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Donnerstag, 29. August 2024

Wie und weshalb mache ich das Kreuzzeichen - heiliger Kosmas der Aitolier

 


„Ihr habt gehört, meine Christen, wie das Kreuz gemacht werden sollte und was es bedeutet. Das Heilige Evangelium sagt uns, dass die Heilige Dreifaltigkeit, Gott, im Himmel mehr verherrlicht wird als die Engel. Was solltest du tun? Du verbindest deine drei Finger mit deiner rechten Hand und da du nicht in den Himmel steigen kannst, um Gott anzubeten, legst du deine Hand an deinen Kopf, weil dein Kopf rund ist und das Himmelszelt symbolisiert, und du sagst mit deinem Mund:

So wie ihr Engel die Heilige Dreifaltigkeit im Himmel verherrlichen, so verherrliche und verehre auch ich als unwürdiger Diener die Heilige Dreifaltigkeit. Und so wie diese Finger drei sind – sie sind getrennt, sie sind auch zusammen – so ist es auch die Heilige Dreifaltigkeit, Gott, drei Personen und doch EIN Gott.

Du senkst nun deine Hand von deinem Kopf, legst sie auf deinen Bauch und sagst: Ich bete dich an und verehre dich, mein Herr, dass du im Schoß der Jungfrau unsere Sünden angenommen und Gottmensch geworden bist. Du legst sie wieder auf deine rechte Schulter und sagst: Bitte, mein Gott, vergib mir und stelle mich auf die rechte Seite der Gerechten. Du legst sie wieder auf die linke Schulter und sagst: Bitte, mein Herr, stelle mich nicht auf die linke Seite der Sünder.

Dann beuge dich zur Erde:

Ich preise dich, mein Gott, ich werfe mich nieder vor Dir und bete Dich an, da Du ins Grab gelegt wurdest, wie auch ich gelegt werde.

Und wenn du wieder aufrecht stehst, bekennst du die Auferstehung und sagst: Ich preise Dich, mein Herr, ich werfe mich vor Dir nieder und bete Dich an, dass Du von den Toten auferstanden bist, um uns ewiges Leben zu schenken. Das ist es, was das Heilige Kreuz bedeutet.“


(Heiliger Kosmas der Aitolier † 24. August)

Die Ikone der Allheiligen Gottesmutter von Jerusalem - nicht von Menschenhand gemacht



Um 1870 n. Chr. lebte eine Nonne namens Tatiani, die sich im russischen Heiligen Kloster der Heiligen Maria Magdalena der Myrrheträgerin aufhielt. Dieses Kloster liegt am Fuße des Ölbergs gegenüber von Jerusalem.

Eines Nachts sah Tatiani im Traum, dass eine unbekannte Nonne sie in ihrer Zelle besuchte und zu ihr die folgenden Worte sagte: „Schwester Tatiani, ich bin gekommen, um dich zu holen, um mich zu malen.“ Tatiani antwortete: „Deinen Segen, Schwester, aber ich bin Hagiographin und keine Malerin.“ Dann antwortete die Frau: „Dann fertige mein Heiligenbild.“ Tatiani, überrascht über die Dreistigkeit der Fremden, antwortete, dass sie kein Holz habe, um sie zu malen. Dann gab ihr die unbekannte Frau ein geeignetes Brett und bat sie. Dabei bemerkte Tatiani, dass sich die Robe der unbekannten Frau golden verfärbte und ihr Gesicht erstrahlte.


In diesem Moment sagte die unbekannte Frau: „O gesegnete Tatiani, nach dem Apostel und Evangelisten Lukas wirst du mich wieder malen.“ Tatiani merkte dann, dass sie die Jungfrau Maria malte und wachte verstört auf. Sofort machte sie sich auf den Weg zur Äbtissin, wo sie ihr von ihrer Vision erzählte. Die Äbtissin drängte sie ungläubig, weiter zu schlafen und am nächsten Morgen eine Ikone der Jungfrau zu malen.

Als Tatiani in ihre Zelle zurückkehrte, sah sie Licht und einen beispiellosen Duft, der den Raum erfüllte. Sofort benachrichtigte sie die Äbtissin und gemeinsam erlebten sie eines der erstaunlichsten Wunder. Das Bild, das Tatiani in ihrer Vision gesehen hatte, war in der Zelle erschienen, eine nicht von Menschenhand gefertigte Ikone. 

Nach all diesen vorangegangenen Ereignissen erschien die Jungfrau erneut der Nonne Tatiani und bat sie, ihren Willen zu erfüllen. Der Wunsch der Jungfrau Maria bestand darin, ihre Ikone in Gethsemane zu platzieren. So ist es passiert. Sie befindet sich bis heute im Heiligen Schrein der Theotokos von Gethsemane, bekannt als Kenotaph der Jungfrau Maria in Gethsemane. 

Mögen die Fürbitten der Allheiligen Gottesmutter uns beschützen! Amen!

Montag, 1. April 2019

LOGISMOI: Über Gedankenbilder und deren Bewältigung (Von Benedikt Mönchspriester auf dem Heiligen Berg Athos)



1. Der harte Kampf
Es wurde sehr oft gesagt, dass das Gebet für den Betenden eine dynamische, nützliche und gottgefällige Handlung ist.
Diese Tatsache reizt den Teufel und führt ihn dazu, den Betenden zu widerstehen.
Der Gläubige in seiner Sehnsucht sich mit Gott zu vereinigen, stoßt auf systematisch organisierte dämonische Hindernisse und steht somit vor einem ungeheuren, geplanten Angriff.
Wegen dieses geplanten Angriffs wird das Gebet zu einer sehr anstrengenden Handlung und bedarf vieler Mühe. Deshalb betont einer der Wüstenväter: «Es gibt keine größere Anstrengung als das Gebet zu Gott um bis zum letzten Atemzug beten zu können, muss man kämpfen».
Es ist nicht nur das Gebet, das erschöpft, es ist vielmehr der harte und unerbittliche Widerstand der Dämonen, der das Gebet richtig mühsam macht.
Der Hass der Dämonen also gegenüber denjenigen, die beten, ist eine Tatsache. Der Angriff der Dämonen gegen die betenden Menschen besteht aus zwei Formen: aus einer sichtbaren und einer unsichtbaren; er trifft sowohl Arglose wie auch Abgeklärte. Bei den ersteren erfolgt öfters ein sichtbarer Angriff. Durch Lärm oder Gegenstände verursachen die Dämonen Unruhe, um die Aufmerksamkeit abzulenken. Beide aber, Arglose wie Abgeklärte, werden hauptsächlich durch die Logismoi angegriffen.
***
Einen harten Kampf also unternimmt derjenige, der gegen die Logismoi kämpft, weil sie das größte Hindernis für die geistige Bildung und Vollkommenheit des Menschen sind. Und diese Vollkommenheit kann nicht anders erreicht werden, als nur durch die ständige Anrufung des Namens unseres Herrn Jesus Christus.
Und muss die Anrufung zwar häufig sein, weil, wie der heilige Gregor der Theologe betont, "es ist, Gott zu gedenken, als zu atmen".
Es gibt jedoch diesen inneren Krieg. Kein anderer Krieg ist grausamer, als ein absurder Logismos, der sich in unsere Seele eingenistet hat. Alles, was aus unserem Inneren kommt, ist viel schwerwiegender, als alles andere, was uns vom außen angreift. Der Wurm, der im Holz geboren wird, frisst es von innen her auf. Die Krankheiten, die aus unserem Inneren auftauchen, sind heimtückisch und bewirken ein größere Zerstörung, als die durch äußere Einwirkungen. Nicht Feinde von außen haben viele mächtige Staaten zerstört, sondern die inneren Feinde.
So kann auch die Seele nicht so sehr durch äußere Einwirkungen verdorben werden, wie durch Leiden, die tief in uns drinnen wachsen, nämlich durch unsittliche und gotteslästerliche Gedanken (Logismoi)

2. Die Logismoi und ihre Herkunft

Was sind die Logismoi und wo kom­men sie her?
Reden wir über Logismoi, so meinen wir nicht nur die Gedanken, sondern auch die Bilder und Vorstellungen, mit denen die entsprechenden Gedanken eng verbunden sind. Die
Bilder also, zusammen mit den zugehörigen Gedanken werden Logismoi genannt.
Erste und wichtigste Ursache der Logismoi ist die Erbsünde. Bis davor war der menschliche Geist «ungeteilt» , d.h. war nur auf Gott gerichtet und wurde durch nichts abgelenkt. Seit dem Eintritt der Erbsünde begann der Logismos des Streites, der Zwietracht zu wirken, gefolgt von allen anderen Logismoi.
Zweite Ursache, die die Logismoi bewirkt, sind die Sinnesorgane, wenn diese nicht vom Verstand, von ihrem Führer gelenkt werden, besonders das Hören und das Sehen. Vor allem heutzutage, nehmen die Sinne auf Grund des Fortschritts viel mehr Reize wahr als je zuvor. Auch deswegen ist der Kampf gegen die Logismoi intensiver geworden.
Dritte Ursache sind die Leiden­schaften, die dem Menschen innewohnen. Diese «nehmen die Dämonen als Anlass , wecken in uns bösartige Logismoi».
Vierte und grundlegende Ursache sind die Dämonen selbst. Der heilige Gregor vom Sinai betont ausdrücklich: «Die Logismoi sind Gerede der Dämonen und Vorläufer der Leidenschaften».
Der heilige Isaak der Syrer hebt hervor, dass die Logismoi nicht nur durch «den in uns von Natur aus vorhandenen Willen» sondern auch durch die Neigungen, durch die Sehnsucht und die Begierden der Seele hervor­gebracht werden.
Letztere sind besonders intensiv bei den Mönchen, die deswegen öfters sehr hart während des Überfalls solcher Logismoi kämpfen müssen. Der heilige Maximus der Bekenner betont, dass dieser Kampf viel schwerer ist als der sinnlich wahrnehmbare Krieg.
Listige [boshafte] Logismoi können auch von der Leibeskonstitution, von den alltäglichen Essgewohnheiten sowie von den Körperbewegungen ausgehen.
In all diesen Gründet haben die unsittlichen Logismoi ihrer Quelle, ihren Ursprung.

