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Montag, 1. April 2019
Samstag, 30. März 2019
Gebet und Tugend - Aus den Briefen des hl Makarius (4.Jh n.Chr.)
Nachdem also dargetan ist, welches das Ziel der Frömmigkeit ist, das denen vor Augen schweben muß, die ein gottesfürchtiges Leben führen wollen, das Reinigung der Seele und Einwohnung des Heiligen Geistes mit Antrieb zu guten Werken ist, so soll ein jeder von euch für das vorgeführte Ziel seine Seele vorbereiten, Gott aufs höchste lieben und sich so seinem Willen gemäß dem Gebet und Fasten ergeben, indem ihr dessen gedenket, der zum unablässigen Beten auffordert, und am Gebet und den Verheißungen des Herrn festhaltet, der ja versichert: „Um wieviel mehr wird Gott denen Gerechtigkeit schenken, die Tag und Nacht zu ihm rufen". „Er sagte aber“, heißt es, „auch ein Gleichnis, daß man allezeit beten und nicht nachlassen müsse“. Daß aber der Eifer im Gebete Großes verleiht und der Geist selbst den Seelen innewohnt, das geht deutlich aus den Mahnworten hervor, die der Apostel an uns richtet: „Unter Gebet und Flehen jeglicher Art bittet zu aller Zeit im Geiste und machet euch eben darum Sorge in aller Beharrlichkeit und Flehen“.
Wer von den Brüdern sich dieser Beschäftigung, der des Gebetes meine ich, widmet, beschäftigt sich mit einem herrlichen Schatz, der ein reizender, überaus großer Besitz ist, wenn er es nur mit festem, richtigem Gewissen tut, nie freiwillige Zerstreuungen in seinem Geiste zulässt und es nicht wie eine unfreiwillige Sache aus Zwang verrichtet, sondern die Liebe und Sehnsucht der Seele vollkommen macht und allen die guten Früchte der Beharrlichkeit zeigt. Es müssen aber auch die übrigen einem solchen Zeit lassen und sich mitfreuen über seine Ausdauer im Gebete, damit auch sie an den guten Früchten teil haben, da sie ja eben durch Mitfreude Genossen eines solchen Lebens werden. Es wird aber auch der Herr selbst den Bittenden ein Gebet verleihen, wie es sein soll, nach dem Spruche: „Dem Betenden verleiht er Gebet“.
Man muß also bitten und wissen: Je stärker einer im Gebete, in dem so wichtigen Geschäfte, beharrt, mit desto mehr Eifer und größerer Kraft hält er den Kampf aus. Denn die großen Kämpfe fordern auch große Mühen, da die Bosheit vorzüglich solchen (die große Kämpfe zu bestehen haben) von allen Seiten auflauert; sie kümmert sich um Dinge, die sie nichts angehen, wandert herum und sucht den Eifer zu zerstören. Daher kommen Schlaf und Leibesbeschwerde und Seelenschwäche, Trägheit, Nachlässigkeit, Kleinmut sowie die übrigen Leiden und Wirkungen der Bosheit, derentwegen die Seele zugrunde geht, da sie sich teils gewaltsam hinreissen läßt, teils freiwillig zu ihrem Feinde übergeht. Darum muß der Mensch wie ein kluger Steuermann seine Gedanken auf das Gebet richten, darf seinen Sinn nicht vom bösen Geiste beunruhigen, sich von seinen Wogen nicht umherwerfen lassen, sondern muß gerade auf den oberen (himmlischen) Hafen schauen und seine Seele unbefleckt Gott zurückgeben, Der sie ihm anvertraut hat und wieder von ihm fordert. Denn nicht das Niederfallen aufs Knie und das Ausgestrecktsein nach Art derer, die beim Gebete liegen, ist der Schrift nach gut und gottgefällig, falls der Geist fern von Gott schweift, sondern das (gilt als sittlich gut und wohlgefällig), daß man alle leichtsinnigen Gedanken und alle ungerechte Gesinnung entfernt und mit dem Leibe auch die ganze Seele dem Gebete hingibt.
Die Früchte des Gebetes aber sind Einfalt (Einachheit im Herzen mit Gottvertrauen), Liebe, Demut, Stärke, Keuschheit und solches, was vor den ewigen Früchten die Mühe des gebetseifrigen Menschen schon hier im Leben hervorbringt. Mit diesen Früchten schmückt sich das Gebet; entbehrt es aber dieser, dann ist die Mühe vergebens. (...) Ist aber jemand dieser (Früchte) beraubt, so bleibt ihm nur mehr ein leerer Name und er gleicht den törichten Jungfrauen, die zur Zeit des Bedarfs kein Öl im Brautgemach zur Hand hatten.
Sie hatten nämlich in ihren Seelen nicht das Licht, die Frucht der Tugend, und nicht die Leuchte des Geistes in ihrem Verstand. Darum nennt auch die Schrift sie mit Recht töricht, weil ihre Tugend fort war, ehe der Bräutigam kam, und deshalb hat er die Unglücklichen vom oberen (himmlischen) Brautgemach ausgeschlossen. Denn er rechnete ihnen den Eifer in der Jungfräulichkeit nicht an, weil die Kraft des Geistes fehlte. Und ganz mit Recht. Denn was nützt ein sorgsam gepflegter Weinstock, wenn keine Früchte da sind, derentwegen der Weingärtner die Mühe auf sich nimmt? Welchen Gewinn bringt Fasten, Beten und Wachen, wenn Friede und Liebe und die übrigen Früchte der Geistesgnade fehlen, die der heilige Apostel aufzählt? Denn wer seine himmlische Heimat liebt, nimmt um dieser willen, durch die der Geist angezogen wird, jede Mühe auf sich. Er erhält Anteil an der heiligen Gnade von dort, trägt Früchte und zieht mit Freude Nutzen von dem Ackerbau, den die Gnade des Heiligen Geistes in ihrer Demut und in ihrem Arbeitseifer besorgt hat. Man muß also die Mühen des Gebetes und des Fastens und der übrigen Werke mit großer Freude und guter Hoffnung auf sich nehmen, die Blüten der Mühen aber und die Früchte für Wirkungen des Heiligen Geistes ansehen. Denn wollte jemand diese sich selbst zurechnen und das Ganze seinen Mühen zuschreiben, so würden einem solchen statt jener reinen Früchte Anmaßung und ein gewisser Hochmut wachsen. Diese Leidenschaften verderben und vernichten wie eine Fäulnis, die in den Seelen der Leichtfertigen entsteht, die Mühen.
Aus: Brief des hl Makarius, BKV
Dienstag, 19. März 2019
Heiliger Patrick und das Wunder in der Fastenzeit
Nachdem Patrick zum Mönch geweiht worden war, vergaß er alle vergangenen Dinge, richtete seinen Blick auf das Künftige und befleißigte sich, zügig die Höhen der Vollkommenheit zu erreichen. Fastend und sich in allen Tugenden übend setzte er seinen Leib Prüfungen aus und bewahrte sich in seinem Herzen und Geiste unablässig die Erinnerung an die Demütigung des Kreuztodes, die in seinen Taten offenkundig war.
Aber Gott, Der ihn zu erheben vorsah, fand Gefallen daran, ihn darin zu unterweisen, für sich selbst Demut zu empfinden, mit den Demütigen zu wandeln und mit den Schwachen mitzufühlen, sodass Er es erlaubte, dass er dieselbe Erniedrigung erfuhr, um nach dem Maß der Erfahrung in der Demut die Höhe der Vollkommenheit zu erlangen.
So geschah es, dass Patrick eines Tages plötzlich das Verlangen nach Fleischverzehr empfand und von ihm besiegt wurde, sodass er Schweinefleisch erstand und in einem Glasgefäß versteckte, da er meinte, dass es richtiger wäre, sein Verlangen im Verborgenen zu stillen um in der Brüderschaft nicht anzustoßen.
Alsdann verließ er den Raum, in dem er das Fleisch versteckt hatte. Auf einmal erschien ihm ein Wesen mit Augen vorn und hinten, wunderschöne, doch gleichsam furchterregende Augen, und Patrick wunderte sich und fragte angesterfüllt, wie sein Name lautete. Da erwiderte das Wesen: "Ich bin ein Engel Gottes. Mit den Augen, die ich vorn trage, sehe ich die offensichtlichen Dinge und mit den Augen auf meinem Hinterkopf sehe ich einen Mönch, der Schweinefleisch in einem Glasgefäß versteckt und sein Verlangen im Verborgenen stillen will".
Nach diesen Worten verschwand er sogleich und Patrick verblieb weinend, schlug heftig auf seine Brust ein und fühlte sich derart schuldig, dass man meinen könnte, dass er für alle Untaten der Welt verantwortlich sei. Während er sich auf der Erde befand, trauernd und viele Tränen vergießend, erschien ihm der selbe Engel erneut, aber mit schöner Gestalt und sprach zu ihm: "Erhebe dich nun und tröste dein Herz, denn Gott hat dir deine Schuld erlassen, doch begehe nicht wieder dieselbe Sünde".
Patrick erhob sich und verkündete, dass er sich des Verlangens nach Fleischverzehr sein ganzes übriges Leben lang verweigern würde, während der demütig flehte, dass der Herrn ihm seine Sünden erlasse möge. Der Engel wies ihn an, das Fleisch zu bringen und es in Wasser zu tauchen. Patrick tat dies und beobachtete erstaunt, wie sich das Fleisch sofort in Fische verwandelte!
Dieses Wunder erlebte der heilige Patrick, der fortan seine Untergeordneten darin unterrichtete, sich ihrem Verlangen zu widersetzen. Um dieses Wunders zu gedenken, pflegen viele Iren, auch heutzutage noch, Fleisch in Wasser zu tauchen und es dann zu kochen und zu verspeisen, obwohl sein Feiertag stets in die heilige Fastenzeit fällt (17. März). Dabei sagen sie, dass es sich um Fische des heiligen Patrick handele.
