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Freitag, 2. August 2024

Hymnos Akathistos für unsere geliebte Allerheiligste Gottesmutter Maria

 



Der Hymnos Akathistos gilt als die älteste und schönste Mariendichtung und

wird seit über 1200 Jahren in der Ostkirche gebetet und gesungen. In verschiedenen

Entstehungsgeschichten mischen sich byzantinische und heidnische

Historie und Legende und berichten von seiner gewaltigen Kraft bei der

Abwehr von Angriffen auf das christliche Byzanz-Konstantinopel. G. G.

Meersseman 0.P. (Der Hymnos Akathistos im Abendland, 1. AkathistosAkoluthie und Grusshymnen, Freiburg/Schweiz, 1958; Hymnos Akathistos,

Die älteste Andacht zur Gottesmutter, ebd., 1958) hat die wissenschaftlichen

Aspekte der Entstehungsgeschichte und damit zusammenhängend vermutbarer

Autorschaft dargestellt. Das traditionelle Attribut a-káthistos bedeutet “nicht

im Sitzen” zu singen und betont das Hervorragende gerade dieses Hymnos

im Gegensatz zu anderen, gewöhnlich sitzend wiedergegebenen.

Im ersten (Strophen 1-6) und zweiten (7-12) Viertel orientiert sich der Text

weitgehend am Lukas-Evangelium, verwendet daneben geringfügig verschiedene

Apokryphen und setzt mit einer Fülle von “Begrüssungen” der Mutter

Gottes den Englischen Gruss Gabriels fort. Das dritte (Strophen 13-18) und

vierte (19-24) Viertel meditieren über das neue Schöpfungswunder der

Menschwerdung Christi aus Maria und über die Wirkungen dieses seines

Erlösungswerkes durch die Zeiten bis zu den beispiellosen Gedankengängen

einer umgreifenden kosmischen Frömmigkeit. Hier können sich urchristlich

chaldäische Weisheit und Erkenntnisse des Raumfahrtzeitalters dialogisch

ergänzen.

Erbarmen, Wegweisung und Fürbitte - Grundtypen der Marienikonen - bestimmen

auch die Dimensionen der tiefsten Marienandacht. Ihre 24 Strophen

beginnen im Griechischen nacheinander mit sämtlichen Buchstaben des

Alphabets. Strophe für Strophe erweist eine geradezu schöpferische Synthese

von Paradoxien als dichterisches Prinzip. Diese Tatsache lässt den uralten

Text aber zugleich in lebendigem Bezug zur Gegenwart vernehmen. Erfahren

wir doch selbst ein Leben voller Widersprüche in Fragen nach dem Diesseits

wie nach dem Jenseits. In einer vergleichsweise ähnlich angespannten

Existenz muss sich also schon der griechische Dichter - wer immer es nun sei

- erlebt haben, als er die Mittel seiner Sprache und des seinerzeitigen

Bildungsbewusstseins beschwor, Unwahrscheinliches und Widersprüchliches 

provokativ zu formulieren, um es alsdann im Lichte christlichen Glaubens zu 

meditieren:

“Sei gegrüsst, Unversöhnliches hast du versöhnt.”

*******

Donnerstag, 29. August 2019

Heiliger Isaak der Sysrer - Asketische Reden (Auszug)

Über die Ordnung und den Zustand der Anfänger und was sie noch betrifft

Dies ist die besonnene und gottgefällige Ordnung; wenn einer auf dem Weg wandert, sehe er weder nach rechts noch nach links, sondern betrachte immer den Weg, der noch vor ihm liegt. Er sei auch nicht geschwätzig, sondern spreche nur das Notwendigste, und gebe sich zufrieden mit den ärmlichsten Gewändern für die Bedürfnisse des Leibes, und mit minderer Nahrung zur Erhaltung des Leibes, nicht etwa solche, durch welche die Gefräßigkeit gefördert wird, und dabei eine kleine Menge von jeder Speise zu sich zu nehmen, und nicht die eine zu verachten, die andere aber vorzuziehen und seinen Bauch zu füllen; denn die größte aller Tugenden ist die Unterscheidungsgabe.
Trinke keinen Wein ohne Gesellschaft, oder wenn kein gesundheitlicher Grund oder Schwäche vorliegt.
Unterbreche nicht den Redenden und widerspreche nicht immerzu wie ein Unerzogener, sonder sei in deinem Verhalten beständig wie ein Weiser.
Wo du dich auch aufhalten solltest, erachte dich stets als den Bescheidensten und Diener aller.
Entblöße keines deiner Glieder jemals vor anderen, und nähere dich niemals dem Leib eines anderen ohne guten Grund; auch lasse niemanden an deinen Leib herantreten, es sei denn, wie bereits gesagt, es liegt ein guter Grund vor.
Fliehe davor, den Menschen gegenüber freimütig zu sein, wie du vor dem Tod selbst fliehen würdest.
Erlange eine bedächtige Ordnung im Schlaf, damit die Kraft Gottes sich nicht von dir entferne, die dich behütet. Wenn möglich, sollte dich kein anderer Mensch beim Schlafen beobachten können.
Gebe niemals deinen Speichel vor anderen von dir ab und solltest du husten wollen, während der Mahlzeit am Tisch, so wende dein Angesicht nach hinten und huste. Iss und trink mit Anstand, wie es sich geziemt für die Kinder Gottes.
Strecke nie deine Hand unverschämt nach etwas aus, dass vor deinen Gefährten liegt.
Sollte ein Fremder an deinem Tisch sitzen, versäume nicht, ihn mehrmals zum essen aufzufordern, nachdem du die Speisen ordentlich, ruhevoll und nicht mit Hetze auf dem Tisch angerichtet hast. Daraufhin setzte dich ordentlich und sittsam an den Tisch, immer darauf bedacht, keines der Körperglieder zu enthüllen.
Wenn du gähnst, bedecke deinen Mund, und halte kurz den Atemfluss an, um das Gähnen einzustellen.
Trittst du in die Zelle (eines Übergeordneten, eines Gefährten, oder eines Schülers), wache über deine Augen, dass sie die Räumlichkeiten nicht neugierig betrachten, auch wenn du durch solcherlei Gedanken (der Neugierde) bedrängt werden solltest, denn wer so schamlos ist, der ist dem monastischen Ordnung fremd stehend und auch Christus, Der uns diese Ordnung schenkte. Achte nicht darauf, wo dein Gefährte seine Habseligkeiten aufbewahrt und öffne und schließe die Türe seiner Zelle mit Umsicht und Ruhe, wie auch die Türe deiner eigenen Zelle, und trete zu keiner Zeit unerwartet und plötzlich in fremde Räumlichkeiten ein.
Dein Gang sollte nicht hastig sein, es sei denn, eine Pflicht verlangt es von dir. Sein in jedem guten und gottgefälligen Werk folgsam.
Doch den Habsüchtigen, Geldgierigen und Weltlichen sei nicht gehorsam, um ein Teufelswerk zu vermeiden.
Spreche mit allen mit Sanftmut und betrachte sie mit Besonnenheit, ohne dich am Anblick ihres Antlitzes sattsehen zu wollen.
Gehe auf dem Weg den Älteren niemals voran und überholt dich einer deiner Gefährten, so beschleunige deinen Schritt, um ihn wieder einzuholen. Wer aber nicht auf diese Weise handelt, ist töricht und gleicht einem Schwein, das keine Regeln kennt. Wenn dein Gefährte wiederum auf dem Weg mit jemandem zu sprechen wünscht, warte auf ihn und dränge ihn nicht zum Weitergang. Immer sollte der Gesunde dem Kranken zuvorkommen und sagen: „Lass uns einen Halt einlegen, um uns auszuruhen“.
Rüge niemanden wegen einer Verfehlung, sondern suche stets in dir selbst den Fehler und die Schuld.
Vermeide kein Werk, das du als minderwertig erachtest, und erfülle jede Pflicht mit Demut.
Solltest du dich zum Gelächter hinreißen lassen, so zeige dabei wenigstens nicht deine Zähne.
Solltest du mit Frauen sprechen müssen, so wende deinen Blick von ihnen ab, um sie nicht näher zu betrachten. Vor den Nonnen aber fliehe wie vor einer Falle des Teufels; dazu gehören auch die Zusammenkünfte, die Gespräche und der Anblick dieser (der Nonnen), damit dein Herz nicht durch die Unreinheit der Leidenschaften befleckt wird. Selbst leiblichen Schwestern gegenüber verhalte dich wie ein Fremder.
Hüte dich ebenfalls vor (engen) Beziehungen zu deinen Nächsten, damit dein Herz nicht erkalte und die Liebe Gottes nicht verliere.
Gespräche und Freimütigkeit mit Jüngeren vermeide wie Freundschaft mit dem Teufel. Zum Gefährten und Miteingeweihten wähle allein den Menschen, der Gottesfurcht besitzt und über sich zu wachen pflegt, dessen Zelle ärmlich, aber dessen Erkenntnis der Mysterien Gottes reichlich ist. Verberge vor allen Menschen deine Geheimnisse, Handlungen und Kriege.
Vor niemanden setzte dich ohne Übergewand, sollte keine Not vorliegen.
Verrichte deine Notdurft mit Besonnenheit und Ehrfurcht vor deinem Schutzengel.
Und lebe in der Furcht Gottes, bezwinge dich, um bis zu deinem Tod das Geschilderte zu bewahren, auch wenn dein Herz sich dagegen auflehnt.
Besser wäre es für dich, todbringendes Gift zu dir zu nehmen, als mit Frauen zu speisen, handele es sich auch um deine eigene Mutter oder Schwester.
Besser wäre es für dich, mit Drachen zu hausen, als mit anderen (im selben Raum) zu schlafen, handele es sich auch um deinen leiblichen Bruder.
Wenn ein Älterer dich auf dem Weg dazu auffordert, eine Gebetsfolge zu sprechen, sei nicht unfolgsam; ansonsten solltest du schweigen und in deinem Herzen den Herrn lobpreisen.
Gerate mit niemandem wegen einer Sache in Streit und Zerwürfnis, sage niemals die Unwahrheit und schwäre nicht auf den Namen des Herrn, deines Gottes.
Sei verachtet aber verachte niemanden.
Werde betrogen, aber betrüge selbst niemanden. Besser ist es, Materielles zu verlieren, als seelischen Schaden zu erleiden; bringe keinen Menschen vor Gericht, sondern erdulde die Ungerechtigkeit. Beweise Geduld im Herrn, wenn du zu Unrecht verurteilt wirst.
Erlaube es dir nicht, weltliche Dinge zu lieben; ordne dich vielmehr Äbten und Machthabern unter, ohne (engeren) Umgang mit ihnen zu pflegen. Denn dieser Umgang ist eine teuflische Falle, welche die Nachlässigen einzufangen und den Verlust ihrer Seele herbeizuführen pflegt.
O Gefräßiger, weshalb nur wünscht du dir die Befriedigung deines Bauches? Besser wäre es für dich, glühende Kohlen zu schlucken, als Gebratenes der Mächtigen und Herrscher dieser Welt.
Beweise allen Menschen gegenüber, ohne Ausnahme, deine Barmherzigkeit, und sei stets beherrscht und schamhaft.
Hüte dich vor Geschwätzigkeit; denn sie tilgt aus dem Herzen die dort von Gottes Hand eingepflanzten noetischen Regungen.
Fliehe wie vor einem wilden Löwen vor der genaueren Erforschung der Dogmen der Kirche, sei es mit Theologen, Außenstehenden oder Andersgläubigen.
Begebe dich nie in die Zusammenkünfte von zornigen und zanksüchtigen Menschen, damit dein Herz sich nicht mit Zorn erfülle und deine Seele eingenommen werden von der Finsternis der Verblendung.
Hause niemals mit Hochmütigen, damit deiner Seele nicht die Energie des Heiligen Geistes entzogen werde, und sie nicht zu einer Behausung jeglicher üblen Leidenschaft werde.
Hältst du dich an diese Unterweisungen und richtest deine Aufmerksamkeit unentwegt auf die Betrachtung Gottes, wird das Licht Christi wahrhaftig in deiner Seele erscheinen und die Finsternis für immer vertreiben.
Christus gebührt Ehre und Macht, in Ewigkeit. Amen.

