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Freitag, 30. August 2024

Die Versuchungen sind uns von Gott zu unserem Wohl gegeben

 



Gott bedauert unsere Neigung, die uns Leid verursacht und sich gegen Seine Gebote richtet, und lässt zu, dass wir von Versuchungen heimgesucht werden, die manchmal in vielerlei Hinsicht schrecklich und fürchterlich sind, damit wir uns demütigen und uns selbst erkennen, auch wenn sie nutzlos zu sein scheinen. Und damit offenbart Er uns auch Seine Gutmütigkeit und Weisheit, wenn Er uns mit dem, das uns am schädlichsten erscheint, Gutes tut, weil wir uns in größerer Demut üben, was das wichtigste und unabdingbarste aller Dinge für unsere Seele ist. 

Da sehen wir, was für ein Gewinn aus diesen niederen Gedanken kommt. Derjenige, der vorher meinte, nichts Böses zu tun, glaubt nun, dass er der größte Missetäter der Welt und es nicht einmal Wert sei, ein Christ genannt zu werden. Natürlich hätte er nie solche demutsvollen Gedanken über sich selbst gehabt, um zu solch tiefer Demut zu gelangen, hätten ihn nicht die große Zerknirschung und diese unvergleichlichen Versuchungen und Bitternisse des Herzens dazu gedrängt, die eine Wohltat Gottes für diejenigen darstellen, die sich ihm gedemütigt hingeben, um sie zu heilen mit dieser Medizin, mit der allein Er weiß, dass sie für die Gesundheit und das Wohl unabdingbar ist. 


hl. Nikodemos der Agiorit

Auszug aus: Der Unsichtbare Kampf

Dienstag, 19. März 2019

Die Liebe Christi umgibt uns

Die Schönheit der Natur sind die kleinen „Lieben“, die uns zur großen Liebe, der Liebe Christi führen. 
Freuet euch an allen Dingen, die uns umgeben, denn durch sie werden wir unterrichtet und zu Gott geleitet.  
Es sind Tropfen der Liebe Gottes...

Um Christ zu sein, muss man das Herz eines Dichters haben...

Seliger Altvater Porphyrios

Donnerstag, 14. Februar 2019

Wann sich der Glauben lohnt - Altvater Aimilianos von Simonopetra

Wenn Gott uns überhaupt nichts zu geben scheint, und wir einem Wrack des Lebens gleichen, dann lohnt sich der Glauben. 


Wenn die Schwierigkeiten des Lebens, die Verbitterungen der Seele, die Schwächen unserer inneren Welt, der Schmerz und die Freude, uns jeder Hoffnung, ob spiritueller oder menschlicher, berauben; wenn unsere Augen in Erwartung trocken werden und dennoch am Ende nicht sehen; wenn unser vergotteter Leib, dieses ehrbare Bethaus Gottes, zu einem „Beutel im Frost“ verkommt, ein ledernes Stück, das in den Frost fiel, von Kälte versteinert und dermaßen verbleicht, dass nicht mehr erkennbar ist, ob es existiert. 
Wenn mein Leben solche Formen annimmt, dass ich denke, dass mein Dasein vertrocknet ist, dass die Liebe der Menschen, der Engel, der Heiligen mich vollkommen vergessen hat, dass ich unrettbar bin und von Gott ein wenig Belebung, ein wenig Erholung erbitte, Er mir aber überhaupt nichts gibt, fühle ich mich wie ein Wrack der Lebens; genau dann aber lohnt sich der Glauben wirklich.

Sonntag, 10. Februar 2019

Seliger Altvater Porphyrios - Demut und Liebe

 

Einmal fragte man Altvater Porphyrios:
  • Wie können heutzutage wir, die jungen Leute, das wahre christliche Dasein erleben?
  • Es ist einfach. Viele behaupten, dass das christliche Leben unangenehm und schwierig ist. Ich sage euch, dass es angenehm und einfach ist. Doch nur unter zwei Voraussetzungen: Ihr müsst Liebe und Demut besitzen.
  • Und wie können wir Demut und Liebe erwerben, Altvater?
  • Ihr müsst Christus lieben. Ihn so sehr lieben, dass ihr euch in Ihn verliebt. Die Seele, die in Christus verliebt ist, ist fröhlich und glücklich, unabhängig davon, was ihr zustößt, oder wie viele Mühen und Opfer sie diese Liebe auch kosten mag. Der liebende Mensch hält sich an die göttlichen Gebote und lässt sich nur schwer von Teufel beeinflussen. Der Raum seiner Seele ist vollends eingenommen von Christus und deswegen kann der Teufel nicht eindringen und dort hausen, auch wenn er es versucht, denn es ist kein Platz für ihn da. Die Liebe bringt auch die Demut mit sich. Diese beiden Tugenden erscheinen immer gemeinsam.

