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Donnerstag, 29. August 2024

Lehrreiche Vision über den geistigen Kampf des heiligen Ephraim von Philotheou (od. Arizona)

 


Meine lieben Kinder, in diesen Tagen habe ich irgendwann etwas gesehen, und ich möchte es euch erzählen. Ich denke, es ist ziemlich symbolisch, dass ich das gesehen habe. So wie eine Mutter ein neugeborenes Kind in ihren Armen hält und es gepuckt in ihren Armen hält, so sah ich mich selbst ein kleines Kind halten, ein Baby, das in ein Tuch gewickelt war, und ich hielt es so in meiner rechten Hand in meinen Armen, ganz fest, und ich fühlte zu diesem Kind viel Liebe, also als wären wir sehr vereint. Manchmal empfand ich es wie ein kleines Mädchen, manchmal wie ein Vögelchen. So empfand ich es.

Und ich hatte vor, einen Weg zu gehen. Dies war ein schwieriger Weg. Es ging bergauf und bergab, viele Schwierigkeiten gab es, aber ich musste definitiv diesen Weg gehen, dieses Kind in meinen Armen haltend, um es zu retten, um es zu seinem Ziel zu bringen. Als ich diese Straße entlangging, begegnete ich Räubern, böswilligen Menschen. All diese Leute hatten ihre Augen mit viel Bosheit auf das gerichtet, was ich in meinen Händen hielt. Sie dachten darüber nach, wie sie es mir wegnehmen, töten oder vergiften könnten. Ich, der ich sie mit all ihrer Bosheit sehe, halte sie fest, um mich nicht zu verlassen, sie mir nicht wegzunehmen, nicht um sie zu töten.

Als ich dann den Weg entlangging, fühlte ich auch, wie in einem Halbkreis hinter mir, ich fühlte einen Schutz, ich fühlte, dass Bewaffnete mich bewachten, mich beschützten. Deshalb kamen diese Räuber trotz ihres schlechten Vorsatzes und ihres Einsatzes nicht in meine Nähe, um mir das zu entreißen, was ich in der Hand hielt. Und in einem Augenblick, als ich dort entlang ging, sah ich einen Drachen, wie er auf der Ikone des Heiligen Georg abgebildet ist. Mit Flügeln, einem krokodilartigen Kopf und dergleichen und er war bereit, sich auf mich zu stürzen, um mir zu schnappen, was ich hatte. In diesem Moment sehe ich von meiner rechten Seite aus eine Hand mit einer großen Lanze, die das Tier in seinen Bauch spieß.

Und nachdem sie es aufgespießt hatte, kam aus dem Maul des Tieres das Gift wie bei einem Wasserhahn, es spuckte es aus. Nachdem diese Hand die Lanze herausgezogen hatte, erhob es sich, machte zwei oder drei Schritte, fiel hin und starb. Dann ging ich voran und hielt das Kind sehr fest, manchmal wie ein kleines Mädchen, manchmal wie ein Vogel kam es mir vor, in die Tücher gewickelt, und nachdem ich durch alle Schwierigkeiten gegangen war und mich entspannt hatte und mich wohl fühlte, dass wahrscheinlich alle Schwierigkeiten überwunden waren, dann wieder wollte ich sicher sein, dass ich es hielt, und ich sah, dass ich es hielt, und ich fühlte sogar seine Füßchen und sah, dass ich es tatsächlich hielt, ich hatte nun alles überwunden.

Als ich zu mir kam, wurde ich innerlich unterrichtet, dass dieses Kind meine Seele repräsentierte oder die Seele eines jeden Menschen, jedes meiner geistlichen Kinder, das ich verantwortungsvoll übernommen habe. Wahrlich, das ist der Weg zu Christus, um dieses höchste Ziel zu erreichen, in diesem Leben muss man diesen schwierigen Weg gehen. Sowohl in der Natur des Weges als auch in den imaginären Räubern, die Wachen halten und Fallen, Hinterhalte und so viele andere Dinge aufgestellt haben, um jeden Wanderer zu fangen, jeden Christen, der diesen Weg geht, der ihn zu Christus führt.

Sie sind auch diese Dämonen, sie sind wie Zollstationen, so wie jede Seele eines Tages durch die Zollstationen gehen wird, um zu Christus zu gelangen, so durchlaufen wir hier unten diesen Zollstationen, diesen Versuchungen, diesen Dämonen, und wenn der Mensch, der Christ, diese passiert, muss er daran glauben, dass er auch die anderen passieren wird, wenn er an diesen Dämonen vorbeigeht. Ich meine, lass dich hier unten nicht von irgendeiner Leidenschaft gefangen nehmen. Gib keiner Sünde nach, die dann so schwer auf der Seele lastet, dass sie aus eigener Verantwortung erliegt und sich ergibt. Die Fallstricke sind vielfältig. 


Donnerstag, 20. Juni 2024

 HEILIGER EUMENIOS DER JÜNGERE (SARIDAKIS)



LAMBROS K. SKONZOU 


Theologe – Professor


Ein immerwährendes Wunder unserer Kirche ist die Hervorbringung von Heiligen, denn dies ist letztlich auch ihre Aufgabe, Sünder in Heilige zu verwandeln. In ihrer zweitausendjährigen Geschichte gibt es keine Epoche, in der sie keine Heiligen hervorgebracht hätte. Ein besonderes Wunder ist das Erscheinen einer Vielzahl von Heiligen selbst in unserer Zeit, in der das Böse im Überfluss vorhanden ist, die Sünde zugenommen hat und die Welt sich in einem beispiellosen moralischen und spirituellen Niedergang befindet. Aber „wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade überströmend geworden“ (Röm 5,20), so Apostel Paulus. Im turbulenten 20. Jahrhundert ist eine Vielzahl von Heiligen entstanden, darunter der heilige Eumenios der Jüngere (Saridakis), ein wahrhaft seliger und geheiligter Mensch, der kürzlich kanonisiert wurde.


Der geheiligte Altvater wurde am Neujahrstag 1931 im Dorf Ethia Monofatsiou in der Präfektur Heraklion auf Kreta geboren. Er stammte aus einer großen und armen Familie. Seine Eltern waren einfache und arme, aber gläubige Menschen. Der Name seines Vaters war Georgios und der Name seiner Mutter war Sophia, und er war das achte Kind in der Familie und sein Taufname war Konstantinos.


Seine Kindheit war sehr schwierig, er erlebte Armut und Waisenschaft. Als er zwei Jahre alt war, erkrankte sein Vater und starb. Er hinterließ eine Witwe und acht verwaiste und schutzlose Kinder, die in unbeschreiblicher Armut aufwuchsen. Dieser heldenhaften und treuen Frau gelang es mit ihrem Glauben an die Vorsehung Gottes, ihren Gebeten an die Gottesmutter und ihrem übermenschlichen Kampf, das Überleben ihrer Familie zu sichern, ihre Kinder großzuziehen, ihnen gleichzeitig Frömmigkeit zu vermitteln und einen tiefen Glauben an Gott in ihnen zu verwurzeln.

