Montag, 20. Januar 2014

EIN GESPRÄCH MIT DEM ARCHIMANDRITEN GABRIEL ÜBER DIE MODERNE TECHNOLOGIE


MISSION  HEUTE 
Archimandrit Gabriel (Vučković) ist der Klostervorsteher vom serbisch-orthodoxen Lepavina – Kloster in Kroatien. In der Öffentlichkeit ist  er als der Geistliche im Internet bekannt. Er hat die wichtige Rolle der  Informationstechnologie zur Verkündung des Evangeliums und der kirchlichen Mission  verstanden. In einem Interview für „Slovo ljubve“- Radiosender aus Belgrad erklärt er, dass er anfangs mit IT seine Schwierigkeiten hatte, da er  als ein Einsiedler - Mönch vom Heiligen Berg Athos  gegenüber dem Computer eine Abneigung an sich hegte.  Der kirchliche Segen, die Liebe im Herzen und der gute Wille halfen ihm aber  die Vorurteile gegenüber der Technik und seine Abneigung leichter zu überwinden.

Nachdem er sich als Kind  entschied Mönch zu werden,  ging Pater Gabriel schon  als ein kleiner Junge ins Kloster. Er hat vor kurzem  seinen 50. Jahrestag als Mönch gefeiert. 13 Jahre lang lebte er  auf dem Heiligen Berg Athos, in der einzigartigen Mönchsrepublik. Danach war er in den Klöstern in Serbien und Montenegro. Heute ist er Klostervorsteher des serbischen Klosters Lepavina in Kroatien. In Kroatien bekam er den Segen des Metropoliten Johannes für die Mission im Internet.  Heute ist er einer der bekanntesten  Geistlichen  unserer Kirche in der virtuellen Welt.
 


DER SEGEN

   Pater Gabriel erinnert sich an die Anfänge seiner erfolgreichen Internetkarriere:
  „Am Anfang war  der Segen des Metropoliten Johannes. Als er nämlich einmal die westliche Welt besuchte,  erfuhr er dort von der Möglichkeit die Computer zu nutzen, um das Wort Gottes zu verkünden. Danach setzte sich Metropolit Johannes von Zagreb und Laibach  dafür ein, die Computer im  Lepavina - Kloster zum Zwecke der Predigt und  der Verbreitung der evangelischen Botschaft zu nutzen. Es sind danach noch 2 zwei Jahre vergangen, aber ich konnte mich immer noch nicht dazu durchringen, die Barriere gegenüber der modernen Technologie zu überwinden, denn die IT war für mich ein Schrecken. Es änderte sich diesbezüglich  gar nichts  bis ich nicht eines Tages mit Dimitrij Stefanović,  dem Mitglied der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Kunst telefonierte. Ein Telefonat änderte alles. Er half mir während des Gesprächs die Bedeutung der Computernutzung in der zwischenmenschlichen Interaktion zu verstehen. Als ich dann den technischen Fortschritt endlich akzeptierte, riet ich Pater Basileus (Damals hieß er noch Klosterbruder Vojislav) sich Computerkenntnisse  anzugeignen, und er lernte  im  Selbststudium die Computertechnik. Wir machten einen ersten Start, indem wir  die sogenannten geistigen Blätter  druckten und sie  an die Mitglieder der Gemeinde verteilten. Dies geschah meistens zum Anlass der Dreikönigweihe, als wir die Gemeindemitglieder zu Hause  besuchten. „

DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN

“Im Jahr 1997 fiel mir die Idee von der Herausgabe einer Klosterzeitschrift nach dem Vorbild der Zeitschrift „Mönchspfad“ bzw. „Monaška staza” ein. Was ist der „Mönchsweg“?
Als ich noch auf dem heiligen Berg Athos war, bekam ich den Segen im dortigen Kloster Chillandar die Zeitschrift „Der Mönchspfad“ herauszugeben. Es wurde nur eine Nummer dieser Zeitschrift gedruckt, da es keine technische Möglichkeit gab weitere Nummern zu drucken und der Drucker-Printer nicht funktionsfähig war. Es handelte sich um einen kleinen Handdrucker. Nach dieser ersten Nummer geriet der „Mönchspfad“ in Vergessenheit.
Im Jahr 1997 bekamen wir die Gelegenheit eine Zeitschrift im Lepavina - Kloster  herauszugeben. Wir kauften einen Kopierer, und die erste Herausgabe der Zeitschrift „Weg- Wahrheit - Leben“ hate eine Auflage von 50 Stück. Die Zeitschrift wurde bei den Lesern gut aufgenommen. Es gab viele interessierte Leser.  Schon die zweite Nummer druckten wir mit einer Auflage von 300 Stück.  Wir meldeten die Zeitschrift bei der kroatischen staatlichen Anstalt für Katalogisierung an. Die nächsten Nummern der Zeitschrift wurden alle zwei Monate herausgegeben mit einer Auflage von 2000 Stück.
Das letzte Mal kam die Zeitschrift als Doppel- Ausgabe vor dem Ausbruch meiner Krankheit im Jahr 2006 heraus. Es wurden 4000 Exemplare dieser Doppel-Ausgabe gedruckt. Wir haben die Druckkosten und die Versandkosten gedeckt. Damals noch als wir die Zeitschrift herausgegeben haben, fing ich an, mich für die Informatik zu interessieren. Nenad Badovinac, damals Informatikstudent, brachte mir die Informatik bei.  Die Leser der Zeitschrift  erinnern sich sicherlich auch heute an ihn, denn er schrieb selbst auch inhaltlich gute Texte und kreierte wunderbare Illustrationen.  Er war wie ein frischer Wind, immer voller Freude und Liebe.“

DIE MISSION UND DIE MODERNE WELT
Die Herausgabe der Zeitschrift wurde aufgegeben.  Stattdessen konzipierte Pater Gabriel die Webseite  des Lepavina - Klosters. Nach Manier eines Experten sagt er, dass jede Person, bevor sie die Seite anklickt, nachdenken sollte mit welcher Funktion und wieso sie die Seite anklickt.

    “Das Anliegen unserer Webseite ist die Verkündung der frohen Botschaft. Das Wort unseres Herrn Jesus Christus an Seine Jünger, die heiligen Apostel und deren Schüler: “ Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen. ” Der Anfang des Mönchtums ist an die Klöster in den Wüsten gebunden, aber die Mönche waren auch Zeugen als das Evangelium verkündet worden ist. Heute und in alle Zeiten gelten die Worte des Erretters: “ Hier wartet eine reiche Ernte, aber es gibt nicht genug Menschen, die helfen, sie einzubringen. ”

Unsere Webseite hat einen Missionscharakter, und sie ist an die Realität des Globalen ausgerichtet. Das bedeutet, dass wir unsere Texte in allen möglichen Sprachen veröffentlichen. Neben der serbischen Sprache, was selbstverständlich ist, sind Texte auf Russisch, Englisch, Deutsch, Französich und Griechisch vorhanden. Alle diese Sprachen sind auf unserer Webseite vertreten. Die Webseite unseres Klosters  wurde als Missionsseite im Internet rangiert, denn sie ist auch  im christlich-orthodoxen Blog „Orthodoxe Mission“ aufgelistet. Das Blog „Orthodoxe Mission“ ist für die Griechen in aller Welt vorgesehen.  Da ist ein Link zu unserem Radiosender Mariä Verkündung („Radio Blagovesti“).  Unter den Links für christlich-orthodoxe Radiosender befinden wir uns auf dem 11. Platz der Rangliste in diesem Blog, da wir in der letzten Zeit nicht so aktiv sind. Als wir früher aktiver waren, befanden wir uns auf dem Platz 5. Die Webseite unseres Klosters befindet sich auf dem 10. Platz unter den 16 Links des Blogs „Orthodoxe Mission“. Im Blog: „Der Heilige Berg Athos“ befindet sich unsere Webseite auf dem 1. Platz in der Kategorie der zum Heiligen Berg nicht dazugehörenden Klostern.