Dienstag, 5. Februar 2019

Wisdom - Worte der Weisheit - Altvater/ Elder Arsenie Papacioc †

Demut - heiliger Altvater Paisios



Die Demütigen sind den Menschen behilflich und erholen sie auf vielerlei Arten, während die Hochmütigen grundlos Aufheben um sich verursachen und sich als anstrengend erweisen. Der Altvater benutzte, um die großen Unterschiede aufzuzeigen, die zwischen den Demütigen und den Hochmütigen existieren, folgendes Beispiel: „Die Demütigen sind wie Nachtigallen, die sich in den Schluchten verstecken und in den Seelen Frieden und Freude mit ihrem süßen Gesang erwecken, sie preisen den Schöpfer der Welt Tag und Nacht. Wohingegen die Hochmütigen sich wie geschwätzige Hühner benehmen, die der Welt mit ihrem Gegacker auf den Ohren liegen, als wäre ihr Ei so groß wie unser ganzer Planet.“

aus:"Altvater Paisios sagte...", Presbyter Dionysios Tatsis,


Donnerstag, 7. April 2016

Gedanken und Unterweisungen zum Christ Sein- Seliger Justin Popovic († 1979)


Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 
 
Hier ist eine Seligpreisung, in der alles zunächst vom Menschen und erst dann von Gott abhängt; in welcher der Mensch gegenüber Gott zum Schuldner wird; in welcher der Mensch nach der Einstellung mit Gott gleichgesellt wird. Woher das? - Daher, daß keine Tugend so notwendig für den Menschen ist, wie die göttliche Barmherzigkeit. Im ganzen Leben, in allen Momenten des Daseins, ist etwa den Menschen etwas notwendiger als die Barmherzigkeit Gottes? Ja, das ganze Leben des Menschen in seiner ganzen körperlichen und geistlichen Verschiedenheit und Komplizität hängt von der sichtbaren und unsichtbaren Barmherzigkeit Gottes ab. Zum Sehen braucht das Auge des Menschen die Sonne. Scheint die Sonne etwa nicht nach der Barmherzigkeit Gottes? Zum Hören braucht das menschliche Ohr die Luft. Ist die Luft etwa nicht ein Geschenk der Barmherzigkeit Gottes? Wer von den Menschen würde die Luft schaffen, wenn es sie nicht gäbe? Was für das Auge und das Ohr des Menschen gilt, das gilt auch für seinen gesamten Körper und für alle Funktionen des Körpers. 
Und für die Seele? - Für sie gilt die gleiche Grundlage, nur weit höher und weit schärfer. Wie denkt der Gedanke und wie fühlt das Gefühl? Nur durch das Geschenk Gottes und durch die Barmherzigkeit Gottes, denn Gott schenkte der gottähnlichen Seele des Menschen die Fähigkeit zu denken und zu fühlen. Wäre es nicht so, welcher Mensch wäre imstande, die Seele zu schaffen, welche denkt und fühlt, wenn nicht ein Mensch imstande ist, auch nur ein Blatt des Veilchens oder ein Steinchen zu machen. Und das menschliche Gewissen? Ist nicht auch dies ein Geschenk, das den Menschen durch die äußerste Barmherzigkeit Gottes gegeben wurde? In einem Wort: der ganze Mensch steht und besteht durch die Barmherzigkeit Gottes. Das empfindet jeder Mensch, der sich auch nur im geringsten ernsthaft in das rätselhafte Geheimnis des menschlichen Lebens auf der Erde vertieft. Daher wird in der fünften Seligpreisung vom Menschen auch verlangt, daß er sein Verhältnis gegenüber den Menschen nach dem Gesetz der göttlichen Barmherzigkeit definiert. Der Mensch besteht und lebt nach der Barmherzigkeit Gottes und von der Barmherzigkeit Gottes.