Schon als kleines Kind zeigte Konstantin seine besonderen Gnadengaben, unerschütterlichen Glauben an Gott und Respekt vor seiner geliebten Mutter. Er besuchte häufig die Dorfkirche, half dem Priester, betete inbrünstig und ehrfürchtig und hielt, ohne zu klagen, wie ein Erwachsener alle Fastenzeiten des Jahres ein. Er zeigte eine besondere spirituelle Reife und gleichzeitig eine paradoxe und herzliche Liebe zum Mönchtum. Als Jüngling in der Reifezeit äußerte er dann den Wunsch, ein Mönchsleben zu führen. Einmal enthüllte er später: „Ich selbst trat mit siebzehn Jahren ins Kloster ein. Ich lebte sechzehn Jahre lang in meinem Dorf. Ich liebte Gott, natürlich, und dachte oft darüber nach, Mönch zu werden. Eines Tages sagte der Priester zu mir: „Komm, ich mache aus dir einen Neokoros (Tempelwärter).“ Ich stimmte zu. Morgens und abends zündete ich die Ölkerzen an, außerdem las ich bereits viel, ich las alle Bücher, die ich finden konnte. Am Neujahrstag 1944 ging ich nachmittags hin, zündete die Ölkerzen in der Kirche an und ging dann nach Hause. Meine Schwester Eugenia war da. Wir aßen Xerotigana, Pfannkuchen und Nudeln. Während wir aßen, sah ich plötzlich ein grelles Licht wie ein Blitz, dass mich blendete und tief in die Tiefen meiner Seele eindrang. Und sofort rief ich Eugenia zu: „Eugenia, ich werde Mönch.“


Im Alter von nur 17 Jahren erfüllte er sich seinen großen Jugendwunsch. Er trat in das Heilige Kloster Agios Nikitas im Süden Kretas ein, wo er als Novize aufgenommen wurde, wobei er übermäßigen Eifer für das engelhafte klösterliche Leben zeigte und sich mit großer Genauigkeit an die Regeln des Klosters hielt. Nach der dreijährigen erfolgreichen Probezeit erhielt er etwa im Alter von zwanzig Jahren die Mönchsweihe und den Namen Sophronios. Mit Erlaubnis des Abtes besuchte er in den Sommermonaten immer wieder den Berg Athos, um das Mönchtum der Agioriten kennenzulernen und spirituelle Menschen zu treffen.


Am 24. Januar 1954 wurde er in den Wehrdienst einberufen. Er diente in Megalo Pefko in Attika und legte mit großem Bedauern vorübergehend seine Mönchskutte ab.


Schon bald zeigte er sein wohlwollendes Wesen und gewann die Sympathie und den Respekt seiner Vorgesetzten und Mitdienenden.

Doch leider erkrankte er während dieser Zeit an der Infektionskrankheit Lepra, der sogenannten Hansen-Krankheit, wie sie wissenschaftlich genannt wird, die damals noch schwer zu heilen war und viele Menschen befiel. Abgesehen von den Schmerzen und dem schrecklichen Juckreiz tötet sie das Gewebe ab und entstellt die Patienten schrecklich. Darüber hinaus ist sie hoch ansteckend. Aus diesem Grund wurde er aus der Armee entlassen und in das Krankenhaus für Infektionskrankheiten von Athen in Agia Varvara Ägaleo, Attika, eingeliefert, wo er zusammen mit den anderen Leprapatienten behandelt und in der Einrichtung verharren musste, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Sophronios ertrug mit bewundernswertem Mut und Gottesglauben seine schmerzhafte Prüfung und zeigte Geduld während der obligatorischen Isolation in der Einrichtung, abgeschnitten von seiner Familie und seinem sozialen Umfeld. Aber seine innigen Gebete und der erfolgreiche Krankenhausaufenthalt hatten ein glückliches Ergebnis: Er wurde vollständig von der Krankheit geheilt, ohne dass sie irgendwelche körperlichen Mängel oder Spuren hinterließ.


Sein Aufenthalt im Lepra-Krankenhaus und sein Kontakt mit menschlichem Leid weckten in ihm den Wunsch, in der Einrichtung zu bleiben und seinen Mitmenschen, die an dieser schrecklichen Krankheit litten, so gut er konnte zu helfen; seine Dienste den kranken Aussätzigen anzubieten, als „seinen Leuten und Freunden“, wie er zu sagen und zu meinen pflegte, da diese unglücklichen Menschen außer der schmerzhaften Krankheit auch soziale Ablehnung erfuhren. Ihre Verwandten ließen sie dort zurück, aus Angst vor einer Übertragung des gefährlichen Virus, aber auch wegen ihrer schrecklichen körperlichen Missbildungen. Dieser Mann Gottes betrachtete seine kranken Mitmenschen als Bilder Gottes, die wir ehren und denen wir dienen müssen. Darüber hinaus fühlte er sich als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Gott für seine eigene Heilung dazu verpflichtet, diesen unglücklichen Menschen zu dienen.

Die Verwaltung der Einrichtung nahm seine Bitte an und gewährte ihm eine kleine Zelle neben der Kapelle des Krankenhauses, die den heiligen Anargyri (die heiligen Geldverächter) geweiht war. Dort lebte er allein, betete, half und tröstete die Patienten.


Als das Leprakrankenhaus von Chios geschlossen wurde, kam Nikephoros Tzanakakis, der spätere Heilige Nikephoros der Aussätzige, blind, fast gelähmt und entstellt, aber voller tiefem Glauben an Gott und seltener Tugenden in das Athener Leprakrankenhaus. Sophronius mochte ihn, schätzte ihn und stellte sich in seinen Dienst. Die beiden Männer verband bald eine seltene brüderliche Freundschaft, und Sophronius ernannte Nikephoros zu seinem geistigen Vater, bis der Zweite einschlief (4. Januar 1964).

1975, im Alter von 44 Jahren, wurde Sophronios auf dem Namen Eumenios zum Presbyter geweiht und zum Priester des Athener Krankenhauses für Infektionskrankheiten ernannt. Sein Eintritt in das Priestertum war für ihn ein besonderes Erlebnis und ein Segen. Als Priester wurde er zum geistlichen Beichtvater der Kranken, aber auch tausender Gläubiger, die ihn, als seine geistliche Reife bekannt wurde, in der Krankenhauskapelle und in seiner bescheidenen Zelle aufsuchten. Im Laufe der Zeit wurde der charismatische Altvater immer bekannter, sowohl im Attikabecken als auch anderswo, und Tausende strömten zu ihm, um zu beichten, tröstende Worte zu hören und geistlichen Nutzen zu ziehen. Sie schätzten besonders seine Demut, seine Freundlichkeit, seine Sanftmut und das aufopferungsvolle Beispiel seines Lebens. So ist die Kapelle der heiligen Anargyri des Krankenhauses zu einem wichtigen Zentrum der Beichte wie auch spiritueller, pastoraler, katechetischer und missionarischer Arbeit in West-Attika geworden.


Der heilige Altvater empfing jeden mit Freundlichkeit und Liebe, redete mit den Menschen stundenlang unermüdlich, belehrte und unterstützte sie. Tausende, Kleriker und Laien, Kranke und Gesunde, fanden in seiner Nähe eine spirituelle Oase, einen festen Zufluchtsort. Er war ein wahrer gütiger Geistlicher, der sie tröstete und von den schweren Bürden des Lebens entlastete.

Und nach den stundenlangen Besuchen betete er in seiner bescheidenen Zelle weiterhin inbrünstig für die Erlösung und Hilfe der Kranken, seiner Besucher und aller Menschen und empfand es als seine grundlegende Verpflichtung, für die gesamte Menschheit und insbesondere für die Leidenden zu beten. Seine Gebete erstreckten sich bis in die frühen Morgenstunden und beschränkten die Ruhe- und Schlafstunden auf ein Minimum.