Dienstag, 20. Dezember 2016

ÜBER DIE KRANKHEIT - seliger Altvater Porphyrios von Kavsokalyvia

Mein Christus, Deine Liebe ist grenzenlos
 

Ich danke Gott, der mir viele Krankheiten gegeben hat (1). Oft sage ich zu Ihm: "Mein Christus, Deine Liebe ist grenzenlos!" Wie ich lebe, ist ein Wunder. Nebst anderen Krankheiten habe ich auch ein Krebs­geschwür an der Hypophyse. Dieses Geschwür vergrössert sich und drückt auf den Sehnerv. Deshalb sehe ich jetzt nichts mehr. Ich habe entsetzliche Schmerzen. Doch ich bete und nehme das Kreuz Christi auf mich mit Geduld. Seht ihr meine Zunge, wie sie ist? Sie ist ange­schwollen, sie ist nicht wie früher. Auch das rührt vom Krebs her, den ich im Kopf habe. Wenn sie noch grösser wird, werde ich Schwierig­keiten haben beim Reden. Ich habe grosse Schmerzen, ich leide sehr, doch meine Krankheit ist sehr schön. Ich empfinde sie als Liebe Christi. Ich bin bewegt und danke Gott. Es geschieht wegen meiner Sünden. Ich bin ein Sünder, und Gott bemüht sich, mich zu läutern.


Als ich sechzehn Jahre alt war, bat ich Gott, mir eine schwere Krankheit zu senden, einen Krebs, damit ich leide um Seiner Liebe wil­len und Ihn verherrliche inmitten der Schmerzen. Während langer Zeit betete ich in dieser Weise. Doch dann sagte mir mein Gerontas, das sei Egoismus und so nötige ich Gott. Gott weiss, was Er tut. Deshalb hörte ich auf damit. Doch seht, Gott hat meine Bitte nicht vergessen und mir diese Wohltat geschenkt, nach so vielen Jahren!
Jetzt bitte ich Gott nicht, dass Er mir das, was ich von Ihm erbeten hatte, wieder nehme. Ich freue mich, es zu haben, sodass auch ich wegen meiner grossen Liebe teilhaben darf an Seinen Leiden. Ich habe die Züchtigung Gottes. Wen der Herr liebt, den züchtigt Er (Hebr 12,6). Meine Krankheit ist eine besondere Gunst Gottes, die mich ruft, in das Geheimnis Seiner Liebe einzutreten und mit Seiner Gnade zu versu­chen, darauf zu antworten. Doch ich bin nicht würdig. Ihr werdet mir sagen: "All die Dinge, die Gott dir offenbart hat, machen sie dich nicht würdig?" Eben sie sind es, die mich verurteilen. Denn diese Dinge gehören der Gnade Gottes. Nichts gehört mir. Gott hat mir viele Charis­men geschenkt, aber ich habe nicht entsprechend geantwortet. Ich habe mich als unwürdig erwiesen. Das Bemühen darum aber habe ich kei­nen Moment aufgegeben. Vielleicht wird Gott mir Seine Hilfe ge­währen, damit ich mich Seiner Liebe übergebe.


Aus diesem Grund bete ich Gott nicht darum, dass Er mich gesund mache, sondern darum, dass Er mich gut mache. Ich bin sicher, dass Gott weiss, dass ich Schmerzen habe. Doch ich bete für meine Seele, damit Gott mir meine Fehltritte vergibt. Ich nehme keine Medikamente, ich liess mich nicht operieren, auch nicht untersuchen, und ich werde nicht einwilligen in eine Operation. Ich überlasse es Gott, die Dinge so zu regeln, wie Er will. Das Einzige, was ich tue, ist dies – ich bemühe mich, gut zu werden. Um dies betet auch ihr für mich. Die Gnade Gottes hält mich. Ich bemühe mich, mich Christus zu übergeben, mich Christus zu nähern, einszuwerden mit Christus. Das möchte ich, doch es mir noch nicht gelungen – ich sage das nicht aus Demut. Doch ich lasse meinen Mut nicht sinken. Ich fahre fort, mich zu bemühen. Ich bete, damit Gott mir meine Sünden vergibt. Ich habe viele gehört, die sagen: "Ich kann nicht beten…" Solches ist mir nicht widerfahren. Nur einmal, am Tag meines Ungehorsams auf dem Heiligen Berg, da geschah mir das.
Es kümmert mich nicht, wie lange ich noch leben werde und ob ich leben werde. Dies habe ich der Liebe Gottes überlassen. Es geschieht oft, dass die Menschen nicht an den Tod denken wollen. Sie tun das, weil sie leben wollen. Dies ist einerseits ein Beweis für die Unsterblich­keit der Seele. Andererseits aber, ob wir nun leben, ob wir nun sterben, wir gehören dem Herrn (Röm 14,8). Der Tod ist eine Brücke, die uns zu Christus führt. Sobald wir unsere Augen schliessen, öffnen wir sie in der Ewigkeit. Wir werden vor Christus erscheinen. Im anderen Leben werden wir die Gnade Gottes viel intensiver erfahren.

Ich empfand grosse Freude beim Gedanken,
dass ich bald dem Herrn begegnen würde

Einmal war ich dem Tod nahe (2). Ich hatte schwere Magenblutungen
erlitten wegen dem Cortison, das man mir im Spital gegeben hatte, als ich am Auge operiert wurde, welches ich letztlich verlor. Damals wohn­te ich in einem kleinen Hüttchen. Das Kloster war noch nicht erbaut. Ich war so erschöpft, dass ich nicht einmal begriff, ob es Tag war oder Nacht. Ich war dem Tod nahe, doch ich überlebte. Ich verlor enorm an Gewicht. Der Appetit verging mir. Drei Monate lang nahm ich pro Tag nur drei Löffel Milch zu mir. Eine Ziege rettete mich!
Ich lebte mit dem Gedanken meines baldigen Hingangs. Ich emp­fand grosse Freude beim Gedanken, dass ich bald dem Herrn begegnen würde. Ich spürte die Gegenwart Gottes innigst in mir. Und Gott wollte mich damals mit einer grossen Segnung stärken und trösten. Zu wie­derholten Malen, wenn ich fühlte, dass meine Seele drauf und dran war, hinzuscheiden, sah ich am Himmel einen Stern, der funkelte und rings­um wunderbar süsse Strahlen aussandte. Er strahlte hell und überaus süss. Er war wunderschön! Sein Licht hatte solche Süsse. Seine Farbe war blau, ein helles Himmelblau, wie ein Diamant, wie ein Edelstein. Sooft ich ihn sah, erfüllte mich Trost und Freude, denn ich spürte, dass in jenem Stern die ganze Kirche war, der Dreieinige Gott, die Allheilige Gottesmutter, die Engel, die Heiligen. Ich hatte das Gefühl, dass dort alle die Meinigen waren, die Seelen all derer, die ich liebte, meiner Altväter. Ich glaubte, dass auch ich, wenn ich aus diesem Leben schei­de, zu jenem Stern gehen würde, nicht wegen meiner Tugenden, son­dern wegen der Liebe Gottes. Ich wollte glauben, dass Gott, Der mich liebt, mir jenen Stern zeigte, um mir zu sagen: "Ich warte auf dich!"
Ich wollte nicht an die Hölle denken, an die Zollstationen. Ich dachte nicht an meine Sünden, obwohl ich viele hatte. Ich schob sie beiseite. Ich dachte nur an die Liebe Gottes und freute mich. Und ich bat: „Um Deiner Liebe willen, o mein Gott, lass auch mich dort sein. Doch wenn ich wegen meiner Sünden in die Hölle gehen muss, dann möge mich Deine Liebe hintun, wo sie will. Es genügt mir, wenn ich mit Dir zusammen bin.“ So viele Jahre lebte ich in der Wildnis mit der Liebe Christi. Ich sagte zu mir selbst: "Wenn du in den Himmel hinauf gehst und Gott zu dir sagt: Freund, wie kamst du hier herein, ohne ein hochzeitliches Gewand zu haben? (Mt 22,12), was willst du hier? Dann werde ich Ihm antworten: Was Du willst, mein Herr, was Deine Liebe will. Sie möge mich hintun, wo sie will. Ich übergebe mich Deiner Liebe. Wolltest Du mich selbst in die Hölle schicken, so schicke mich. Mir genügt es, wenn ich Deine Liebe nicht verliere!
Ich war mir meiner Sündhaftigkeit bewusst, und deshalb sagte ich innerlich ununterbrochen das Gebet des heiligen Symeon des Neuen Theologen:

"Ich weiss, o Retter, keiner hat wie ich
sich gegen Dich versündigt,
keiner tat, was ich getan.
Doch auch das nun weiss ich:
Grösser als alle meine Sünden,
als jede Menge Fehler,
ist die Langmut meines Gottes,
Seine unfassbare Liebe zu den Menschen."
(3)

Was dieses Gebet sagt, sind nicht unsere Worte. Wir sind nicht imstand, solche Worte zu denken und zu sagen. Sie wurden von Heili­gen geschrieben. Doch was die Heiligen geschrieben haben, das soll sich unsere Seele zu eigen machen, es empfinden und es leben. Mir gefallen auch jene anderen Verse desselben Gebets:

"Nichts entgeht Dir, o mein Gott,
mein Schöpfer und Erretter,
keine einzige Träne,
auch nicht das geringste Tröpfchen.
Als ich noch ungestaltet war,
da sahen mich schon Deine Augen,
und in Deinem Buche steh’n geschrieben,
meine Taten, die noch nicht begangen.
Siehe meine Armut,
sieh auch meine Mühsal!
und erlasse, o Gott aller,
mir die Sünden alle…"


Dieses Gebet wiederholte ich unablässig, mit Sehnsucht, um jenen
Gedanken zu entgehen. Sooft ich es wiederholte, erschien oben im Unendlichen der Stern, meine Tröstung. Er kam an allen jenen Tagen, da ich grosse Schmerzen litt. Und wenn er kam, sprang meine Seele vor Freude, und ich sagte bei mir: "Mein Stern ist gekommen!" Ich spür­te, wie er mich zog, damit ich zu ihm gehe, weg von der Erde. Ich emp­fand grosse Freude, wenn ich ihn sah. Ich wollte nicht an meine Sünden denken, wie ich euch sagte, denn jene hätten mich von jenem Mysterium entfernt. Nur einmal, nur einziges Mal hatte ich das Gefühl, der Stern sei leer, er funkelte nicht, er war nicht voll. Da begriff ich. Das kam vom Widersacher. Ich ignorierte ihn und wandte mich anders­wohin, ich sprach mit meiner Schwester über irgendwelche Arbeiten. Nach einer kurzen Weile sah ich ihn wieder hell strahlen, und die Freude kehrte noch intensiver zurück in mich.
Diese ganze Zeit über hatte ich entsetzliche Schmerzen am ganzen Leib. Die anderen sahen, dass ich im Sterben lag. Ich aber hatte mich der Liebe Gottes übergeben. Ich bat Ihn nicht, mich zu erlösen von den Schmerzen. Wonach ich mich sehnte, war, dass Er sich meiner erbar­me. Ich verliess mich auf Ihn und wartete darauf, dass Seine Gnade wirke. Den Tod fürchtete ich nicht. Ich würde ja zu Christus gehen. Wie ich euch sagte, wiederholte ich ununterbrochen das Gebet des heiligen Symeon des Neuen Theologen, doch nicht mit Eigennutz, nicht damit Gott mich gesund mache. Ich empfand jedes einzelne Wort des Gebets. Das Geheimnis in der Krankheit ist, zu kämpfen, damit du die Gnade Gottes erlangst

Krankheiten bringen uns grossen Nutzen, wenn wir sie ohne Murren
ertragen und Gott verherrlichen dafür und Sein Erbarmen suchen. Wenn wir erkranken, geht es nicht einfach darum, dass wir keine Medika­mente nehmen oder zum heiligen Nektarios beten. Wir müssen auch jenes andere Geheimnis wissen: wir müssen kämpfen, damit wir die Gnade Gottes erlangen. Das ist das Geheimnis. Alles weitere wird uns die Gnade lehren, das nämlich: wie wir uns ganz Christus überlassen. Wir ignorieren die Krankheit, wir denken nicht an sie, sondern wir den­ken an Christus, sachte, unmerklich, ohne Eigennutz, und Gott wird Sein Wunder vollbringen, so wie es heilsam ist für unsere Seele. Wie wir in der Göttlichen Liturgie sagen: Lasst uns… unser ganzes Leben Christus unserem Gott übergeben (4).
Doch wir müssen sie wollen, diese Nichtbeachtung der Krankheit. Wenn wir es nicht wollen, ist es schwer. Wir können nicht einfach sagen: "Ich ignoriere sie." Denn während wir meinen, wir ignorierten sie und mässen ihr keine Bedeutung bei, tun wir in Wirklichkeit das Gegenteil und haben sie ständig im Sinn, sodass wir in uns keine Ruhe finden können. Ich will es euch beweisen. Wir sagen: "Ich glaube, dass Gott mich heilen wird. Ich nehme keine Medikamente. Ich werde es so machen: Ich bleibe die ganze Nacht wach und bitte Gott in dieser Sache. Er wird mich erhören." Wir beten die ganze Nacht, wir bitten, flehen, ersuchen, rufen, nötigen Gott und alle Heiligen, uns gesund zu machen. Wir drängen sie Tag und Nacht. Wir rennen hierhin, dorthin. Zeigen wir mit alledem nicht, dass wir die Krankheit nicht ignorieren? Je mehr wir beharren und die Heiligen und Gott nötigen, uns zu heilen, desto mehr leben wir unsere Krankheit. Je mehr wir uns bemühen, sie loszuwerden, umso mehr erfahren wir sie. Aus diesem Grund geschieht nichts. Wir aber haben den Eindruck, dass unweigerlich ein Wunder geschehen wird. Doch in Wirklichkeit glauben wir es gar nicht, und so werden wir nicht gesund.
Wir beten, wir nehmen keine Medikamente, doch wir finden keine Ruhe, und das Wunder geschieht nicht. Du wirst sagen: "Aber ich nahm kein Medikament, wie ist es möglich, dass ich nicht glaube?" Und den­noch, zutiefst in uns hegen wir Zweifel und haben Angst und denken: "Ob es wohl geschehen wird?" Hier gilt das Schriftwort: Wenn ihr Glau­ben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur das tun, was mit dem Feigenbaum geschehen ist, sondern wenn ihr zu diesem Berg sagt: Heb dich hinweg und stürze dich ins Meer! So wird es geschehen (Mt 21, 21). Wenn der Glaube echt ist, dann wirkt er, ob du nun Medika­mente nimmst oder nicht. Auch durch die Ärzte und die Medikamente wirkt Gott. Die Weisheit Sirachs sagt: Ehre den Arzt mit den Ehren, die ihm geschuldet sind, denn der Herr hat ihn erschaffen… Gott hat aus der Erde Arzneien erschaffen, und der besonnene Mann wird sie nicht ver­schmähen. .. Auch dem Arzt gib seinen Platz, denn auch ihn hat der Herr erschaffen. Er sei nicht fern von dir, denn auch er ist nötig (Sir 38,1; 4; 12).
Das ganze Geheimnis ist der Glaube, zweifelsfreier, sanfter, einfa­cher und aufrichtiger Glaube. In Einfachheit und Aufrichtigkeit des Herzens (Weisheit Salomos 1,1). Es ist nicht eine Angelegenheit von "Willensmacht". Die "Willensmacht" mag ein Fakir anwenden. Was uns angeht, lasst uns den festen Glauben haben, dass Gott uns über alles liebt und will, dass wir Ihm angehören. Deshalb erlaubt Er, dass Krank­heiten uns heimsuchen, bis wir uns vertrauensvoll Ihm übergeben.
Lieben wir Christus, und alles wird sich ändern in unserem Leben. Lieben wir Ihn nicht in Erwartung einer Gegenleistung, zum Beispiel der Gesundheit, sondern lieben wir Ihn mit Sehnsucht, aus Dankbar­keit, ohne an irgendetwas anderes zu denken als an die göttliche Liebe. Noch auch sollen wir mit einer bestimmten Absicht beten und zu Gott sagen: "Mach jene Person gesund, damit sie zu Dir kommt." Es ist nicht recht, Gott Ratschläge zu geben, wie Er den Leuten helfen soll. Wie können wir zu Gott sagen: "Mach mich gesund?" Was können wir Demjenigen bekanntmachen, Der alles weiss?
Wir werden zwar beten, doch es kann sein, dass Gott uns nicht erhören will.

Jemand fragte mich kürzlich:
– Wann werde ich genesen?

– Ah, sagte ich zu ihm, wenn du sagst: Wann werde ich genesen? wirst du nie genesen. Es ist nicht recht, Gott in solchen Dingen zu bit­ten. Du bittest Gott angstvoll, dass er die Krankheit von dir nehmen möge, doch da umarmt sie dich noch mehr. Wir sollen nicht um solches bitten, noch auch sollst du beten dafür.

Er erschrak und sagte:

–   Was? Ich soll nicht beten?
–   Gott bewahre! antwortete ich ihm. Du wirst beten und sogar sehr ausgiebig, doch dafür, dass Gott dir deine Sünden vergibt und dir die Kraft schenkt, Ihn zu lieben und dich Ihm zu übergeben. Denn je mehr du betest, dass die Krankheit verschwinde, umso mehr wird sie dir anhaften und dich umarmen und dich drücken, sie wird sich nicht tren­nen wollen von dir. Doch natürlich, wenn du als Mensch eine innere Schwierigkeit und Schwäche empfindest, dann bitte den Herrn in aller Demut, die Krankheit von dir zu nehmen.