 Westeuropa und der Wandel zum Humanismus
In Westeuropa ist das Christentum nach und nach in den Humanismus umgewandelt worden. Über einen langen Zeitraum und beharrlich hat der Gott-Mensch stetig an Bedeutung verloren. Er wurde verändert. Er wurde eingeschränkt und letztlich auf das bloß Menschliche reduziert: Auf den „ unfehlbaren“ Menschen in Rom und auf die gleichermaßen „ unfehlbaren“ Menschen in London und Berlin.
Auf diese Art und Weise ist das Papsttum entstanden, nämlich indem es Christus alles Wesentliche wegnahm, wie es gleichermaßen im Protestantismus geschehen ist.
Wenig  nach Christus fragen und sehr oft nicht einmal das. Sowohl im Papsttum wie auch im Protestantismus hat das  schlicht Menschliche  den Gott-Menschen  ersetzt, sowohl als höchsten Wert als auch höchstes Kriterium.
Das Wirken und die Lehren des Gott-Menschen wurden gründlichen und bedauerlichen Veränderungen unterzogen. Das Papsttum hat sich beständig und nachhaltig darum bemüht, den göttlichen Menschen durch einen Sterblichen zu ersetzen, bis schließlich der Gott-Mensch Christus durch das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes ( eines Sterblichen) ein für allemal durch einen kurzlebigen „unfehlbaren“ Menschen ersetzt wurde. Denn diesem Dogma zufolge wurde der Papst endgültig und eindeutig als höher stehend verkündet - nicht nur allen Menschen, sondern auch den Aposteln, den heiligen Vätern und den heiligen ökumenischen Konzilien gegenüber.
Durch derartige Abweichung vom Gott-Menschen Christus, von der ökumenischen Kirche, hat das Papsttum sogar Luther, den Begründer des Protestantismus übertroffen.
Aus diesem Grunde sollte der erste radikale Protest, der im Namen des Humanismus gegen den Gott-Menschen Christus und seinen göttlich-menschlichen Leib - die Kirche - artikuliert wurde, im Papsttum und nicht im Luthertum gesehen werden.
Das Papsttum ist in der Tat die älteste Form des Protestantismus.


  

--Seliger Justin Popovic

Freitag, 1. April 2016

Einige Geistliche Unterweisungen- hl. Altvater Paisios vom Berg Athos


Biene und Fliege 
Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, daß das Leben der Menschen in zwei Kategorien einzuteilen ist. Es gibt keine dritte: Entweder gehört der Mensch zur ersten oder zur zweiten. Die eine Kategorie der Menschen ist einer Fliege ähnlich. Eine Fliege ist dadurch charakterisiert, daß sie sich immer auf Schmutziges setzt. Zum Beispiel, wenn es viele süßduftende Blumen gibt und irgendein Tier macht eine Ecke im Garten schmutzig, wird sie durch den schönen Garten fliegen, ohne sich auf irgendeine der Blumen zu setzen. Erst wenn sie die Ausscheidungen sieht, wird sie geradewegs herunterkommen und anfangen, darin zu graben. Sie genießt den Gestank, der dann durch das Aufwühlen entsteht, und kann sich davon nicht losreißen. Wenn sie die Möglichkeit hätte zu sprechen und ihr sie fangen und fragen würdet, ob sie wisse, wo die Rosen im Garten seien, würde sie antworten, daß sie nicht wisse, was das sei. Sie würde sagen: tIch weiß, wo es Senkgruben, Toiletten, Tierexkremente, Schmutz gibt...! Genauso ist es im Leben, wo es Menschern gibt, die einer Fliege ähneln. Das ist die Kategorie von Menschen, die gelernt haben, über alles negativ zu denken und überall das Schlechte zu entdecken, wobei sie all das Gute nicht bemerken und es ignorieren. 
Die andere Kategorie der Menschen ähnelt einer Biene. Die charakteristische Eigenschaft einer Biene besteht darin, daß sie etwas Schönes und Süßes findet und sich darauf setzt. Nehmen wir zum Beispiel an, daß jemand in einem schmutzigen Raum eine Vase mit Blumen aufgestellt hat. Wenn eine Biene hineinfliegt, wird sie an allem Schmutzigen vorüberfliegen und sich nirgendwo niederlassen, solange sie nicht eine Blume gefunden hat und sich auf sie setzt. Wenn ihr diese Biene fangen und sie fragen würdet, wo Abfall und Senkgruben seien, würde sie antworten, sie habe nichts dergleichen bemerkt, doch es gab gewiß Hortensien, Rosen, und weiter hinten gab es noch mehr Rosen und dann Veilchen, und dort drüben war Honig, und an dieser Stelle Zucker...
 Es wird sich herausstellen, daß sie eine Kennerin alles Guten ist und keine Ahnung von etwas Schlechtem hat. Genauso gehört der Mensch entweder zur Kategorie der Fliege oder der Biene.
 Der Altvater kam zu folgendem Abschluß: Wenn mich Menschen besuchen und andere anklagen, gebe ich ihnen dieses Beispiel und lege ihnen nahe zu wählen, zu welcher Kategorie sie gehören und gleichfalls festzustellen, zu welcher Kategorie die Menschen gehören, die sie anklagen. 