AMOL AUS INDIEN
Pater Gabriel erklärt,  wie die Webseite des Klosters Lepavina sich entwickelte. Er unterstreicht den Missionscharakter der Webseite und zugleich zeigt er auf eine praktische Art und Weise, dass der Glaube ohne Werke tot ist. Die Hilfe bei der Verkündung des Evangeliums kommt durch moderne Technologien. Das wird deutlich, wenn Pater Gabriel über den Radiosender spricht:

„Unsere Webseite hat keinen lokalen Rahmen. Unser Internetradio, Radiosender Mariä Verkündung kann man in allen Teilen der Welt hören. Hierzu habe ich ein interessantes Beispiel parat. Alle Sendungen unseres Radiosenders werden archiviert, und so kann man sie jederzeit wieder abspielen. Eines Tages  meldete sich bei uns ein Inder aus Indien. Er schrieb in englischer Sprache. Er berichtete uns, dass  eines Morgens in Indien, als er zur Arbeit ging und   ein Gerät bei sich trug, er sich eine  unserer archivierten Radiosendungen angehört hat. Ich weiß nicht, um welches technische Gerät es sich dabei handelte,  aber Amol aus Indien fand damit unseren Radiosender Mariä Verkündung. 
Am Anfang jeder Sendung lese ich mit dem Segen unseren Metropoliten Johannes den Akathistos zum Hoffest Mariä Verkündung. Amol hörte sich offensichtlich den Akathistos an. Das wirkte auf ihn sehr wohltuend. In seinem Brief schreibt er: „ Ich habe kein Wort verstanden, aber in meiner Seele und in meinem Herzen erlebe ich etwas Schönes, etwas, was mir einen unbeschreiblichen Frieden gab.“ Als er dann auf seiner Arbeit war, bemerkten die Kollegen  eine Veränderung bei ihm.  Sie sahen die Zufriedenheit. Er war nicht mehr wie üblich wegen dem Morgenstau und der Eile und der Befürchtung, ob er rechtzeitig zur Arbeit kommen wird, nervös. Er hat gar nichts verstanden, aber er bekam den inneren Frieden durch die Worte des Gebets, das er sich im Autobahnstau der Millionenstadt anhörte. Das ist ein Beispiel für den geistigen Nutzen und für die Mission mit Hilfe der modernen Technologie, insbesondere des Internets."

GOTT IST LIEBE
Durch die Wahrheit des Glaubens bezeugen wir die christliche Orthodoxie. Das bedeutet, dass wir die dogmatischen Prinzipien der Heiligen Väter hüten. Viele der Heiligen Väter der Kirche sind Märtyrer des Glaubens, so z.B. der Heilige Maximos der Bekenner, Heiliger Markus von Ephesus (Eugenikos) und viele andere Bekenner, Märtyrer, Großmärtyrer und Großmärtyrerinen des christlich-orthodoxen Glaubens.  Der Hl. Gerechte Vater Alexios (Alexei) Metschow, ein russischer Heiliger sprach, dass die Zeit gekommen ist, wo alle Einsiedler aus ihren Felsenklausen herauskommen sollten und unter das Volks gehen sollten. Er lehrte, dass die Christen alle kirchlichen Gebote erfüllen sollten, aber er meinte auch, dass der Liebe wegen, die vielen Sünden gereinigt werden können, und so manches auch nicht erfüllt werden muß, falls es nicht für die Errettung der Seele notwendig ist. Heiliger Alexios sagte auch: „ Es ist ein schweres Verbrechen, wenn jemand durch sein formales Verhalten jemanden von der Kirche distanziert und auf diese Weise aktiv beiträgt, dass sich das Verhältnis einer Seele  gegenüber der Heiligen Kirche abkühlt.“