3. Der Weg in die Welt der Sünde
Die Sünde kann von außen gesehen, als ein gewöhnliches Ereignis, wie z.B. ein Verkehrsunfall oder ähnliches, erscheinen. Bis zum Eintritt dieses Ereignisses sind eine Reihe untereinander verketteter Ereignisse vorausgegangen. Für das Geschehen eines Mordes, zum Beispiel, sind im menschlichen Verstand tausende von Gedanken und Planungen vorausgegangen. Der men­schliche Geist ist bis zur Durchführung des Mordes ein richtiges Hauptquartier des terroristischen Logismos geworden.
So ähnlich ist es auch beim Zustan­dekommen jeglicher anderer Sünde. Im Labor, das man menschlicher Geist nennt, sind ausführliche Studien und Planungen vorangegangen, ohne dass es jemand bemerkt hat!
Und der Anfang war ein einfacher, gewöhnlicher Logismos…
Begeben wir uns nur weiter auf den Weg ins Land der Sünde nach der Attacke eines einfachen Logismos.
Dass ein Gedanke oder ein Bild in unserem Geist einfach auftritt, dafür sind wir nicht verantwortlich. Es ist dann auch nicht schwer, sie abzuwehren. Von dem Moment allerdings, wo wir die Tür diesem Gedanke öffnen und anfangen mit ihm zu diskutieren und darüber nachzudenken, nimmt in uns der Logismos Platz und wird zum herrschenden Logismos.
Der Logismos ist, im Grunde genommen, der Anlauf in die Sünde.
Beobachten wir diesen Verlauf für eine Weile, der für uns ähnlich vonstatten geht wie die Entwicklung und der Verlauf einer Krankheit im menschlichen Körper. Im menschlichen Organismus gehen ver­schiedene Wechselwirkungen bis zum Ausbruch der Krankheit und der Einweisung in ein Krankenhaus voran; so ähnlich ist es, bis es zur Vollendung der Sünde kommt. Ein großer Kampf, eine Unmenge von Wechselwirkungen sind vorausgegangen, in jenem Labor, das menschlicher Geist genannt wird. Und ähnlich   wie bei der Geburt eines Kindes haben eine ganze Reihe von Ereignissen, von der Empfängnis über die monatelange Schwangerschaft [bis zur Geburt] stattgefunden, so geht auch der Sünde ein komplizierter Mechanismus voraus: die Empfängnis der Logismoi, die Schwangerschaft mit der Sünde und ihre Geburt .
Der heilige Nikodemos vom Heiligen Berg Athos ist der Ansicht, dass der Logi­smos der Anfang, das Zentrum, die Wurzel ist, wo der Stamm, die Zweige, also der gan­ze Baum der Sünde seinen Ursprung hat.
Das Übel beginnt mit dem ersten Logismos und weitet sich dann aus. Wenn man einen Stein in einen Brunnen wirft, bewirkt die Welle am Anfang einen kleinen Kreis, dieser kleine Kreis schafft einen größeren, dieser einen noch größeren bis die Welle sich an der Brunnenwand bricht.
So ist es auch bei der Sünde. Vor ihrer Vollendung gehen aufeinanderfolgend diver­se Mechanismen und Vorgänge voraus.

4. Die Stadien der Sünde
So können wir drei Stadien auf dem Weg ins Land der Sünde unterscheiden:
a) die Anfechtung, b) die Einwilligung und c) die Gefangenschaft.
Wie kommt dieser Mecha­nismus in Gang? Er läuft wie folgt ab: Irgend ein boshafter Logismos (Eitelkeit, Geldgier, Verur­teilung u.s.w.) dringt in den menschlichen Verstand ein.
Die Versuchung arbeitet mit der Phantasie. Präsentiert wird ein Szenario wie es verlockender nicht möglich ist. So wird die Anfechtung [das Angebot] attraktiver und stärker.
Bis zu diesem Zeitpunkt trägt der Mensch keine Verantwortung. Das ist das erste Stadium, die Anfechtung, ein Überfall des Feindes oder, einfacher ausgedrückt, das Klopfen an der Tür. Diese Situation ist naturbedingt. Es ist unmöglich, dass ein Mensch existiert, der von den Logismoi nicht angefochten wird. Der heilige Efraim der Syrer sagt, dass wie im Garten natür­licherweise neben dem Kraut auch das Unkraut wächst oder wie die Inseln rund­herum von Wellen geschlagen werden, so kommt auch der Mensch unausweichlich in Kontakt mit der Anfechtung der Logismoi.
Ab jetzt beginnt das Stadium der Bereitschaft zur Sünde. Anfang des Kampfes ist die Anfechtung. Wenn der Mensch sich von ihr fernhält und mit ihr ohne Neugier umgeht, dannkann er sich retten und wird ohne weiteres von den jämmerlichen Konsequenzen verschont.
Wenn er sich aber, in eine Diskussion mit dem boshaften Logismos einlässt, öffnet er ihm schon die Tür [10], auch wenn dieser gerade zuvor einfach nur angeklopft hat, schließt Freundschaft mit ihm und ist dann reif für die Einwilligung zur Sünde. Die Zustimmung ist das zweite Stadium zur Durchführung der Sünde.
Der Mensch begeht jetzt, mit seinem Selbst als Hauptdarsteller, im innersten und geheimsten seiner Seele die Sünde: er tadelt, lästert Gott, treibt Unzucht, geht fremd, begeht Morde und unzählige Verbrechen und tut in Gedanken alles, was der menschliche Verstand sich vorstellen kann, [oder auch nicht, bzw. sich gar nicht vorstellen will.]
Danach bleibt nichts anders übrig als das dritte Stadium der Sünde, nämlich ihre aktive Verwirklichung durch den Menschen selbst, dessen Verstand zuvor ein Gefangener des Logismos geworden war. Der Mensch kann den Logismos nicht mehr bestimmen, sondern wird von ihm bestimmt. So erreicht der Logismos, anfangs mit einem einfachen Klopfen an der Tür, d.h. mit der Anfechtung durch das Öffnen derselben, die Zustimmung und schließlich siegreich fortschreitend  sein  Ziel,  den  Vollzug  der Sünde.
Das ist der Weg in die Sünde, der mit einem einfachen Logismos seinen Anfang nimmt.

5. Die Leidenschaften Quelle hinterlistiger Logismoi
Bis der Mensch stirbt, solange also die Seele in seinem Körper wohnt, ist es un­möglich, durch Logismoi nicht angegriffen zu werden.
Grundursache der Logismoi ist der Krieg des Teufels. Die meisten Logismoi stammen von ihm. Sein Ziel ist es, den Menschen in die Sünde zu stürzen, sei es in Gedanken oder durch Taten. Der heilige Makarios der Ägypter nennt geistiges Fremdgehen die Zustimmung zu den hin­terlistigen Logismoi. Deshalb sagt er, dass «man die Seele keusch halten soll, weil sie die Braut Christi ist».
Meist ähneln die Logismoi einem reißenden Strom , vor dem der Mensch oft in Panik gerät. Deswegen bekriegen uns die Dämonen zuerst mit den Logismoi und dann mit realen Dingen.
Geben wir nach, dann schieben sie uns ganz langsam in die durch Taten vollbrachte Sünde.
Der heilige Johannes von Damaskus sagt uns, dass die Hauptlogismoi des Bösen acht sind, nämlich: Gefräßigkeit, Unzucht, Geldgier, Zorn, Trauer, Trägheit, Eitelkeit und Hochmut [Übererheblichkeit].
Ein anderer wird uns sagen, dass die grundlegende Leidenschaft des Menschen, wovon sich alle andere Leidenschaften her­leiten, die Eigenliebe ist. Sie ist die übertriebene Liebe und Sorge um uns selbst. Und das ist die Leidenschaft des heutigen Menschen. Aus der Eigenliebe kommen die drei Hauptlogismoi: Gefräßigkeit, Eitelkeit und Übererheblichkeit. Aus diesen drei leiten sich alle anderen Logismoi ab.