Beispiele guter und schlechter Gedanken 
Einmal kam ein Junge, ungefähr 17 Jahre alt, und klopfte an die Tür, so daß ich sie öffnete. Ich trat heraus und näherte mich dem Zaun. - "Ich möchte Vater Paisios sehen", sagte er. Ich sagte ihm, um seine Neigung zu prüfen: "Er ist nicht hier. Er ist nach Kariés gegangen, um Zigaretten zu kaufen." - "Nun gut, dann werde ich auf ihn warten", antwortete der Junge, der stets gute Gedanken im Kopf hatte. - "Geh!", sagte ich ihm, "warum willst du denn auf ihn warten?" - "Nein, Vater, ich möchte ihn sehen!", beharrte der Junge. Er hatte eine gute Veranlagung, und ich konnte ihn nicht durcheinanderbringen, trotz der Tatsache, daß ich ihn lange quälte. Er akzeptierte keinen schlechten Gedanken. Er hatte eine gute Seele. Einmal kam ein Mann, der keine guten Gedanken hatte, mich besuchen, damit ich ihn als Novizen aufzunehme. - "Ich habe hier keine Novizen. Zuerst wegen der vielen Menschen, die hier als Kellner arbeiten wollen und dabei irgendeinen Gewinn machen möchten, aber nicht als Mönche, denen es um das Geistliche geht. Zweitens, da ich nun schon viele Jahre Mönch bin, habe ich ein bißchen was Gutes angesammelt, genauso aber auch einige Schwächen, die ich noch nicht losgeworden bin. Und wenn Sie hierher kämen _ sagte ich ihm _ dann würde Ihnen sogar das Gute (Fasten, Nachtwachen, Gebet usw.) schaden, denn Sie wären nicht in der Lage, es zu befolgen, und meine Schwächen werden Ihnen auch schaden, denn Sie würden sie nicht ertragen können. Deshalb werde ich Sie nicht akzeptieren." Nachdem er das gehört hatte, begann er andere Klöster aufzusuchen.
Nach einigen Tagen, als ich im Garten war und zwei Tomaten mit etwas trockenem Brot aß, begann ich über die segensvollen Taten Gottes nachzudenken, die Er für mich vollbracht hat. Ich begann Gott zu danken, daß Er mir solch ein wunderbares Haus an diesem schönen Ort gegeben hatte, um das mich viele Reiche beneiden würden, denn sie könnten wünschen, solch ein Häuschen für ihre Freizeit zu haben. Ich dachte, daß das nun mein Haus sei, ohne daß ich dafür Miete bezahlen muß, für die, um sie aufzubringen, andere Menschen hart zu arbeiten hätten. Außerdem habe ich meine tägliche Nahrung, und um sie zu haben, muß ich nicht in der Fabrik arbeiten wie viele andere. Daß ich an einem heiligen Ort lebe, wo es so viele gute Brüder gibt. Als ich an all das dachte, wurde ich von solcher Zerknirschung wegen meiner Dankbarkeit für diese großen göttlichen Segnungen erfüllt, daß ich zu weinen begann und nicht mehr weiteressen konnte. Als ich in solch gerührter Verfassung war, kam der junge Mann, der mich ein paar Tage zuvor gefragt hatte, ob ich ihn als Novize akzeptieren würde, hinauf an den Zaun. Damit er mich nicht weinen sähe, ging ich sofort in mein Kellion, wusch mein Gesicht und brachte mich in Ordnung, dann ging ich zur offenen Tür. Offensichtlich von dieser Verzögerung in Versuchung geführt, sagte er zu mir: "So ist das also, he?! Und dich hält man für einen Asketen? Du hast Fleisch gegessen, und als du mich gesehen hast, bist du sofort verschwunden, damit ich dich nicht sehe. Jetzt habe ich begriffen, was du in Wahrheit bist!" Durch solch eine Anschuldigung verblüfft, lachte ich und versuchte mich nicht zu rechtfertigen. Ich war nur erstaunt darüber, wie leicht er für schlechte Gedanken den Weg freimachte. 
Der Altvater sagte: Laßt uns niemals jemanden verurteilen. Wenn wir sehen, daß jemand eine Sünde begeht, laßt uns weinen und Gott bitten, ihm zu vergeben. Wenn wir die Fehler der anderen verurteilen, bedeutet das, daß unser geistlicher Blick noch nicht gereinigt ist. Derjenige, der seinem Nächsten hilft, empfängt Hilfe von Gott. Derjenige, der ihn mit Neid und Bosheit verurteilt, hat Gott als seinen eigenen Richter. Laßt uns keinen richten. Laßt uns jeden für einen Heiligen halten und uns selbst für Sünder. Man kann den Nächsten nicht nur durch Worte, sondern geistig und durch die innere Einstellung des Herzens verurteilen. Die innere Einstellung färbt unsere Worte und Gedanken. Auf jeden Fall ist es  besser, in unseren Überlegungen zurückhaltend zu sein, um nicht in das Verurteilen zu fallen. Mit anderen Worten, laßt uns vermeiden, uns dem Feuer zu nähern, andernfalls werden wir uns verbrennen oder uns am Rauch vergiften. Es ist besser, uns selbst zu richten und aufzuhören, an den Fehlern der anderen interessiert zu sein.^ Und bei anderer Gelegenheit: Man sollte niemals, auch nicht unter den schlimmsten Umständen, einem negativen Gedanken gestatten, in unsere Seele einzudringen. Der Mensch, der unter allen Umständen die Neigung zu guten Gedanken bewahrt, wird stets gewinnen; sein Leben wird ein ständiges Fest sein, denn es wird immer auf gutem Denken basieren.

