfst, die dich ehren

Die Epistel 
Prokimenon: Gepriesen bist Du, o Herr, Gott unserer Väter! 
Denn gerecht bist du in all deinem Tun gegen uns!
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an Titus (Tit 3: 8-15)

Mein Sohn Titus, glaubhaft ist das Wort. Und ich will, dass du dies mit Ernst lehrst, damit alle, die zum Glauben an Gott gekommen sind, darauf bedacht sind, sich mit guten Werken hervorzutun. Das ist gut und nützt den Menschen. Von törichten Fragen aber, von Geschlechtsregistern, von Zank und Streit über 
das Gesetz halte dich fern; denn sie sind unnütz und nichtig. Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er einmal und noch einmal ermahnt ist, und wisse, dass ein solcher ganz verkehrt ist und sündigt und sich selbst damit das Urteil spricht. Wenn ich Artemas oder Tychikus zu dir senden werde, so komm eilends zu mir nach Nikopolis; denn ich habe beschlossen, dort den Winter über zu bleiben. Zenas, den Rechtsgelehrten, und Apollos rüste gut aus zur Reise, damit ihnen nichts fehle. Lass aber auch die Unseren lernen, sich hervorzutun mit guten Werken, wo sie nötig sind, damit sie kein fruchtloses Leben führen. Es grüßen dich alle, die bei mir sind. Grüße alle, die uns lieben im Glauben. Die Gnade sei mit euch allen! 

Das Evangelium(Mt 5: 14-19)
Der Herr sagte zu seinen Jüngern: Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.




Sonntag, 8. Juni 2014

PFINGSTEN


Herabkunft des Heiligen Geistes - Erfüllung der Verheißung des Herrn
Der Plan und das erlösende Werk des dreifaltigen Gottes, die in Christus während seiner Menschwerdung verwirklicht worden sind, werden durch die Sendung und Ausgießung des Heiligen Geistes über die Apostel und die Versammlung der Kirche an Pfingsten erfüllt. Die Herabkunft des Heiligen Geistes bedeutet die Erfüllung der Verheißung Jesu Christi, des Gottessohnes. Während seiner Himmelfahrt versprach er den allein gebliebenen Jüngern, dass er vom Vater einen anderen Tröster senden werde, wenn er im Innern der Heiligen Dreifaltigkeit verherrlicht wird. Die Sendung des Geistes ist der höchste Kraftakt Jesu Christi. Das 
Ziel seiner ganzen Oikonomia* war die Sendung des Heiligen Geistes in die Welt. An Pfingsten konnte der Vater infolge des vom Sohn durch geführten. erlösenden Werks den Heiligen Geist in Gestalt von Zungen wie von Feuer über die Menschen senden, die er an Kindes Statt annahm.
Die Pfingstgottesdiensttexte spiegeln sehr klar die Tatsache wider, dass die Herabkunft des Geistes eine Erfüllung der Verheißung Christi ist. So sprechen wir an Pfingsten zu Christus:

“Wahrhaft, wie du einst den Jüngern verhießest, Christus, hast du jetzt 
den tröstenden Geist gesandt und du, Menschenfreund, der Welt das 
Licht erstrahlen lassen“. 
(Orthros, 1. Ode, 1. Kanon, 1. Sticheron).
“Bis ihr mit der Kraft aus der Höhe bekleidet werdet, lasst euch in Jerusalem nieder“, sagtest du, Christus, den Jüngern. „Einen anderen Tröster will ich euch statt meiner senden, 
meinen Geist und den des Vaters. In ihm sollt ihr gefestigt werden.“ 
(Orthros, 3. Ode, 1. Kanon, Irmos)

Die Herabkunft. des Heiligen Geistes als Erfüllung der Verheißung Christi wird uns im Pfingstmontag-Synaxarion klar vorgestellt. Dort wird nämlich gesagt: Der Heiland hatte vor seiner Passion das Kommen des Heiligen Geistes verheißen, indem er sagte: „Es ist nötig, dass ich hingehe, denn wenn ich nicht hingehe, wird der Tröster nicht kommen,“ und wiederum: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster senden; den Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht.“ Nach der Auferstehung, vor seiner Himmelfahrt, sprach Christus: „Ihr sollt in Jerusalem bleiben, bis ihr Kraft von oben erhalten werdet.“ Weil er ihnen den Tröster verheißen hatte, hat er ihn ihnen jetzt gesendet.
Die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger in Gestalt von Zungen wie von Feuer hat also die von Christus gegebene Verheißung erfüllt und ihre Wirkung durch die Entstehung der sichtbaren Kirche gekrönt, weil dort, wo der Geist ist, auch die Kirche ist.