Überlassen wir uns vertrauensvoll der Liebe Gottes

Wenn wir uns Christus übergeben, findet unser geistiger Organis­mus Frieden, mit dem Ergebnis, dass alle Organe und Drüsen so funk­
tionieren, wie sie sollen. Alle werden positiv beeinflusst. Wir fühlen uns wohl, hören auf zu leiden. Und hätten wir selbst Krebs, wenn wir alles Gott überlassen und unsere Seele zur Ruhe kommt, kann es sein, dass die göttliche Gnade durch diese Ruhe wirkt, sodass der Krebs und alles andere verschwindet.
Wenn ihr es wissen wollt – auch Magengeschwüre werden durch nervliche Belastung verursacht. Wenn das sympathische System unter Druck gesetzt wird, verkrampft es sich und nimmt Schaden, und so bil­det sich das Geschwür. Einmal, zweimal, dreimal Zwänge, Kummer, Beklommenheit, und schon ist ein Magengeschwür da, ein gutartiges oder ein bösartiges, je nachdem. Wenn in der Seele Verwirrung herrscht, beeinflusst auch dies den Organismus, und die Gesundheit leidet.
Das Vollkommene ist, dass wir überhaupt nicht beten für unsere Gesundheit. Beten wir nicht, damit es uns gut geht, sondern damit wir gut werden. Ich selbst bete auf diese Weise für mich. Hört ihr, was ich sage? Nicht gut im Sinn von tugendhaft, sondern in dem Sinn, dass wir göttlichen Eifer erwerben, dass wir uns vertrauensvoll der Liebe Gottes überlassen und vielmehr für unsere Seele beten – unsere Seele verstan­den als der Kirche einverleibt, deren Haupt Christus ist – zusammen mit allen unseren Mitmenschen und mit allen Brüdern und Schwestern in Christus.
Ich öffne meine Arme und bete für alle. Vor dem Heiligen Kelch, bevor ich die Göttliche Kommunion empfange, öffne ich meine Seele, damit sie den Herrn aufnehme, und neige mein Haupt und bete für euch, für diesen, für jenen, für die ganze Kirche. Tut auch ihr dasselbe. Begreift ihr? Betet nicht für eure Gesundheit. Sagt nicht: "Herr, mach mich gesund." Nein! Sondern: "Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner", ohne Eigensucht, mit Liebe, ohne irgendetwas zu erwarten. "Herr, was immer Deine Liebe will…" In solcher Weise nur arbeitet von nun an, indem ihr Christus und eure Brüder und Schwestern liebt. Liebt Christus. Werdet Heilige. Werft euch in nichts anderes als in die Freundschaft mit Christus, in Seine Liebe, in den göttlichen Eros.
Geschieht es etwa nicht auch mir, der ich jenen Eifer empfinde, jene Anbetung, dass ich mich der Krankheit nicht unterwerfe, noch auch dem Krebs, selbst wenn ich spüre, dass mein Leib ganz zerrüttet ist? Ich sollte nicht sprechen, doch meine Liebe zu euch und zu aller Welt erlaubt mir nicht, zu schweigen. Während ich spreche, bleiben meine Lungen ohne Sauerstoff, und das ist sehr übel, weil das Herz in Mitleidenschaft gezogen wird. Ich habe etwas erlitten, das schlimmer ist als ein Infarkt… Doch ich lebe. Ist das etwa nicht ein Eingriff Gottes? Doch, und ich gehorche dem Willen Gottes in der Krankheit. Ich ertra­ge alles ohne Murren…, nur gegen mich murre ich, denn keiner ist rein von Makeln (vgl. Hiob 14,4). Ich bin schlimm dran, auch mein Geist ist krank.

Ich sage zu einem Eremiten, mit dem ich in Verbindung stehe:

–   Bete für mich. Ich liebe dich! Liebe auch du mich und hab Mit­leid mit mir und bete für mich, damit Gott sich meiner erbarmt.

–   Du bete, sagt er zu mir.
–   Ich fange jetzt an, erwidere ich, all dessen zu ermangeln, was ich soviele Jahre lang getan habe. Wie sagt es ein Troparion:
"Der Sinn ist verwundet, der Leib geschwächt, es krankt der Geist, das Ende steht vor der Tür, was wirst du tun, o unglückliche Seele, wenn der Richter kommt zur Prüfung deines Tuns?"
(5)
Dieser Vers gilt für mich, darin sehe ich mich. Ich sinne nach, wenn ich dies und jenes nicht getan hätte, würde ich jetzt nicht Schmerzen leiden, dann wäre ich näher bei Christus. Ich sage das über mich selbst, der ich unbesonnen bin.
Wenn ihr Gesundheit und ein langes Leben wollt, so hört, was der weise Salomo zu sagen hat: Der Anfang der Weisheit ist die Gottes­furcht, und der Rat der Heiligen ist Einsicht. Das Gesetz zu kennen andrerseits ist das Merkmal eines edlen Geistes. Auf diese Art wirst du lange leben, und Jahre des Lebens werden dir dazugegeben werden (Sprichwörter 9, 10-11, nach LXX). Hier liegt das Geheimnis – dass wir jene Weisheit, jenes Wissen erlangen, und dann wird alles gut funk­tionieren, alles wird in Ordnung kommen, und wir werden in Freude und Gesundheit leben.
_______________
(1) Der ehrwürdige Altvater litt an folgenden Krankheiten: Myocard-Infarkt des vorderen Diaphrag­mas mit lateraler Ischaemie, chronisches Nierenleiden, Geschwür im Zwölffingerdarm mit wie­derholter Perforation, operierter Katarakt mit Verlust der Linse und gänzlicher Erblindung, Gürtelrose im Gesicht, Staphylokokken-Dermatitis auf der Hand, Leistenbruch, oft eingeklemmt, chronische Bronchitis und Hypophysen-Krebs. Siehe Artikel von Dr. Georgios Papazachou (+ 2001) in der Zeitschrift Σύναξη Nr. 41, Jan-März 1992. (2) Dies geschah im Jahr 1983.
(3) Vorbereitung auf die Göttliche Kommunion, 7. Gebet.
(4) Grosse und Klein Litanie u.a.

(5) Triodion, Donnerstag der 5. Fastenwoche, Grosser Busskanon des hl. Andreas von Kreta, 9. Ode, 1. Vers.
(„Altvater Porphyrios von Kavsokalyvia -LEBEN UND LEHRE“ Hl. Kloster Chrysopigi, Chania, Kreta 2006)

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Psalmgebetsfolge für Menschen, die Gott dienen wollen (nach dem hl. Arsenios von Kappadokien)


 Der Hl. Arsenios von Kappadokien, der Wundertäter, war Priestermönch und
betete viel für seine Mitmenschen. Er betete auch die 150 Psalmen oftmals in vielen
Notfällen: Zum Beispiel betete er den Psalm 42 wenn ein Mensch seine Freiheit
verloren hatte oder den Psalm 17 wenn Erdbeben, Stürme und andere
Naturkatastrophen drohten oder Psalm 33 für die Sterbenden usw. 
 Die folgende Psalmgebetsfolge für Menschen die Gott dienen wollen ist vom
Psalmgebet des ehrwürdigen Heiligen aus Kappadokien geprägt: 

Psalmgebetsfolge für Menschen die Gott dienen wollen
Hilf uns, Gott, unser Retter, um der Herrlichkeit deines Namens willen. Es komme
das Licht des Herrn, unseres Gottes, auf uns, und unserer Hände Werk laß gelingen
bei uns, ja, laß gelingen das Werk unserer Hände. 
(Ps 78, 9; 89, 17)

Psalm 98
Der Herr ist König, zürnen mögen die Völker; er thront auf den Cherubim, es bebe
die Erde. Der Herr ist groß in Sion und erhaben über alle Völker. Preisen sollen sie
deinen großen Namen, denn furchtbar und heilig ist er. Und die Ehre des Königs liebt
das Recht. Du hast Gerechtigkeit bereitet, Recht und Gerechtigkeit in Jakob schufest
du. Erhebt den Herrn, unseren Gott, und werft euch nieder vor dem Schemel seiner
Füße, denn heilig ist er. Moses und Aaron sind unter seinen Priestern, und Samuel
unter denen, die seinen Namen anrufen. Sie riefen den Herrn an, und er hat sie erhört,
in der Wolkensäule sprach er zu ihnen, denn sie bewahrten seinen Weisungen und die
Anordnungen, die er ihnen gegeben. Herr, unser Gott, du hast sie erhört, o Gott, du
wurdest ihnen gnädig und führtest alle ihre Unternehmungen zum Erfolg. Erhebt den
Herrn, unseren Gott, und betet an auf seinem heiligen Berg, denn heilig ist der Herr,
unser Gott.

Psalm 99
Jauchzet dem Herrn alle Welt, dient dem Herrn in Freude, tretet vor ihn mit
Frohlocken. Erkennt, daß der Herr unser Gott ist, er hat uns gemacht und nicht wir,
wir sind sein Volk und die Schafe seiner Weide. Tretet in seine Tore mit Preis, in
seine Höfe mit Liedern, preist ihn, lobt seinen Namen. Denn gut ist der Herr, in
Ewigkeit währt sein Erbarmen, und von Geschlecht zu Geschlecht seine Wahrheit.