Doch die Gläubigen sollten es vorziehen, ihr Verlangen zu begrenzen, und in den Fastenperioden kein Fleisch zu verzehren.
Mögen die Fürbitten des heiligen Patrick stets mit uns sein und uns auf unserem geistigen Weg begleiten und bestärken!
aus dem Englischen übersetzt, Quelle und Dank an:
Übersetzung: Alexia Ghika-Kyriazi
Dienstag, 26. April 2016
Der heilige Altvater Paisios über das Osterfasten
- Altvater, wie kann ich mich in der Vierzigtägigen Fastenzeit besser in der Enthaltsamkeit üben?
- Die Weltlichen bemühen sich jetzt in der vierzigtägigen Fastenzeit auf eine Art die Enthaltsamkeit zu beachten, während wir Mönche immer auf sie achten müssen. Aber am Wichtigsten ist es, zuerst die seelischen Leidenschaften zu beachten und danach erst die körperlichen. Denn, wenn jemand den körperlichen Übungen Vorrang gibt und nicht darum kämpft, die seelischen Leidenschaften auszumerzen, dann tut er gar nichts. Einmal hat ein Weltlicher ein Kloster am Anfang der vierzigtägigen Fastenzeit besucht und ein Mönch verhielt sich ihm gegenüber ungehalten, hartherzig. Doch der Arme hatte eine gute Denkweise und rechtfertigte ihn. Danach kam er zu mir und sagte mir: "Ich nehme ihm das nicht übel, Pater. Sieh, er war noch (beeinflusst) von der Dreitägigen (strenge dreitägige Fastenzeit zum Beginn der Osterfastenzeit)!" Wenn die Dreitägige, die er gemacht hatte, spirituell gewesen wäre, würde er eine spirituelle Sanftheit besitzen und mit dem anderen etwas gutmütiger reden. Aber er hat sich bloß aus Egoismus dazu gedrängt, die Dreitägige durchzustehen und deswegen war ihm danach alles zuwider.
- Altvater, worüber soll ich in der Vierzigtägigen Fastenzeit nachdenken?
- An die Passion (das Leiden), das Opfer Christi sollst du denken. Wenn wir Mönche auch immer die Passion Christi leben müssen, weil uns darin jeden Tag die verschiedenen Troparia (Hymnen), alle Gottesdienste, behilflich sind.
Zur Großen Osterfastenzeit wird uns die größte Gelegenheit dazu gegeben, unseren (geistlichen) Kampf zu führen und intensiver an der erlösenden Passion unseres Herrn teilzuhaben, mit Metanoia (Reue und Umkehr) und Metanoien (tiefe Verbeugungen), mit der Trennung von den Leidenschaften und dem Verringern der Nahrung, aus Liebe zu Christus.
Lasst uns, so gut wie möglich, dieses spirituelle Stadium mit den vielen Vorraussetzungen und Möglichkeiten, die uns gegeben werden, dazu nutzen, um uns dem Gekreuzigten Christus mehr anzunähern, um uns von Ihm helfen zu lassen und uns an der Heiligen Auferstehung geistliche verwandelt zu erfreuen, nachdem wir die Große Vierzitägige Fastenzeit spirituell bewusster gelebt haben werden.
Ich wünsche viel Kraft während der Großen Vierzigtägigen Fastenzeit, um nahe bei Christus den Golgotha zu ersteigen, gemeisam mit der Allheiligen (Gottesmutter) und eurem Schutzpatron dem heiligen Johannes dem Theologen, um an der schauderhaften Passion unseres Herrn teilzuhaben. Amen.
Freie Übersetzung aus dem Griechischen allein zur Nutzung in diesem Blog vom Buch "Über das Gebet" (hl.Kloster Evangelist Johannes der Theologe/ Souroti, Thessaloniki 2012), S.199-200.
Samstag, 19. April 2014
Der Große Samstag
Am Samstagvormittag wird die Vesper (es handelt sich bereits um die Auferstehungsvesper) mit der Basiliusliturgie gefeiert, und die Heilige Kommunion empfangen. Mann nennt diesen Gottesdienst auch die Erste Auferstehung.
Gelesen werden 15 alttestamentliche Texte, die Prophezeiungen oder Beschreibungen der Auferstehung darstellen. Während der Apostellesung kleidet sich der Klerus um von schwarz auf weiß, er tritt aus dem Altarraum und verstreut Blätter im ganzen Kirchenraum. Ostern kündigt sich an! Das Evangelium ist schon österlich. Aber der Tag ist noch Fasttag.
Abends findet der Auferstehungs-Gottesdienst statt. Zunächst wird der der Mitternachtsgottesdienst (Mesonyktikon) gefeiert. Dann wird die Kirche verdunkelt und alle Lichter werden gelöscht. Der Abt zündet im Altarraum am Altar ein neues Öllicht an und daran seine Osterkerze. Mit dieser tritt er aus dem Altarraum und reicht den Gläubigen das Osterlicht. Dabei singt er: „Kommt und empfanget das Licht vom ewigen Lichte und preiset Christus, der von den Toten erstanden!“ Dann ziehen alle hinaus, im Freien wird das Osterevangelium verkündet und zum ersten Mal „Christus ist auferstanden“ gesungen und einander zugerufen. Außerdem werden oftmals schon die roten Ostereier aneinandergeschlagen, die rot sind, weil sie das Blut Christi symbolisieren.
Danach folgen in der hell erleuchteten Kirche der Osterorthros und die Göttliche Liturgie. Alle Gläubigen halten während der gesamten Feier brennende Kerzen in den Händen und viele singen die Hymnen mit.
Frohe Ostern!!!
Freitag, 18. April 2014
Die Hadesfahrt Jesu Christi- Hl. Kosmas von Aitolien
Adam und Eva starben und fuhren zur Hölle (Hades) und brannten fünftausend fünfhundert Jahre wegen einer Sünde; wir nun, die wir viele begehen, und vor allem ich, was werden wir dann zu erleiden haben? Gott ist barmherzig aber auch gerecht. Er hat auch einen eisernen Stab und wie er Adam und Eva züchtigte, so züchtigt er auch uns, wenn wir nicht das Gute tun.
Adam und Eva übertraten das Gebot Gottes und wurden aus dem Paradies vertrieben.
Nun meine Christen, was tun wir? Ihr sollt wissen, dass in diesen fünftausend fünfhundert Jahren, alle die starben, zur Hölle fuhren.
Der Herr hatte Erbarmen mit dem Geschlecht der Menschen und er wurde vollkommener Mensch aus dem Heiligen Geist, aus dem allereinsten Geblüt unser Gebieterin, der Gottesmutter und Immerjungfrau Maria, und er befreite uns aus den Händen des Teufels.
Ihr sollt wissen, dass die Verkündigung der Gottesmutter an einem Sonntag stattfand, an einem Sonntag wurde Christus geboren und er offenbarte uns den heiligen Glauben, die heilige Taufe, die makellosen Geheimnisse; er wurde gelästert, gekreuzigt und stand, der menschlichen Natur nach, nach drei Tagen auf, fuhr zur Hölle und brachte Adam und Eva und sein ganzes Geschlecht von dort heraus; Freude war im Himmel. Bei der Hölle und in der ganzen Welt (des Teufels) war bitteres Gift und bei den Juden und bei dem Teufel ein zweischneidiges Schwert.
Er fuhr hoch in die Himmel und setzte sich zur rechten Gottes, um ewig mit zu herrschen, um auch von den Engeln verehrt zu werden.
Ihr sollt wissen, dass wir heute, morgen, das Ende der Welt erwarten. Ihr seid klug und fähig zu lernen: Erkennt von euch aus das Gute und tut es.
Großer Freitag Morgen bis zum Mittag (Apokathelosis)

Diese Gottesdienste werden am Großen Freitag nacheinander gefeiert
Die königlichen Stunden
„... sie warfen das Los um Mein Gewand.“
Nach dem Brauch der Hebräer werden die vier „königlichen Stunden“ um diese Zeit gelesen. Diese Gottesdienste bestehen aus Hymnen, Psalmen und Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament und beziehen sich alle prophetisch und ethisch auf die Person Christi. In manchen Kirchen werden die „Stunden“ am Nachmittag, vor der Vesper gelesen.
Vesper: „... Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“
Die Vesper am Freitag ist eine Fortsetzung der Königlichen Stunden. Während des Gottesdienstes wird in Trauer der gerade geschehenen schrecklichen Ereignisse und der Abnahme des Leibes Christi vom Kreuz gedacht (griech. Apokathelosis).
Wieder werden Auszüge aus dem Alten Testament zusammen mit Hymnen gelesen und noch mal die Ereignisse erzählt. Dann folgt die Kreuzabnahme und der Leib Christi wird in ein weißes Tuch gehüllt, wie es damals Josef von Arimathäa tat. Der Apostel Paulus legt dieses schreckliche Ereignis aus und ermahnt die Kirche: „Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft... Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: ... Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1Kor 1,18.23.24).
Wenn der Priester das Evangelium vorträgt und zu der Stelle kommt: „... nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch ...“ nimmt er den Leib Christi vom Kreuz, wickelt ihn in ein weißes Tuch (stellt das Leichentuch dar) und trägt ihn zum Altar. Der Priester singt den Trauergesang: „Als Dich Josef von Arimathäa als Toten vom Kreuz herabgenommen hatte, Dich, Christus, das Leben aller, da hat er Dir mit Balsam und mit Linnen gedient. ...