Pater Gabriel hebt hervor: „So folgten wir den Worten dieses geistigen Hirten, der den Mönchen den Rat gab ihre Felsenklausen zu verlassen, um dem Volk zu helfen. Denjenigen, die einen schwachen Glauben haben, sollte man helfen, dass sie nicht ermüden, und denjenigen, die einen starken Glauben und eine strake Überzeugung haben, sollte man helfen, noch stabiler zu werden.“

 Auf die Frage, wie man ihn im  Raum des Internets aufgenommen hat, antwortet Pater Gabriel: „Ein Sprichwort sagt: „Jedes Wunder dauert nur drei Tage lang.“  Das gilt auch für mein Erscheinen im Internet. Man nannte mich der virtuelle Geistliche bzw. der Cyberspace-Geistliche. Manche waren begeistert und guten Willens, und manche  wunderten sich, als sie mich im Internet entdeckten. Manche belächelten mich ein bischen. Ernste Persönlichkeiten zeigten Verwunderung, und es belächelten mich die Leute, die, so scheint es mir, ein wenig eifersüchtig waren. Ich möchte die Unterstützung durch unseren Bischof Porfirio erwähnen. Er hob meine Aktivität öffentlich hervor, als er die Heilige Messe in der Domkirche von Belgrad als unser Patriarch Irenaios inthronisiert wurde, kommentierte. Diese öffentliche Unterstützung meiner Arbeit gab mir noch mehr Willen, und ich denke, dass das eine Aufmunterung für alle  Gläubige ist, die technologischen Errungenschaften anzunehmen, um sie für die Verbreitung des christlich-orthodoxen Glaubens zu nutzen.“

Bischof Porfirio sagte damals:
„Der Archimandrite Gabriel ist lange Zeit Mönch im serbischen Kloster Chillandar auf dem Heiligen Berg Athos gewesen, und danach war er in Montenegro. Heute lebt er im Lepavina Kloster in Kroatien. Dieses Kloster ist  wahrhaftig ein Gebetssammelpunkt, und viele Menschen aus allen Teilen der Welt besuchen Lepavina. Sie  bitten Pater Gabriel um Hilfe und um den geistigen Rat. Es ist interessant, dass er das Medium des Internets seit seinem Erscheinen genutzt hat. So kommuniziert er mit tausenden von Menschen von überall, beantwortet ihre Fragen und hilft ihnen bei der Lösung ihrer geistigen Probleme. “

Bischof Porfirio sagte am Ende jenen Kommentars, dass die Kirche bereit ist, neue Technologien zu nutzen, denn sie ist immer in der „aktuellen Zeit“.

DAMALS UND HEUTE
„Manchmal denke ich darüber nach wie in den letzten 50 Jahren die technischen Möglichkeiten der Kommunikation sich entwickelt haben. Als ich noch ein Knabe war, spielte wir Kinder aus dem Dorf und simulierten dabei die Telefongespräche. Wir fanden eine leere Büchse Schuhcreme, nahmen den oberen und den unteren Deckel ab, machten ein Loch in der Mitte der Büchse, steckten dadurch einen 10 cm langes Seil, entfernten uns um diese 10 cm voneinander, legten die Büchsen an die Ohrmuschel und fingen an zu „telefonieren“. Das funktionierte, und man hat uns gehört  obwohl es sich dabei nur um ein Seil handelte.
 
Als ich ins Klosters Chillandar im Jahre 1971 kam, bekam ich die Aufgabe zuerst in der  Kanzlei der Klosterverwaltung zu arbeiten, dort die Startzen und die Gäste zu bedienen, und ich sollte immer darauf achten, wer sich telefonisch  meldet.