Gleichzeitig lebte er selbst als Asket, hielt sich strikt an die klösterlichen Regeln, betete unaufhörlich, fastete und unterwarf sich einem strengen asketischen Programm, von dem er nie abwich, er vernachlässigte niemals seinen persönlichen Kampf. Der heilige Porphyrios von Kavsokalyvia, der als Priester in der Poliklinik in Athen diente, sagte über den Altvater Eumenios: „Geht und empfangt den Wunsch des Altvaters Eumenios, denn er ist der verborgene Heilige unserer Tage. Alle zweihundert Jahre findet man jemanden wie den Altvater Eumenios!“

Seine strenge Askese und sein mühsamer spiritueller und physischer Dienst in der Einrichtung zermürbten ihn körperlich. Er erkrankte und wurde für einen langen und schmerzhaften Krankenhausaufenthalt in das Evangelismos-Krankenhaus von Athen eingeliefert. Zwei Jahre lang lag er auf der Station 653 im 6. Stock des Krankenhauses. Er verwandelte sein Leidenszimmer in eine Klosterzelle, in der er trotz seiner schmerzhaften Krankheit und oft im Bett liegend seine monastischen Gebote, die 24-Stunden-Gebete und Gottesdienste, treu ausführte. Das medizinische und pflegerische Personal umarmte ihn mit Liebe und Respekt und erkannte in ihm einen tugendhaften und heiligen Mann. Viele Patienten erfuhren über seine Anwesenheit dort und besuchten ihn, um seinen Segen und seine Unterstützung für ihre eigenen Probleme zu erhalten. Sein Krankenzimmer war zu einem Treffpunkt für viele Menschen geworden, was zu Überfüllungsproblemen auf dieser Station führte. Aber das Krankenhauspersonal war tolerant, da es wusste, dass sich die Begegnung der Patienten mit dem heiligen Altvater positiv auf ihre Behandlung auswirkte.


In den letzten zweiundzwanzig Tagen seines irdischen Lebens begann sich sein Gesundheitszustand zu verschlechtern und alles deutete auf seine baldige Entschlafung hin. Er war ins Koma gefallen und konnte weder sprechen noch sich bewegen. Alle seine lebenswichtigen Organe, einschließlich Nieren, Herz und Leber, funktionierten nicht mehr. Die Ärzte unterzogen ihn einer Dialyse mit künstlicher Niere, doch leider ohne postives Ergebnis, sein Blut wurde alle zwei Stunden verunreinigt und er fiel in ein septisches Koma.


Am 23. Mai 1999, einem Sonntag, entschlief er friedlich, was dem medizinischen und pflegerischen Personal, das den heiligen Patienten überaus zu schätzen gelernt hatte, großen Kummer bereitete. Seine ehrwürdigen Reliquien strahlten ungewöhnlich friedvoll und hell, zum Zeugnis seiner Heiligkeit.


Es wurde in die Kirche der heiligen Anargyri des Krankenhauses für Infektionskrankheiten überführt, wo das Trisagion der Totenmesse gebetet wurde. Die Gläubigen erwiesen ihm die letzte Ehre. Seine Entschlafung wurde unter den Tausenden von Bewohnern von Attika bekannt, die ihn gekannt hatten, und sie eilten in der Nacht des 23. Mai herbei, um seine seligen Reliquien zu verehren, seinen letzten Segen zu empfangen und ihm Lebewohl zu sagen. Sein Körper war warm, hell, weich und geschmeidig und erweckte den Eindruck, als würde er schlafen, und so blieb es bis zum Ende. Es war ein Wunder, ein zusätzlicher Beweis seiner Heiligkeit.

Die Totenmesse hielt der Metropolit von Nicäa, Herr Alexios ab, begleitet von Dutzenden Priestern und mit der Teilnahme Tausender Gläubiger. Er wurde seinem Wunsch entsprechend an seinem Geburtsort, in Ethia, Heraklion, beigesetzt.


Das gläubige Volk Gottes, der Klerus und das Volk, die das kollektive Gedächtnis und den Ausdruck der Gnade des Heiligen Geistes bilden, betrachteten Altvater Eumenius von Anfang an als Heiligen und verehrten ihn in gleicher Weise, als er noch lebte. Der Glaube an seine Heiligkeit hielt auch nach seinem Abschied von dieser eitlen Welt an. Unsere Kirche zögerte nicht, der weit verbreiteten Forderung nach seiner Kanonisierung und Einreihung in den Chor der Heiligen nachzukommen. Daher forderte auch die Heilige Provinzialsynode der Kirche von Kreta nach sorgfältiger Prüfung seines Lebens das Ökumenische Patriarchat auf, ihn in das Hagiologion der Orthodoxen Kirche aufzunehmen.


Die Heilige Synode des Ökumenischen Patriarchats ordnete ihn nach Prüfung der entsprechenden Akte und Feststellung seiner Heiligkeit am vom 14. April 2022 den Heiligen zu und legte fest, dass sein Andenken am 23. Mai eines jeden Jahres gefeiert werden soll, Tag des seligen Entschlafens des Heiligen.

Die Heiligen sind für uns Gläubige unsere Vorbilder, unsere spirituellen Leuchttürme, die lebendigen Ebenbilder Gottes in der Welt. Der neuerschienene heilige Eumenios stellte zweifellos eine helle Fackel in der spirituellen Dunkelheit des geschäftigen und turbulenten Athens dar, er lebte in Heiligkeit und strahlte diese auf diejenigen aus, die das Glück hatten, ihn zu kennen. Mögen uns seine Gebete am Thron der Majestät unseres Gottes ewiglich begleiten!

Mittwoch, 19. Juni 2024

 

Unterweisungen des seligen Altvaters Ephraim von Philotheou


* Keine weltliche Freude bleibt ohne Bedauern. Nur die Freude, die von Gott kommt, ist echt und aufrichtig. Ruhm und Geld, alles ist falsch. Der Tod bringt all dies an seinen richtigen Platz.

* Der himmlische Vater erzieht uns, nicht um zu verzweifeln, sondern um Buße zu tun und uns selbst zu korrigieren.

* Der Schmerz reinigt die Seele, macht sie demütig, barmherzig, gut und so ist der Grundstein für die göttliche Heimsuchung gelegt.

* All unsere Sorgen werden ohne Zweifel zur Heilung unserer kranken Seele geschickt.

* Christus rettet den Menschen ohne Gegengabe, die Mühen offenbaren nur die Vorsätze des Menschen.

* Mit Geduld im Leiden tun wir Gottes Willen. Wer der Versuchung standhält, führt seiner Seele Medikamte zu.

* Wer hat Buße getan und wurde nicht gerettet? Wer hat gesagt, dass ich gesündigt habe und ihm wurde nicht vergeben? Wer ist gefallen, hat um Hilfe gebeten und ist nicht wieder aufgestanden? Wer weinte und wurde nicht von Gott getröstet?

* Vom Menschen will Gott den guten Vorsatz und Gewalt (ehrenvolle Anstrengung) im Rahmen seiner Kräfte sehen, und wenn diese mit Demut anzutreffen sind, dann übernimmt Er die Vollendung des guten Werkes ...

* ... Wir haben keinen Platz auf dieser Welt. Die spirituelle Welt erwartet uns alle. Wir sind Passanten auf der Erde ... Aber bevor Er uns aus dieser vergänglichen Welt nimmt, bitten wir Ihn, uns so weit wie möglich mit Ihm zu versöhnen, damit unsere Seele keine Schwierigkeiten haben wird, sich von der bösen Dämonensteuer zu befreien und hinaufzusteigen...