Er rief voll Freude ... Ehre sei Deiner Erniedrigung, o Herr, Der Du Dich Selbst mit Licht wie mit einem Gewand bekleidest.“
Der Priester trägt dann ein Tuch auf das der Leib Christi gemalt oder gestickt ist durch die Kirche, bevor es in das Grab (den Epitaphios) legt, eine geschnitzte Bahre, die das Grab Christi darstellt. Wir werden daran erinnert, dass Christus in der Zeit, da Sein Leib im Grabe lag, in den Hades hinabstieg, um die Toten aller Zeiten vor Seiner leiblichen Geburt zu befreien.
Donnerstag, 17. April 2014
Heute, den Großen Donnerstag Abend...
Der Gottesdienst der heiligen Passion unseres Herrn Jesus Christus. Der Orthros des Freitagmorgens wird am Donnerstag Abend gesungen.
Der Große Freitag feiert die heilige, rettende und ehrfurchteinflößende Passion Christi. Um uns von unseren Sünden zu erlösen, nahm Christus freiwillig bespucken, geißeln, schlagen, verlachen, spotten und den purpurnen Umhang auf sich; Schilfrohr, Schwamm, Essig, Nägel, Lanze und vor allem Kreuz und Tod. Das Bekenntnis des mit Christus gekreuzigten Räubers wird gefeiert.
d die Gläubigen verfolgen mit angezündeten Kerzen und glasigen Augen die Nachstellung der Kreuzigung von Jesus und singen dabei die altgriechische Psalme "Símeron kremáte epi ksílou....." ("Heute wird er an das Holz gehängt....."). In diesem Augenblick hört man das Hämmern der Nägel womit Jesus an Händen und Füßen an das Kreuz genagelt wurde. Es ist ein sehr emotionaler Moment und die meisten Gläubigen fragen sich mit Tränen in den Augen, warum sich Jesus für die Menschheit opfern und soviel erleiden musste. Im Anschluss darauf wird das Kreuz mit dem Leichnam von Jesus Christus in die Mitte der Kirche gestellt und die Menschen legen Blumen und Kränze davor, um ihre Trauer über seinen Tod auszudrücken. Nach diesem Vorgehen werden die letzten sechs Evangelien vorgetragen und nach dem Gottesdienst übernachten sehr viele Christen dort, um vor der Beerdigung von Jesus noch die letzten Stunden mit ihm zu verbringen, um ihm ihre Liebe zu zeigen und ihm die letzte Ehre zu erweisen. Junge Frauen und Männer schmücken die ganze Nacht mit zahlreichen, weißen und roten Blumen der Saison seinen hölzernen Sarg, worauf am Morgen des Karfreitag der Körper von Jesus Christus darauf gelegt wird. Im Griechischen nennt es sichEpitáfios. Es handelt sich dabei um ein goldbesticktes Tuch, das den Leichnam von Jesus mit der Heiligen Mutter Maria und den Engeln darstellt.
Lasst uns unsere Leidenschaften und Sünden kreuzigen und unseren Erlöser verehren!
Mittwoch, 16. April 2014
Was bedeutet es, ein Christ zu sein? Ein Blick auf Pontius Pilatus und Judas...
Ich werde versuchen, einige Antworten auf diese Frage zu geben, und jede Folgende wird die Vorhergehende einschließen.
Die erste Antwort ist so offensichtlich und einfach, dass es sogar irgendwie unbequem ist, den gebildeten Gesprächspartnern, die sich an die komplizierten intellektuellen Spiele gewöhnt haben, dies anzubieten. Aber die Wahrheit ist nicht verpflichtet, kompliziert, “dialektisch” oder “anatomisch” zu sein. Also: der Christ ist, wer Christus mit den Augen der Apostel sieht. Es ist alles. Weiter kann man sagen, dass dieser Christ geistig oder geistig anspruchslos ist, tiefer oder oberflächlicher, aber die notwendige, minimale Bedingung dem, um ein Christ zu sein, gerade darin besteht: Christus mit den Augen der Apostel zu sehen.
Es handelt sich darum, dass man auf Christus unterschiedlich schauen kann. Man kann Ihn mit den Augen des Ap. Johannes sehen und es ist möglich - mit den Augen Judas …
Das Ende 1950 in Russland, die Zeitperiode, die von den Zeitungen “ das Tauwetter von Chruschtschow “genannt wurde, erschien eine Welle der Memoiren den Klassikern der sowjetischen Kultur. Es kamen damals die ersten Nachrichten über die Menschen, die in den Lager umgekommen sind, die verhaftet, vertrieben waren – einschließlich der hervorragenden Gelehrten, Dichter, Schriftsteller. Dann die, wer in der blühte seines Lebens stand, die Stalin Preise und die Orden bekam, haben alles unternommen, um den eigenen Erfolg zu schützen, der angefangen hat sehr skandalsüchtig auf dem Hintergrund der Tragödien ihrer verhafteten Kollegen auszuwirken: -“ Ah, hören Sie, ich war doch befreundet mit denen, die im GULAG waren, ich versuchte sie sogar, zu beschützen… Also, eben dass, dass ich in “der Wahrheit”(Zeitung) den Artikel gegen diesen meinen Freund schreiben musste… Dabei bemühte ich mich Ihn mit meiner ganzen Kraft zu schützen, … Von mir wurde gefordert zu schreiben, als ob er ein Agent des japanischen Geheimdienst wäre, und ich habe nur eins geschrieben, das er sich tief irrte… Ja, ich habe selbst nur durch ein Wunder meine eigene Verhaftung vermieden! Ich schützte Ihn so mutig, dass ich sogar nur den Orden der zweiten Stufe bekommen habe, obwohl ich nach meinen Talenten die erste verdiente! “-Und dann ist in unzensierter, sogenannte selbstgedruckter Literatur ein giftiges Epigramm erschienen: -“ Es ist sichtbar, das Gewissen bei den Herausgebern ist scheinbar rein. Auch unter ihnen gibt es Wunder-Tüten. Wieder lesen wir die Christi Biografie in der populären Darlegung von Judas “…
Also, man kann mit verschiedenen Augen auf Christus sehen. Es gibt den Blick Judas auf Christus, und es gibt den Blick von Pontius Pilatus (der Blick auf Christus ist im Roman von Michail Bulgakow “der Meister und Margaret” vorgestellt). Es ist nicht ein Blick des Hasses, sondern ein Blick der kalten Gleichgültigkeit … es Gibt eine Frage im Evangelium, auf die Christus nicht geantwortet hat, obwohl er alles wusste. Wobei es keine private Frage war; es war die wichtigste Frage:
- “Was ist die Wahrheit?”
Warum hat der Erlöser, auf diese Frage nicht geantwortet? Nicht, weil Er nicht wusste, dass es die Wahrheit gibt. Er war die Wahrheit selbst (“Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben”)… Aber sehr vieles hängt von der Intonation ab, mit der die Frage gestellt wurde.
Das Gespräch zwischen Pontius Pilatus und Christus – ist wie die Konfrontation der ganzen altertümlichen heidnischen Weisheit und des Neuen Evangeliums. Das weise heidnische Imperium veraltete schon so, dass ihre besten Gelehrten als das einzige Ergebnis zur Suche ausgerufen haben – der Mensch kann nichts erkennen. Es ist die zusammenfassende Schlussfolgerung der Philosophie jener Urzeiten, der Philosophie des Skeptizismus und des Relativismus: man kann nichts glaubwürdig erkennen, es gelingt nichts den Menschen, echt über die Welt oder über sich zu erkennen; die Philosophen haben die Schwäche des menschlichen Verstands, die Relativität aller unserer Vorstellungen schon bewiesen…
Und – Pontius Pilatus, der gebildete Mensch, der mit der satirischen Literatur der Antike bekannt war, mit ihren Verhöhnungen über die Volksmythologie (“Im Übrigen, werden uns die Götter und die Helden ja dafür verzeihen, dass wir über das Götter Schaffen so viel zusammengeredet haben”. – Gerodot. Die Geschichte. 2,45). Er selbst glaubt nicht sehr an die Mythen. Er ist ein Politiker, er lebt von dieser Welt. Und beim Treffen mit Jesus hat er die Hauptsache schon aufgeklärt: Jesus ist kein Rebell, nichts droht dem Imperium seitens des Galiläer (obwohl hier hat sich Pilatus geirrt: von der Predigt dieses leisen Prediger wird das Schicksal des ganzen Imperiums umgewendet), so dass es gibt nichts besonderes mit Ihm zu besprechen… Und plötzlich, schon weggehend, bei der Schwelle, hört Pilatus die Wörter Christi: Ich bin dazu in die Welt gekommen, um über die Wahrheit zu zeugen. (Joh. 18,37).
Die Wörter Christi schockieren den Pontius Pilatus und verletzen Ihn sogar: – Na so was, was bist Du für einer, bist du so frech, um das Wissen der unbegreiflichen Wahrheit zu beanspruchen!!! Du solltest besser auf unsere Philosophen achten, sie hätten Dir erklärt, dass die Wahrheit niemand wissen kann… Irgendwelcher wandernde Zimmermann aus Galiläa erklärt, dass Er gekommen ist, in der Wahrheit zu unterrichten!- Pilatus will nicht warten auf die Antwort und wartet nicht; er ist überzeugt, dass es keine Antwort gibt. Und Christus, der die menschlichen Herzen liest, versteht, dass es nicht die Frage, sondern die Ausrede ist, es ist die Unlust, eine Frage zu stellen, es ist eine Sperre von jeder beliebigen Antwort. Und deshalb antwortet Christus nicht …
Also, es gibt den eigennützigen Blick Judas auf Christus. Ist gibt die kalte Gleichgültigkeit des Pilatus. Es gibt den empörten Blick der Pharisäer, die es nicht zulassen können, dass in ihren gemütlich-reglementierten und gehorsamen Weltchen sich jemand Freier und Herrischer eindringt. Es gibt den hassenden Blick der Sadukeen, für die die Predigten über eine andere Welt ekelhaft und unverständlich sind: ihr Gott soll das Wohl jetzt und hier, in dieser Welt austeilen; er hat schon die Sadukeen mit der Gabe der Macht belohnt, und sie warten nicht auf andere Gaben.