Psalm 100
Von Erbarmen und Recht will ich dir singen, Herr, lobsingen will ich und zur Einsicht
kommen auf tadellosem Weg. Wann wirst du zu mir kommen? Ich wandelte in der
Unschuld meines Herzens inmitten meines Hauses. Ich ließ mir nicht vor die Augen
kommen eine gesetzwidrige Tat, die das Gesetz übertreten, die hasse ich. An mir hing
kein verderbtes Herz, wenn sich der Schlechte von mir abwandte, so kannte ich ihn
nicht mehr. Wer heimlich seinen Nächsten verleumdet, den habe ich vertrieben, mit
stolzem Auge und unersättlichem Herzen, mit dem zusammen aß ich nicht. Meine
Augen richteten sich auf die Treuen des Landes, um sie zusammensitzen zu lassen
mit mir. Wer auf tadellosem Wege wandelt, der diente mir. In meinem Haus fand
keine Wohnung, wer hochmütig handelt, wer Unrecht spricht, fand keine Gunst in
meinen Augen. Morgen für Morgen übergab ich dem Tod alle Sünder des Landes, um
auszurotten aus der Stadt des Herrn alle, die Unrecht tun.
Hilf uns, Gott, unser Retter, um der Herrlichkeit deines Namens willen. Es komme
das Licht des Herrn, unseres Gottes, auf uns, und unserer Hände Werk laß gelingen
bei uns, ja, laß gelingen das Werk unserer Hände. 
(Ps 78, 9; 89, 17)

Bitten um Beistand des Heiligen Geistes bei jedem guten Werk:

Troparion, 6. Ton: 
Schöpfer und Bildner des Alls, o Gott, die zu deinem Ruhm begonnenen Werke
unserer Hände leite schnell durch deinen Segen, und erlöse uns von allem Bösen,
denn du bist der einzig Allmächtige und Menschenliebende.
Kondakion, 6. Ton: 
Der du schnell im Beistand und stark in der Hilfe bist, beschirme durch die Gnade
deiner Kraft jetzt, und nach der Segnung stärke und bringe zur Vollendung den guten
Vorsatz der Werke deiner Diener, denn alles, was du willst, kannst du als starker Gott
tun.

Gebet zu Beginn eines jeglichen Werkes, das direkt oder indirekt dem öffentlichen Wohl
dient :
Herr Jesus Christus, du unser menschgewordener Gott, der Du zu unserem Heil
Mühen und Beschwerden erduldet und in uns die Voraussetzungen zu diesem Werke
gewirkt hast, Du hast die heiligen Apostel von ihrer Arbeit weg in Dienst genommen, damit Du den Dienst segnest und heiligst. Du selbst, o Herr, der Du der
erste Arbeiter und Werkmeister unter uns bist, segne uns und dieses unser Werk, daswir heute in Deinem Namen beginnen, damit wir es rasch und glücklich zu Ende
führen. Erleuchte unsere Gedanken und stärke unsere Arme, damit wir stets das
Rechte tun und Taten des Lichtes vollbringen zum Wohle Deines Volkes und zur Ehre
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in alle
Ewigkeit. Amen. 

Gebet zum Beginn einer Arbeit oder eines Werkes ohne Öffentlichkeitscharakter :
Gebieter, Herr Jesus Christus, unser Gott, der Du in unaussprechlicher
Menschenliebe hinabschaust auf das Menschengeschlecht und allen, die Dich bitten,
Deinen Segen gewährest, ihn erbitten und erflehen wir auch jetzt auf uns, die wir
gekommen sind, in der Stärke Deiner Kraft uns unserer Arbeit zuzuwenden; segne
uns und unser Tun. Bewahre uns unbeschadet vor allem Bösen! Gewähre uns und
denen, die mit uns zusammen arbeiten, in Fülle Frieden, Liebe, Einigkeit und
Gerechtigkeit! Gib uns Dein reiches Erbarmen, und lenke unsere Schritte zu allem
rechten Tun. Denn Du bist der Gott der Gnade und des Erbarmens und der
Menschenliebe und Dir senden wir die Verherrlichung empor, sowie Deinem
anfanglosen Vater und Deinem allheiligen und guten und lebendigmachenden Geiste,
jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen. 

Quelle: http://orth-gemeinschaft-stuttgart.jimdo.com/

Montag, 19. Mai 2014

Gebete an die heiligen Engel für jeden Wochentag

An die Heiligen Erzengel
die unermüdlichen Beschützer des menschlichen Lebens,

Kondakion an Erzengel und Engel,
Gebet an die Heiligen Seraphim,
Gebet an die Heiligen Cherubim,
Gebet an die Heiligen Throne,
Gebet an die Heiligen Himmlischen Mächte,
Gebet an die Himmlischen Gewalten,
Gebet an die Himmlischen Urkräfte,
Gebet an den Schutzengel.
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Kondakion an Erzengel und Engel,
Archistrategen Gottes, Diener der göttlichen Herrlichkeit, Vorsteher der Engel und geistliche Leiter der Menschen, ersucht für uns das Nützliche und große Gnade, Ihr Archistrategen der Körperlosen.
Heilige Körperlose Erzengel, gewährt mir den Willen unseres Gottes Herrn Jesus Christus zu erfüllen.
Montag
Archistratege Michael
 – Anführer der himmlischen Heerscharen, Vorkämpfer  Gottes Herrlichkeit. (6/19.09 und 08/21.11)
Heiliger Erzengel Gottes Michael, vertreibe von mir mit deinem blitzschnellen Schwert den bösen Geist, der mich in Versuchung führt und quält.
O du großer Archistratege Gottes Michael – Bezwinger der Dämonen! Bezwinge und schlage alle meine sichtbaren und unsichtbaren Feinde nieder und flehe Gott den Allmächtigen an, auf dass Gott mich vom Trübsal und jeder  Krankheit, jedem tödlichen Geschwür und vom unerwarteten Tod erlöst und beschützt, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
Gebet an die Heiligen Seraphim
Die Seraphim sind näher als alle anderen an ihrem Schöpfer. Sie lieben Gott feurig und regen die anderen an, ihren Schöpfer genauso zu lieben.
O Ihr heiligen sechsflügeligen Seraphim, bringet euer kraftvolles Gebet an Gott empor, auf  dass Gott unsere sündigen  erbitterten Herzen sanfter macht, auf dass wir Ihm, unserem Gott, vertrauen lernen. Lehrt uns alle: die Bösen und die Guten, unseren Schuldigern zu vergeben, damit auch Gott uns vergibt.
Heilige Körperlose Seraphim, gewähret mir ein flammendes Herz zu Gott zu haben.
Dienstag
Erzengel Gabriel
 – Bote der Geheimnisse Gottes. (26/08.04, 13/26.07 und 08/21.117)
Heiliger Erzengel Gottes Gabriel, du hast eine unaussprechliche Freude der Allerreinsten Jungfrau vom Himmel gebracht, erfülle mein durch den Stolz betrübtes Herz mit Freude und Frohlocken.
O du großer Erzengel Gottes Gabriel, du hast eine frohe Botschaft der Allerreinsten Jungfrau Maria über die Empfängnis des Sohnes Gottes verkündet, so verkünde auch mir den Tag des furchtbaren Todes und flehe Gott um meine sündige Seele an, auf dass Gott mir meine Sünden vergibt; und auf dass die Dämonen mich wegen meinen Sünden auf meinem Leidensweg nicht zurückhalten. O großer Erzengel Gottes Gabriel! Beschütze mich von aller Not und schweren Krankheiten jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen
Gebet an die Heiligen Cherubim
Die Heiligen Cherubim verfügen über die Fülle des Wissens und der Weisheit. Sie sind ausgiebig vom Licht Gottes erstrahlt. Sie können alles auf eine Art wissen, wie nur sie es begreifen können.
O Ihr vieläugigen Cherubim, erblickt meine Torheit, schärft meinen Verstand, erneuert den Sinn meiner Seele, auf dass sich die himmlische Weisheit zu mir unwürdigen herablässt, auf dass man nicht mit Worten sündigt, auf dass man die Zunge züchtigt, damit jede Tat der Herrlichkeit des Himmlischen Vaters dient.
Heilige Körperlose Cherubim, verleiht mir die Weisheit, um Gott zu lobpreisen.
Mittwoch
Arch.RafailErzengel Raphael
 – Heiler der menschlichen Krankheiten, Wegbegleiter und Arzt Gottes.(08/21.11)
O du großer Erzengel Gottes Raphael, du hast eine Gabe Gottes empfangen die Krankheiten zu heilen. So heile unheilbare Geschwüre meines Herzens und viele Krankheiten meines Leibes. O großer Erzengel Gottes Raphael, du bist der Wegbegleiter, der Arzt und der Heiler, leite mich zur Erlösung und heile alle meine seelischen und körperlichen Krankheiten, und führe mich zum  Thron Gottes und flehe Seine Barmherzigkeit um meine sündige Seele an, auf dass  Gott mir verzeiht und mich von allen meinen Feinden und bösen Menschen beschützt, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.
Gebet an die Heiligen Throne 
Auf den Thronen ruht Gott und nimmt Sein gerechtes Gericht vor. Durch die Throne wird vorzugsweise die Gerechtigkeit Gottes offenbart, was den irdischen Richtern, Zaren, Gebietern und Herrschern ein gerechtes Gericht zu vollziehen hilft.
O Ihr Heiligen göttlichen Throne, lehrt uns die Demut und Langmütigkeit unseres Gebieters Christus, schenkt uns wahrhaftige Erkenntnis unseres Unvermögens, unserer Nichtigkeit, schenkt uns den Sieg im Kampf gegen den Stolz und die Eitelkeit. Schenkt uns die Einfachheit, ein reines Auge und einen demütigen Verstand.
Heilige Körperlose Throne, gewährt mir die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden.