(aus: Die Orthodoxe Spiritualität der Osterzeit; Kommentar zum Pentekostarion. Vater Serafim Pâtrunjel [Weihbischof Sofian], Verlag „Der Christliche Osten“ Würzburg, 1998.)

* hier: Göttlicher Plan, Göttliches Liebeswerk

Die Epistel zum Pfingstfest: 
Prokimenon: Über alles Land erging ihr Schall! Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes! Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 2: 1-11)
Als der Pfingsttag gekommen war, waren die Jünger alle an „einem“ Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.

Das Evangelium zum Pfingstfest: (Joh 7: 37-52; 8: 12)
Am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht. Einige nun aus dem Volk, die diese Worte hörten, sprachen: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. Andere sprachen: Er ist der Christus. Wieder andere spra- chen: Soll der Christus aus Galiläa kommen? Sagt nicht die Schrift: Aus dem Geschlecht Davids und aus dem Ort Bethlehem, wo David war, soll der Christus kommen? So entstand seinetwegen Zwietracht im Volk. Es wollten aber einige ihn ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn. Die Knechte kamen zu den Hohenpriestern und Pharisäern; und die fragten sie: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? Die Knechte antworteten: Noch nie hat ein Mensch so geredet wie dieser. 
Da antworteten ihnen die Pharisäer: Habt ihr euch auch verführen lassen? Glaubt denn einer von den Oberen oder Pharisäern an ihn? Nur das Volk tut‘s, das nichts vom Gesetz weiß; verflucht ist es. Spricht zu ihnen Nikodemus, der vormals zu ihm gekommen war und der einer von ihnen war: Richtet denn unser Gesetz einen Menschen, ehe man ihn verhört und erkannt hat, was er tut? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch ein Galiläer? Forsche und sieh: Aus Galiläa steht kein Prophet auf. Wieder redete Jesus zu ihnen und Sprach: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.“


Sonntag, 1. Juni 2014

Sonntag der hll. Väter des Ersten Ökumenischen Konzils


Das Troparion des Sonntag zum Fest der hl. Väter des Ersten Ökumenischen Konzils (8. Ton)
Hochverherrlicht bist du, Christus 
unser Gott; denn du hast unsere 
Väter als Sterne auf Erden bestellt. 
Uns alle hast du durch sie zum 
wahren Glauben geführt. Allerbarmer, Ehre sei dir

Die Epistel zum So. der hl.. Väter des I. Ökumenischen Konzils: 
Prokimenon: bist, Herr Gott, unserer Väter! Denn gerecht bist du in allen deinem Tun gegen uns!
Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 20:16-18, 28-36)

In jener Zeit hatte Paulus beschlossen, an Ephesus vorüberzufahren, um in der Provinz Asien keine Zeit zu verlieren; denn er eilte, am Pfingsttag in Jerusalem zu sein, wenn es ihm möglich wäre. Aber von Milet sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen. Als aber die zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisst, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich in die Provinz Asien gekommen bin, die ganze Zeit bei euch verhalten habe. So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat. Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen. Darum seid wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen. 
Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und euch das Erbe zu geben mit allen, die geheiligt sind. Ich habe von niemandem Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. Denn ihr wisst selber, dass mir diese Hände zum Unterhalt gedient haben für mich und die, die mit mir gewesen sind. Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen. Und als er das gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen.

Das Evangelium zum So. der hl.. Väter des I. Ökumenischen Konzils: (Joh 17: 1-13)
In jener Zeit erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche; denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehedie Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast. Ich bitte für sie und bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, erhalte sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir. Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. Nun aber komme ich zu dir und rede dies in der Welt, damit meine Freude in ihnen vollkommen sei.

Sonntag, 25. Mai 2014

Sonntag des Blindgeborenen


Auferstehungstroparion 

Lasset uns besingen und anbeten, 
ihr Gläubigen, das mit dem Vater 
und dem Geiste gleich anfanglose Wort, 
Das von der Jungfrau geboren ist zu unserem Heil; 
denn es hat Ihm gefallen, im Fleische 
aufs Kreuz zu steigen, den Tod zu 
durchleiden und die Verstorbenen aufzuerwecken 
durch Seine ruhmreiche Auferstehung.


Das Kondakion zum Sonntag des Blindgeborenen (4. Ton): 
Blind an den Augen meiner Seele, komme ich, Christus, zu Dir. 
Wie der Blindgeborene rufe ich zu Dir voll Reue. 
Denen, die in der Finsternis weilen, bist Du das strahlende Licht.