6. Einteilung der Logismo

Freitag, 1. Februar 2019

Mentale Manipulation in Sekten

Mönch Vt.Arsenios Vliagoftis

Dr.d.Theologie - Dr.d.Philosophie



  Ich möchte Sie zunächst auf den Erfahrungsbericht einer jungen Frau verweisen, die früher Mitglied in einer Sekte gewesen ist, als bestmögliche Einleitung, aber auch als gute Zusammenfassung des Themas, mit dem wir uns beschäftigen werden:
  „Dort (in der Organisation) nämlich wurde ich herzlich aufgenommen. Wir haben uns bald darüber unterhalten, wie es in welchem Zustand sich die Welt befindet und was Gott wohl darüber denken mag. Sehr schnell entstanden daraus in mir Schuldgefühle und der Gedanke, dass ich mithilfe ihrer „Bibel“ die Dinge in einem klareren Licht sehen würde, dass ich den Weg erkennen würde, um mich einerseits selbst zu finden und andererseits auch dazu beizutragen, die Welt zu verbessern. Ich fing also an, diesen Lehrseminaren beizuwohnen, obwohl ich dabei oft einschlief, da sie über drei Stunden (ohne Unterbrechungen) dauerten. Als ich nicht so reagierte, wie sie es von mir erwarteten, begannen sie damit, über Satan zu sprechen und hielten mir vor, dass ich meine Fehler anzuerkennen habe. Ich verbrachte drei Wochenenden in der Sekte, ohne mich innerlich dagegen wehren zu können, während dessen ich nicht einmal selbst eine Erklärung für mein Verhalten finden konnte. Ich fühlte mich unglücklich und konnte nicht aus der Sekte austreten, obwohl mich niemand wirklich daran zu hindern versuchte. Die ewig langen Dialoge und die emotionalen Lieder drehten sich immer sinnlos um dieselben Themen. Sie drängten mich dazu, Entscheidungen zu fällen, um die „Perfektion zu erreichen“, „kleine Opfer“ zu bringen, wie zum Beispiel meinen Mann und die Kinder zu verlassen, oder mein Vermögen der Sekte zu überlassen. Nach dem dritten Wochenende war ich tatsächlich bereit dazu, diese Opfer zu bringen. Ich ignorierte einfach die zukünftigen Auswirkungen und die Art und Weise, wie ich den Zustand erreichen würde, den sie mir vorgaben. Wie dem auch sei, ich bemerkte, dass ich Gedankenlücken hatte, die sich auf die Zeit bezogen, als ich in der Sekte verkehrte. Ich versuchte, die Erinnerungen zurückzurufen, aber es gelang mir nicht. Dies war ein alptraumhafter Zustand, an den ich mich nicht einmal erinnern möchte, weil er Grauen in mir verursacht.
  Ich erinnere mich an die Doktrin, dass wir dem Führer vertrauen und folgen sollten, so wie ein Kranker den Anweisungen des Arztes folgt und seine Medikamente einzunehmen hat; ich hatte mich zu beugen und Essensentzug, Schlafentzug und Meditation über mich ergehen zu lassen, und zwar nicht mit Gewalt, sondern durch Manipulation. Dies gab den Führern die Möglichkeit zu sagen, dass jeder Anhänger frei seine Entscheidungen treffen kann.
Als die Zeit günstig schien, verließ ich die Sekte dann doch mit einem „Lebt wohl“ und bin nie wieder dorthin zurückgekehrt. Allerdings hat es ganze zwei Jahre gedauert, bis ich mich von diesen furchtbaren Fesseln endlich befreien konnte. Ich frage mich immer noch, welche meiner Taten damals gut oder schlecht waren und wie es dazu kommen konnte.“
Dies war der Erfahrungsbericht von J.M-, der früheren Anhängerin einer Sekte.
  Das Gehörte schenkt uns ein gutes Bild über das Phänomen der mentalen Manipulation, mit dem wir uns beschäftigen werden.
  Die Begriffe Mentale Manipulation, Coercive Persuasion und Neuro-Linguistisches Programmieren, die ich im weiteren Verlauf verwenden werde, sind als nahezu gleichbedeutend anzusehen. Es handelt sich hierbei einfacher gesagt um Gehirnwäsche (mind control). Auch der Begriff Mentale Rekonstruierung findet Verwendung, der jedoch neutraler ist und nur unzureichend die unethischen und illegalen Perspektiven dieser Methoden zum Ausdruck bringt.
  Die klinische Psychologin und Professorin an der Berkeley-Universität in Kalifornien, Margaret Thaler-Singer, die seit den 60er Jahren Vorreiterin auf dem Forschungsgebiet dieses Phänomens, sowie dem der Sekten allgein ist, betont:
Eine Coersive-Persuasion-Programmierung ist eine Methode der Verhaltensmanipulation, die benutzt wird, um unter bestimmten Voraussetzungen das „Erlernen“ und die Adaption einer Sammlung von Verhaltensweisen oder einer Ideologie zu begünstigen. Sie unterscheidet sich dabei von anderen Methoden weniger zwanghafter sozialer Unterrichtungen oder friedvoller Persuasion, in der Art und Weise, wie sie getarnt organisiert und angewandt wird, wie auch hinsichtlich der Methoden, die auf die Ausbeutung einer Person und seines Umfeldes hinzielen und die verwendet werden, um bestimmte Verhaltensweisen zu unterdrücken und andere zu begünstigen. Im Laufe der Zeit können für die Zwangs-Persuasion Schmerz, Folter, Drogen, physische Gewalt oder Androhung von rechtlichen Schritten eingesetzt werden, um bessere Erfolge zu erzielen.“
Des weiteren führt Prof. Singer an:
  „Zwangspsychologische Techniken (oder Zwangs-Persuasion), sind das Programmieren von Verhaltensveränderungen, die psychische Kräfte auf zwanghafte Weise verwenden, um die Erlernung oder Adaption einer Ideologie oder einer Sammlung von Anschauungen, Vorsätzen oder Verhaltensweisen zu provozieren. Die wichtigste Strategie, die von den Praktizierenden angewendet wird ist jene, systematisch zwischen mehreren Formen zwanghafter Manipulierung, Ängsten, und Techniken, die permanenten Stress provozieren, die ihnen zur Verfügung stehen, zu wählen und sie systematisch zum Einsatz zu bringen. In einem solchen Programm wird das Objekt (d.h. der Mensch) dazu gezwungen, eine Reihe von kleinen „unscheinbaren“ Schritten zu adaptieren. Jeder kleine Schritt ist so konzipiert, dass er als klein erscheint und die Objekte (die Menschen) die Veränderungen an sich selbst nicht bemerken und auch das Zwanghafte an den Prozeduren nicht zu erkennen vermögen. Die Objekte dieser Techniken (Die Menschen/Opfer), erkennen nicht die verborgenen organisatorischen Ziele der zwangspsychologischen Programme bis zu einem weit fortgeschrittenen Stadium, wenn sie sie überhaupt zu irgendeinem Zeitpunkt wahrnehmen. Diese Techniken werden im Gruppenumfeld durch „Freunde und Mitstreiter“ der Opfer auferlegt, die gute Vorsätze haben, aber selbst in die Irre geleitet worden sind. Dies hält das Opfer davon ab, die Mechanismen des Selbstschutzes zuzulassen, die beim Menschen eigentlich in Konkurrenzsituationen in Erscheinung treten.

Die Klöster als Schatzmeister und Verwahrer der altgriechischen Literatur

von Theoni Marinou Mpoura,
Theologin-Lehrkraft, MTh in Patrologie

  „Man kann zweifellos behaupten, dass die heutigen Philologen ihre Existenz allein den Mönchen zu verdanken haben, die sich der Aufgabe des Abschreibens widmeten. Der Philologie würde es überhaupt am Gegenstand mangeln, wenn die Mönche nicht unermüdlich dafür gesorgt hätten, dass uns die Werke der alten Griechen bis zum heutigen Tage erhalten blieben“. So ungefähr lautete die Aussage meines Professors und mittlerweile emeritierten Professors der Theologischen Fakultät von Athen, Herrn Spyridon Kontogiannis. Ich muss dabei offen zugeben, dass ich anfänglich, als mir die historischen Tatsachen noch unbekannt waren, die Behauptungen des Professors für übersteigert und für eine Art übermäßiger „Glorifizierung“ der Klöster durch uns Theologen hielt. Doch nach gründlicher Untersuchung dieses Themas möchte ich im Weiteren historische Tatsachen anführen, die den Leser darin unterstützen sollen, eine eigene Meinung zu bilden.

  20.000 Kodizes werden in Bibliotheken auf dem Heiligen Berg Athos verwahrt. Das Kloster Megisti Lavra besitzt 2.242 und befindet sich damit auf Platz drei der handgeschriebenen Werke weltweit, während der erste Platz ebenfalls einem Kloster gebührt, nämlich dem Kloster der heiligen Katarina am Sinai mit 4.500, von denen 75% in griechischer Sprache verfasst sind. Auf dem zweiten Platz steht der Vatikan mit 3500 Werken.
  Im Kloster Megisti Lavra existieren präziser benannt, neben zahlreichen anderen altgriechischen Manuskripten, 4 Schriftstücke von Galenos (Ω69,Ω70,Ω71,Ω72), 2 von Hippokrates „Aphorismen“ Ω68,Ω69, 3 seltene Kodizes von Aëtios von Amida, des persönlichen Arztes von Iustianus, Ω63,Ω64,Ω65, 2 von Thukydides sowie auch das Werk „Parallele Lebensbeschreibungen“ von Plutarch. Im selbigen Kloster wird die „Botanik“ von Dioskuros gehütet, ein Werk, das den Traum eines jeden Pharmazeuten, Botanikers und Giftexperten darstellt und mit sehr gut erhaltenen Illustrationen versehen ist. Das weltweit einzige juristische Dokument mit Verordnungen der Komnenen (13. Jh.) befindet sich in Megisti Lavra. Schriftwerke von Epiktet, Hermogenes und Euklid im Kloster Esphigmenou. Und in der Bibliothek des Klosters Iviron kann der Forscher auf Werke von Euripides, Aischylos, Theokritos, Sophokles und Pindar stoßen, während im Kloster Vatopedi der Codex der Geographen Ptolemäus und Strabon (Nr.655) aus dem 13. Jh. aufbewahrt wird.   

  Nicht zufällig werden all diese handschriftlichen Werke in Klöstern verwahrt, denn die Mönche dieser Klöster entschieden sich einst bewusst dafür, unermüdlich und ohne Bezahlung oder religiöse Verpflichtung die alten griechischen Werke vor dem Zerfall zu retten und durch Abschrift an die folgenden Generationen der Geisteswelt allerorts als griechisches Erbe zu überliefern, um sie zu bereichern. Der heilige Athanasios von Athos beispielsweise war Asket und liebte Bücher, sodass er seine eigenen mitbrachte, als er von Konstantinopel auf den Heiligen Berg zog und dort ein Kloster gründete. Im Kloster Megisti Lavra existierte seinen Wünschen gemäß auch ein Scriptorium, über das er keine zufällige Personen, sondern den Besten der Kalligraphen Ioannis und den Bibliothekar Michael verantwortlich hieß. Die Abschrift der Kodizes setzte sich durchgängig fort, sodass im Jahr 1759 im selbigen Kloster auch die erste Druckerei Griechenlands entstand.
   Der selige Theodoros Studites ließ eine Bibliothek im Studionkloster in Konstantinopel erstellen und mit einer großen Sammlung von Kodizen nicht nur christlicher, aber auch heidnischer Autoren befüllen, um damit ihre Bewahrung, Veröffentlichung und Überlieferung sicherzustellen. 
 