Quelle: "Altvater Paisios vom Berg Athos - Der hesychstische Weg des Friedens", Zusammengestellt von Bischof Alexander (Mileant), Johannes A. Wolf und Christos V.M. Tagarakis

Samstag, 24. Mai 2014

Seid dankbar!



Kinder! denkt daran, daß Jesus Christus euch so liebt, daB Er euch jedes Jahr mehrmals zusammenruft zu Seinem göttlichen und lebenspendenden Mahl, bei dem Er euch als Speise Seinen Göttlichen, reinsten Leib und als Trank Sein göttliches, reinstes, lebenspendendes Blut reicht, damit ihr leben und gesund bleiben sollt, nicht nur
vorübergehend hier auf der Erde, sondern auch ewig im Himmel, ohne Ende. So seid Eurem Schöpfer und Retter für solche grenzenlose Liebe euch und euren Eltern sowie euren Geschwistern und allen Menschen gegenüber sehr, sehr dankbar.

(Hl Johannes v. Kronstadt)

Freitag, 11. April 2014

Langeweile



Ich meine, auch im kommenden Jahrhundert werden sich die Menschen zu beschäftigen wissen. Langeweile ist Sache nur einiger sozialer Schichten, und zwar vorzugsweise in den wohlhabenden Ländern. Anzunehmen, daß mit dem Eintritt eines neuen und dem Ende dieses Jahrhunderts die Probleme in der Welt weniger zahlreich werden, dürfte etwas naiv sein. 

Die Geschichte kennt etliche Gesellschaften, die alles erreicht und alle Schwierigkeiten und Widersprüche überwunden zu haben glaubten. Aber gerade in diesem Augenblick begann für sie die eigentliche Krise. Nicht von ungefähr heißt es in der Bibel: "Wenn sie sagen werden: 'Frieden und Sicherheit', wird sie das Verderben unversehens ereilen..."(1 Thess. 5,3). 
Rational wird das Wesentliche bis zuletzt unerkannt bleiben: der eigentliche Sinn menschlicher Existenz, sein Anteil an der Ewigkeit, seine Beziehung zu Gott und in bestimmtem Maße zu anderen Menschen.
Im Verständnis dieser Bezüge des persönlichen Lebens können wir nur mit zunehmender Information, äußerer Lebenserfahrung und wissenschaftlicher Erkenntnisse wachsen. Nie aber werden wir sagen können, daß wir alles erkannt haben. Als Christ und Hirte glaube und weiß ich, daß die Antwort auf diese Fragen der Menschen allein der Herr offenbaren kann.