* Wir haben einen Gott mit einem liebenden göttlichen Herzen, der geduldig mit uns ist und uns weiterhin liebt und für uns sorgt, und wir Menschen verleugnen ihn, schmähen ihn und wissen nicht, was wir sagen und was wir tun. Mit unseren Worten glauben wir an Ihm und bekennen uns, während wir Unglücklichen durch unser ungeordnetes Leben schrecklich und bedauernswert werden, aus unserem Verstand, unseren Entscheidungen, unserem Egoismus, unserer Weltlichkeit.

* Mit unserer aufrichtigen Reue können wir erneut den Segen Gottes empfangen, um user schweres Strafregister zu klären, genügt es, die Glaubensbedingungen und die Gebote Gottes zu beachten, und dann wird uns das Feuer der Gnade wärmen, abkühlen, Glück schenken und in Gnade und Verbindung vergöttlichen.

* Reue hat große Macht. Sie nimmt die Kohle und verwandelt sie in Diamanten. Sie nimmt den Wolf und verwandelt ihn in ein Lamm. Sie nimmt das Wilde und macht es heilig. Sie nimmt den blutigen Räuber und macht ihn zum ersten Bewohner des Paradieses. Gerade weil die Reue eine solche Macht hat, ist der Teufel bestrebt, den Menschen von der Reue abzuhalten. So erklären sich die Einwände vieler Menschen gegen Reue und Beichte.

* Lasst uns mit dem Schmerz innigen Gebets sagen: Herr Jesus Christus, schenke uns wahre, tränenreiche Reue. Du bist unsere einzige Hoffnung auf Erlösung. Du bist die Wahrheit in so vielen Lügen. Du bist unsere Freude in so vielen Sorgen. Du bist unsere Rettung in so viel Sünde. Du bist Frieden in einer so unruhigen Welt.

* Ich verehre Dich in Ehrfurcht, Herr über alles.

Donnerstag, 29. August 2019

Heiliger Isaak der Sysrer - Asketische Reden (Auszug)

Über die Ordnung und den Zustand der Anfänger und was sie noch betrifft

Dies ist die besonnene und gottgefällige Ordnung; wenn einer auf dem Weg wandert, sehe er weder nach rechts noch nach links, sondern betrachte immer den Weg, der noch vor ihm liegt. Er sei auch nicht geschwätzig, sondern spreche nur das Notwendigste, und gebe sich zufrieden mit den ärmlichsten Gewändern für die Bedürfnisse des Leibes, und mit minderer Nahrung zur Erhaltung des Leibes, nicht etwa solche, durch welche die Gefräßigkeit gefördert wird, und dabei eine kleine Menge von jeder Speise zu sich zu nehmen, und nicht die eine zu verachten, die andere aber vorzuziehen und seinen Bauch zu füllen; denn die größte aller Tugenden ist die Unterscheidungsgabe.
Trinke keinen Wein ohne Gesellschaft, oder wenn kein gesundheitlicher Grund oder Schwäche vorliegt.
Unterbreche nicht den Redenden und widerspreche nicht immerzu wie ein Unerzogener, sonder sei in deinem Verhalten beständig wie ein Weiser.
Wo du dich auch aufhalten solltest, erachte dich stets als den Bescheidensten und Diener aller.
Entblöße keines deiner Glieder jemals vor anderen, und nähere dich niemals dem Leib eines anderen ohne guten Grund; auch lasse niemanden an deinen Leib herantreten, es sei denn, wie bereits gesagt, es liegt ein guter Grund vor.
Fliehe davor, den Menschen gegenüber freimütig zu sein, wie du vor dem Tod selbst fliehen würdest.
Erlange eine bedächtige Ordnung im Schlaf, damit die Kraft Gottes sich nicht von dir entferne, die dich behütet. Wenn möglich, sollte dich kein anderer Mensch beim Schlafen beobachten können.
Gebe niemals deinen Speichel vor anderen von dir ab und solltest du husten wollen, während der Mahlzeit am Tisch, so wende dein Angesicht nach hinten und huste. Iss und trink mit Anstand, wie es sich geziemt für die Kinder Gottes.
Strecke nie deine Hand unverschämt nach etwas aus, dass vor deinen Gefährten liegt.
Sollte ein Fremder an deinem Tisch sitzen, versäume nicht, ihn mehrmals zum essen aufzufordern, nachdem du die Speisen ordentlich, ruhevoll und nicht mit Hetze auf dem Tisch angerichtet hast. Daraufhin setzte dich ordentlich und sittsam an den Tisch, immer darauf bedacht, keines der Körperglieder zu enthüllen.
Wenn du gähnst, bedecke deinen Mund, und halte kurz den Atemfluss an, um das Gähnen einzustellen.
Trittst du in die Zelle (eines Übergeordneten, eines Gefährten, oder eines Schülers), wache über deine Augen, dass sie die Räumlichkeiten nicht neugierig betrachten, auch wenn du durch solcherlei Gedanken (der Neugierde) bedrängt werden solltest, denn wer so schamlos ist, der ist dem monastischen Ordnung fremd stehend und auch Christus, Der uns diese Ordnung schenkte. Achte nicht darauf, wo dein Gefährte seine Habseligkeiten aufbewahrt und öffne und schließe die Türe seiner Zelle mit Umsicht und Ruhe, wie auch die Türe deiner eigenen Zelle, und trete zu keiner Zeit unerwartet und plötzlich in fremde Räumlichkeiten ein.
Dein Gang sollte nicht hastig sein, es sei denn, eine Pflicht verlangt es von dir. Sein in jedem guten und gottgefälligen Werk folgsam.
Doch den Habsüchtigen, Geldgierigen und Weltlichen sei nicht gehorsam, um ein Teufelswerk zu vermeiden.
Spreche mit allen mit Sanftmut und betrachte sie mit Besonnenheit, ohne dich am Anblick ihres Antlitzes sattsehen zu wollen.
Gehe auf dem Weg den Älteren niemals voran und überholt dich einer deiner Gefährten, so beschleunige deinen Schritt, um ihn wieder einzuholen. Wer aber nicht auf diese Weise handelt, ist töricht und gleicht einem Schwein, das keine Regeln kennt. Wenn dein Gefährte wiederum auf dem Weg mit jemandem zu sprechen wünscht, warte auf ihn und dränge ihn nicht zum Weitergang. Immer sollte der Gesunde dem Kranken zuvorkommen und sagen: „Lass uns einen Halt einlegen, um uns auszuruhen“.
Rüge niemanden wegen einer Verfehlung, sondern suche stets in dir selbst den Fehler und die Schuld.
Vermeide kein Werk, das du als minderwertig erachtest, und erfülle jede Pflicht mit Demut.
Solltest du dich zum Gelächter hinreißen lassen, so zeige dabei wenigstens nicht deine Zähne.
Solltest du mit Frauen sprechen müssen, so wende deinen Blick von ihnen ab, um sie nicht näher zu betrachten. Vor den Nonnen aber fliehe wie vor einer Falle des Teufels; dazu gehören auch die Zusammenkünfte, die Gespräche und der Anblick dieser (der Nonnen), damit dein Herz nicht durch die Unreinheit der Leidenschaften befleckt wird. Selbst leiblichen Schwestern gegenüber verhalte dich wie ein Fremder.
Hüte dich ebenfalls vor (engen) Beziehungen zu deinen Nächsten, damit dein Herz nicht erkalte und die Liebe Gottes nicht verliere.
Gespräche und Freimütigkeit mit Jüngeren vermeide wie Freundschaft mit dem Teufel. Zum Gefährten und Miteingeweihten wähle allein den Menschen, der Gottesfurcht besitzt und über sich zu wachen pflegt, dessen Zelle ärmlich, aber dessen Erkenntnis der Mysterien Gottes reichlich ist. Verberge vor allen Menschen deine Geheimnisse, Handlungen und Kriege.
Vor niemanden setzte dich ohne Übergewand, sollte keine Not vorliegen.
Verrichte deine Notdurft mit Besonnenheit und Ehrfurcht vor deinem Schutzengel.
Und lebe in der Furcht Gottes, bezwinge dich, um bis zu deinem Tod das Geschilderte zu bewahren, auch wenn dein Herz sich dagegen auflehnt.
Besser wäre es für dich, todbringendes Gift zu dir zu nehmen, als mit Frauen zu speisen, handele es sich auch um deine eigene Mutter oder Schwester.
Besser wäre es für dich, mit Drachen zu hausen, als mit anderen (im selben Raum) zu schlafen, handele es sich auch um deinen leiblichen Bruder.
Wenn ein Älterer dich auf dem Weg dazu auffordert, eine Gebetsfolge zu sprechen, sei nicht unfolgsam; ansonsten solltest du schweigen und in deinem Herzen den Herrn lobpreisen.
Gerate mit niemandem wegen einer Sache in Streit und Zerwürfnis, sage niemals die Unwahrheit und schwäre nicht auf den Namen des Herrn, deines Gottes.
Sei verachtet aber verachte niemanden.
Werde betrogen, aber betrüge selbst niemanden. Besser ist es, Materielles zu verlieren, als seelischen Schaden zu erleiden; bringe keinen Menschen vor Gericht, sondern erdulde die Ungerechtigkeit. Beweise Geduld im Herrn, wenn du zu Unrecht verurteilt wirst.
Erlaube es dir nicht, weltliche Dinge zu lieben; ordne dich vielmehr Äbten und Machthabern unter, ohne (engeren) Umgang mit ihnen zu pflegen. Denn dieser Umgang ist eine teuflische Falle, welche die Nachlässigen einzufangen und den Verlust ihrer Seele herbeizuführen pflegt.
O Gefräßiger, weshalb nur wünscht du dir die Befriedigung deines Bauches? Besser wäre es für dich, glühende Kohlen zu schlucken, als Gebratenes der Mächtigen und Herrscher dieser Welt.
Beweise allen Menschen gegenüber, ohne Ausnahme, deine Barmherzigkeit, und sei stets beherrscht und schamhaft.
Hüte dich vor Geschwätzigkeit; denn sie tilgt aus dem Herzen die dort von Gottes Hand eingepflanzten noetischen Regungen.
Fliehe wie vor einem wilden Löwen vor der genaueren Erforschung der Dogmen der Kirche, sei es mit Theologen, Außenstehenden oder Andersgläubigen.
Begebe dich nie in die Zusammenkünfte von zornigen und zanksüchtigen Menschen, damit dein Herz sich nicht mit Zorn erfülle und deine Seele eingenommen werden von der Finsternis der Verblendung.
Hause niemals mit Hochmütigen, damit deiner Seele nicht die Energie des Heiligen Geistes entzogen werde, und sie nicht zu einer Behausung jeglicher üblen Leidenschaft werde.
Hältst du dich an diese Unterweisungen und richtest deine Aufmerksamkeit unentwegt auf die Betrachtung Gottes, wird das Licht Christi wahrhaftig in deiner Seele erscheinen und die Finsternis für immer vertreiben.
Christus gebührt Ehre und Macht, in Ewigkeit. Amen.