Die Epistel des Heiligen: 
Prokimenon: Rette, o Herr, 
dein Volk und segne dein 
Erbe! Ich rufe dich an, o 
Herr, mein Gott! 
Lesung aus dem 2. Brief des Apostels Paulus an die Korinther (4: 6-15)
Brüder, Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Leidensgemeinschaft mit Christus. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 
Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch. Denn es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwängliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes.


Das Evangelium zum Sonntag des Blindgeborenen: (Joh 9: 1-38)
In jener Zeit ging Jesus vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden. Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah - das heißt übersetzt: gesandt - und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder. Die Nachbarn nun und die, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der da saß und bettelte? Einige sprachen: Er ist‘s; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin‘s. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen aufgetan worden? Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und wurde sehend. 
Da fragten sie ihn: Wo ist er? Er antwortete: Ich weiß es nicht. Da führten sie ihn, der vorher blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Brei machte und seine Augen öffnete. Da fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden wäre. Er aber sprach zu ihnen: Einen Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend. Da sprachen einige der Pharisäer: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand Zwietracht unter ihnen. Da sprachen sie wieder zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, dass er deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet. Nun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war, und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er nun sehend? Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist. Aber wieso er nun sehend ist, wissen wir nicht, und wer ihm seine Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Fragt ihn, er ist alt genug; lasst ihn für sich selbst reden. Das sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: wenn jemand ihn als den Christus bekenne, der solle aus der Synagoge ausgestoßen werden. Darum sprachen seine Eltern: 
Er ist alt genug, fragt ihn selbst. Da riefen sie noch einmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß ich: dass ich blind war und bin nun sehend. Da fragten sie ihn: Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen aufgetan? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt und ihr habt‘s nicht gehört! Was wollt ihr‘s abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden? Da schmähten sie ihn und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger. 
Wir wissen, dass Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht. Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist verwunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und er hat meine Augen aufgetan. Wir wissen, dass Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er. Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrst uns? Und sie stießen ihn hinaus. Es kam vor Jesus, dass sie ihn ausgestoßen hatten. Und als er ihn fand, fragte er: Glaubst du an den Menschensohn? Er antwortete und sprach: Herr, wer ist‘s?, dass ich an ihn glaube. Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist‘s. Er aber sprach: Herr, ich glaube, und betete ihn an.

Samstag, 10. Mai 2014

Sonntag des Gelähmten, Gedächtnistage: Hll. Kyrillos und Methodios (+855)


Das Auferstehungstroparion: 
Es frohlocke das Himmlische, 
und es freue sich das Irdische, 
denn mit seinem Arm hat der Herr 
Macht geübt und den Tod durch 
den Tod zermalmt. Der Erstling 
der Toten ist Er geworden, aus 
dem Bauche der Hölle hat Er uns 
erlöst und der Welt das große Erbarmen verliehen. 

Das Kondakion zum Sonntag des Gelähmten: 
Erwecke, o Herr, meine von vielfacher Sünde und ungeordneten 
Taten furchtbar gelähmte Seele 
durch Dein göttliches Gebot, so 
wie Du einst den Gelähmten erwecket hast, damit ich, freigemacht, rufe:
Ehre, barmherziger 
Christus, sei deiner Macht! 

Das Kondakion zum Osterfest (8. Ton): 
Obschon du ins Grab hinabstiegst, Unsterblicher, hast Du 
dennoch die Macht des Totenrei- ches gebrochen. Als Sieger bist 
Du erstanden, Christus Gott. Den 
myrrhetragenden Frauen riefst 
Du zu: Freuet euch! Und Deinen 
Aposteln gabst Du den Frieden; 
den Gefallenen gewährest Du 
Auferstehung.