Patmos
  Signifikante Kodizes aus der antiken griechischen Literatur werden in der Klosterbibliothek des heiligen Johannes des Theologen auf Patmos aufbewahrt, welche zu den wichtigsten des Ostens zählt und wo sich seltenste Dokumente, beispielsweise die Tragödien „Hekabe“, „Orestes“, „Ajax“, „Elektra“, u.a. befinden. Das älteste Buch ist die „Anthologia epigrammatum Graecorum” (Florenz 1494). Im Kloster Zavordas existiert zwischen vielerlei anderen Kodizes auch der Codex des Lexikons des Patriarchen Photios, von dem nur noch 3 Abschriften existieren: eine in der Bibliothek der Universität von Cambridge in England, eine in der Zentralbibliothek von Berlin und eine im Kloster Zavordas, die den anderen überlegen ist, da vollständig. Der Professor Linos Politis von der Universität von Thessaloniki entdeckte ihn im Jahr 1959. Er beinhaltet Ausschnitte aus Werken antiker griechischer Autoren, die separat nicht überliefert geblieben sind, aber zur Zeit des Photios noch erhalten waren, z.B. antike Komödien von Kratinos, Eupolis, aber auch antike griechische Dichtung und historische Texte. Durch Photios und das Kloster Zavordas wissen wir außerdem von Ktesias, Konon, Memnon und die verlorenen Werke des Diodoros.
  Im Kloster Pammakaristou in Konstantinopel wurde ein Zentrum für Recherche und Abschrift gegründet. Im Kloster Megalou Meteorou wiederum werden Schriftstücke von Homer, Hesiod, Sophokles, Demosthenes, sowie auch Aristoteles aufbewahrt, aber auch kostbare Originalausgaben venezianischer Editionen von Aldus Manutius (1495) folgender Werke: „Idyll“ von Theokritos, „Gnomen“ von Theognis, „Theogonie“, „Werke und Tage“ und „Der Schild des Herakles“ von Hesiod u.a..
  Einen wichtigen Beitrag für die Bewahrung der antiken griechischen Literatur leisteten ebenfalls Klöster Süditaliens1, in denen die griechische Sprache gesprochen wurde. In Apulien, in Corigliano, existierte bereits seit dem 10. Jahrhundert das blühende orthodoxe Kloster des heiligen Nikolaos, in dem man seit dem 15. Jahrhundert altgriechisch und Latein lehrte und wo außerdem Abschriften antiker Texte fertiggestellt wurden.
  Die Mönche investierten offensichtlich viel Eifer und Liebe in die Abschrift und die Bewahrung der antiken griechischen Autoren, denn sie schrieben die Schriftstücke nicht einfach nur ab, sondern taten dies kalligraphisch und mit verschiedenen Verzierungen, wobei sie weder Mühen noch Kosten scheuten. Teuer waren nicht allein die Tinte, sondern auch die Farben und ebenfalls die Beschreibmaterialien (Papyrus, Pergamente). Diese Kosten übernahmen sie bereitwillig für die Erhaltung der antiken Werke. Die Klöster bewahrten, verzierten und passten die Texte, so könnte man sagen, dem Fortschritt der damaligen Zeit an, da sie diese nicht mit der zuvor verwendeten Majuskeln abschrieben, sondern in modernerer Minuskel-Handschrift. Die Minuskel-Handschrift, die sich aus der byzantinischen Unzialschrift entwickelte, erfuhr ihre Vervollkommnung im Studionkloster in Kostantinopel durch den Mönch und späteren Klosterabt Nikolaos, der das erste überlieferte Schriftstück in Minuskelschrift verfasste, das datiert werden konnte, das „Uspenskij“ (Codex Petropolitanus 219). 
 
  In Klosterbibliotheken (Athos, Meteora, Kloster Dousikou, Patmos etc.) werden liebe- und respektvoll die ersten seltenen, gedruckten und kostbaren Editionen antiker griechischer Autoren verwahrt, bei denen es sich hauptsächlich um venezianische handelte, wie Originaldrucke von Aldus Manutius (editions aldinae, incunabula) aus dem späten 15. Jahrhundert und Anfang des 16. Jahrhunderts; Hesiod, Platon, Theokritos, Tragödiendichter, Aristoteles, Demosthenes, Aristophanes, Lukian, Strabon u.v.m.. Darüber hinaus Lexika der altgriechischen Sprache, das „Etymologicum Magna“ (Venedig 1495) Varinus Favorinus (Rom 1523), Die „Syntax von Apollonios von Alexandria dem Grammatiker“ (Venedig 1495) u.a.. Das Erwerben solcher Werke stellte für die Klöster eine kostspielige Angelegenheit dar, da die Erstausgaben gedruckter Bücher in der damaligen Zeit stets sehr teuer war.
  Aus welchem Grund zeigten christliche Mönche antiken griechischen Werken gegenüber solche Hingabe? Eventuell besteht ein Zusammenhang zum Großen Basilius, dem Gründer des koinobitischen Mönchtums, der junge Menschen dazu aufforderte, die Werke der antiken Griechen wie Homer, Platon und Sokrates zu studieren. Vielleicht lag es auch daran, dass die großen Kirchenväter Basilius von Cäsarea, Johannes Chrysostomos, der Große Athanasios, Gregor der Theologe und Gregor von Nyssa überaus vertraut waren mit der altgriechischen Literatur und auch Fachbegriffe aus der altgriechischen Philosophie benutzten. Gregor von Nazianz verfasste „Epen“ nach Beispielen aus der griechischer Dichtung. Der große Historiker Paparregopoulos schreibt über sie, dass sie „in Redegewandtheit und wissenschaftlichem Wissen allen damals lebenden heidnischen Weisen überlegen waren und ebenso den Weisen vor Plutarch, eine neue und glorreiche Epoche der Sprache für das Menschengeschlecht einläutend. Basilius und Gregor waren die ersten herrlichen Vorbilder frommer und kundiger Redegewandtheit, mit der das Volk unterwiesen wurde“. 
  Dieselbe Liebe und Interesse für die antiken Texte teilte auch der heilige Arethas aus Patras (ca. 850-944), der vom Diakon im Jahr 904 zum Metropoliten von Cäsarea in Kappadokien aufstieg. Er führte ausgezeichnete Hypomnemata, war ein kluger Philologe und Abschreiber handschriftlicher Kodizes antiker griechischer Autoren wie Platon, Aristoteles, Euklid, Lukian, Aelius Aristides; seine Forschung richtete er dabei stets auf die Quellen der antiken Paideia und Denkweise sowie auch des griechischen Geistes aus. Er veröffentlichte die meisten der platonischen Dialoge, mit Kommentaren und Prologen angereichert, von Aristoteles unter anderem die „Kategorien“. Darüber hinaus schrieb er Werke von Euklid, Lukian, Dion Chrysostomos, Aelius Aristides, Pausanias ab, aber auch das „Lexikon“ von Polydeukes und die „Lebensbeschreibung des Apollonius“ von Philostratus. Zur Kultivierung entsprechender Atmosphäre und Resonanz in den Klöstern trug wahrscheinlich auch der heilige Eustathios bei, der Erzbischof von Thessaloniki, der für seine exzellente Beschäftigung mit den homerischen Texten und als gelehrter Metropolit bekannt war. Er stellte mit seinen hochgeschätzten Kommentaren zu Homer, Ilias, Odyssee, den Komödien von Aristophanes, Pindar, Dionysios Periegetes u.a. die tragende Figur in der Renaissance der klassischen Studien dar. Es ist erstaunlich, dass einer der größten Erforscher von Homer weltweit ausgerechnet ein christlicher Bischof und Heiliger wie der heilige Eustathios war.
  Die antiken griechischen Werke werden für die Forscher und Wissenschaftler nicht nur in Klöstern aufbewahrt (im Kloster Megisti Lavra sogar mit drei Türschlössern gehütet) und auch nicht nur in Klosterbibliotheken; durch die kostbare Kunst der Mönche, die Ikonenmalerei, wird für sie „kostenfrei geworben“. Auf Kirchenwänden im Kloster Megalou Meteorou sind antike Griechen abgebildet, die Schriftrollen mit Auszügen aus ihren Werken halten und an besonders herausragender Stelle platziert sind. Es handelt sich um die antike Philosophin Sibylla, den Griechen Solon den Weisen und Gesetzgeber, den Griechen Pythagoras den Philosophen und Mathematiker, den Griechen Thukydides den Historiker, den Griechen Aristoteles den Philosophen, den Griechen Platon den Philosophen, den Griechen Homer den Dichter, den Griechen Plutarch den Vater der Geschichtsschreibung, den Griechen Sokrates den Philosophen. Auf diese Weise wird zumindest etwas von den Weisen der Antike an die Besucher des Klosters Megalou Meteorou weitergegeben, die auch aus anderen Ländern stammen. Die Abbildung des weisen Aristoteles ist auf einer alten Wandikone im Kloster Philanthropinon auf der Insel von Ioannina vorherrschend. 
  Heute konzentriert sich das Interesse der Mönche an antiken Texten nicht mehr auf deren Abschrift von der Magisterschrift in die Minuskelschrift, sondern den gegenwärtigen Umständen entsprechend darin, den Forschern den Zugang mittels moderner Technologie zu erleichtern. Dies wird unter anderem daraus deutlich, dass sich die Patriarchale Institution für Patristische Forschung im Kloster Vlatadon (Thessaloniki) die Zusammenstellung einer vollständigen Auflistung und die Erfassung der Werke mithilfe der Mikrophotographie (Mikrofilm) aller handschriftlicher Kodizes zur Aufgabe gemacht hat.
  Der Bibliothekar des Klosters Megisti Lavra, Priestermönch Nikodemos, erklärt: „Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie es heute um die Menschheit stehen würde, wenn das Wissen aus der Antike nicht durch Abschriften der byzantinischen Klöster, besonders jene auf dem Heiligen Berg, überliefert worden wäre. Wahrscheinlich hätte die westliche Renaissance einige Jahrhunderte später stattgefunden“. Die Schlussfolgerungen bleiben Ihnen überlassen.

Quellen:
Lekkos Evangelos P., “Τὰ ἑλληνικὰ μοναστήρια”, Athen 1995, S. 25-26.
Zeitschrift “Ἱστορικὰ Θέματα”, Artikel «Βυζάντιο καὶ Ἀφροκεντρισμός», Agni Vasilikopoulou, Prof. für Vyzantinische Philologie d. Universität v. Athen, Ausg.6, S.44
Zeitschrift „Ἱστορικὰ Θέματα”, Artikel «Οἱ ἑλληνόφωνοί της Κάτω Ἰταλίας, ἡ κιβωτὸς τῆς Μεγάλης Ἑλλάδας», Themistoklis F. Pertesis, Philologe-HIstoriker, Ausg.20, S.20
Dimitrios Z. Sophianos, «Ὀρθοδοξία καὶ Ἑλληνισμός», Heilige Meteora 2007, S. 17-19, S.21.
Stylianos G. Papadopoulos., Patrologie II, Athen 1990, S. 361.
Gesammelte Werke des Großen Basilius von Cäsarea, griech. Ausg. Band 7, S.320
Dimitrios Z. Sophianos, «Ὀρθοδοξία καὶ Ἑλληνισμός», Heilige Meteora 2007, S.19.
Zeitschrift “Ἰχώρ”, Band 44, Artikel «Τὰ κρυμμένα ἀρχαῖα ἑλληνικὰ χειρόγραφά του Ἁγίου Ὅρους, ἕνας ἀρχαιοελληνικὸς θησαυρὸς κρυμμένος στὶς μοναστηριακὲς βιβλιοθῆκες τοῦ Ἄθω», Georgios Stamkos, S. 50-64.
G. Stamkou, «Μυστικὴ Ἑλλάδα», 1999.
G. Stamkou «Ἀνοίγοντας μία κιβωτὸ γνώσεων», Zeitschrift „Τρίτο Μάτι”, Band 39, Sept.1994.
Priestermönch Nikolaos Lavriotis, «Τὰ χειρόγραφά του Ἁγίου Ὅρους», ΑΝΤ1, 1991.
www.katakali.net
www.apologitis.com
www.impantokratoros.gr

1s. Magna Grecia, Anm. der Üb.