Mittwoch, 7. August 2019

The monastery o Temptation - Το μοναστήρι των Πειρασμών.





The Monastery of the Temptation is a Greek Orthodox Monastery in Jericho, Palestine, constructed by the Byzantines in the 6th century, on the mountain on which Christ was tempted by the devil during his 40-day fast. 

Monk Jerasimos has passed away recently. 

With the Saints give rest O Christ, to the souls of thy servants.

Samstag, 30. März 2019

Gebet und Tugend - Aus den Briefen des hl Makarius (4.Jh n.Chr.)




Nachdem also dargetan ist, welches das Ziel der Frömmigkeit ist, das denen vor Augen schweben muß, die ein gottesfürchtiges Leben führen wollen, das Reinigung der Seele und Einwohnung des Heiligen Geistes mit Antrieb zu guten Werken ist, so soll ein jeder von euch für das vorgeführte Ziel seine Seele vorbereiten, Gott aufs höchste lieben und sich so seinem Willen gemäß dem Gebet und Fasten ergeben, indem ihr dessen gedenket, der zum unablässigen Beten auffordert, und am Gebet und den Verheißungen des Herrn festhaltet, der ja versichert: „Um wieviel mehr wird Gott denen Gerechtigkeit schenken, die Tag und Nacht zu ihm rufen". „Er sagte aber“, heißt es, „auch ein Gleichnis, daß man allezeit beten und nicht nachlassen müsse“. Daß aber der Eifer im Gebete Großes verleiht und der Geist selbst den Seelen innewohnt, das geht deutlich aus den Mahnworten hervor, die der Apostel an uns richtet: „Unter Gebet und Flehen jeglicher Art bittet zu aller Zeit im Geiste und machet euch eben darum Sorge in aller Beharrlichkeit und Flehen“. 

Wer von den Brüdern sich dieser Beschäftigung, der des Gebetes meine ich, widmet, beschäftigt sich mit einem herrlichen Schatz, der ein reizender, überaus großer Besitz ist, wenn er es nur mit festem, richtigem Gewissen tut, nie freiwillige Zerstreuungen in seinem Geiste zulässt und es nicht wie eine unfreiwillige Sache aus Zwang verrichtet, sondern die Liebe und Sehnsucht der Seele vollkommen macht und allen die guten Früchte der Beharrlichkeit zeigt. Es müssen aber auch die übrigen einem solchen Zeit lassen und sich mitfreuen über seine Ausdauer im Gebete, damit auch sie an den guten Früchten teil haben, da sie ja eben durch Mitfreude Genossen eines solchen Lebens werden. Es wird aber auch der Herr selbst den Bittenden ein Gebet verleihen, wie es sein soll, nach dem Spruche: „Dem Betenden verleiht er Gebet“. 
Man muß also bitten und wissen: Je stärker einer im Gebete, in dem so wichtigen Geschäfte, beharrt, mit desto mehr Eifer und größerer Kraft hält er den Kampf aus. Denn die großen Kämpfe fordern auch große Mühen, da die Bosheit vorzüglich solchen (die große Kämpfe zu bestehen haben) von allen Seiten auflauert; sie kümmert sich um Dinge, die sie nichts angehen, wandert herum und sucht den Eifer zu zerstören. Daher kommen Schlaf und Leibesbeschwerde und Seelenschwäche, Trägheit, Nachlässigkeit, Kleinmut sowie die übrigen Leiden und Wirkungen der Bosheit, derentwegen die Seele zugrunde geht, da sie sich teils gewaltsam hinreissen läßt, teils freiwillig zu ihrem Feinde übergeht. Darum muß der Mensch wie ein kluger Steuermann seine Gedanken auf das Gebet richten, darf seinen Sinn nicht vom bösen Geiste beunruhigen, sich von seinen Wogen nicht umherwerfen lassen, sondern muß gerade auf den oberen (himmlischen) Hafen schauen und seine Seele unbefleckt Gott zurückgeben, Der sie ihm anvertraut hat und wieder von ihm fordert. Denn nicht das Niederfallen aufs Knie und das Ausgestrecktsein nach Art derer, die beim Gebete liegen, ist der Schrift nach gut und gottgefällig, falls der Geist fern von Gott schweift, sondern das (gilt als sittlich gut und wohlgefällig), daß man alle leichtsinnigen Gedanken und alle ungerechte Gesinnung entfernt und mit dem Leibe auch die ganze Seele dem Gebete hingibt.