Damals gab es nur ein Telefongerät. Man konnte es nur  benutzen, um zwischen dem Kloster und seiner Herberge in Karyes zu telefonieren. Es gab kein Netz. Das kam erst später. Heute ist auf dem Heiligen Berg Athos die modernste Technologie. Ich fand in der Presse einen Text mit folgender Überschrift: „Die Mönche mit WiMAX auf dem Heiligen Berg Athos“. Darin steht, dass die griechische Telekom OTE 6 Basisstationen auf Athos gebaut hat. Sie werden es der Mönchsrepublik ermöglichen, ihren Sitz in Karyes, alle 20 Klöster und die Mönchsdörfer (Mönchs-Skite und Klausen)  mit der Welt zu verbinden. WiMax, das drahtlose Netz wird mit Hilfe der Solarenergie funktionieren.

Einige Klöster sind schon vernetzt, und sie haben die Netzverbindungen schon aktiviert. Zum Projekt gehört auch die Archivierung der wichtigsten Schriften, Fresken und Ikonen in digitaler Form. Ein Teil des Materials, ca. 10% davon, wird auf dem elektronischen Wege der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein, und sowohl alle Klöster, als auch die Experten werden es im ganzen Umfang nutzen können. Gegenwärtig kann nur eine kleine Anzahl der 1400 Mönche auf Athos Internet benutzen. Bald werden  in jedem Kloster einige Mönche püflichtgemäß in der Internet - Nutzung   geschult werden. Das Patriarchat von Konstantinopel, unter dessen Gerichtsbarkeit die Heiligen Berge von Athos stehen, hat den Wunsch geäußert, die Kommunikation in elektronischer Weise zwischen den Klostern und dem Patriarchat zu intensivieren.  Bis jetzt wurden die Nachrichten meistens durch Briefe in Papierform gesandt.
 
Die Mönche mit  WiMAX auf den Heiligen Bergen 
 
    Es ist klar, dass die modernste Technologie ihren Platz auch auf dem Heiligen Berg von Athos gefunden hat. Ganz Athos ist vernetzt worden. 6 Basisstationen sind aufgestellt  worden, aber sie sind nicht sichtbar. Das ist alles noch nicht ganz funktionsfähig, da man keine koventionelle Stromzufuhr verwendet, sondern Solarenergie. In den Klöstern sind jetzt die Rechner da, und das ist nichts Besonderes mehr. „In einem thematischen Blog über die Heiligen Berge sah ich ein Foto mit einem Mönch auf einem Schiff in Richtung Hafen von Daphne. Er saß mit einem Laptop in seinem Schoss und schaute sich auf dem Bildschirm etwas an.  Vielleicht war das kein Mönch vom Athos. Vielleicht war das ein Pilger, der auf Athos zielte, aber trotzdem ist das  die Realität der heutigen Tage.“, bekräftigt Pater Gabriel seine Auffassung über die Bedeutung und die weltweite Verbreitung des Internets  heute.