Donnerstag
Arch.UrielErzengel Uriel 
- Feuer oder Licht Gottes, der Aufklärer der Finsterlinge und Banausen, der Aufklärer der seelischen und körperlichen Gefühle, der Mentor der Verirrten, der Anreger zum Gebet. (08/21.11)
Heiliger Erzengel Gottes Uriel, du bist durch Göttliches Licht erleuchtet und ergiebig mit dem Feuer der flammenden und heißen Liebe zu Gott erfüllt, werfe einen Funken von diesem heißen Feuer in mein kaltes Herz und erleuchte meine dunkle Seele mit deinem Licht.
O großer Erzengel Gottes Uriel, du bist der Schein des Göttlichen Feuers und Aufklärer deren, die durch Sünden betrübt sind: erleuchte meinen Verstand, mein Herz, meinen Willen durch die Kraft des Heiligen Geistes und bekehre mich auf den Weg der Buße und flehe Gott an, auf dass Er mich von der Hölle und von allen sichtbaren und unsichtbaren Feinden erlöst, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu  Ewigkeit. Amen.
Gebet an die Heiligen Herrschaften
Die Heiligen Herrschaften lehren die Menschen ihre Gefühle zu beherrschen, unnütze fleischliche Lust und Leidenschaften zu zähmen, den Körper dem Geist zu unterwerfen und über jeder Versuchung erhaben zu sein.
O Ihr Heiligen Herrschaften, die Ihr Euch immer vor dem Himmlischen Vater befindet, fleht Jesus Christus unseren Erlöser an, auf dass Er in unserer Schwäche Seine königliche Kraft besiegelt und uns die Gnade schenkt, auf dass wir durch diese Gnade gereinigt werden, auf dass wir durch diese Gnade wachsen, auf dass wir mit dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe erfüllt werden.
Heilige Körperlose Herrschaften, gewährt mir über Leidenschaften zu herrschen, damit der Geist dem Fleisch unterworfen wird.
Freitag
Erzengel SelaphielErzengel Selaphiel
 – Beter Gottes, der immer bei Gott für die Menschen betet und der die Menschen zum Gebet anregt. (08/21.11)
Heiliger Erzengel Gottes Selaphiel, gib das Gebet dem Betenden, lehre mich demütig, aufrichtig, andächtig und rührend zu beten. O großer Erzengel Gottes Selaphiel , du betest bei Gott für die gläubigen Menschen, flehe Seine Barmherzigkeit für mich Sünder an, möge Gott   mich von allem Elend, Trübsal, Krankheit, vom unerwarteten Tod und der ewigen Qual erlösen und möge Gott mir das Himmelreich mit allen Heiligen in alle Ewigkeit gewähren. Amen.
Gebet an die Heiligen Himmlischen Mächte
Die Himmlischen Mächte sind mit der göttlichen Stärke erfüllt. Durch sie bewirkt Gott seine Wunder. Sie besitzen eine ihnen vom Gott gegebene Fähigkeit, die  Gabe der Wundertätigkeit den Heiligen, die während ihres Lebens auf der Erde Wunder bewirken, herab zusenden.
O Ihr Heiligen Himmlischen Mächte, betet zu unserem Gott, auf dass Er die Erkenntnis des Unvermögens und der Schwäche in unsere Seelen herab sende, auf dass wir immer Platz für das Göttliche Wirken  in uns haben, schenkt uns in der Stunde des Todes die vom Gott gegebene Gnade, auf dass wir das Erbarmen vom Gott der Kräfte empfangen, denn Sein ist die Lobpreisung und die Anbetung.
Alle heiligen Himmlischen Körperlosen Mächte, gewährt mir die Kraft alles Böse und alle Leidenschaften vor meinen Füßen niederzuschlagen.
Heilige Körperlose Mächte, gewährt mir den Mut für die Erfüllung des Willen Gottes zu haben.
Samstag
Erzengel Jehudiel
 – Schutzpatron der Asketen und Mönche. Er lobpreist Gott und stärkt diejenigen, die für 
Erzengel JehudielGottes Ehre arbeiten und legt Fürsprache für sie ein, damit sie für ihre Tugendtaten und Werke entlohnt werden. Er ist der Förderer und Mentor bei der Arbeit, der Beschützer der Reisenden, der Helfer der Notleidenden im Namen der Ehre Gottes. (08/21.11)
Heiliger Erzengel Gottes Jehudiel, naher Fürsprecher aller sich auf dem Wege Christi Befindender, erwecke mich von der schweren Faulheit und stärke mich für die guten Tugendtaten. O großer Erzengel Gottes Jehudiel, du bist ein eifriger Beschützer von Gottes Herrlichkeit: du regst an, Heilige Dreieinigkeit zu lobpreisen, erwecke auch mich, den Faulen, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist zu lobpreisen und flehe Gott den Allmächtigen an, auf dass Er in mir ein reines Herz schaffe und einen gottesfürchtigen Geist in meinem Innersten erneuere, auf dass Er mich mit dem Gebieterischen Geist festige, um im Geist und in Wahrheit den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist anzubeten, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet an die Himmlischen Gewalten
Die Himmlischen Gewalten haben Macht über den Teufel, zeigen für die Menschen unbekannte Versuchungen auf, festigen die Asketen in ihren geistlichen und fleischlichen Werken.
O Ihr Heiligen Himmlischen Gewalten, fleht den Himmlischen Vater um uns an, schenkt Weisheit und Erörterung, um unterscheiden zu können, um durch das Jesusgebet alle teuflischen Absichten dank eurer Fürsprache zu  zerstören, mögen wir einen reinen, klaren, betenden Verstand, ein glückseliges Herz und den zu Gott gerichteten Willen erlangen.
Heilige Körperlose Gewalten, gewährt mir die Kraft über das Böse zu siegen.
Sonntag
Erzengel BarachielErzengel Barachiel
 – Engel des Segens Gottes. Durch ihn werden der Segen und die Wohltaten Gottes herab gesendet.(08/21.11)
Heiliger Erzengel Gottes Barachiel, du bringst uns den Segen Gottes, so segne auch mich, einen gesegneten  Anfang zur Verbesserung meines nachlässigen Lebens zu machen, auf dass ich in Allem Gott Jesus Christus, meinem Erlöser diene von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet an die Himmlischen Urkräfte 
Die Heiligen Himmlischen Urkräfte herrschen über die niedrigeren Engel. Sie sind beauftragt das Weltall zu regieren, einzelne Länder und Völker zu beschützen und zu leiten.
O Ihr Heiligen Himmlischen Urkräfte, fleht unseren Gott Jesus Christus an, auf dass Er uns gewährt einen gütigen Anfang für unsere Errettung zu machen!
Heilige Körperlose Urkräfte, gewährt mir Gott in Keuschheit meines Herzens und der Taten meiner Menschenhand zu dienen.
Gebet an den Schutzengel
Engel Gottes, mein Beschützer, bitte Gott für mich.
Heilige Körperlose Engel, gewährt mir die Gebote Gottes an allen Tagen meines Lebens zu befolgen.
(Übersetzung: Jevgenija Wulff,http://www.deutsch-orthodox.de )