Die Früchte des Gebetes aber sind Einfalt (Einachheit im Herzen mit Gottvertrauen), Liebe, Demut, Stärke, Keuschheit und solches, was vor den ewigen Früchten die Mühe des gebetseifrigen Menschen schon hier im Leben hervorbringt. Mit diesen Früchten schmückt sich das Gebet; entbehrt es aber dieser, dann ist die Mühe vergebens. (...) Ist aber jemand dieser (Früchte) beraubt, so bleibt ihm nur mehr ein leerer Name und er gleicht den törichten Jungfrauen, die zur Zeit des Bedarfs kein Öl im Brautgemach zur Hand hatten. 
Sie hatten nämlich in ihren Seelen nicht das Licht, die Frucht der Tugend, und nicht die Leuchte des Geistes in ihrem Verstand. Darum nennt auch die Schrift sie mit Recht töricht, weil ihre Tugend fort war, ehe der Bräutigam kam, und deshalb hat er die Unglücklichen vom oberen (himmlischen) Brautgemach ausgeschlossen. Denn er rechnete ihnen den Eifer in der Jungfräulichkeit nicht an, weil die Kraft des Geistes fehlte. Und ganz mit Recht. Denn was nützt ein sorgsam gepflegter Weinstock, wenn keine Früchte da sind, derentwegen der Weingärtner die Mühe auf sich nimmt? Welchen Gewinn bringt Fasten, Beten und Wachen, wenn Friede und Liebe und die übrigen Früchte der Geistesgnade fehlen, die der heilige Apostel aufzählt? Denn wer seine himmlische Heimat liebt, nimmt um dieser willen, durch die der Geist angezogen wird, jede Mühe auf sich. Er erhält Anteil an der heiligen Gnade von dort, trägt Früchte und zieht mit Freude Nutzen von dem Ackerbau, den die Gnade des Heiligen Geistes in ihrer Demut und in ihrem Arbeitseifer besorgt hat. Man muß also die Mühen des Gebetes und des Fastens und der übrigen Werke mit großer Freude und guter Hoffnung auf sich nehmen, die Blüten der Mühen aber und die Früchte für Wirkungen des Heiligen Geistes ansehen. Denn wollte jemand diese sich selbst zurechnen und das Ganze seinen Mühen zuschreiben, so würden einem solchen statt jener reinen Früchte Anmaßung und ein gewisser Hochmut wachsen. Diese Leidenschaften verderben und vernichten wie eine Fäulnis, die in den Seelen der Leichtfertigen entsteht, die Mühen.


Aus: Brief des hl Makarius, BKV

Freitag, 29. März 2019

Schema-Archimandrit Gabriel Bunge

Heiliger Johannes Klimakos - Über Sanftmut und Einfachheit

 

Über die Tugend der Sanftmut, der Einfachheit und der Güte, die nach weiser Besinnung erworbenen und nicht von Natur aus gegebenen (Auszüge)


1.Dem Sonnenaufgang geht das Morgenlicht voraus wie der Demut die Sanftmut. Doch auch das Licht selbst, Christus nämlich, führt diese (Tugenden) in derselben Reihenfolge an: „Lernt von mir“, so sprach Er, „denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“ (Mt 11,29). Es entspricht der Natur der Dinge, uns vor dem Erscheinen der Sonne vom Morgenlicht erleuchten zu lassen, um uns daraufhin reichlich am Anblick der Sonne zu laben. Denn wahrlich unmöglich ist es, wie uns auch von der Natur aufgezeigt wird, dass einer die Sonne erblickt, das heißt die Demut, bevor er das Morgenlicht, das heißt die Sanftmut, erfahren hat.

2.Die Sanftmut ist ein beständiger Zustand des Geistes, der sich durch Lob oder Verschmähung nicht wandelt. Sanftmut bedeutet, für den Nächsten aufrichtig zu beten, ohne die Zerstreuungen, die dadurch entstehen, als Störung zu empfinden. Die Sanftmut ist wie ein Felsen über dem schäumenden Meer, der unerschütterlich alle Wellen bricht, die auf ihm aufschlagen.

6.Die Einfachheit ist eine Gewohnheit und Seelengesinnung. Ihr Geist ist kein herumwandernder und neigt nicht zu bösen Gedanken. Die Güte hingegen ist ein seelischer Zustand, der (den Menschen) mit geistiger Süße und Freude erfüllt, und vollkommen frei von bösen Gedanken und Argwohn ist.

7.Wichtigstes Merkmal des Kindesalters ist die Einfachheit. Solange Adam diese besaß, sah er weder seine seelische noch seine körperliche Blöße.

19.Die Hinterlistigkeit ist eine Wissenschaft, oder besser gesagt eine Schandtat der Dämonen, der es an Wahrheit fehlt, was sie zu verbergen versucht, um viele hinters Licht zu führen.

20.Heuchelei ist der Zustand, in dem der Leib, das heißt die äußeren Bekundungen, zu der Seele im Gegensatz stehen. Dieser Zustand ist verflochten mit bösen Gedanken aller Art und Lügenwerken.

23.Ein Fall hat schon oft die Bösen und Hinterlistigen ohne eigenen Vorsatz zur Besinnung gebracht und Gutmütigkeit und Erlösung geschenkt.

24.Bemühe dich darum, deine Vernunft und dein Urteil als verblendet anzusehen, um Erlösung und Aufrichtigkeit in unserem Herrn Jesus Christus zu finden. Amen.


Übersetzung aus dem Griechischen: Alexia Ghika-Kyriazi
Heiliger Johannes Klimakos - Die Himmelsleiter (Klimax)

Freitag, 22. März 2019

Das Geschenk der Gnade Gottes - Altvater Basilios von Ivoron (Athos)

Kloster Iviron auf Athos, Arsanas.
Werk von Konstantinos Gkeskou
 
Und indem wir ausharren in der Askese, in Demut, in Liebe, geschieht plötzlich etwas. "Plötzlich", sagt Abba Isaak, "ohne dass wir es gewahren, ohne äußere Ursache, unerwartet", geschieht etwas in dir. 
Eine Freude, ein innerer Jubel und Frohmut steigt auf in dir und geht hervor aus dir. Du wunderst dich und sagst: "Das kommt nicht von mir." Es ist dir geschenkt worden. Weshalb? Weil Gott der Allgute ist. Er ist in der Tat der Allgute. Du antwortest: "Aber ich bin doch unwürdig, ich verdiene Bestrafung!" 
Und da begreifst du den Heiligen, der sagt, dass Gott nicht gerecht ist, sondern ungerecht. Warum? Weil Er, wenn Er gerecht wäre, uns alle längst zu Asche verbrannt hätte. Du erinnerst dich an die Worte von Abba Isaak, der sagt, dass man Gott nicht Seiner Macht wegen fürchten soll, sondern Seiner Liebe wegen.