Dienstag, 25. April 2017

Christentum ohne Christus - Kontoglou

 
Wenn man mit Pseudo-Christen über strenge Askese des Körpers und des Geistes und über die Liebe Christi spricht, werden sie wütend, nennen einen Fakir, Götzendiener, Barbaren.


Wenn du den Glauben eines Christen prüfen willst, sprich mit ihm über die Askese. Der Gläubige wird andächtig werden, während der lauwarme, d.h. der falsche, der ungläubige, protestieren wird.
Den Worten Christi trotzend, Der sprach: „Selig sind die alles zurückließen und mir folgten“, oder auch „(Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis hierher) wird das Himmelreich mit Gewalt erworben, und die Gewalt tun, die reißen es an sich“ und dass „In der Welt habt ihr Trübsal“ und dass „wie schmal ist doch die Pforte, und wie eng der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!“
Wir wollen gern Christen sein ohne Christus, das heißt ohne spirituellen Trübsal, ohne das mühsame Kreuz zu tragen, auf dem breiten Weg gehend. Wenn man zu ihnen über strenges und entbehrungsreiches Leben spricht, über Opfer, Askese, sagen diese falschen Christen, dass Christus diese Dinge nicht wünscht, und dass dies Übertreibungen sind.

Αποτέλεσμα εικόνας για Χριστος στεφανιAber, o du unsinniger Mensch, im Christentum kann es keine Übertreibungen geben. Bei allen menschlichen Dingen kann man sagen, dass etwas übertrieben ist, nur im Christentum gibt es keine Übertreibung. Wie viel mehr kannst du wohl übertreiben, wenn du doch denjenigen lieben sollst, der dir den Vater getötet hat, wie noch mehr übertreiben, wenn du auch die andere Backe bieten sollst, und wie viel mehr kannst du übertreiben, wenn du danach dürsten sollst, verachtet zu werden, das zu tun, was Gott von dir verlangt, d.h. deine Feinde zu lieben, mit lieben Worten demjenigen zu begegnen, der dich beschimpft, über denjenigen nicht zu urteilen, der über dich richtet, dich vor dem nichtigsten Menschen zu demütigen, und wenn du das alles getan hast zu sagen, dass du ein „unnützer Knecht“ bist?
Wie viel mehr übertreiben kannst du, wenn du glauben sollst, dass unsere Leiber wieder als unsterbliche auferstehen werden in einem Augenschlag, und dass sich die ganze Welt auf einmal wandeln wird, und dass eine andere Welt entstehen wird, die ohne Verfall sein wird? Gibt es folglich irgendetwas im Christentum, worin man übertreiben kann?
Das Christentum ist die Übertreibung aller Übertreibungen, das Unglaublichste aller Unglaublichen.
Deswegen ist die Pforte, durch die jemand in die exotische Welt Christi eingehen kann nur eine, der Glauben. Und in Glaubensdingen gibt es keine Übertreibungen. Im Unglauben hingegen gibt es die listige Artigkeit, das Mittelmäßige und der Kompromiss. Aus diesem Grund ertragen solche Pseudo-Christen nicht das Feuer des Glaubens und kehren das Christentum in eine Art Moralsystem um, das für das weltliche Leben nützlich sein soll, indem sie jedoch eigentlich für Christus keinen Platz haben. Denn der Ungläubige hat Angst, während derjenige, der glaubt, gemäß des Propheten, „getrost wie ein junger Löwe“ ist.
Wer Gott liebt, ist entflammt ohne es zu offenbaren, freut sich ohne zu lachen, zerknirscht in den Tiefen seines Selbst. Die Liebe, die uns Christus lehrte, ist etwas anderes als die so genannte Wohltätigkeit. Deswegen kosten die Wohltäter nicht die Liebe Christi, welche „das Wasser, das ins ewige Leben hinüberspringt“ ist. Die Wohltätigkeiten, die die heutigen Menschen ausüben, sind eine soziale Pflicht. Diese Wohltäter, und all jene Menschen, die zweckdienlich denken, sind keine Christen.
Wer Christus und Sein Evangelium liebt, liebt das, das es mehr als alles andere zu lieben lohnt. In Christo befindet sich alles, was Liebe, Demut, Schmerz, Sanftmut, spiritueller Trübsal und spirituelle Freude, die beide lieblich sind, wenn sie im Namen Christi geschehen, lohnt.

„Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben“. Uns Ruhe geben! Aber wir wollen nicht einmal davon hören. Denn wir wollen nicht zur Ruhe kommen. Wir wollen beladen sein, mit unseren Leidenschaften, mit unseren Feindseligkeiten, mit den Kriegen, mit Sorgen der Ruhmsucht, des Fleisches, mit Blut beschmutzt, mit Pistolen, Kanonen, Bomben. Was werden wir nur ohne all dies sein, Herr, Du Friedensstifter? 
Wie werden wir so leben können, zur Ruhe kommend, mit was werden wir unser leeres Ich erfüllen können, wo doch für uns das Leben nur aus diesen Dingen besteht?
Du gibst uns Frieden, doch Frieden ist unser Tod, wo er doch der Tod unserer geliebten Leidenschaften ist! Wenn Du gesagt hättest: „Ich werde euch mit mehr solcher Gewichte beladen, die ihr nicht kennt, ich werde eure Seele bereichern mit mehr solcher Reichtümer, so dass ihr nie mehr zur Ruhe kommt“, dann würden wir uns Dir näher sein, wir würden dich als unseren Gott anerkennen.
Wir wünschen uns Götter, die uns beladen, rachsüchtige, wie Ares, wie Zeus, wie Kronos, Lügner wie Hermes, wie die anderen von ihnen. Wir wollen die Bosheit leben, denn sie ist lebendig und stark.
Ja, komm Herr“, ruft mit Johannes freudig in der Offenbarung dem auf den Wolken Kommenden zu. Du musst ein Heiliger, ein Gerechter und sogar Johannes selbst sein, um darüber erfreut zu sein, dass Christus kommen wird und Ihn erwarten. Wir rufen „Komme nicht Herr“Weil wir sündig sind und der Zorn Gottes über uns kommen wird.
Die „Atombombe“ hat mich dazu gebracht, über all dies nachzudenken. Als die Kunde über sie die Menschen erreichte, erfüllte sie mit Angst alle Herzen. Selig sind, die zu jeder Stunde vorbereitet sind! Doch wehe uns! Wer ist vorbereitet wie Johannes, dem heiligsten aller Heiligen?
Wir alle fürchten uns davor, dass Du kommst wie ein Dieb in der Nacht. Bei den Menschen ist es so: Wenn du sie beschimpfst oder mit ihnen böse Worte austauschst, oder über sie schlechtes schreibst, wird die Zeit kommen,  in der sie dir vergeben werden. (Was soll's Bruder, vergessen wir es einfach!)
Doch was sie dir nie vergeben werden und für das sie dich hassen werden, ist, wenn du auf eine Art und Weise lebst, dass sie sich für ihr eigenes Leben schämen, weil sie in deinem Leben einen Vorwurf ihrer Lebensweise sehen. Wer die Liebe Christi im Herzen selbst tiefgehend gekostet hat, muss sich selbst nicht dazu zwingen, in Armut zu leben, weil er aus freien Stücken die Armut begehrt und seine Freude verliert, wenn er mehr erlangt, auch wenn es noch so nichtig ist. Und was demütig, ärmlich und verachtet ist liebt er heimlich in seinem Herzen ohne jemanden etwas darüber zu erzählen, weil der Demütige das Schweigen und die Vergessenheit liebt. „Gott ist dem betrübten Herzen nahe“. Wenn die Versuchungen zerstreuen und die Pforte der falschen Freude und Ruhe sich öffnet, schließt sich sogleich die Pforte der wahren Glückseligkeit.
Das wird zweifellos vom Christen wahrgenommen. Gebet. Ich danke Dir, allbarmherziger Herr, ich preise Dich, ich verherrliche Dich, weil Du mich aus dem Nichts erschufst. Doch Du hast mich nicht nur einmal erschaffen, sondern an jedem Tag erschaffst Du mich aus dem Nichts, denn jeden Tag ziehst Du mich aus dem Schaffen des Todes heraus in den ich wieder hineinfalle.

In der unendlichen Menschenmenge, im Ameisenhaufen der Menschen, bin ich ein Nichts. Jeder Mensch ist ein Nichts. Und dennoch erinnerst Du Dich an jeden Menschen, findest ihn und ziehst ihn an Dich heran, machst ihn lebendig, den Toten, und Deine väterlichen Hände erschaffen ihn aufs Neue, als wenn jeder einzelne von uns der einzige Mensch auf Erden wäre.
Deine starke Kraft erhält die ganze Schöpfung und alle Seelen als ob jede von ihnen die einzige wäre. Und Du lässt sie die Unsterblichkeit spüren, als wenn jede von ihnen die einzige wäre, und sie empfinden Dich als ihren barmherzigen Vater, 
Der niemals müde wird uns zu vergeben und neu zu erschaffen, die wir in jeder Stunde unserer Sünde wegen sterben

Photios Kontoglou (1965)

Altvater Gabriel vom Heiligen Berg antwortet auf Fragen eines Pilgers

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Pilger: Altvater, wenn es erlaubt ist (zu fragen), denn wir sind hier verschiedene junge Leute und sind etwas problematisiert mit den Dingen, die in der letzten Zeit geschehen sind, in Kolymbari (Synode in Kreta) und mit dem (Erzpriester Theodoros) Zisis usw. Können Sie uns ein paar Worte sagen, daß wir Klarheit in diese Dingen bekommen?