Die Epistel zum Sonntag des Gelähmten: 
Prokimenon: Singt unserem Gott, lobsingt! Ihr Völker alle, spendet Beifall! Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 9: 32-42)
Es geschah, dass Petrus, als er allerorts umherwanderte, auch zu den Heiligen kam, die in Lydda wohnten. Dort fand er einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren zu Bett lag; er war gelähmt. Petrus sagte zu ihm: „Äneas, Jesus Christus macht dich gesund; steh auf und richte dir selbst dein Bett!“ Und sogleich stand er auf. Alle Bewohner von Lydda und Saron sahen ihn und bekehrten sich zum Herrn. In Joppe war eine Jüngerin mit Namen Tabitha; übersetzt lautet ihr Name Dorkas; sie war reich an guten Werken und Almosen, die sie gab. Es geschah aber in jenen Tagen, dass sie krank wurde und starb. Man wusch sie und legte sie in das Obergemach. Weil aber Lydda nahe bei Joppe ist, sandten die Jünger, die gehört hatten, dass Petrus dort sei, zwei Männer zu ihm mit der Bitte: „Komm unverzüglich zu uns herüber!“ Petrus machte sich auf und ging mit ihnen. Als er ankam, führten sie ihn in das Obergemach hinauf, und alle Witwen traten vor ihn und zeigten ihm unter Tränen die Röcke und Gewänder, die ihnen Dorkas, als sie unter ihnen weilte, gefertigt hatte. Da wies Petrus alle hinaus, kniete nieder, betete und wandte sich zu dem Leichnam, indem er sprach: „Tabitha, steh auf!“ Sie öffnete ihre Augen, schaute Petrus an und setzte sich auf. Er gab ihr die Hand und richtete sie auf. Dann rief er Heiligen und Witwen und stellte sie lebend vor. Das wurde in ganz Joppe bekannt, und viele glaubten an den Herrn.

Das Evangelium zum Sonntag des Gelähmten: (Joh 5: 1-15)
In jener Zeit zog Jesus hinauf nach Jerusalem. Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf Hebräisch Bethesda. Dort sind fünf Hallen; in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte. Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank. Als Jesus den liegen sah und vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin. Es war aber an dem Tag Sabbat. Da sprachen die Juden zu dem, der gesund geworden war: Es ist heute Sabbat; du darfst dein Bett nicht tragen. Er antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sprach zu mir: Nimm dein Bett und geh hin! Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und geh hin? Der aber gesund geworden war, wusste nicht, wer es war; denn Jesus war entwichen, da so viel Volk an dem Ort war. Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre. Der Mensch ging hin und berichtete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. 



Samstag, 3. Mai 2014

Sonntag der myrrhetragenden Frauen und des Joseph von Arimathäa


Das Auferstehungstroparion: 
Als Du hinabgefahren bist zum Tode, Du unsterbliches Leben, da hast Du die Hölle ertötet durch den blitzenden Glanz Deiner Gottheit; als Du die Verstorbenen auferweckt hast aus den Tiefen der Erde, da riefen alle himmlischen Kräfte Dir zu: Du Lebensspender, Christe unser Gott, Ehre sei Dir. 

Das Troparion des Joseph von Arimathäa (2. Ton): 
Der edle Joseph nahm vom Kreuz Deinen makellosen Leib; er wickelte ihn in reines Linnen 
mit Spezereien und barg ihn mit Sorgfalt in einem neuen Grab. 
Du aber erstandest am dritten Tage, Herr, und brachtest der Welt das große Erbarmen.

Das Troparion zum Sonntag der heiligen myrrhetragenden Frauen (2. Ton): 
Der Engel, der beim Grabe stand, sprach zu den frommen myrrhetragenden Frauen: Die Myrrhe gebühret den Toten! Doch Christus ist unverweslich. Rufet vielmehr: Der Herr ist erstanden und hat der Welt das große Erbarmen gebracht! 

Das Kondakion zum Osterfest (8. Ton): 
Obschon Du ins Grab hinabstiegst, Unsterblicher, hast Du 
dennoch die Macht des Totenreiches gebrochen. Als Sieger bist Du erstanden, Christus Gott. 
Den myrrhetragenden Frauen riefst Du zu: Freuet euch! Und Deinen 
Aposteln gabst Du den Frieden; den Gefallenen gewährest Du Auferstehung. 

Die Epistel zum Fest der myrrhetragenden Frauen: 
Prokimenon: Meine Stärke und mein Lied ist der Herr! 
Streng hat der Herr mich gezüchtigt, doch dem Tode nicht preisgegeben!Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 6: 1-7)

In jenen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stepha- nus, einen Mann voll Glau- bens und Heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen aus Antiochia. Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie. Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam. 

Das Evangelium zum Fest der myrrhetragenden Frauen: (Mk 15: 43 - 16: 8 )

In jener Zeit kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete, der wagte es und ging hinein zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Pi- latus aber wunderte sich, dass er schon tot sei, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei. Und als er‘s erkundet hatte von dem Hauptmann, gab er Josef den Leichnam. Und der kaufte ein Leinentuch und nahm ihn ab und wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen, und wälzte einen Stein vor des Grabes Tür. Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Sa- lome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. 
Und sie sprachen untereinan- der: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hat- te ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hin- gehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entset- zen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.