Patriarch Aleksij II.

Donnerstag, 10. April 2014

WÖRTER DES EHRW. AMVROSIJ VON OPTINA

Amvrosij (Ambrosius)
Seelenführer für Ratsuchende († 1891)

Ratschläge und Unterweisungen, die der Starez Amvrossi denen gab, die im Glauben zu ihm kamen, erteilte er bald im persönlichen Gespräch, bald mitten unter den Versammelten, zumeist in schlichter Form als einfache Sentenz, oft mit einem Scherz gepaart. Grundsätzlich gilt für diesen Starzen von Optina, dass er seine erbaulichen Reden mit einem humorvollen Unterton würzte.

"Wie soll man leben?" hörte der Starez von allen Seiten. Nach seiner Gewohnheit antwortete er aphoristisch:
"Leben heißt:
das Nichtige lassen,
niemanden verurteilen,
niemanden verärgern
und allen Ehrerbietung erweisen."

Der Ton seiner Rede entlockte leichtfertigen Zuhörern oft ein Lächeln. Sobald sie aber ernsthaft darüber nachdachten, erkannten sie bald den tief verborgenen Sinn. "Das Nichtige lassen" will sagen, dass sich das Herz nicht den vermeidbaren Schmerzen und Misserfolgen aussetzen, sondern vielmehr der einzigen Quelle ewiger Seligkeit zuwenden soll; dadurch wird der Mensch trotz den zahllosen und unterschiedlichen Unbilden zur Ruhe kommen, sich mit ihnen aussöhnen oder abfinden. "Nicht verurteilen", "nicht verärgern": Was ist unter den Menschen so weit verbreitet wie Verurteilung und Ärgernis, diese Abkömmlinge verderblichen Hochmuts. Sie allein genügen schon, um die Seele eines Menschen in den Abgrund der Hölle zu stoßen. Dies umso mehr, als sie zumeist nicht als Sünde erkannt werden.

"Allen Ehrerbietung erweisen". Dies verweist auf den Rat des Apostels: Einer achte den anderen höher als sich selbst (Röm. 12,10). Wenn wir alle diese Gedanken zusammenfassen, erkennen wir, wie der Starez durch solche Belehrungen im Grunde genommen zur Demut rät, ist sie doch die Grundlage des geistlichen Lebens, die Quelle aller Tugenden, ohne die man nach der Lehre des hl. Johannes Chrysostomos nicht gerettet werden kann.

Auf die dem Starzen vorgelegte Frage "Wie soll man leben?" hat er zuweilen auch anders geantwortet: „Lebe, ohne zu heucheln, beispielhaft, dann ist es schon recht, sonst aber schlecht".
Oder auch so: "Leben kann man auch in der Welt, nur nicht närrisch, sondern still und gesammelt". In solchen Worten legte der Starez nahe, wie sehr man Demut erwerben müsse.
"Wir sollten auf der Erde so leben, wie sich ein Rad dreht. Es berührt immer nur in einem Punkt die Erde und der übrige Teil des Rades strebt wieder nach oben. Wir aber legen uns auf die Erde und haben Mühe aufzustehen".
Und noch einmal die Demut betreffend: "Um im Kloster zu leben, braucht man nicht nur eine Fuhre Geduld, sondern einen ganzen Tross". Andermal sagte er: "Um Nonne zu werden, muss man entweder aus Eisen oder aus Gold sein". Väterchen erklärte dann: "Aus Eisen meint große Geduld haben, aus Gold - große Demut".
"Wenn dich jemand beleidigt, lass es niemanden außer den Starzen wissen, und du wirst still werden. Grüßen solltest du alle, ohne dir Rechenschaft darüber abzulegen, ob man deinen Gruß beantwortet oder nicht. Demütigen soll man sich vor allen und sich schlechter halten als sie. Wenn wir Verfehlungen der anderen nicht getan haben, kann das daran liegen, dafür keine Gelegenheit gehabt zu haben, Situation und Umstände waren andere. In jedem Menschen gibt es etwas Gutes und Schönes; gewöhnlich sehen wir aber in den Menschen nur das Lasterhafte und nichts Gutes".