Altvater Gabriel: Die Dinge sind klar, sie sind geklärt. Der Papst ist häretisch. Wir können keine Kommunion mit den Häretikern haben. Sie sind Feinde Gottes und der Panagia. Dies sind auch die Ökumenisten – sie sind Feinde Gottes und der Panagia.
Als Beispiel haben wir aus der Überlieferung unserer Kirche:
1274 schickten der Patriarch Vekkos und der (Kaiser von Konstantinopel) Michael der VIII. die Lateiner hierher um die Väter zur Vereinigung zu zwingen. Die Väter lehnten dies ab und so erhängten jene den Hl. Kosmas den Protos (Regierunsoberhaupt des Hl. Berges) und die Anderen schlachteten sie ab.
Wenn ihr in die Protaton – Kirche hineingeht, rechts – ist da nicht ein Öllämpchen?  – Ja. – Und was ist da bei dem Öllämpchen? Da ist keine Ikone, sondern der Marmorstein, wo sie den Vätern die Köpfe abgeschlagen haben. Dieser Stein war draußen und wenn es schneite, kam kein Schnee darauf zu liegen, er blieb unbedeckt vom Schnee. Dort darauf haben sie den Vätern die Köpfe abgeschlagen.
Zu jener Zeit lebte ein Altväterchen außerhalb des bulgarischen  Klosters. Und eines Abends, als er den Grußkanon vor der Ikone der Panagia las und sprach: „Sei gegrüßt, Du unvermählte Braut“, sprach die Panagia zu ihm: „ Sei auch du gegrüßt, Altvater Gottes“. Das Altväterchen fürchtete sich, war verunsichert. Die Panagia sprach zu ihm: „ Fürchte Dich
nicht. Lauf schnell zum Kloster und sage den Vätern, daß meine Feinde und die Feinde meines Sohnes kommen. Wer will, soll fliehen, um sich zu retten. Welche wiederum wollen, können bleiben und kämpfen.“ Und so lief das Altväterchen schnell los. Als er dies verkündet hatte, flohen einige Väter in den Wald. Sechsundzwanzig jedoch, unter ihnen der Abt, schlossen sich in den Turm ein. Die Panagia kam selbst zu ihnen, um sie zu stärken. Danach kamen die Lateiner und forderten, daß die Väter den Papst als Oberhaupt der Kirche anerkennen. Diese lehnten das ab und erklärten: „Wir erkennen als Haupt der Kirche nur unseren Herrn Jesus Christus an.“ Und so verbrannten die Lateiner sie.  Welche Kraft gab ihnen die Panagia!
Im Leimonarion, dem Buch (von Johannes Moschos) lesen wir folgendes. Im Gebiet des Jordans lebte ein Asket. Eines Abends sah dieser unsere Panagia in Begleitung von zwei heiligmäßigen Männern vor seinem Kelli. Er eilte, machte eine Metanie (Verbeugung) und sprach: „Panagia komm und segne mein Kelli“. Die Panagia antwortete ihm: „Ich komme nicht, denn du hast da drinnen meinen Feind“, und ging davon. Es war aber niemand im Kelli und er konnte nicht verstehen, was die Panagia meinte. Er hatte ein geliehenes Buch und als er sich beim Lesen dem Ende nahte, waren da am Schluß zwei Reden des Nestorios gegen unsere Panagia, wo er sie  Christusgebärerin und Menschengebärerin nannte – statt Gottesgebärerin. Das war der Grund, daß unsere Panagia nicht in sein Kelli kam und sagte, daß er ihren Feind darin habe. Wer Freundschaft pflegt mit den Feinden Gottes und der Panagia – mit den Ökumenisten, dem Papst und anderen Häretikern – geht zusammen mit diesen verloren.
Was sagt der Heilige Johannes Chrysostomos? Wer Freunschaft pflegt mit den Feinden des Königs Christus, kann nicht Freund des Königs Christus sein, sondern geht zusammen mit Dessen Feinden ins Verderben. Wir müssen kämpfen, wir können uns nicht vereinigen mit den Päpstlichen und den anderen Häretikern. Wenn diese eines Tages glauben werden, was die Kirche der Heiligen Sieben Synoden glaubt und ihren Häresien entsagen, können wir uns mit Freude vereinigen. 


Pilger: Nun etwas anderes. Der Anführer der Kirche, den wir da oben haben, in Konstantinopel , der Bartholomäos, ... was sollten wir tun? Wir haben gehört, daß es eine Bewegung gewisser traditions- und väterliebender Mönche gibt, welche diesen Menschen nicht memorieren wollen (in den Gottesdiensten). Ist das richtig? Altvater Gabriel: Ja, natürlich. Das sagen die Regeln der Kirche. Das wir keine Kommunion haben können mit ihm. Der Patriarch hat eine häretische (wörtl.: nichtorthodoxe – „schlechte“) Gesinnung.
1274 schrieb der Patriarch von Konstantinopel Germanos II. einen Brief an die Zyprioten, welche Uniaten geworden waren. Darin sagt er zu diesen: „Ich beschwöre Euch, im Namen Gottes, daß Ihr schnellstens flieht von jenen Priestern, welche in die Häresie der Lateinischen Gesinnnung  gefallen sind. Geht weder in eine Kirche, wo diese die Liturgie zelebrieren, noch empfangt die Kommunion von deren Händen und nehmt auch kein Antidoron von ihnen. Ansonsten habt ihr dieselbe Hölle wie diese zu erleiden.“ – Seht ihr, was die Väter sagen?
Pilger: Ja, Pater. – Der Bartholomäos ist also Lateinischer Gesinnung?
Altvater Gabriel: Freilich – was ist er denn sonst?! Da er zur Vereinigung voranschreitet und nicht akzeptiert ... 
Jenen, welche die Synode (von Kreta) rechtfertigen, sage ich folgendes. Waren bei dieser Synode ranghöchste päpstliche Würdenträger anwesend? – Ja, sie waren da. – Sie waren dort, das Fernsehen hat es ja gezeigt. Waren sie in der Göttlichen Liturgie anwesend? – Ja.– Sie waren anwesend. Ist es uns erlaubt, mit den Häretikern zusammen zu beten? – Nein. –
Was sagt der 45. Apostolische Kanon? – Wenn ein Bischof, Priester, oder Diakon mit Häretikern auch nur zusammen betet, werde er ausgestoßen. Wenn er jedoch diesen gestattet, als Kleriker zu agieren, werde er der geistlichen Würde enthoben. So sind all‘ jene ausgestoßen und der geistlichen Würde enthoben laut dem 45. Apostolischen Kanon.
Ist es uns erlaubt, Freundschaft zu halten mit den Anführern der Häresie, sie zu umarmen und zu liebkosen? Wer gibt uns die Antwort? – Die Kirche belehrt uns darüber, denn sie ist die Säule und das Fundament der Wahrheit. Haben sie in dieser Synode die Häretiker umarmt und geküsst – ja oder nein? – Ja, ja. –
Was sagt der Evangelist Johannes, der Evangelist der Liebe? – „Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht. Wer ihn grüßt, hat Anteil an seinen bösen Werken.“
Der Heilige Nikodimos der Hagiorit sagt, diese Schriftstelle erklärend: „Eines Tages ging der Evangelist Johannes ins öffentliche Bad und es war da drinnen der Kyrinthos, der Anführer einer Häresie des ersten Jahrhunderts. Da ging er schnell wieder weg, um diesem nicht zu begegnen“. Des weiteren sagt der Hl. Nikodimos zur Erläuterung dieser Schriftstelle: „Einmal begab es sich, daß Christenkinder Ball spielten und dieser fiel zu Füßen eines Pferdes, auf dem ein Häretiker saß und darum hielten sie den Ball für verunreinigt und verbrannten ihn.“ – Versteht ihr?
Pilger: Worauf wollen diese (die Ökumenisten) nun hinaus? Wollen sie die Vereinigung, wollen sie die Panreligion herbeiführen?
Altvater Gabriel: Ja, ja sicher, das wollen sie. Alle Religionen sind für sie Wege zur Errettung – ob du an den Mohamed glaubst, oder an unseren Herrn, oder an etwas anderes ... an den Buddha, - es reicht, du wirst gerettet werden.


Pilger: Ja genau, und als Anführer den Papst.


Altvater Gabriel: So versteht ihr also, wir müssen kämpfen.
Es kommen einige Priester hierher und sagen mir: „Der Bischof sagt mir, ich soll Orthodoxe mit Andersgläubigen vermählen. Und ich sage dem Bischof, daß dies die Regeln (der Kirche) verbieten und ich es darum nicht tun kann. Darauf sagt mir dieser: „Ich bin dein Bischof, du mußt mir Gerhorsam leisten.“ Und er führt das Wort des Apostels Paulus an: »Ordnet euch eueren (geistigen) Führern unter gehorcht».“
Wie legt der Heilige Johannes Chrysostomos dieses Wort des Apostels aus? Er fragt: „Wenn nun der (geistige) Führer schlecht ist, sollen wir gehorchen?“ und er fragt weiter und rät: „Schlecht – wie meinst du das? Wenn hinsichtlich des Glaubens, so gehe weg und beende jede Beziehung, nicht nur wenn dieser ein Mensch ist, sondern selbst wenn ein Engel vom Himmel herabkommt.“ – Also nicht nicht nur wenn es sich um einen Bischof oder Patriarchen handelt, sondern selbst wenn es ein Engel ist.
Was schreibt der Apostel Paulus den Galatern? „Selbst wenn ein Engel euch etwas verkündet, was ihr nicht von uns gelehrt worden seid, so werde er dem Verderben (Anathema) anheimgegeben.“
Ich frage Euch: War es denn jemals möglich daß ein Engel zu den Galatern gegangen wäre und gegenteilges verkünde hätte von dem, was der Apostel Paulus lehrte? – Natürlich nicht. Warum also schreibt es dann der Apostel? – Das wir nicht in eine Falle fallen und sagen, daß unser Bischof heilig ist, weil er mit seinem Gebet Tote auferweckt, die Augen der Blinden öffnet, die Gelähmten aufrichtet, Leprakranke reinigt und Berge versetzt. Selbst wenn er all΄ das tut – falls er etwas sagt, was nicht mit (der Lehre) der Kirche übereinstimmt, dürfen wir ihm nicht gehorchen. Wir haben Vepflichtungen unseren geistigen Vätern gegenüber und Verpflichtungen Gott gegenüber. Unsere Verpflichtungen gegenüber Gott haben Vorrang vor den Verpflichtungen, welche wir unseren geistigen Vätern gegenüber haben. Falls eine Verpflichtung gegenüber unseren geistigen Vätern in Konflikt gerät mit der Verpflichtung Gott gegenüber, so gilt sie nicht mehr, ist aufgehoben. Wir haben ein Beispiel dazu in der Heiligen Schrift. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer – jüdische Oberpriester, waren die geistigen Anführer zur Zeit unseres Herrn. Sie ergriffen die Apostel, steckten sie ins Gefängnis und verboten ihnen zu predigen. Da kam ein Engel, befreite sie und trug ihnen auf zu predigen. Als sie wieder von jenen ergriffen wurden und man sie zur Rechenschaft stellte, rechtfertigte sich der Apostel Petrus: „Man muß Gott eher gehorchen, als den Menschen.“ – Wie können wir also dem Patriarchen gehorchen, oder einem Bischof, wenn er etwas sagt, was nicht mit (der Lehre) der Kirche übereinstimmt?
Und noch etwas bevor ich schließe, denn ich bin kank und kann nicht (noch mehr sprechen). Wenn jemand, gleich ob er nun Patriarch ist, Erzbisschof oder Bischof – was immer er auch sei, – nicht die Apostolischen Regeln ehrt, nicht die Regeln der Ökumenischen und der Örtlichen Synoden ehrt und nicht das akzeptiert, was unsere Väter lehrten: dieser ist kein Hirte. Was ist er? Das lehrt uns ein großer Vater unserer Kirche aus dem ersten Jahrhundert: „Jeder, der etwas entgegen des Verordneten sagt, wenn er auch vertrauenswürdig scheint, wenn er auch fastet, prophezeit, in Jungfräulichkeit lebt und selbst wenn er Wunder wirkt – offenbahrt sich dir als Wolf im Schafspelz, das Verderben der Schafe betreibend.“ (Hl. Ignatios der Gottragende).
Was wollen wir nun mehr? Gibt es etwas eindeutigeres als dieses? Nun, dies ist die Wahrheit. Wenn ich die Wahrheit verfälsche und sage, daß mit der Synode (in Kreta) nichts geschehen ist und ich sie verharmlose, gilt für mich das folgende – gelten für mich die furchteinflößenden Worte des Propheten Jesaias: „Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse. Wehe denen, die das Licht Finsternis und die Finsternis Licht nennen.“ Dann gelten für mich die schrecklichen Worte, die der Apostel Paulus in Zypern sprach, in
Pafos, zu Elymas dem Magier. Als der Apostel dem Statthalter Sergios Katechese erteilte, störte sie der Magier und verdrehte die Wahrheit. Und was sagte ihm der Apostel Paulus? Erschreckende Worte, und die sagte er nicht etwa deshalb, weil vielleicht sein Egoismus veletzt worden wäre, sondern die Heilige Schrift sagt wortwörtlich: (Er war) „voll von Heiligem Geist“, und fährt folgendermaßen fort: „Oh du, voll von Trug und jeglicher Schlechtigkeit,“ (zum Magier) „du Sohn des Teufels, Feind jeglicher Gerechtigkeit, hörst du nicht auf, die geraden Wege des Herrn zu verdrehen?“ – So verdrehen sie (die Ökumenisten) die Wahrheit und sagen, bei der Synode (von Kreta) sei nichts passiert – während jene da (mit den Häretikern) zusammen gebetet haben, – und dabei gibt es Kirchenregeln, welche dies verbieten; aber sie beachten dies nicht.
So, nun sind wir am Ende angekommen.