  Diese göttliche Verwunderung und Überraschung bleibt in dir. Diese Freude, dieser Jubel geht nicht vorüber, sondern nimmt zu. Das ist es, was der Herrn meinte, als Er über den Heili-gen Geist sprach, Den die Glaubenden empfangen: "Wer an Mich glaubt, aus dessen Herz werden Ströme lebendigen Wassers fließen" (Joh 7,38-39). Diese Tröstung quillt hervor und durchströmt den ganzen Menschen, "alle Gelenke, die Nieren und das Herz". Du empfindest, dass das geschieht, was im Synaxarion zum Fest Aller Heiligen gesagt ist: "Der Heilige Geist kommt herab, und der Staub steigt empor in die Himmel." 
  Der Staub, der ganze Mensch, wird emporgehoben. Der heilige Gregor Palamas seinerseits sagt, dass Gott dem Menschen einen Leib gab, damit dieser durch unsere Hinwendung zu Ihm geistig werden möchte. Doch durch unsere Hinwendung zum Irdischenhaben wir im Gegenteil sogar unseren Geist zu Fleisch gemacht. Er sagt nicht "fleischlich", sondern "zu Fleisch". Die Heiligen mithin empfangen jene Gnade, nach langer Askese, nach langer Übung in der Demut und vor allem in der Geduld. Sie empfangen jenes Erbarmen Gottes und sind erstaunt über die Gabe. Sie sind verwundert über die Barmherzigkeit und die Liebe Gottes, über die Größe Seiner Gabe. Sie empfinden sich als nichts, als letzte von allen. Sie sehen alle anderen als gut, sie lieben alle unentgeltlich, so wie Gott ihnen Seine Liebe unentgeltlich geschenkt hat. Der Heilige fragt: "Was hat Gott an mir gefunden, dass Er mir Seine Liebe schenkt?".

Übersetzung, Quelle und herzlichen Dank an: 
www.prodromos-verlag.de

Mittwoch, 20. März 2019

Altvater Porphyrios (Neu) - Buchempfehlung





 Mein neuerworbener "Schatz", den ich gern weiterempfehle (denn ein gutes Buch ist wie Medizin zum blättern):

Presbyter Dionysios Tatsis
Altvater Porphyrios

Aus dem Inhalt: (...) Altvater Porphyrios stellte wahrhaftig ein Phänomen in unserer Zeit dar. Er lebte demütig und hesychastisch im lärmerfüllten Zentrum von Athen! Er beschäftigte sich mit Liebe und Unterscheidungsfähigkeit mit der spirituellen Führung von Menschen, die an seelischen Erkrankungen und geistlicher Desorientierung litten. Universitätsprofessoren
ließen sich selbst in wissenschaftlichen Themen von ihm beraten, obwohl er nicht einmal die grundlegende Schulbildung genossen hatte. Er wirkte Wunder – bis zum heutigen Tage – sogar an Menschen, die manchmal vehement an ihm gezweifelt haben. Und dies alles nicht etwa, um sich als eine Art „Übermensch“ zu präsentieren, sondern um mit noch größerer Gewissheit zu offenbaren: „Christus ist das Licht! Und wenn wir das Fenster öffnen und das Licht hineinscheinen lassen, wird sich die Finsternis auflösen!“, wie er so wunderbar lehrte.(...)

Nähere Beschreibung und Bestellung bei: www.greekorthodoxbooks.com



Dienstag, 5. März 2019

"Altvater Paisios sagte..." von Presbyter Dionysios Tatsis

 
Auschnitte aus dem inspirierenden Buch über den bekanntesten unter den heiligen Altvätern der Gegenwart: 
 
 VERSUCHUNGEN
Unter den Menschen unserer Kirche befinden sind manche, die sich durch eine übertriebene Empfindsamkeit nichtigen Kleinigkeiten gegenüber auszeichnen und dadurch große Mühen durchstehen. Der Altvater behütete diese Menschen und half ihnen, diese Hindernisse zu überwinden. Charakteristisch sind seine lehrreichen Worte, die er an jemanden richtete, der Mönch werden wollte: „Du bist sehr empfindsam und gibst zu viel Acht auf Kleinigkeiten, die unwichtig sind. Empfindsamkeit ist gut, aber in einigen Fällen benutzt sie der Listige dazu, in dir einen gestörten Zustand herbeizuführen. Du wirst davon erlöst werden, sobald du dich schwarz einkleidest (die Mönchstonsur erhältst).“

GEISTIGES LEBEN
Den Besuchern, die keine Geduld besaßen oder nicht an Schmerz gewohnt waren, sagte der Selige: „Ihr Kinder wollt ja nur ein Jahr arbeiten
und dann schon Rente bekommen, noch dazu mit Abfindung! Aber das ist unmöglich. Wir müssen geduldig den Schmerz ertragen, den Gott erlaubt.
Spirituell gesehen bringt der Schmerz viel Nutzen.“
Eine bemerkenswerte Schlussfolgerung des Altvaters lautet: „Einen Beleg für die Authentizität des geistigen Lebens stellt die große Strenge in Bezug auf einen selbst und die große Nachsicht den anderen gegenüber dar. Dass man die Kanones (Regeln) nicht wie Kanonen gegen andere benutzt.“
(Isaak, Vita, S.401).

Der Biograph des Altvaters, Priestermönch Isaak, erwähnt, dass Vater Paisios in Stómion häufig in geheimen Plätzen innerhalb des Klosters Unterschlupf suchte, um sich ohne Ablenkung dem Gebet hingeben zu können. „Er zog sich in eine Höhle zurück. Er ging des Nachts dorthin und feierte Agrypnien mit seiner Gebetsschnur und unzähligen Metanien. Doch die Sonne schien nie hinein und Wasser tropfte von der Decke. Deshalb hatte er eine weitere Höhle an einem sonnigen Ort gegraben, klein wie ein Backsteinofen, wo er nur hineinpasste, wenn er gebückt war. Er versteckte sie mit Ästen, damit sie keiner fand. Später entdeckte er einen hohlen Eichelbaum, der sich an einem sonnigen, trockenen Platz befand.
Er wollte ihn etwas bearbeiten, damit er hineinkriechen und im Winter dort Ruhe finden konnte, weil in dieser Jahreszeit das Kloster überhaupt nicht von der Sonne beschienen wird.“ (Isaak, Vita, S. 132).

Der Altvater sagte: „Im geistigen Leben soll keiner die Weltlichen zum Vorbild nehmen, sondern die Heiligen. (Worte Band 1, S.32).

Der Altvater beteuerte: „Heutzutage, wenn jemand ehrenhaft und geistig leben will, hat er einen schweren Stand in der Welt. Wenn er sich nicht vorsieht, wird er mitgezogen von der Abwärtsbewegung und gerät in den weltlichen Kanal.“ (Worte Band 1, S.31).

Der Altvater sagte über die Askese, die aus Egoismus heraus geschieht: „...denn auch die unreife Melone reift nicht, indem wir sie ständig drücken, sondern mit der Zeit, und wenn sie reif ist, wird sich das durch ihr Aroma von selbst zeigen.“ (Paisios, Briefe, S.117).

Quelle, Bestellungen und Weiteres:

Donnerstag, 14. Februar 2019

Mönch mit ALS : „Der Schmerz ist eine bedeutende Schule“


Der bettlägerige Mönch Sophronios auf Kreta, der an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) im Endstadium leidet, spricht mithilfe eines augengesteuerten Tastatursystems in einem Interview für den örtlichen Sender Crete TV über seine Erkrankung und seinen Glauben.