Es gibt den Blick der Menschenmenge, die die Wunder und die politischen Veränderungen fordert und als Sie keine bekommt, “wird Sie enttäuscht” und schreit:“ Kreuzige Ihn, kreuzige Ihn! “Es gibt den Blick jener Menschen, über denen Christus sagt:“ Ihr sucht Mich, weil… Ihr von den Broten gesättigt wurdet”(Joh. 6. 26), – der Blick der Menschen, über die der Hl. Dimitrij von Rostov später sagen wird:“ Einer hat gesucht nach Jesus nicht wegen Jesus, sondern wegen eines Brotes biss “. Sie kommen zur Kirche nur, um das Lebensproblem zu lösen: eine Kerze vor der Operation zu stellen, vor der Prüfung… Diesen Menschen ist ein Wunder notwendig. Aus welcher Quelle es kommen wird – ist ihnen uninteressant. Ihnen ist gleich, in welche Kirche, oder zu welchem Gott die Kerze angezündet wird, … Für sie ist Christus wie Kaschpirowskij (Pseudo-Hellseher) aus dem I. Jahrhundert.
Aber ein Christ ist- vor allem der, wer an Christus mit den Augen der Apostel sieht. Warum ist es so wichtig? Weil das Wichtigste sich nicht dem gleichgültigen, nicht dem konsumierten, nicht hassenden, sondern dem liebenden Blick öffnet. Die Apostel lieben Christi, und deshalb ist ihr liebendes Zeugnis für uns so wichtig.
Außerdem haben die Apostel es zugelassen, das Sie dafür getötet werden, was sie über Christus sprachen. Bles Pascal, ein bemerkenswerter französischer Mathematiker und Denker des XVII. Jahrhunderts, der Schöpfer der ersten Rechenmaschine, hat einmal gesagt: “Ich glaube nur jenen Zeugen, die zugelassen haben, Ihre Kehle durchzuschneiden”. Die Apostel gehören gerade zur Zahl solcher Zeugen. Ich werde daran erinnern, dass das Griechische Wort “der Zeuge” in Deutsch, wie der Märtyrer übersetzt wird… Und die Apostel gingen mit dem Weg des Märtyrerzeugnisses.
In der russischen Sprache gibt es die Ausdrücke “подлинная правда”“die untereinemstock Wahrheit“, und, “подноготная правда”“die unternagelnde Wahrheit”… die sind zu uns aus jenen Urzeiten gekommen, als die Zeugen bei Gericht geprüft wurden, bevor ihren Zeugnissen geglaubt wurde. – Du sagst, du sahest, wie der Beschuldigte das Verbrechen begangen hat? Aber, vielleicht, hast du ein eigennütziges Motiv und deswegen belügst du Ihn einfach? Ob du bereit bist deine Wörter von denen das Leben anderer Menschen abhängt, mit dem eigenen Schmerz zu bestätigen? Und die Zeugen wurden der Folter unterzogen. Die Angst vor diesen möglichen Schmerzen (“die untereinemstock Wahrheit”,,bedeutet die Wahrheit, die unter “Stock” gesagt ist, unter dem Stab des Henkers) verringerte die Zahl der Liebhaber zum Klatsch heftig… Und die Apostel haben mit eigenen Schmerz und der Todesstrafe bestätigt, das was von ihnen bezeugt wurde, ist ernsthaft. Jetzige Liebhaber der sensationellen Versionen über das Leben des “unbekannten Jesus” bekommen für die Vermutungen die Honorare, und die Apostel bekamen die Schläge mit den Steinen …
Außerdem ist der Apostelblick deswegen einzigartig, weil ihr Blick – ein Blick der Zeitgenossen und der Augenzeugen ist. Ein Christ zu sein ist nicht dasselbe, was zum Beispiel, ein Kantist zu sein ist. Es ist offenbar, dass ein Kantist zu sein bedeutet nicht, auf den Kant nur mit den Augen seiner nächsten Schüler zu sehen. Ein Kantist ist – der, wer die Methoden und die Terme des philosophischen Denkens, die von dem Kant vorgeschlagen sind, verwendet. Und es ist vollkommen möglich, dass unter den späteren Generationen der Kantisten waren die Menschen, die talentvoller, kongenial in den Stil des Gedankens des Lehrers eindrangen, als seine unmittelbaren Schüler, die über das gehörige Maß des philosophischen Talents nicht verfügten. Ja, die nächsten Schüler zu sein bedeutet – nicht immer die talentvollsten zu sein…
Aber die Beziehungen zwischen Christus und Seinen nächsten Schülern sind viel zu eigentümlich. Christus schrieb – im Unterschied zu Kant – nichts. Und alles, was wir über Ihn wissen, – wissen wir nur Dank nach den Erzählungen Seiner nächsten Schüler. Ihre Texte sind ein einziges historisches Zeugnis über Christus. Deswegen sind alle übrigen Versuche, “das Lernen Christi” oder Seine “Biografie” zu rekonstruieren befinden sich außer der Geschichte so wie der Wissenschaft. Solche Versuche sagen mehr über die Innere Welt solcher “Träumer“ aus, als über Christus.
Das Christentum ist gewiss nicht das allzeitliche oder zeitlose moralische Einmaleins. Das Christentum ist- die Nachricht über die einzigartige Gottestat, die einmal im konkreten Punkt des Raumes und der Uhrzeit vollkommen ist. Es war “bei Pontius Pilatus”. Wir waren dort und damals nicht. Wie können wir dann über das damals geschehene erkennen? Nur wenn wir das Zeugnis der Augenzeugen übernehmen. Das heißt – von den Aposteln.
Warum hat der Erlöser, auf diese Frage nicht geantwortet? Nicht, weil Er nicht wusste, dass es die Wahrheit gibt. Er war die Wahrheit selbst (“Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben”)… Aber sehr vieles hängt von der Intonation ab, mit der die Frage gestellt wurde.
Das Gespräch zwischen Pontius Pilatus und Christus – ist wie die Konfrontation der ganzen altertümlichen heidnischen Weisheit und des Neuen Evangeliums. Das weise heidnische Imperium veraltete schon so, dass ihre besten Gelehrten als das einzige Ergebnis zur Suche ausgerufen haben – der Mensch kann nichts erkennen. Es ist die zusammenfassende Schlussfolgerung der Philosophie jener Urzeiten, der Philosophie des Skeptizismus und des Relativismus: man kann nichts glaubwürdig erkennen, es gelingt nichts den Menschen, echt über die Welt oder über sich zu erkennen; die Philosophen haben die Schwäche des menschlichen Verstands, die Relativität aller unserer Vorstellungen schon bewiesen…
Und – Pontius Pilatus, der gebildete Mensch, der mit der satirischen Literatur der Antike bekannt war, mit ihren Verhöhnungen über die Volksmythologie (“Im Übrigen, werden uns die Götter und die Helden ja dafür verzeihen, dass wir über das Götter Schaffen so viel zusammengeredet haben”. – Gerodot. Die Geschichte. 2,45). Er selbst glaubt nicht sehr an die Mythen. Er ist ein Politiker, er lebt von dieser Welt. Und beim Treffen mit Jesus hat er die Hauptsache schon aufgeklärt: Jesus ist kein Rebell, nichts droht dem Imperium seitens des Galiläer (obwohl hier hat sich Pilatus geirrt: von der Predigt dieses leisen Prediger wird das Schicksal des ganzen Imperiums umgewendet), so dass es gibt nichts besonderes mit Ihm zu besprechen… Und plötzlich, schon weggehend, bei der Schwelle, hört Pilatus die Wörter Christi: Ich bin dazu in die Welt gekommen, um über die Wahrheit zu zeugen. (Joh. 18,37).
Die Wörter Christi schockieren den Pontius Pilatus und verletzen Ihn sogar: – Na so was, was bist Du für einer, bist du so frech, um das Wissen der unbegreiflichen Wahrheit zu beanspruchen!!! Du solltest besser auf unsere Philosophen achten, sie hätten Dir erklärt, dass die Wahrheit niemand wissen kann… Irgendwelcher wandernde Zimmermann aus Galiläa erklärt, dass Er gekommen ist, in der Wahrheit zu unterrichten!- Pilatus will nicht warten auf die Antwort und wartet nicht; er ist überzeugt, dass es keine Antwort gibt. Und Christus, der die menschlichen Herzen liest, versteht, dass es nicht die Frage, sondern die Ausrede ist, es ist die Unlust, eine Frage zu stellen, es ist eine Sperre von jeder beliebigen Antwort. Und deshalb antwortet Christus nicht …
Also, es gibt den eigennützigen Blick Judas auf Christus. Ist gibt die kalte Gleichgültigkeit des Pilatus. Es gibt den empörten Blick der Pharisäer, die es nicht zulassen können, dass in ihren gemütlich-reglementierten und gehorsamen Weltchen sich jemand Freier und Herrischer eindringt. Es gibt den hassenden Blick der Sadukeen, für die die Predigten über eine andere Welt ekelhaft und unverständlich sind: ihr Gott soll das Wohl jetzt und hier, in dieser Welt austeilen; er hat schon die Sadukeen mit der Gabe der Macht belohnt, und sie warten nicht auf andere Gaben.