(Dieser Text ist eine Übersetzung aus dem Griechischen mit dem Segen des Altvaters von einem Gespräch vom 21. 02. 2017, bei YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=Lin9XvQQaWY

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Der Schauspieler Jonathan Jackson über seine Reise zur Orthodoxie, Teil 1



Dieser Text ist eine Übersetzung und Transkription eines Interviews des amerikanischen Schauspielers Jonathan Jackson, das er dem Radiosender Ancient Faith Radio und Vater Andrew Stephan Damick gewährte. Bewegend sind sein Ringen, sein Beharren, seine unerlässlichen Bemühungen, die Schwierigkeiten und sein unaufhörliches Gebet, dass Gott ihn zum wahren Glauben führe. Wir danken dem Dreieinigen Gott für Seinen Beistand, Der den Geschöpfen, die Ihn wahrhaftig suchen, ein treuer Wegbegleiter ist.
Anlass für dieses Interview war das öffentliche Bekenntnis des Starschauspielers im Jahre 2012, als er bei den Emmy Awards, während ihm ein Emmy für seine besonderes schauspielerischen Leistungen in General Hospital überreicht wurde, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie auch den Mönchen vom Heiligen Berg für ihr unaufhörliches Gebet dankte, indes er sich bekreuzigte. Das Interview fand im Februar 2012 statt.

Vater Andrew Stephan Damick: Am Mikrophon spricht Vater Andrew Stephan Damick und das ist eine etwas andere Sendung von Roads From Emmaus. Für gewöhnlich sitze ich hinter einem Mikrophon und wende mich an eine Gruppe von Menschen, die meinem Vortrag zuhören. Heute aber werden wir tatsächlich einen Dialog führen. Ich werde jemanden interviewen. Warum ich dies tue? Der Grund dafür ist, dass ich mich sehr einsetze für Fragen der Gemeinde und allem Regionalen und allem, das damit direkt verbunden ist. Als ich erfuhr, dass unser heutiger Gast sich an der Ostküste befindet, haben wir sofort beschlossen, einen Weg zu finden, mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. Wir befinden uns in diesem Moment auf dem Parkplatz des Flughafens Newark Liberty International Airport, von dem er sich in Kürze mit dem Flugzeug zurück an die Westküste begeben wird.
Unser heutiger Gast ist Herr Jonathan Jackson, der Schauspieler und Musiker ist, bekannt vor allem durch seine Gastrolle als Lucky Spencer in der Fernsehserie General Hospital, wo er in den letzten Jahren mitspielt– nun, sie glauben, du machst gerade eine Pause- aber du bist auch im Film Tuck Everlasting, der vor ungefähr 10 Jahren erschien, zu sehen. Er hat vier Emmys gewonnen und Jonathan verkörpert parallel dazu eine Rolle in einer Serie bei Fox Channel namens The Sarah Connor Chronicles, die ein Ableger der Terminator Filme ist. Er hat seine eigene Band namens Enation und befindet sich deshalb gerade hier, an der Ostküste.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum ich einen Serienstar interviewe. Nun, der Grund dafür ist, dass er und seine Familie jetzt Katechumenen der Orthodoxen Kirche sind. Also, ich danke dir, dass du hier bei mir bist, es ist mir eine Ehre, wirklich.
Jonathan Jackson: Ich danke Ihnen ebenfalls, Vater. Die Ehre ist ganz auf meiner Seite. Ich schätze das wirklich sehr. Ich freue mich, hier zu sein. Vater Andrew: Meine erste Frage lautet, wie bis du bis bisher gekommen? Welche religiösen Erfahrungen hast du gemacht? Jonathan Jackson: Meine Eltern wuchsen beide als Adventisten des Siebten Tages auf, über fast vier Generationen zurück, jeder von ihnen, als Adventisten des Siebten Tages. So wuchs ich auch auf, es war ein Teil meiner christlichen Erziehung, fast bis ich 9 oder 10 Jahre alt war. Meine Eltern distanzierten sich dann allmählich von dieser Konfessionsgemeinschaft. Wir zogen nach Los Angeles, als ich 10 war, gerade 11 wurde und ich begann sehr schnell, als Schauspieler zu arbeiten. Ich begann bei General Hospital als ich 11 war, sehr früh bereits...
Vater Andrew: Genau! Und die Zuhörer, die etwas älter sind, werden sich bestimmt an das beliebte Paar Luke und Laura erinnern, Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Jonathan verkörperte damals ihren Sohn, Lucky. So wurdest du also zu einer der wichtigsten Figuren in der Welt der Fernsehsoaps.

Jonathan Jackson: Als ich nach L.A. zog, hatten wir keine Kirche, in die wir gehen konnten. Ich und mein Bruder, Richard L. Jackson, er ist auch Schauspieler und Mitglied von Enation, hörten Kassetten verschiedener Prediger, fast jeden Abend in der Woche. Und das war irgendwie unsere Kirche, unser geistiges Leben.
Ungefähr fünf Jahre lang, von meinem 11. bis zu meinem 16. Lebensjahr, besuchte ich in L.A. Fast nie eine Kirche. Ich hörte nur diese Kassetten und begann apologetische spirituelle aufs Christentum fokussierte Bücher zu lesen, als ich um die 12 oder 13 Jahre alt war. Einige der Predigten hatten mich tief, wirklich tief berührt, und da fing mein Leben an, eine ernsthafte Wendung zu nehmen, zu einer Verbindung mit Gott hin. Ich las das Buch von C.S. Lewis
Mere Christianity und The Great Divorce und all diese großen Bücher.