Montag, 12. Mai 2014

MORGENGEBETE


Vom Schlafe erwacht, sprich:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
sodann verweile eine Zeit im Schweigen, daß alles Fühlen sich beruhige, bekreuzige dich dreimal, und beginne:
O Gott, sei mir Sünder gnädig!
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich unser um der Fürbitten willen Deiner allreinen Mutter und aller Heiligen. Amen.
Ehre sei Dir, unser Gott, Ehre sei Dir.
Himmlischer König, Tröster, Geist der Wahrheit, Allgegenwärtiger und alles Erfüllender; Schatz der Güter und Lebenspender, komm und wohne in uns, reinige uns von aller Befleckung und errette, Gütiger, unsere Seelen.
Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser. (dreimal)
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
Allheilige Dreifaltigkeit, erbarme Dich unser. Herr, reinige uns von unseren Sünden. Gebieter, vergib uns unsere Übertretungen. Heiliger, sieh an und heile unsere Schwächen um Deines Namens willen.
Herr, erbarme Dich. (dreimal)
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Priester: Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Wir: Amen.
Morgentroparien an die Heilige Dreifaltigkeit
Erwacht aus dem Schlafe, fallen wir nieder vor Dir, Gütiger, und singen Dir, dem Mächtigen, das Loblied der Engel: Heilig, heilig, heilig bist Du, o Gott. Um der Gottesgebärerin willen erbarme Dich unser.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Vom Lager und aus dem Schlafe hast Du mich erweckt, o Herr. Erleuchte meinen Verstand und mein Herz. Öffne meine Lippen, Dir zu singen, heilige Dreifaltigkeit: Heilig, heilig, heilig bist Du, o Gott. Um der Gottesgebärerin willen erbarme Dich unser.
Jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
Unversehens naht der Richter, und eines jeden Taten werden offenbar. Doch ehrfürchtig rufen wir Dir zu: Heilig, heilig, heilig bist Du, Gott, um der Gottesgebärerin willen erbarme Dich unser. Herr, erbarme Dich (zwölfmal)
Gebet
Vom Schlafe erwacht, danke ich Dir, Heilige Dreifaltigkeit. In Deiner großen Güte und Langmut ließest Du nicht Deinen Zorn über mich entbrennen, da ich träge und sündig bin, auch vertilgtest Du mich nicht ob meiner Frevel. Huldvoll wie stets erwiesest Du Dich. Da ich ohne Bewußtsein lag, richtetest Du mich auf, Dir in der Frühe mein Gebet darzubringen und Deine Macht zu preisen. Erleuchte die Augen meiner Seele, öffne meinen Mund, nachzusinnen über Deine Worte, zu verstehen Deine Gebote und Deinen Willen zu tun, Dir zu singen im Bekenntnisse des Herzens und Deinen allheiligen Namen zu preisen, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
Kommt, lasset uns anbeten Gott unseren König! Kommt, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christus, unserem König und Gott! Kommt, lasset uns anbeten und niederfallen vor Christus selbst, unserem König und Gott!
Psalm 50
Erbarme Dich meiner, o Gott, nach Deiner großen Barmherzigkeit, und nach der Fülle Deiner Erbarmung tilge meine Missetat. Mehr und mehr wasche ab meine Missetat, und von meiner Sünde reinige mich. Denn meine Missetat erkenne ich, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen Dich allein hab ich gesündigt, und Böses vor Dir getan: auf daß Du gerecht erfahren wirst in Deinen Worten, und den Sieg erhältst, wenn man über Dich urteilt. Denn siehe, in Ungerechtigkeit bin ich empfangen, in Sünden hat mich meine Mutter geboren. Siehe, die Wahrheit hast Du geliebt, die heimlichen und verborgenen Dinge Deiner Weisheit mir geoffenbart. Besprenge mich mit Hysop, so werde ich gereinigt; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee. Gib meinem Gehör Freude und Wonne, so werden frohlocken die gedemütigten Glieder. Wende ab Dein Angesicht von meinen Sünden, und all meine Missetaten tilge. Ein reines Herz erschaffe in mir, o Gott, und den rechten Geist erneuere in meinem Innern. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht, und Deinen heiligen Geist nimm nicht von mir. Gib mir wieder die Freude Deines Heiles, mit einem willigen Geist mache mich stark. So will ich lehren die Ungerechten Deine Wege, und die Gottlosen werden sich zu Dir bekehren. Erlöse mich von der Blutschuld, Gott, Du Gott meines Heiles, so wird mit Freuden meine Zunge Deine Gerechtigkeit preisen. Herr, öffne meine Lippen, und mein Mund wird verkünden Dein Lob! Wenn Du Opfer verlangtest, so wollte ich sie wohl geben, Brandopfer aber gefallen Dir nicht. Ein Opfer vor Gott ist ein zerknirschter Geist; ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verachten. Wirke, Herr, in Gnade nach Deinem guten Willen an Zion, damit die Mauern Jerusalems erbaut werden. Dann wirst Du annehmen das Opfer der Gerechtigkeit, Gaben und Brandopfer; dann wird man Kälber auf Deinen Altar legen.
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und ist aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein. Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten; und an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.
1. Gebet (des heiligen Makarios des Großen)
Gott, reinige mich Sünder, denn ich habe nichts Gutes vor Dir vollbracht. Doch erlöse mich vom Bösen; mir geschehe nach Deinem Willen, damit ich ungerichtet meinen unwürdigen Mund öffne und Deinen heiligen Namen preise, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
2. Gebet (des heiligen Makarios des Großen)
Vom Schlafe erwacht, bringe ich Dir, Erlöser, den mitternächtlichen Gesang dar, ich falle vor Dir nieder und flehe zu Dir: Laß mich nicht im Sündentod entschlafen, sondern schenke mir, der Du Dich freiwillig kreuzigen ließest, Deine reiche Güte. Richte mich, der ich in Trägheit liege, bald auf und errette mich, daß ich wache und bete, und nach dem nächtlichen Schlaf laß mir einen sündenfreien Tag erstrahlen, Christus Gott, und erlöse mich.
3. Gebet (des heiligen Makarios des Großen)
Bei Dir, menschenliebender Gebieter, nehme ich, vom Schlaf erwacht, meine Zuflucht, und durch Deine Barmherzigkeit mühe ich mich, Deine Werke zu tun und bete zu Dir: Hilf mir zu jeder Zeit und in allen Dingen. Bewahre mich vor jeglichen bösen Dingen dieser Welt und teuflischer Hast. Rette mich und führe mich in Dein ewiges Reich, denn Du bist mein Schöpfer, Fürsorger und Spender alles Guten, auf Dich setzte ich meine ganze Zuversicht und sende Dir den Lobpreis empor, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
4. Gebet des heiligen Makarios des Großen)
Herr, der Du in Deiner reichen Güte und in Deinem großen Erbarmen mir, Deinem Knecht gewährt hast, die vergangene Nacht frei von Anfechtung durch alles Böse zu überstehen; Du selbst, Gebieter, Schöpfer des Alls, würdige mich, in Deinem wahrhaften Licht und mit erleuchtetem Herzen Deinen Willen zu tun, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
5. Gebet (des heiligen Basilios des Großen)
Herr, Allherrscher, Gott der Kräfte und allen Fleisches, der Du in den Höhen wohnst und Dich der Demütigen annimmst. Du prüfst die Herzen und Leiber und kennst das Verborgene der Menschen im Voraus, Du anfangsloses und ewig seiendes Licht, bei dem weder Veränderung noch ein Schatten des Wandels ist. Du selbst, unsterblicher König, nimm unsere Gebete an, die wir Dir im Vertrauen auf die Vielzahl Deiner Erbarmungen in dieser Stunde von unreinen Lippen darbringen, und vergib uns unsere Verfehlungen, die wir in Tat und Wort oder in Gedanken, bewußt oder unbewußt, begangen haben. Reinige uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes. Gib, daß wir mit wachsamen Herzen und in nüchternen Gedanken die ganze Nacht des gegenwärtigen Lebens durchschreiten mögen in Erwartung der Ankunft des lichten und offenbarten Tages Deines eingeborenen Sohnes, unseres Herrn, Gottes und Erlösers Jesus Christus, der in Herrlichkeit als Richter aller kommen wird, einem jeden zu vergelten nach seinen Werken. Laß nicht zu, daß wir im gefallenen Zustand und übermannt von Trägheit angetroffen werden, sondern wachsam, bereit zum Handeln, auf daß wir in die Freude Seiner Herrlichkeit eingehen, wo die Stimme der Feiernden immerwährend klingt und unaussprechliche Wonne derer herrscht, welche die unbeschreibliche Güte Deines Angesichts schauen. Denn Du bist das wahre Licht, das alles erleuchtet und heiligt, und Dich besingt die ganze Schöpfung in alle Ewigkeit. Amen.
6. Gebet (des heiligen Basilios des Großen)
Dich preisen wir, höchster Gott und Herr der Gnade, der Du immerfort an uns Großes und Unerforschliches, Herrliches, aber auch Schreckliches vollbringst, der Du uns Schlaf zur Linderung unserer Schwachheit und Entspannung von den Mühen des vielfach geplagten Fleisches gabst. Wir danken Dir, daß Du uns nicht mit unseren Übertretungen vernichtet, sondern uns stets Deine Menschenliebe erwiesen — und uns, die wir in Sorglosigkeit lagen, aufgerichtet hast, um Deine Macht zu preisen. So flehen wir zu Deiner unermeßlichen Güte: Erleuchte unsere Gedanken und Augen und erhebe unseren Verstand vom schweren Schlaf der Trägheit. Öffne unseren Mund und erfülle ihn mit Deinem Lob, damit wir Dich unbeirrbar besingen und bekennen mögen, den in allen und durch alle verherrlichten Gott, den anfanglosen Vater mit Deinem eingeborenen Sohn und dem allheiligen, guten und lebenschaffenden Geist. Jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
7. Gebet (zur allheiligen Gottesgebärerin)
Ich besinge Deine Gnade, Gebieterin, und bete zu Dir: Erfülle meinen Verstand mit Gnade. Lehre mich, auf dem Weg der Gebote Christi recht zu wandeln. Stärke mich im Wachen für den Lobgesang, indem Du den Schlaf der Mutlosigkeit vertreibst. Befreie mich, der ich mich in den Fesseln der Sündenfälle verstrickt habe, durch Deine Gebete, o Gottesbraut. Beschütze mich des Nachts, so wie am Tage, und erlöse mich von den mich bekämpfenden Feinden. Die Du den lebenspendenden Gott geboren hast, belebe mich, der ich durch Leidenschaften tot bin. Die Du das abendlose Licht geboren hast, erleuchte meine erblindete Seele. O wunderbares Gemach des Gebieters, mache mich zu einem Haus des göttlichen Geistes. Die Du den Heiland geboren hast, heile die langjährigen Leidenschaften meiner Seele. Führe mich, den vom Sturm des Lebens Bedrängten, auf den Pfad der Reue. Befreie mich vom ewigen Feuer, von der Schlange des Verderbens und von der Hölle, auf daß Du mich nicht den Dämonen zur Freude auslieferst, der ich durch viele Sünden schuldig bin. Erneuere mich, Allerreinste, der ich durch sündhafte Fühllosigkeit gealtert bin. Laß jegliche Qual von mir fern sein und flehe zum Gebieter aller. Laß mich mit allen Heiligen himmlischer Fröhlichkeit teilhaftig werden. Erhöre, heiligste Jungfrau, die Stimme Deines nutzlosen Knechtes. Gib mir Ströme von Tränen, Allerreinste, die die Unreinheit meiner Seele reinwaschen. Ohne Unterlaß bringe ich Dir das Seufzen meines Herzens dar, laß mir Deinen Eifer zuteil werden, Gebieterin. Nimm mein Gebet an und bringe es vor den barmherzigen Gott. Die Du erhabener bist als die Engel, mache mich über das Irdische erhaben. Du Licht tragendes himmlisches Gemach, erwirke in mir geistliche Gnade. Die Arme und die Lippen, die durch Unreinheit befleckt sind, erhebe ich zum Lobpreis, Du überaus Makellose. Erlöse mich von dem Unheil, das die Seele verdirbt, indem Du Christus inständig anflehst, denn Ihm gebührt Ehre und Anbetung, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
8. Gebet (zu unserem Herrn Jesus Christus)
Mein gnädigster und barmherzigster Gott, Herr Jesus Christus, der Du in Deiner großen Liebe herabgestiegen bist und Fleisch angenommen hast, um alle zu retten. So bitte ich Dich, o Heiland, rette auch mich durch Deine Gnade. Denn würdest Du mich ob meiner Taten retten, wäre dies nicht Gnade oder Gabe, sondern Schuldigkeit sogar. Ja, Du Gnadenreicher und unaussprechlich Gütiger, Du hast gesagt, wer an Mich glaubt, wird leben und den Tod auf ewig nicht sehen. Wenn nun der Glaube an Dich die Verzweifelten rettet, so glaube auch ich; errette Du mich, denn Du bist mein Gott und Schöpfer. Der Glaube möge mir anstelle von Taten angerechnet werden, mein Gott, denn Du wirst keine Taten an mir finden, die mir zur Rechtfertigung gereichen könnten. Doch dieser mein Glaube möge mir statt dessen für alles genügen; er soll mich rechtfertigen, er soll mich zum Teilhaber Deiner ewigen Herrlichkeit werden lassen, damit mich nicht der Satan verführe und sich nicht rühme, mich Deiner Hand und Deinem Schutz entrissen zu haben, o Wort Gottes. Und ob ich es nun will, oder nicht, Christus, mein Heiland, errette mich schnell, komme mir zuvor, der ich verloren bin. Denn Du bist mein Gott vom Mutterleib an. Würdige mich, Herr, Dich jetzt so zu lieben, wie ich einst die Sünde geliebt habe und Dir ohne Trägheit eifrig zu dienen, wie ich einst dem arglistigen Satan gedient habe. Vielmehr möchte ich Dir, meinem Herrn und Gott Jesus Christus, nun alle Tage meines Lebens dienen, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
9. Gebet (zum heiligen Schutzengel)
Heiliger Engel, Wächter über meine elende Seele und mein unseliges Leben, verlaß mich Sünder nicht, weiche nicht wegen meiner Zügellosigkeit von mir. Laß nicht zu, daß mich ein böser Dämon durch die Gewalt dieses sterblichen Leibes beherrsche. Stärke meine hilflose und geschwächte Hand und geleite mich auf den Weg des Heils. Ja, heiliger Engel Gottes, Du Wächter und Beschützer meiner elenden Seele und des Leibes, verzeihe mir alles, womit ich Dich an allen Tagen meines Lebens gekränkt habe, und wenn ich in der vergangenen Nacht gesündigt habe, beschütze mich an diesem Tag und bewahre mich vor aller Versuchung des Bösen, damit ich durch keine Sünde Gott erzürne. So flehe für mich zum Herrn, daß Er mich in Seiner Furcht festige und mich, als Knecht, Seiner Güte für würdig erweise. Amen.