Es gibt den Blick der Menschenmenge, die die Wunder und die politischen Veränderungen fordert und als Sie keine bekommt, “wird Sie enttäuscht” und schreit:“ Kreuzige Ihn, kreuzige Ihn! “Es gibt den Blick jener Menschen, über denen Christus sagt:“ Ihr sucht Mich, weil… Ihr von den Broten gesättigt wurdet”(Joh. 6. 26), – der Blick der Menschen, über die der Hl. Dimitrij von Rostov später sagen wird:“ Einer hat gesucht nach Jesus nicht wegen Jesus, sondern wegen eines Brotes biss “. Sie kommen zur Kirche nur, um das Lebensproblem zu lösen: eine Kerze vor der Operation zu stellen, vor der Prüfung… Diesen Menschen ist ein Wunder notwendig. Aus welcher Quelle es kommen wird – ist ihnen uninteressant. Ihnen ist gleich, in welche Kirche, oder zu welchem Gott die Kerze angezündet wird, … Für sie ist Christus wie Kaschpirowskij (Pseudo-Hellseher) aus dem I. Jahrhundert.
Aber ein Christ ist- vor allem der, wer an Christus mit den Augen der Apostel sieht. Warum ist es so wichtig? Weil das Wichtigste sich nicht dem gleichgültigen, nicht dem konsumierten, nicht hassenden, sondern dem liebenden Blick öffnet. Die Apostel lieben Christi, und deshalb ist ihr liebendes Zeugnis für uns so wichtig.
Außerdem haben die Apostel es zugelassen, das Sie dafür getötet werden, was sie über Christus sprachen. Bles Pascal, ein bemerkenswerter französischer Mathematiker und Denker des XVII. Jahrhunderts, der Schöpfer der ersten Rechenmaschine, hat einmal gesagt: “Ich glaube nur jenen Zeugen, die zugelassen haben, Ihre Kehle durchzuschneiden”. Die Apostel gehören gerade zur Zahl solcher Zeugen. Ich werde daran erinnern, dass das Griechische Wort “der Zeuge” in Deutsch, wie der Märtyrer übersetzt wird… Und die Apostel gingen mit dem Weg des Märtyrerzeugnisses.
In der russischen Sprache gibt es die Ausdrücke “подлинная правда”“die untereinemstock Wahrheit“, und, “подноготная правда”“die unternagelnde Wahrheit”… die sind zu uns aus jenen Urzeiten gekommen, als die Zeugen bei Gericht geprüft wurden, bevor ihren Zeugnissen geglaubt wurde. – Du sagst, du sahest, wie der Beschuldigte das Verbrechen begangen hat? Aber, vielleicht, hast du ein eigennütziges Motiv und deswegen belügst du Ihn einfach? Ob du bereit bist deine Wörter von denen das Leben anderer Menschen abhängt, mit dem eigenen Schmerz zu bestätigen? Und die Zeugen wurden der Folter unterzogen. Die Angst vor diesen möglichen Schmerzen (“die untereinemstock Wahrheit”,,bedeutet die Wahrheit, die unter “Stock” gesagt ist, unter dem Stab des Henkers) verringerte die Zahl der Liebhaber zum Klatsch heftig… Und die Apostel haben mit eigenen Schmerz und der Todesstrafe bestätigt, das was von ihnen bezeugt wurde, ist ernsthaft. Jetzige Liebhaber der sensationellen Versionen über das Leben des “unbekannten Jesus” bekommen für die Vermutungen die Honorare, und die Apostel bekamen die Schläge mit den Steinen …
Außerdem ist der Apostelblick deswegen einzigartig, weil ihr Blick – ein Blick der Zeitgenossen und der Augenzeugen ist. Ein Christ zu sein ist nicht dasselbe, was zum Beispiel, ein Kantist zu sein ist. Es ist offenbar, dass ein Kantist zu sein bedeutet nicht, auf den Kant nur mit den Augen seiner nächsten Schüler zu sehen. Ein Kantist ist – der, wer die Methoden und die Terme des philosophischen Denkens, die von dem Kant vorgeschlagen sind, verwendet. Und es ist vollkommen möglich, dass unter den späteren Generationen der Kantisten waren die Menschen, die talentvoller, kongenial in den Stil des Gedankens des Lehrers eindrangen, als seine unmittelbaren Schüler, die über das gehörige Maß des philosophischen Talents nicht verfügten. Ja, die nächsten Schüler zu sein bedeutet – nicht immer die talentvollsten zu sein…
Aber die Beziehungen zwischen Christus und Seinen nächsten Schülern sind viel zu eigentümlich. Christus schrieb – im Unterschied zu Kant – nichts. Und alles, was wir über Ihn wissen, – wissen wir nur Dank nach den Erzählungen Seiner nächsten Schüler. Ihre Texte sind ein einziges historisches Zeugnis über Christus. Deswegen sind alle übrigen Versuche, “das Lernen Christi” oder Seine “Biografie” zu rekonstruieren befinden sich außer der Geschichte so wie der Wissenschaft. Solche Versuche sagen mehr über die Innere Welt solcher “Träumer“ aus, als über Christus.
Das Christentum ist gewiss nicht das allzeitliche oder zeitlose moralische Einmaleins. Das Christentum ist- die Nachricht über die einzigartige Gottestat, die einmal im konkreten Punkt des Raumes und der Uhrzeit vollkommen ist. Es war “bei Pontius Pilatus”. Wir waren dort und damals nicht. Wie können wir dann über das damals geschehene erkennen? Nur wenn wir das Zeugnis der Augenzeugen übernehmen. Das heißt – von den Aposteln.
Also, ein Christ ist, wer Christus mit liebenden, ergebenen Blick der Apostel-Augenzeugen, und nicht mit den Augen der späteren Philosophen, Kritiker, und Spießbürger sieht.
Das Begreifen dieses Umstandes gibt die Antwort auf die so oft zu uns orthodoxen adressierten Anschuldigungen im “Konservatismus” und “dem Dogmatismus”. Die Kirche kann einfach nicht unkonservativ sein – weil sie auf dem Ereignis gegründet ist, das in der Vergangenheit vor 2000 Jh. geschah: Sie kann nicht undogmatisch sein, weil sie auf dem Zeugnis anderer Menschen – der Apostel gegründet ist, – und ihr ist es wichtig, ihre Wahrnehmung Christus nicht zu verzerren …
Aber dann entsteht die zweite Frage: wie kann man den Blick der Apostel kennenlernen, wo dieser Blick geäußert ist? Die kürzeste Antwort ist- in den Texten der Heiligen Schrift. Die Erinnerungen der Apostel, ihre Erfahrung des Treffens mit Christus, die Emotionen von ihnen über die Geheimnisse Christi sind in den Büchern des Neuen Testaments gesammelt.
(Ikone “der Kuss des Judas, Text: Professor der Theologie, diakon Kuraev, Übers. Alexander)
http://www.deutsch-orthodox.de/
Heute, den Großen Mittwoch Abend

Heute Abend und morgen früh gedenken wir:
Der Fußwaschung der Jünger durch unseren Herrn Jesus Christus
Dem Letzten Abendmahl
Dem Verrat durch Judas
Als die gotterfüllten Juenger
durch die Waschung beim Mahle erleuchtet wurden,
ward Judas durch die Krankheit der Geldgier verfinstert,
und überlieferte Dich,
den gerechten Richter an die gesetzlosen Richter.
Siehe, diesen Freund des Geldes,
der um des Geldes willen dem Strick verfiel !
Fliehe die Unersättlichkeit bis in die Seele,
die solche Dreistigkeit gegen den Meister sich erlaubt.
Allgütiger Herr,
Ehre sei Dir !
Außerdem wird in den Gemeinden die Krankenölung zelebriert, für die Heilung der Seele und des Körpers.
Ich wünsche allen einen gesegneten Gottesdienst!
Die Gottesdienste während der Großen und Heiligen Woche (2. Teil)

Großer Donnerstag:
„Lass nicht die Furcht dich von Mir trennen ...“
Der Orthros vom Donnerstag wird am Mittwoch Abend gesungen.
In vielen Orthodoxen Kirchen wird dieser Gottesdienst aber doch an der für ihn vorgesehenen Zeit am Donnerstag, morgens vor der Vesper und der Göttlichen Liturgie gesungen. „Am Donnerstag der Großen Woche (jetzt Mittwoch abends oder Donnerstag morgens) haben uns die heiligen Väter, die die Dinge wohl geordnet haben, die Tradition übergeben von den heiligen Aposteln über die heiligen Evangelien, vier Ereignisse zu feiern: die Fußwaschung der Jünger, die Einsetzung der Heiligen Eucharistie, das „Hohepriesterliche Gebet“ (Joh 17) und den Verrat.“
(Außerdem wird während des Gottesdienstes die Krankenölung zur Heilung der Seele und des Leibes zelebriert)
Vesper und Göttliche Liturgie am Donnerstag Morgen:
Jesus hatte Seine letzten Stunden in Freiheit in der Nacht zum Donnerstag.
Christus wusste alles was nun stattfinden würde und rief Seine Apostel zu Sich um die Heilige Eucharistie für sie und für die Kirche für immer einzusetzen. Am Ende des Monats März, der Vollmond wie eine leuchtende Laterne am Himmel und bei mildem Wetter, erfreuten sich die Einwohner von Jerusalem am Frühlingsbeginn.
In dieser Stimmung reichte Christus Seinen Jüngern Brot und Wein als Elemente Seines Leibes und Blutes; sie sind die kostbaren Gaben, die uns überlassen wurden als Seine immerwährende Gegenwart in der Kirche. Die Einsetzung der Heiligen Eucharistie und deren Wiederholung über die Jahrhunderte, sowohl als Opfer wie als geheiligtem Ritus (Mysterium), ist (...) zusammen mit der Kreuzigung und der Auferstehung Christi, die Grundlage der Erlösung für die Christen.