Vater Andrew: Exzellente Materie!
Jonathan Jackson: Exzellente Materie, ja. Es brachte mich tatsächlich auf einen Weg, als ich 12-13 Jahre alt war. Aber ich ging immer noch nicht zur Kirche. Ich sah keinen Sinn darin. Es kam mir unsinnig vor. Ich liebte Gott, ich liebte Jesus, aber die Kirche war für mich ein verworrener Begriff. Es fast so... es war für mich etwas so... Sinnloses. Ich dachte, dass es keinen Grund dafür gibt, dorthin zu gehen, wo ich doch Bücher las und die Kassetten hörte.
Vater Andrew: So war das also. Nur „Ich und Jesus“, richtig?
Jonathan Jackson: Richtig, ja, genau so. Und zur selben Zeit empfand ich dieses weltumfassende Gefühl. Ich fühlte immer, dass ich.... ich wollte einfach keiner Konfessionsgemeinschaft angehören. Ich wollte ein Teil der globalen christlichen Bewegung sein. Ich hatte keine bestimmte Vorstellung darüber, was das bedeuten kann, eine universale Kirche, aber ich fühlte mich verbunden mit C.S. Lewis, der aus einer früheren Generation stammt, aus England, und ich dachte...
Vater Andrew: Er war Anglikaner.
Jonathan Jackson: Anglikaner war er, richtig. Aber für mich war es in etwa so: Da war jemand, mit dem ich mich verbunden fühlte. Die Konfessionsgemeinschaften stellten für mich etwas sehr merkwürdiges dar, um ehrlich zu sein. Und als ich ungefähr 17 Jahre alt war, begannen wir nach einigen christlichen Kirchengruppierungen zu suchen, mehr aus dem charismatischen, konfessionslosen Spektrum, der protestantischen Welt.
Vater Andrew: Und wie alt bist du jetzt?
Jonathan Jackson: 29.
Vater Andrew: 29. Wie bist du von dieser Phase am Ende deiner Pubertät zum Heute gelangt? Du bist Katechumenos der Orthodoxen Kirche.
Jonathan Jackson: Vor einigen Jahren noch, wusste ich nicht einmal, was dieses Wort bedeutete.
Vater Andrew: Ja, es ist ein orthodoxes Schibboleth.
Jonathan Jackson: Als ich mich mehr in den Kreis der Charismatischen involviert hatte, organisierten wir eine Hauskirche in Burbank für zweieinhalb Jahre, die ich und mein Bruder, zusammen mit meinen Eltern, im Grunde die meiste Zeit über leiteten. Ein Pastor, mit dem wir in Kontakt standen, kam ab und zu in die Stadt, um die Dinge zu beaufsichtigen. Wir taten dies zweieinhalb Jahre lang mit mir und noch anderen 15-20 Schauspielern und anderen Persönlichkeiten aus dem Filmgeschäft, die fast jedes Wochenende anwesend waren.
Vater Andrew: Das heißt, dass deine Familie den Kern dieser Gruppe ausmachte, aber später noch andere Mitglieder hinzukamen?
Jonathan Jackson: Ja, das war etwas wirklich besonderes. Es war für uns eine sehr intensive Periode und eine großartige Erfahrung. Ich ging in den Staat von Washington zurück, als ich heiratete. Ich bin verheiratet – im Juni sind es schon 10 Jahre.
Vater Andrew: Hast du mit 19 geheiratet?
Jonathan Jackson: 20. Ich war gerade 20 geworden.
Vater Andrew: Bravo! Ich persönlich bin für die Heirat in jungen Jahren, das möchte ich an dieser Stelle gerne betonen.
Jonathan Jackson: Danke. In der Tat, ich habe sehr früh geheiratet und ich habe bereits drei Kinder. Ein 8-jähriges, ein 6-jähriges und ein 17-monatiges.
Vater Andrew: Gott sei Dank!
Jonathan Jackson: Ja, es ist wunderbar. Wie dem auch sei, ich blieb in dieser charismatischen Bewegung 10 Jahre lang. Und erlebte einige sehr schöne, außergewöhnliche Erfahrungen. Da war etwas und ich glaube, dass viele Menschen der charismatischen Bewegungen von der Orthodoxie angezogen werden, weil viele der rationalisierten Elemente, die andere protestantische Bewegungen aufweisen, in Wahrheit eine Distanzierung vom Heiligen Geist darstellen - ein sich Entfernen von allem Mystischem und Übersinnlichem. Ich glaube, dass im Herzen dieser Charismatiker die Sehnsucht besteht, Gott zu begegnen und Seine Erfahrung zu erleben, das Mysterium Seines Seins.
Vater Andrew: Die Worte, die du benutzt, sind exzeptionell.
Jonathan Jackson: Ihnen fehlt die Überlieferung der Kirche. Sie fehlt ihnen einfach und erzeugen deswegen neue Überlieferungen; ich glaube jedenfalls, dass die meisten dieser Menschen das Herz am rechten Fleck haben. Sie suchen nach Gott. Sie suchen nach dieser Begegnung. Und ich glaube, dass viele von ihnen Antworten im ursprünglichen Glauben und somit auch ihr „Heim“ finden würden. Ich bin jedenfalls ein solcher Fall.
Vater Andrew: Und wie hat alles angefangen, wie ist es zu diesem Wechsel gekommen? Welche Offenbarung, welcher „Katalysator“ hat dich (geistig) bis hierher gebracht?
Jonathan Jackson: Wissen Sie, ich bin nach Rumänien gereist, um einen Film zu drehen. Ich bin dafür ungefähr dreieinhalb Monate in Bukarest geblieben.
Vater Andrew: Was für ein Film ist das gewesen?
Jonathan Jackson: Es ist eine lustige Geschichte. Der Film hieß am Ende The Seeker: The Dark ist Rising. Es ist ganz interessant, weil ich eine fabelhafte, sehr fabelhafte Rolle verkörperte, ich war Nebenhauptdarsteller; ich spielte einen sehr wichtigen Part für den Film. Er basierte auf einem Buch und ich war dort für dreieinhalb Monate für die Dreharbeiten und als man den Schnitt durchführte beschloss man auf einmal, meine Rolle vollständig aus dem Film zu entfernen.
Vater Andrew: Na prima.
Jonathan Jackson: Es geschah nun einmal, und jetzt bin ich nicht in diesem Film zu sehen. Aber ich glaube, dass der Grund für meine Anwesenheit dort in Wirklichkeit ein ganz anderer war.
Vater Andrew: Ja, die Göttliche Vorsorge.
Jonathan Jackson: Ja, und ich ging mit meiner Frau und den Kindern, ich hatte damals zwei Kinder, Caleb und Adora. Wir blieben dreieinhalb Monate in Rumänien und es war ein intensives Erlebnis. Wir lebten in Bukarest, in einem intensiven Umfeld. Interessant ist, dass ich nicht dort etwas über die Orthodoxie lernte.
Vater Andrew: Wirklich? Dort gibt es an jeder Ecke Orthodoxe Kirchen!
Jonathan Jackson: Es hätte eigentlich anders sein müssen, aber wie ich ihnen bereits geschildert habe, empfand alles Alte nur als erdrückend und übertrieben religiös. Es war ein Vorurteil. Ich kannte es nicht anders. Ich besuchte einige orthodoxe Kirchen, die sehr klein waren, überall war viel Gold und alles war sehr fremd für mich. Und ich habe wirklich nicht sonderlich nachgedacht darüber. Ich dachte – und meine Frau dachte das gleiche, sie wuchs als römisch- Katholische auf – dass die Orthodoxie so etwas wie „einen merkwürdigen Cousin“ des römisch-katholischen Glaubens darstellte. Das war unsere Meinung darüber.
Vater Andrew: Ja, wir hören das öfters!
Jonathan Jackson: Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, tiefer zu graben. Ich dachte nur, dass es sich um einen bizarren Ableger Roms handelt, oder so.
Vater Andrew: Hast du damals auch Gottesdienste besucht, oder hast du die Kirchen nur besichtigt?
Jonathan Jackson: Wir haben die Kirchen nur besichtigt. Das erst, das wir taten, als wir ankamen, war eine Orthodoxe Kirche zu besichtigen. Und das erste, das uns widerfuhr, war von Zigeunern bestohlen zu werden. Ganz im Ernst! Es war nicht gerade ein „Willkommen in Rumänien“!Rumänien ist wunderbar, aber was geschah? Ich hatte eine Woche Urlaub von den Dreharbeiten und meine Frau ist Italienerin. So sagten wir uns: „Lasst uns Rom besuchen“.
Vater Andrew: Ja, es ist nicht wirklich weit weg.
Jonathan Jackson: Ja, es ist nicht weit weg. Wir waren bestimmt schon zwei Monate in Bukarest. So gingen wir nach Rom und dort muss es gewesen sein, wo ich mich zum ersten Mal ungefähr so gefühlt habe: „Moment mal, in diesem Glauben, im Christentum, gibt es eine größere Tiefe als ich mir je vorgestellt hatte. Und er beginnt nicht bei den Gründervätern von Amerika“.
Vater Andrew: Deine Frau war gläubig römisch-katholisch, als ihr geheiratet habt?
Jonathan Jackson: Nein, nein, denn sie verlor ihren Glauben, als sie 20 Jahre alt war, sie machte eine sehr dunkle Zeit durch. Das ist eine andere Geschichte, eine sehr starke Geschichte, darüber, wie wir zusammengekommen sind. Sie kehrte zu Christus zurück während der Zeit der Hauskirchen.
Vater Andrew: Ich verstehe. Habt ihr euch so kennengelernt, durch die Kirche?
Jonathan Jackson: Sie war Schauspielerin und spielte in General Hospital mit, so kreuzten sich unsere Wege,. Erst während der Emmy Awards fingen wir eigentlich an, uns verbunden zu fühlen, weil es sie innerlich irgendwie berührt hatte, dass ich Christus dankte, als ich den Preis annahm. Sie hatte sich damals entfernt vom Herrn.
Vater Andrew: Wundervoll.
Jonathan Jackson: Einerseits hatte sie daran Anstoß genommen, andererseits hatte es sie auch fasziniert. Als meinte sie: „Man kann so etwas nicht einfach sagen“.
Vater Andrew: Ich verstehe, es war so, als wäre „Christus auf einmal dort oben“!
Jonathan Jackson: Sie war jedenfalls nicht römisch-katholisch. Sie war da, wo ich auch damals war, nämlich ohne Konfessionsgemeinschaft. Ich erwartete, wage ich zu sagen, eine Art religiöser Bigotterie in Rom, ich dachte, dass ich nach Rom gehen und empfinden würde, dass es sich um ein übertrieben religiöses unterdrückendes Umfeld handelte, es müsste einfach so sein! Nun, genau das Gegenteil war der Fall! Ich war dort am Palmsonntag und es war einfach wunderschön. Palmzweige waren auf den Straßen verteilt worden und Papst Benedikt sprach vor den Gläubigen. Wir befanden uns drei Hausblocks entfernt vom Heiligen Petrus und es war magisch. Es gab eine große Tiefe in all dem und ich wusste nicht warum. Im Kolosseum gibt es dieses große Kreuz und es bewegte meine Frau und mich so sehr, dass wir uns dort bei den christlichen Märtyrern befanden... eine Sache ist es, in Büchern darüber zu lesen, eine andere ist es, wirklich dort zu sein und es zu realisieren. Das war die Reise, die in mir etwas weckte. Ich dachte:„Ich muss mehr lernen über die Geschichte des Christentums“. Wir sind dann nach Rumänien zurückgekehrt. Ich bestellte ein Buch von Justo L. Gonzalez. Er ist ein hervorragender Historiker. Er verfasste ein Buch namens Geschichte des Christentums heißt, in zwei Bänden. Ich habe den ersten Band gelesen, er ist Protestant, aber er öffnete mir trotzdem die Augen was die Geschichte des Christentums betrifft. Das war das „Hasenloch“ (wie bei Alice im Wunderland), denn wenn man diese Tür geöffnet hat, denkt man: „Wow! Woher kommt das alles nur?“
Vater Andrew: Da ist ein alter Spruch von John Henry Newman, den du wahrscheinlich auch schon einmal gehört hast; er war Anglikaner und trat zum römisch-katholischen Glauben über. Er sagte: „Um tief in die Geschichte einzudringen, musst du aufhören, Protestant zu sein“.
Jonathan Jackson: Ja. Ja, wissen Sie, es ist merkwürdig, denn ich habe ihn gelesen. Weil ich nach Rom gegangen war, waren auch alle Bücher, die ich anfing zu lesen, entweder katholisch oder protestantisch und die Orthodoxe oder Morgenländische Kirche wurde fast nirgendwo erwähnt.