Einmal sagte der Starez: "Gott sucht mit seinem Erbarmen nur die Demütigen heim". Nach kurzem Schweigen fügte er plötzlich hinzu: "Seit bereit, denn ihr wisst weder Stunde noch Tag". Wenige Minuten später erfuhr er vom Tod eines Novizen im Skit (Alexej von Kronstadt).
Ohne Demut, bekräftigte der Starez, könne niemand gerettet werden ... 


Archimandrit im Schima Agapit (Belowidow), 
„Das Wesentliche finden, Nichtiges lassen!“, Stimme Nr. 2, 1995/, http://www.russische-kirche-l.de/

Montag, 7. April 2014

Die Größe der Kirche



„Eine solche Größe hat die Kirche, so dass sie siegt, wenn sie bekämpft wird und die Feinde überwindet und umso herrlicher wird, wenn sie gelästert wird.“

hl Johannes Chrysostomos

Glauben ist ein Gottesgeschenk


...Durch diesen Satz: "was der Vater mir gibt", zeigt der Herr dass es kein Zufall ist, 
wenn jemand an Christus glaubt, und dass dieser Glaube nicht durch menschliche Gedanken zur Vollendung gebracht wird. Es bedarf der Offenbarung vom Himmel her und es bedarf einer Seele, die gewillt ist, die Offenbarung anzunehmen.


(Hl Johannes Chrysostomus)

Samstag, 5. April 2014


Ein Mensch, der Christus mit einsamer Trauer nachfolgt, ist größer als derjenige, 
der Christus in der
Versammlung der Menschen lobpreist.

Hl Isaak der Syrer

Freitag, 21. März 2014


Beobachte streng das Auftreten des Stolzes: Er tritt unmerklich hervor, besonders im Gekränktsein und der Reizbarkeit gegenüber anderen aus geringsten Gründen.

hl Johannes von Kronstadt


Montag, 17. März 2014

Auf dem Weg vom Nichtsein zum Allsein...




Auf dem Weg vom Nichtsein zum Allsein wandert der Mensch durch Gottes 
übernatürliche Mysterien, die gekleidet sind in wundersame Formen der  geschaffenen Materie und des Geistes. Je weiter er sich entfernt vom Nichtsein  und sich dem Allsein nähert, desto mehr hungert ihn nach Todlosigkeit und  Sündelosigkeit, desto mehr dürstet ihn nach Wandellosigkeit und Ewigkeit. Doch die  Sünde zieht ihn tyrannisch zurück zum Nichtsein und beraubt die Seele gierig durch den 
Tod. Die ganze Weisheit des Lebens besteht darin, das Nichtsein zu besiegen, innen und  aussen, und zur Gänze einzutauchen in das Allsein. 

hl Justin von Celije

Sonntag, 16. März 2014

Durch das Denken kommt kein Glauben


"Wenn du eine Stadt noch nicht gesehen hast und an sie denkst: durch das Denken erlebst du sie nicht. So auch bei Gott und dem Göttlichen: durch Denken und Theologisieren erlebst du sie nicht. 
Es ist wie beim Gold: wenn du es nicht spürbar besitzest, spürbar in Händen hältst und spürbar siehst, magst du tausend mal den Begriff 'Gold' im Verstand haben, du besitzest und siehst darum doch überhaupt kein Gold. Ebenso magst du tausendmal über die göttlichen Schätze nachdenken - wenn du das Göttliche nicht erlebst, nicht mit geistigen, überverständlichen Augen schaust, so siehst du weder noch hast du noch besitzest du etwas Göttliches in Wahrheit." 

hl Gregorios Palamas

Samstag, 15. März 2014

Die heutigen Menschen leben mit großem Kummer, 
auch wenn sie alles besitzen.   
Ihnen  fehlt  Christus.  
Darum hat   der  Kummer   sie   in  seiner Gewalt.

Altvater Paisios von Athos

Dienstag, 11. März 2014


In allen deinen Werken sollst du ein reines und gutes Gewissen haben... die Rechtfertigungen eignen sich nicht für die Christen.

hl Isaak der Syrer