Dann folgten die Ereignisse der dramatischen letzten Stunden im Leben Christi. Nachdem Er die Füße Seiner Apostel gewaschen hatte, offenbarte Er den Verräter, stiftete die Eucharistie und verkündete das neue Gebot der Liebe zueinander. Er tröstete sie, versprach die Herabkunft des Heiligen Geistes um die Vereinigung des Menschen mit Christus zu vollenden. Sein Abschied, sagte Christus, würde ihnen und der Welt Freude bereiten. Christus nahm Seine Apostel hinaus in die milde Nacht, wo Er im hellen Licht des Vollmondes Seine Mitarbeiter von Angesicht zu Angesicht sehen konnte. In dieser geistigen Stimmung und angenehmen Umwelt zog sich Christus zum Gebet zurück. Nach Seinem „blutigen Schweiß“
kam der Judaskuss und Seine Gefangennahme. So wurde Er zur Quelle der geistigen und körperlichen Freiheit für die Menschheit.
Heute wird die Basileios-Liturgie gefeiert. Während der Liturgie bereitet der Priester das „Lamm“, die Heilige Kommunion, die während des Jahres für kranke Gläubige aufbewahrt wird. Blut und Leib Christi sind während des ganzen Jahres und auf ewig in der Kirche gegenwärtig. Heute kommen die Gläubigen mit noch mehr Emotion zur Heiligen Kommunion während sie singen: „Als Teilnehmer an Deinem mystischen Abendmahl nimm mich heute auf, Sohn Gottes, denn Deinen Feinden werde ich das Mysterium nicht verraten, Dir auch nicht einen Kuss geben wie Judas, sondern wie der Räuber bekenne ich Dir: Gedenke meiner, Herr, in Deinem Reich.“
Großer Donnerstag Abend:
Der Gottesdienst der heiligen Passion unseres Herrn Jesus Christus. Der Orthros des Freitagmorgens wird am Donnerstag Abend gesungen.
Der Große Freitag feiert die heilige, rettende und ehrfurchteinflößende Passion Christi. Um uns von unseren Sünden zu erlösen, nahm Christus freiwillig bespucken, geißeln, schlagen, verlachen, spotten und den purpurnen Umhang auf sich; Schilfrohr, Schwamm, Essig, Nägel, Lanze und vor allem Kreuz und Tod. DasBekenntnis des mit Christus gekreuzigten Räubers wird gefeiert. Der Gottesdienst ist lang, aber sein Inhalt ist dramatisch und bewegt den gläubigen Christen tief im Inneren. Die Teilnahme an den Gebeten und der geschichtlichen Folge der Ereignisse, wie sie in den Evangelien und Hymnen erzählt werden, bereitet eine lebensnahe Grundlage für die noch kommenden Ereignisse.
Die „Zwölf Evangelien“ geben die letzten Anweisungen Christi an Seine Jünger wieder, die Prophezeiung des Kreuzigungsdramas, das hohepriesterliche Gebet Christi (Joh 17) und Sein neues Gebot (Joh 13,34). Heute sollte man das „Evangelium des Testaments Christi“ lesen, das Er allen Menschen hinterlassen hat.
Die Gottesdienste der Großen Woche geben die Ereignisse des Evangeliums wieder.
Nach der Lesung des 5. Evangeliums kommt die Prozession mit dem Kreuz um die Kirche, während die Priester das 15. Antiphon singen:
„Heute hängt am Kreuze Der, Der die Erde über den Wassern aufgehängt hat; mit
einem Kranz aus Dornen wird umwunden der König der Engel. Zum Spotte wird in Purpur gehüllt, Der den Himmel mit Wolken umhüllt, Backensteiche erhält Der, Der im Jordan den Adam befreite. Mit Nägeln wird der Bräutigam der Kirche angeheftet; mit der Lanze ward durchbohrt der Sohn der Jungfrau. Wir verehren Deine Leiden, Christus; wir beten
Deine Leiden an, Christus, wir verehren Deine Leiden, Christus. Zeige uns auch Deine
herrliche Auferstehung.“
Während der Prozession kniet der gläubige Christ und betet für seine geistige Wohlfahrt und macht den Räuber am Kreuz nach, der Christus seinen Glauben bekannte. Dann geht er zum Kreuz und küsst es andächtig.
Großer Freitag Morgen:
„... sie warfen das Los um Mein Gewand.“
Nach dem Brauch der Hebräer werden die vier „königlichen Stunden“ um diese Zeit gelesen. Diese Gottesdienste bestehen aus Hymnen, Psalmen und Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament und beziehen sich alle prophetisch und ethisch auf die Person Christi. In manchen Kirchen werden die „Stunden“ am Nachmittag, vor der Vesper gelesen.
Vesper: „... Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“
Die Vesper am Freitag Nachmittag ist eine Fortsetzung der Königlichen Stunden. Während des Gottesdienstes wird in Trauer der gerade geschehenen schrecklichen Ereignisse und der Abnahme des Leibes Christi vom Kreuz gedacht.
Wieder werden Auszüge aus dem Alten Testament zusammen mit Hymnen gelesen und noch mal die Ereignisse erzählt. Dann folgt die Kreuzabnahme und der Leib Christi wird in ein weißes Tuch gehüllt, wie es damals Josef von Arimathäa tat. Der Apostel Paulus legt dieses schreckliche Ereignis aus und ermahnt die Kirche: „Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft... Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: ... Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1Kor 1,18.23.24).
Wenn der Priester das Evangelium vorträgt und zu der Stelle kommt: „... nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch ...“ nimmt er den Leib Christi vom Kreuz, wickelt ihn in ein weißes Tuch (stellt das Leichentuch dar) und trägt ihn zum Altar. Der Priester singt den Trauergesang: „Als Dich Josef von Arimathäa als Toten vom Kreuz herabgenommen hatte, Dich, Christus, das Leben aller, da hat er Dir mit Balsam und mit Linnen gedient. ...
Er rief voll Freude ... Ehre sei Deiner Erniedrigung, o Herr, Der Du Dich Selbst mit Licht wie mit einem Gewand bekleidest.“
Der Priester trägt dann ein Tuch auf das der Leib Christi gemalt oder gestickt ist durch die Kirche, bevor es in das Grab (den Epitaphios) legt, eine geschnitzte Bahre, die das Grab Christi darstellt. Wir werden daran erinnert, dass Christus in der Zeit, da Sein Leib im Grabe lag, in den Hades hinabstieg, um die Toten aller Zeiten vor Seiner leiblichen Geburt zu befreien.
Der Große Freitag ist der einzige Tag im Jahr, an dem keine Göttliche Liturgie gefeiert wird. Heute sinnt der gläubige Christ in seinem Herzen nach über die Bedeutung der „Sieben letzten Worte Christi am Kreuz“ [Θεέ µου, Θεέ µου, ἱνατί µε ἐγκατέλιπες; Mein Gott, mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?] (...)
Großer Freitag Abend – Der Lobpreis (Enkomia) Der Orthros vom Samstag Morgen wird am Freitag Abend gesungen. Er besteht aus Psalmen, Hymnen und Lesungen, die sich mit dem Tod Christi beschäftigen, als Gegenpol zu Seiner Gottheit und in der Erwartung Seiner Auferstehung.
Eine der Hymnen erzählt: „Der das All zusammenhält, wurde auf das Kreuz erhöht und die ganze Schöpfung klagt, Ihn hängen erblickend, nackt am Holz.“ Die gedankenschweren und gekonnt geschriebenen Oden, die der Chor singt, vergleichen das Mitleid Gottes mit der Grausamkeit der Menschen; die Macht Gottes und der Menschen moralische Schwäche. Die Oden beschreiben, wie die ganze Schöpfung zittert, als Sie Zeuge wird, wie der Schöpfer von Seinen eigenen Geschöpfen aufgehängt wird. „Die Dich ... die Schöpfung auf der Schädelstätte hangen sah, da ward sie vor Schrecken erschüttert“ (3. Ode). Die Oden greifen auch auf die Vision des Jesaia zurück, der sah „Dein liebreiches Erscheinen bei uns, Christus, o Gott, ... als Licht ohne Abend“ und ausrief: „Es werden auferstehen die Toten ... und alle, die auf der Erde wohnen, werden frohlocken“ (5. Ode). Während dieses Gottesdienstes wird der Leib Christi in einer Prozession um die Kirche getragen. In manchen Gemeinden wird der von Blumen bedeckte Epitaphios, das Grab, in der Prozession getragen.
Die ganze Gemeinde singt vereint die drei Teile der Lobgesänge (Enkomia).
Es gibt ca. 300, aber es werden nur ausgewählte gesungen. Danach besprengt der Priester das Grab und alle anwesenden Gläubigen mit Duftwasser. Gleichzeitig ertönt ein Lobpreis der Kreuzigung und der Auferstehung Christi, da sie die Rettung des Menschen als Ziel haben. Wir beweinen nicht mehr die Leiden des Gekreuzigten, wir beweinen nun unsere eigenen Sünden, denn wir sind fern von Gott. Diese Gottesdienste sollten eine recht persönliche Bedeut
ung haben für Buße und Umkehr und für einen starken Glauben an Gott. Christen achten am Großen Freitag auf fasten, beten, Reinheit, Gewissenserforschung, Beichte und gute Werke in Demut und Buße (..).
Großer Samstag Morgen:
„Steh auf, Gott, richte die Erde ...“ (Ps 81,8)
Vesper und Göttliche Liturgie vom Samstag Abend werden am Samstag Morgen gefeiert.