Man sagt, dass der Schmerz das Dasein vollkommen macht. Erleben sie dies auch und wenn ja, auf welche Weise:
S: Der Schmerz ist eine bedeutende Schule, die einem Selbstkenntnis lehrt, die wiederum zur Bruderkenntnis und letztendlich zur Gotterkenntnis führt. Der Schmerz bringt Demut mit sich, mit der unser Herz sanfter wird und sich Gott und den Mitmenschen öffnet. Ich kommuniziere mit Menschen auf der ganzen Welt, die an körperlichen oder seelischen Krankheiten leiden.
Mit der Hilfe Gottes, meiner Erfahrung als Mensch, der Schmerzen und Bettlägerigkeit erlebt hat, kann ich mich, wenigstens etwas, in sie hineinfühlen, um ihnen Tröstendes und Worte Christi zu sagen. Heute gibt es so viel Einsamkeit auf der Welt, Aufruhr und Furcht. Wir Christen, die wir das Geschenk Gottes erhalten haben, Christus zu kennen, sollten die Freude, den Frieden und die Liebe, was alles Christus selbst ist, mit unseren Mitmenschen teilen. Besteht darin nicht unser aller Bestimmung, errettet zu werden?

Was würden sie zu jemandem sagen, der sich Sterbehilfe (Euthanasie) wünscht?
S: Das Leben ist ein Gottesgeschenk an uns alle. Ich erkenne dies mehr noch, seit ich bettlägerig bin. Niemand ist auf die Welt gekommen, weil er es mit seinem eigenen Willen so entschieden hat. Wie kann man seinem Leben ein Ende setzten, wenn es einem im Grunde überhaupt nicht gehört? Darin sehe ich das Problem unserer Zeit, denn sie kultiviert im Menschen eine egozentrische Lebensweise, von der Gesellschaft, der Familie, der Nachbarschaft, der Heimat abgesondert, sodass man meint, unabhängig zu sein, autonom auf dieser Welt. Meiner Meinung nach führt diese falsche Lebensanschauung dazu, dass die heutigen Menschen von der „Selbstvergöttlichung“ zum Selbstmord geführt werden. Ich kann gut verstehen, wenn ein Patient den anderen nicht zur
Last fallen möchte, oder es seinen Liebsten ersparen will, ihn leiden zu sehen. Es ist erniedrigend – das weiß ich nur zu gut. Aber der Demütige erlebt das Königreich Gottes, nicht der Egoist.

Glauben Sie, dass sie dieselbe Einstellung dem Schmerz gegenüber hätten, wenn sie nicht gläubig wären?
S:Ohne Christus würde ich mich in einem elenden Zustand befinden. Es gibt einen anderen Schmerz, der qualvoller ist. Und das ist der Schmerz, den die Seele empfindet, wenn ihr die Präsenz Gottes fehlt, die alles belebt und selbst den menschlichen Schmerzen Sinn gibt. Die Abwesenheit Gottes aus dem Leben der Menschen heutzutage ist der qualvollste und unerträglichste Schmerz.

Wenn sie leiden, gibt es dann Momente, in denen sie Gott und Ihren Glauben hinterfragen?
S: Das Gegenteil ist der Fall. Ich fühle mich dann mit Gott vereint und spüre Seine Liebe und Anwesenheit noch intensiver. Natürlich bedeutet das nicht, dass nicht auch Augenblicke der menschlichen Schwäche auftreten. Ein Christ benötigt Glauben, Mannhaftigkeit und Beharrlichkeit. Gott lässt uns nie im Stich.

Wie kann das Leid zum Segen werden? Was kann „Leben“ bedeuten, wenn man ans Bett gefesselt ist?
S: Die Schmerzen und Hindernisse erscheinen einem manchmal unerträglich. In diesen Momenten spüre ich die Präsenz und den Trost Gottes noch stärker. Ich glaube, dass diese zwei Fragen nur Derjenige beantworten kann, an den ich mich auch in schwierigen Stunden wende, wenn ich auf den leidenden und gekreuzigten Christus blicke. Er verwandelte als Erster Seinen Schmerz in Segen. Und Sein Leben auf dem Kreuz wird gerühmt, Er blieb in der Geschichte als der Glorreiche König. Das Vorbild und gleichzeitig die Erholung jedes Leidenden.

Welche Herausforderungen bringt Ihre Erkrankung mit sich?
S: Ich habe ALS/MND, die Krankheit, an der auch Stephen Hawking litt. Es gibt keine Therapie. Ich bin gelähmt, kann nur Augenlider und Lippen bewegen. Ich kann nicht schlucken, sodass ich mit einer Magensonde ernährt werden muss. Ich kann nicht eigenständig atmen, sondern nur mit der Unterstützung einer Sauerstoffmaske. Ich könnte Ihnen noch weitere Einzelheiten nennen, aber es genügt zu sagen, dass ich nichts eigenständig tun kann, ohne die Hilfe und Pflege einer anderen Person.
Als Weltlicher (vor dem Mönchsleben), war ich sehr unabhängig, handelte sehr egoistisch. Jetzt, da ich nicht einmal das Kleinste ohne Hilfe tun kann, verstehe ich, weshalb Christus uns lehrte, in einem Leib vereint zu sein. Wir brauchen einander und sollten in einer Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen leben.

Wie viele Jahre sind Sie bereits bettlägerig und wie findet die Kommunikation statt?
S: Ich bin jetzt seit 6 Jahren permanent bettlägerig und kommuniziere mit einem Computersystem, das mir erlaubt, mit Augenbewegungen zu schreiben. Gott sei gelobt! Sehen Sie, wie es der gute Gott gefügt hat?

Was ist das Positivste, dass Sie Ihrer Meinung nach Ihrer Krankheit abgewinnen konnten?
S. Zweifellos die Vereinigung mit Gott, Dessen Liebe mein Herz erfüllt.

Wie gestaltet sich ihre Beziehung zu ihren Brüdern im Hl. Kloster Gouvernetou, seit Sie erkrankt sind?
S: Ich fühle mich im Hl. Kloster Gouvernetou sehr gesegnet. Es ist ein heiliger Ort unter dem Schutzmantel der Allheiligen. Mit der lebendigen Präsenz des heiligen Johannes des Eremiten und ein Schauplatz von Martyrien, sehr gnadenreich. Gottes Fügung schenkte mir auch einen gesegneten Hegumen, Altvater Irinäus, einen Gottesmenschen, der voller Liebe ist. Die Brüderschaft lebt sehr einträchtig, hat demütige Väter (Mönche), die ihren guten Kampf kämpfen.
Sie pflegen mich mit aufopfernder Liebe. Ein Beispiel für die Liebe, die hier herrscht ist folgendes:
Als ich Novize wurde, stellte man zur gleichen Zeit fest, dass ich an ALS leide, eine unheilbare Krankheit. Als ich erfuhr, wie der Krankheitsverlauf sein würde, sagte ich zu meinem Altvater, dass ich der Brüderschaft nicht zur Last fallen wollte und deshalb doch nicht ins Kloster eintreten würde. Aber der Altvater und alle anderen Väter bestanden darauf, dass sie mich genau so wollten, wie ich war. Das ist wahre Liebe Christi.

Was würden Sie unseren Zuschauern, kranken und auch gesunden, gerne mitteilen, die uns gerade verfolgen?
S: Leben ohne Christus ist kein Leben. Mit Christus als Lebensmitte verfügt man über Liebe, Frieden und Lebenssinn. Wie der heilige Porphyrios zu sagen pflegte: „Christus ist absolut alles“.


Quellen:
www.cretetv.gr
www.ekklisiaonline.gr