10. Gebet (zur allheiligen Gottesgebärerin)
Meine Allheilige Gebieterin, Gottesgebärerin, durch Deine heiligen und allvermögenden Gebete vertreibe von mir, Deinem demütigen und elenden Knecht, Kleinmut, Nachlässigkeit, Unvernunft und Sorglosigkeit sowie alle unreinen, bösen und lästerlichen Regungen von meinem verhärteten Herzen und von meinem verfinsterten Verstand. Und lösche die Flammen meiner Leidenschaften, denn ich bin armselig und elend. Erlöse mich von vielen argen Erinnerungen und Vorhaben, befreie mich von allen bösen Taten. Denn Du bist gesegnet von allen Geschlechtern und Dein hochverehrter Name wird gepriesen in alle Ewigkeit. Amen.
Zum Namensheiligen
Bitte Gott für mich, heiliger und gottgefälliger N. N., denn eifrig suche ich Zuflucht bei Dir, schneller Helfer und Fürbitter für meine Seele!
Gebet zur allheiligen Gottesgebärerin
Gottesgebärin Jungfrau! Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir. Du bist gesegnet unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht Deines Leibes, denn Du hast den Erlöser unserer Seelen geboren.
Troparion auf das Heilige Kreuz
Rette, o Herr, Dein Volk und segne Dein Erbe. Gewähre den orthodoxen Christen Sieg über ihre Widersacher, und behüte Deine Gemeinde durch Dein Kreuz.
Für die Lebenden
Gedenke Herr, Jesus Christus, unser Gott, Deiner von Anbeginn der Welt währenden Gnade und reichen Güte, dank derer Du Mensch geworden bist, Kreuzigung und Tod für die wahrhaftig an Dich Glaubenden zu erleiden geruhtest und von den Toten auferstanden bist, aufgefahren bist in den Himmel und zur Rechten Gottes des Vaters sitzest und auf die demütigen Gebete aller herabschaust, die aus ganzem Herzen rufen zu Dir. Neige Dein Ohr und erhöre das demütige Bitten Deines unnützen Dieners, welcher Dir dieses zum Dufte geistlichen Wohlgeruchs für alle Menschen darbringt: Zuerst gedenke Deiner heiligen katholischen und apostolischen Kirche, die Du mit Deinem kostbaren Blut gerüstet hast und stärke, festige, verbreite, vermehre, befriede sie und bewahre sie in Ewigkeit unüberwindbar für die Pforten der Hölle. Überwinde die Spaltung der Kirchen, stille das Toben der Heiden, setze dem Aufruhr der Irrlehren ein baldiges Ende durch die Kraft Deines Heiligen Geistes. (Verbeugung)
Rette, Herr, und erbarme Dich unseres von Gott behüteten Landes und aller, die es regieren und beschützen, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Lauterkeit. (Verbeugung)
Errette, Herr, und erbarme Dich unseres heiligsten Patriarchen N. N., unseres hochwürdigsten Erzbischofs N. N., der hochwürdigsten Metropoliten, Erzbischöfe und Bischöfe, der Priester, Diakone und des gesamten geistlichen Standes, die Du zum Hirtendienst an Deiner Herde bestellt hast; durch ihre Gebete erbarme Dich und errette mich Sünder. (Verbeugung)
Errette, Herr, und erbarme Dich meines geistlichen Vaters N. N. und vergib mir meine Sünden durch seine heiligen Gebete.(Verbeugung)
Errette, Herr, und erbarme Dich meiner Eltern, Brüder und Schwestern, meiner Verwandten, aller meiner Familie Nahestehenden und meiner Freunde; gewähre Ihnen Deine irdischen und überirdischen Güter. (Verbeugung)
Errette, Herr, und erbarme Dich der Alten und Jungen, der Bettler, Waisen und Witwen sowie der Kranken und Leidenden, der Bedrängten und Betrübten, der Gefangenen und der Verbannten, vor allem jedoch derer, die um Deines Namens und des orthodoxen Glaubens willen von Gottlosen, Abtrünnigen und Häretikern verfolgt werden; gedenke ihrer, suche sie heim, stärke, tröste sie und laß ihnen bald durch Deine Kraft Linderung, Befreiung und Erlösung zuteil werden. (Verbeugung)
Errette, Herr, und erbarme Dich der uns Wohltuenden, die uns ihre Güte erweisen und uns ernähren, uns Mildtätigkeit erwiesen und uns Unwürdige damit betraut haben, für sie zu beten, und die uns Geborgenheit geben; gewähre ihnen Deine Güte, gib ihnen Gebete zum Heil sowie die Erlangung der ewigen Güter. (Verbeugung)
Errette, Herr, und erbarme Dich aller unserer zum Dienst gesandten und reisenden Väter und Brüder sowie aller rechtgläubigen Christen. (Verbeugung)
Errette, Herr, und erbarme Dich all jener, die ich in meiner Gedankenlosigkeit verleitet und vom Heilsweg abgebracht und zu bösen und ungeziemenden Taten angestiftet habe; führe sie in Deiner göttlichen Vorsehung wieder auf den Weg des Heils zurück. (Verbeugung)
Errette, Herr, und erbarme Dich aller, die mich hassen, beleidigen und mir nachstellen; laß nicht zu, daß sie wegen mir, des Sünders, zugrunde gehen. (Verbeugung)
Erleuchte durch das Licht Deiner Erkenntnis all jene, welche vom orthodoxen Glauben abtrünnig und durch verderbenbringende Häresien geblendet worden sind und einige sie wieder mit Deiner heiligen, apostolischen und katholischen Kirche. (Verbeugung)
Für die Verstorbenen
Gedenke, Herr, aller entschlafenen heiligsten und rechtgläubigen Patriarchen, der hochgeweihten Metropoliten, Erzbischöfe und Bischöfe; all derer, die Dir als Priester oder in anderen kirchlichen Ämtern sowie im Mönchsstand gedient haben, und gewähre ihnen Ruhe mit den Heiligen in den ewigen Wohnstätten. (Verbeugung)
Gedenke, Herr, der Seelen aller Deiner entschlafenen Diener, meiner Eltern, Vorfa
hren, aller Verwandten N.N. und vergib ihnen ihre absichtlich und unabsichtlich begangenen Sünden, indem Du ihnen Dein Reich und die Teilnahme an Deinen ewigen Gütern sowie die Wonne des endlosen und seligen Lebens schenkst. (Verbeugung)
Gedenke, Herr, all unserer in der Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige L
eben entschlafenen Väter, Brüder und Schwestern sowie aller rechtgläubigen Christen, die hier und allerorten ruhen; und laß sie mit Deinen Heiligen wohnen, wo das Licht Deines Antlitzes ihnen leuchtet, und erbarme Dich unser, denn Du bist gut und menschenliebend. Amen.(Verbeugung)
Gewähre, Herr, allen unseren Vätern, Brüdern und Schwestern, die vor uns im Gla
uben und der Hoffnung auf die Auferstehung heimgegangen sind, Vergebung der Sünden und laß ihnen ewiges Gedenken zuteil werden. (Verbeugung)
Oder statt dessen:
Kurzes Gebet für die Lebenden
Errette, Herr, und erbarme Dich meines geistlichen Vaters N. N., meiner Eltern N.N., Verwandten N.N., Vorgesetzten, Lehrer, Wohltäter, Freunde N. N. und aller orthodoxer Christen.
Kurzes Gebet für die Verstorbenen
Laß ruhen, Herr, die Seelen Deiner entschlafenen Knechte und Mägde: Meiner Eltern, Verwandten, Wohltäter N.N. und aller orthodoxer Christen, verzeih ihnen alle ihre gewollten und ungewollten Versündigungen und schenke ihnen das Himmelreich.
Wahrhaft würdig ist es, Dich seligzupreisen, o Gottesgebärerin, allzeit selige und ganz makellose Mutter unseres Gottes. Die Du ehrwürdiger bist als die Cherubim und unvergleichlich herrlicher als die Seraphim, die Du unversehrt Gott, das Wort, geboren hast, wahrhafte Gottesgebärerin, Dich preisen wir hoch.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
Herr, erbarme Dich. (dreimal)
Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich unser um der Fürbitten willen Deiner allreinen Mutter, unserer ehrwürdigen und gottragenden Väter und aller Heiligen. Amen.


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