Psalmen werden gelesen und die Auferstehungshymnen gesungen, die von Christi Hinabstieg in den Hades berichten. „Stöhnend ruft heute der Hades“, so beschreibt der Hymnus die Auferstehung des Adam und die Bezwingung des Todes.
Deshalb wird dieser Gottesdienst auch die „Erste Auferstehung“ genannt. Die meisten Lesungen des Tages sind aus dem Alten Testament über die Prophezeiungen und das Versprechen den Tod zu besiegen. Heute wird die Liturgie des Hl. Basileios gefeiert. Der Apostel Paulus mahnt die Gläubigen: „Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; ... so sollen auch wir als neue Menschen leben“ (Röm 6,4).
Nach der Epistel folgt der Priester dem Brauch Lorbeerblätter zu verteilen und ruft:„Steh auf, Gott, richte die Erde! Denn Du wirst Erbbesitz erhalten unter allen Völkerschaften!“.
Anstatt des Cherubim-Hymnus wird folgender Hymnus gesungen:
„Es schweige alles sterbliche Fleisch und stehe mit Furcht und Zittern und denke bei sich an nichts Irdisches, denn der König der Könige und der Herr der Herrscher schreitet voran, um als Opfer geschlachtet zu werden und sich hinzugeben den Gläubigen als Nahrung.“
Die Liturgie endet mit dem Kommunionslied: „Es erwachte der Herr wie ein Schlafender und stand auf, uns zu erlösen.“
Oster-Sonntag, die Heilige Auferstehung Christi
Orthros und Liturgie vom Sonntag werden in der Nacht auf den Sonntag gefeiert. Mit diesem Gottesdienst beginnt die Zeit des Pentekostarions (die 50 Tage bis Pfingsten).
Am Oster-Sonntag, d.h. am Samstag gegen Mitternacht, wird die lebenspendende Auferstehung unseres Herrn und Retters Jesus Christus gefeiert. Vorher wird die Beweinung des Grabes vom vorherigen Tag wiederholt. Der Auferstehungsorthros beginnt in völliger Dunkelheit. Der Priester nimmt Licht vom Vigillicht und gibt es den Gläubigen, die Kerzen in Händen halten. Der Priester singt:
„Kommt nehmt das Licht vom nie verlöschenden Leben und verherrlicht Christus, Der von den Toten auferstanden ist“ und alle stimmen mit ein den diesen Hymnus, der immer wieder gesungen wird. Ab diesem Augenblick hält jeder Christ die Osterkerze in Händen, als Symbol seines lebendigen und tiefen Glaubens an die Auferstehung Jesu Christi als Retter. In vielen Kirchen führt der Priester die Leute aus der Kirche hinaus, wo er das Evangelium liest, das die Aussage des Engels enthält: „
Er ist auferstanden, Er ist nicht hier
“ (Mk 16,1-8).
Dann kommt der Moment, da das Volk atemlos darauf wartet, dass der Priester den Auferstehungshymnus singt: „Christus ist auferstanden von den Toten, im Tod hat Er den Tod zertreten, und denen in den Gräbern, das Leben geschenkt.“
Von diesem Augenblick an, verbreitet der ganze Gottesdienst eine frohe Osterstimmung.
Die folgenden Hymnen der Oden und Lobpreisungen der Auferstehung drücken das vorzüglich aus. Die Leute gestehen: „Auferstehungstag! Lasst uns glänzen beim Volksfest und einander umarmen. Lasst uns Brüder nennen auch die, die uns hassen; verzeihen wir alles ob der Auferstehung, und so lasst uns rufen: Christus ist auferstanden von den Toten.“
Durch diesen Hymnus bekräftigen sie, dass die Nächstenliebe eine solides Fundament ist des Glaubens an die Auferstehung Christi.
Dann beginnt die Göttliche Liturgie des Hl. Johannes Chrysostomos. Am Schluss der Liturgie wird seine Katechetische Rede verlesen, die das Volk aufruft:
„Wer fromm ist und Gott liebt, genieße dieses schöne und leuchtende Fest. ... Niemand
fürchte den Tod, denn befreit hat uns des Retters Tod. ... Wo ist, Tod, dein Stachel? Wo, Hades, dein Sieg? Auferstanden ist Christus, und du bist gestürzt. ... Ihm ist die Ehre und die Macht in alle Ewigkeit.“
Vr. George Mastrantonis
Ich wünsche allen eine gesegente Karwoche und eine frohe Auferstehung des Herrn!!!!!!!
Dienstag, 15. April 2014
Zum Mittwoch der Karwoche - Anthony (Bloom), Metropolitan of Sourozh
Wir nähern uns nun bereits den Leiden unseres Herrn. Aus allem, was wir gehört haben, wird eines sehr klar: Unser Herr kann uns alles verzeihen, Er kann uns immer wieder ganz rein machen, uns ganz heil werden lassen. Es gibt nur zwei Dinge, die sich zwischen uns und Ihm stehen und zu einer wahren Barriere werden können. Das eine ist, wenn wir uns innerlich von Ihm lossagen, wenn wir uns von Ihm abwenden, wenn wir den Glauben an Seine Liebe verlieren, wenn wir aufhören, auf Ihn zu hoffen, aus Angst, dass für uns Gottes Liebe nicht reichen wird.
Petrus hat Christus verleugnet. Judas hat Ihn verraten. Beide hätte das gleiche Schicksal treffen können. Entweder hätten beide den Weg zum Heil zurückfinden oder aber beide zu Grunde gehen können. Petrus allerdings bewahrte wie ein Wunder in seiner Seele die Überzeugung, dass der Herr, Der alle unsere Herzen kennt, weiss, dass er trotz seiner Verleugnung, trotz seiner Angst, trotz seines feigen Eids Ihn von ganzem Herzen liebt. Ja, mit einer Liebe, die ihm jetzt mit Scham und Schmerz die Seele zermürbt, die aber trotzdem Liebe ist.
Judas hat Christus verraten. Als er sah, was er angerichtet hatte, verlor er jegliche Hoffnung. Es schien ihm, dass Gott Ihm schon nicht mehr verzeihen könne, dass ihm Christus ebenso den Rücken zukehren wird, wie er sich selbst von Seinem Heiland abgewandt hatte. Und so ging er fort ... Sehr oft scheint es uns, dass er fortgegangen und nun auf Ewigkeit verdammt ist. Das jedoch erschüttert unser Herz irgendwie nicht wirklich. Kann er denn in der Tat auf ewig verdammt sein? Zu Petrus kamen die anderen Apostel. Sie nahmen ihn auf, obwohl er sich nicht zu Christus bekannt hatte. Judas war unter ihnen immer ein Fremder geblieben und unverständlich. Er war nicht sehr beliebt. Zu ihm ging nach seinem Verrat niemand. Wäre die schreckliche Tat Judas nach der Auferstehung Christi, nach dem die Apostel die Gaben des Heiligen Geistes empfangen haben, passiert, dann, so meine ich, hätten sie ihn in seiner furchtbaren Einsamkeit, ohne Gott und ohne einen Menschen, nicht zugrunde gehen lassen. Christus aber lässt niemanden allein. Wie grausam es auch sein mag, was Judas getan hat, wie furchtbar es auch ist, dass Judas Verrat Gott, Der in die Welt gekommen war, ans Kreuz gebracht hat. Sollte aber nicht unserer Seele doch irgendwo in ihrer Tiefe hoffen, dass die alles übersteigende Weisheit Gottes, Seine grenzenlose Liebe, die weder das Kreuz noch Blut fürchtet, Judas nicht allein lassen wird?
Möge das letzte und entgültige Wort über ihn noch nicht gesprochen sein. Lasst uns nicht über ihn Gericht halten! Über niemanden! Vor vielen, vielen Jahren beendete einmal der sehr warmherzige, russische Theologe Wladimir Nikolaevitsch Losskij, als er über das Heil und die Verdammnis sprach, seinen Vortrag sehr hoffnungsvoll. Er sprach allerdings weder über Judas, weder über Petrus, noch über einen von uns. Er sprach über den Satan und über die Engel, die ihm dienen. Er meinte, dass wir uns bewußt sein sollten, dass auf der Erde im Kampf um das Heil oder die Verdammnis des Menschen Christus und der Satan unerbittliche Feinde sind, dass aber auf einer anderen Ebene auch der Satan und alle dunklen und gefallenen Geister Geschöpfe Gottes sind und dass Gott seine Schöpfung niemals vergisst.
Wir sehen heute auch ein anderes Bild. Ich habe gerade betont, dass uns nur unser eigenes Lossagen von Gott trennen kann, unsere Flucht vor Ihm, der Fakt, dass wir an Seine Liebe und Seine Treue nicht glauben. Doch es gibt auch etwas anderes, was uns von Gott fernhalten kann. Davon haben wir in den vergangenen Tagen ständig gehört. Das sind Lüge und Falschheit. Ich meine hier den Selbstbetrug der Menschen, die sich nicht wirklich selbst im Spiegel betrachten wollen, die nicht sehen wollen, wie sie wirklich sind, die sich selbst betrügen wollen und somit Gott und alle anderen. Das sind Menschen, die in einer Traumwelt leben, fern von der Realität, um sich eine zeitlang in Ruhe und Sicherheit wähnen können. Auch das kann uns von Gott fernhalten ...
Ein Asket wurde einmal gefragt, wie es ihm gelingt, mit einer solchen Freude und Hoffnung in der Seele zu leben, wenn er sich doch selbst für einen Sünder hält? Er antwortete: Wenn ich einmal vor Gott stehen werde, wird Er mich fragen, ob ich Ihn mit all meinem Herzen, mit all meinen Gedanken, all meinem Willen und mit all meinem Leben lieben konnte. Und ich muss Ihm dann antworten: Nein Herr. Und Er wird dann weiterfragen: Hast du dich um all das bemüht, was dich zum Heil führen kann, hast du Mein Wort gelesen, hast du auf den Rat der Heiligen gehört? Auch hier muss ich Ihm dann antworten: Nein Herr. Dann fragt Er mich weiter: Hast du wenigstens versucht, ein wenig so zu leben, wie es dir, einem Menschen, würdig ist? Und ich muss Ihm wieder mit Nein antworten. Dann schaut der Herr voller Mitleid auf mein trauriges Gesicht, schaut in mein zerknirschtes Herz und wird zu mir sagen: In einem jedoch hast du recht getan: Du bist ehrlich geblieben bis zum Ende. Komm und kehre ein in meinen Frieden!
Heute morgen habe ich von der Sünderin, die zu Christus gekommen war, gelesen. Sie kam ohne Buße empfunden und ohne ihr Leben auf den rechten Weg gebracht zu haben. Sie kam, weil sie einfach nur angetan war von der wunderbaren und göttlichen Schönheit des Heilands. Wir haben gesehen, wie sie ihm vor die Füße gefallen ist, wie sie über sich selbst geweint hat, weil sie verstanden hatte, wie sehr sie sich selbst verunstaltet hatte durch ihre Sünden. Sie weinte gleichfalls über Ihn, Der als ein solch wunderbarer Mensch in eine so furchtbare Welt gekommen war. Sie büßte nicht, sie bat nicht um Vergebung, sie versprach nichts. Christus jedoch, Der in ihr all ihr Feingefühl und ihre Ehrfurcht für das Heilige erblickt hatte und verstanden hatte, wie sehr sie zu lieben vermag, zu lieben unter Tränen, zu lieben bis das Herz zerbrechen will, erklärte ihr, das ihre Sünden vergeben sind, weil sie so zu lieben vermochte. Als Christus auch Petrus vergab, tat Er dies, weil auch dieser liebte und das vielleicht mehr als manch andere, die immer genau nach dem Gesetz und den Regeln leben, die nie die Nähe des Heilandes verlassen. Petrus vermochte vielleicht eben deshalb viel mehr zu lieben, weil ihm so viel vergeben worden war. ...
Ich sage es noch einmal. Es gelingt uns jetzt nicht mehr, wirklich Buße zu tun, und wirklich unser Leben zu ändern, bevor wir heute Abend und auch morgen und an den kommenden Tagen dem Herrn in Seinen Leiden begegnen werden. Doch lasst uns Ihm so vor die Füße fallen, wie es die Sünderin getan hat, und lasst uns so, wie es Maria Magdalena tat, der Heiligkeit des Herrn begegnen, mit all unseren Sünden und mit all unserer Seele, mit all unserer Kraft und all unserer Schwäche. Lasst uns an Sein Mitleid glauben, an Seine Liebe, an Seinen Glauben an uns und lasst uns mit einer Hoffnung, die niemand zerstören kann, Ihm entgegen sehen. Mit einer Hoffnung, die weiss, dass Gott immer treu zu Seiner klaren Verheissung steht: Er ist nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zum Heil zu führen. Lasst uns, die wir Sünder sind, zu Ihm gehen, zu Ihm, zu unserem Heil und Er wird sich unserer erbarmen und uns das Heil schenken. Amen
http://de.bogoslov.ru/
Große und Heilige Woche bis zum Großen Mittwoch
An die Periode der Großen Fastenzeit schließt sich die Große und Heilige Woche an. Jetzt nähern sich die gläubigen Christen, die durch die Große Fastenzeit mit Gebet und Fasten hindurchgegangen sind, dem Fest der Feste, um die Passion Christi und Seine Auferstehung zu feiern. Während der ganzen Fastenzeit versuchen die Gläubigen die Ideale und Gebote dieser Zeit im Lichte der Auferstehung zu leben. Deshalb beziehen sich auch die Hymnen der ganzen Fastenzeit und besonders auch der Großen Woche auf die Auferstehung Christi als dem Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Jeder Tag der Großen Woche ist den Geschehnissen und Lehren Christi in Seiner letzten Woche auf Erden gewidmet. Die Gläubigen, die die Gottesdienste dieser Woche besuchen sind sich bewusster ihrer Pflichten gegenüber sich selbst und gegenüber ihren Nachbarn, bewusster durch Fasten, Beten, Almosengeben und der Vergebung der Vergehen anderer. Mit anderen Worten, sie nehmen Tag für Tag am Geist des Evangeliums Christi teil.
Montag: „Siehe, der Bräutigam kommt in der Mitte der Nacht ...“
Gottesdienst am Palm-Sonntag Abend: Orthros.
Der Orthros vom Montag der Hl. Woche (gefeiert am Abend des PalmSonntags) gedenkt des gesegneten und edlen Josef und des vom Herrn verfluchten Feigenbaums, der verdorrte. Das Verdorren des Feigenbaums war ein Wunder mit besonderem symbolischem Inhalt, denn der Baum hatte Blätter, trug aber keine Früchte. Das ist symbolisch für Leute, die sich für ethisch und religiös halten, aber in Wirklichkeit ein inhaltsloses Leben führen, das keine Frucht bringt. So war es auch bei einigen Pharisäern jener Zeit. Jesus verfluchte den Baum: “In Ewigkeit soll keine Frucht mehr an dir wachsen!“ (Mt 21,19). Der Bezug der Geschichte zum tugendhaften Josef des AT (Gen 37-41) dient nur dem Kontrast, denn das Leben Josefs war ein Vorbild an Anstand und aufrichtiger Beachtung ethischer Grundsätze.
An diesem Abend beginnen wir mit dem Hymnus des Bräutigams: „Siehe, der Bräutigam kommt in der Mitte der Nacht. ... Sieh zu, meine Seele, daß du dem Schlaf nicht verfällst, ... und nicht ausgeschlossen wirst vom Reich ...“.
Das Exaposteilarion enthält ebenso eine symbolische Ermahnung: „Dein Brautgemach schau ich, mein Heiland, geschmückt. Ich habe kein Festgewand, .... Lichtspender, mach leuchtend meiner Seele Gewand und sei mein Erretter.“ Zugleich findet die Prozession um die Kirche mit der Ikone des Christus als Bräutigam statt. Das Volk singt das Kathisma in Vorausahnung des Leidens Christi: „Deine erhabenen Leiden läßt der heutige Tag der Welt wie rettende Lichter aufleuchten.“
Die Evangeliumsperikope ist aus Mt 21,18-43. Sie erwähnt, dass „die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm [kamen] und fragten: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben? (V. 23). Sie versuchten Christus zu veranlassen sich durch die Beantwortung der Frage selbst anzuklagen.
Dienstag: „Wachet und betet ...“
Der Orthros vom Dienstag wird am Montag Abend gesungen.
Der Dienstag der Großen Woche mahnt durch das Gleichnis der Zehn Jungfrauen (Mt 25,1-13). Moralische Vorbereitung und Wachsamkeit sind die Grundlagen für einen lebendigen Glauben. Das Gleichnis von den Zehn Jungfrauen wird um das Thema des Bräutigams entwickelt: „Was bist du sorglos, meine arme Seele?... Arbeite sorgfältig mit den Gaben, die dir anvertraut sind; wache und bete.“ Der Dichter mahnt uns: „Ich besitze nicht das von Tugenden brennende Licht. Den törichten Jungfrauschließe, Herr, mir Deines Mitleids Güte nicht. “ Die Mahnung folgt: „Wohlan, Gläubige, lasset willig uns mühen im Dienste des Herrn. ... Denn so werden wir das Darlehen vervielfachen ... mit guten Werken die Weisheit zieren.“
Mittwoch: „Als Er zu Sich kam ... kam Er zum Vater ...“
Der Orthros vom Mittwoch wird am Dienstag Abend gesungen.
Für den Mittwoch der Großen Woche haben die heiligen Väter der Kirche verfügt, dass der Salbung Christi mit Nardenöl oder Myron durch eine Frau im Hause Simons des Aussätzigen in Betanien gedacht werden solle. Umkehr war die Predigt der Propheten. Es wäre eine geeignete Überschrift für die Bibel, denn „Umkehr“ war auch die Rede unseres Herrn. Diese Frau, die ihre Umkehr, ihre Reue und Buße, und ihren tiefen Glauben an den Herrn offenbarte, ist uns heute immer noch Vorbild.
Am Abend wird das wunderschöne „Idiomelon der Kassia(ni)“ gesungen.
Es beginnt mit: „Herr, das Weib, das in viele Sünden gefallen, hat Deine Gottheit erkannt ... weh mir, spricht sie ... nimm an meiner Träne Bäche, Du, Der das Wasser des Meeres in Wolken emporzieht ... meiner Sünden Menge und die Abgründe Deiner Gerichte, wer wird sie erforschen, Seelenretter ... verachte mich, Deine Magd, nicht. Denn maßlos ist Dein großes Erbarmen.“
Die Liturgie der Vorgeweihten Gaben wird am Mittwoch Morgen zum letzten Mal in der Großen Fastenzeit gefeiert. Diese sehr alte Liturgieform ist eine Vesper mit den Heiligen Gaben, die am vorhergehenden Sonntag geweiht wurden.
Diese Liturgie wird während der Großen Fastenzeit jeden Mittwoch und Freitag gefeiert, damit die Gläubigen die Heilige Kommunion empfangen können. Die Liturgie ist feierlich und spiegelt die Großartigkeit und Einfachheit der Frühen Kirche wider. Während der Großen Fastenzeit wird die Göttliche Liturgie nur an Samstagen und am 25. März (Chrysostomos-Liturgie) und Sonntagen (Basilios-Liturgie) gefeiert.
Quelle: übers. aus http://www.goarch.org
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