FACEBOOK - FREUNDE  UND GEISTIGE KINDER
Pater Gabriel kommuniziert täglich mit vielen Menschen. Sie stellen ihm oft die Fragen, ob er sie als Facebook Freunde, oder las geistige Kinder versteht. Gibt es da Unterschiede?
“Wenn wir über das Verhältnis  der geistigen Kindern zum dem geistigen Vater sprechen, kann ich sagen, dass da mehrere Relationen bestehen. Die erste und primäre Relation ist zu den geistigen Kindern, die Klosterbrüder sind. Um sie kümmert sich der Klostervorsteher. Die zweite Relation bezieht sich auf die geistigen Kinder in der Welt. Es sind jene Kinder, die oft beichten  und auf den Rat des geistigen Vaters bzw. Staretz hören. Das Verhältnis dritten Ranges  bezieht sich auf die Freunde im Facebook, die mein geistiges Wirken und meine Missionsarbeit im Internet verfolgen. Demzufolge geistige Untersuchungen und die Praxis der geistigen Interaktion sind unterschiedlich. Vieles hängt vom Ort und der sozio-geistigen Position ab, vor allem das Ergebnis ab. Im Facebook habe ich ein Profil als öffentliche Person, und insofern habe ich keine Begrenzung. Das sind alles meine Freunschaften, was ein Ausdruck aus dem Internet ist, um eine Relation im Facebook zu beschreiben. Mittels des Facebooks vermittle ich Themen, die von Freunden kommentiert werden. Ich versuche interessante Themen auszuwählen. Manchmal sind es die aktuellen Ereignisse, die eine Warnung von Gottes Seite sind, um uns mehr um die Errettung der Seele zu kümmern, denn alles, was uns geschieht,  ist wegen unserer Sünden und Fehler und wegen der Ignorierung der Gebote Gottes. Alle geistigen Kinder nehme ich an, da sie mir durch Gottes Willen geschickt worden sind. So sagte einmal der  Hl. Gerechte Pater Alexios (Alexei) Metschow, dass alle Menschen, die wir im Leben treffen, durch den Gottes Willen uns gesandt worden sind.
Ich empfinde es als eine Pflicht zu predigen.  Mit Hilfe der neuen Technologien kann man überall predigen; auf allen Kontinenten, und man kann  jedes Haus besuchen, zu jedem Individuum gelangen. Es ist hierbei egal, wo er sich auf dem Planeten befindet. Mir persönlich ist es unbedeutend, ob ich vor einer Person oder  vor 10 oder vor 100 Personen predige. Je mehr Personen zuhören, desto erfolgreicher ist die Predigt. Nach dem Segen des Metropoliten Johannes, starteten wir mit der Sendung im Radiosender Mariä Verkündung per Internet jeden Abend zwischen 21 und 22 Uhr. Ich lese Akathistos zu Mariä Vekündung, setze geistige Musik auf und lese aus der geistigen Literatur etwas vor. Die tägliche Statistik zeigt, dass diese Sendung von 130-150 Rechnern verfolgt wird. Nach der medienüblichen Rechenart, rechnet man 3 Personen pro einen Rechner während der Sendung des Internet-Radiosenders. Man kann also feststellen, dass ca. 500 Menschen jeden Abend diese Sendung des Radiosenders Mariä Verkündung verfolgen.  Ich habe 1308 Kontakte per Skype. Ich habe die Vorteile der Missionsarbeit im Internet begriffen, und als dies geschah, registrierte ich ein Facebook-Profil. Ich habe gegenwärtig  5001 Kontakt, und es existieren noch 1344 Kontakte, die ich wegen der Begrenzung nicht annehmen kann. Deshalb habe ich später noch ein Profil aktiviert. Dort bin ich als öffentliche Person dargestellt, und dort habe ich 6324 Kontakte. Diese Zahl nimmt täglich zu, denn hier gibt es keine Begrenzung. Der Kontakt mit diesen Menschen ist ein erster Schritt in die Kirche, und ich hoffe es ehrlich, dass alle diese Menschen auch lithurgisch leben werden.“, sagt Pater Gabriel.
 
Die Statistiken zeigen, dass im Facebook –Profil der öffentlichen Person unter dem Namen o.Gavrilo (Pater Gabriel) die meisten Besucher junge Menschen sind im Alter zwischen 25-34 Jahren. Sie machen 34% der Besucher aus ( 20% Frauen und 14 % Männer). Die Statistiken helfen Pater Gabriel bei der Auswahl der Themen. Die Statistiken zeigen, welche Themen die meisten Besucher interessieren. 
Pater Gabriel führt aus: “Sie erwähnten das zu untersuchende Thema. Es gab hierzu  25 000 Besucher. Das ist die größte Anzahl in der letzten Periode. Gerade in den letzten Tagen gab es viel Interesse für die geistige Thematik. Auch viele Besucher interessieren sich für die Probleme der seelischen und körperlichen Erkrankungen. Einige der Überschriften der letzen Tage: „Seelisch erkankrt mehr als 300 000 Menschen.“ Das ist ein Thema aus der Tageszeitung „ Glas javnosti“( „Die Stimme der Öffentlichkeit“). 67 Kommentare gab es im Facebook zu diesem Text. Ein populärer Text hatte die Überschrift: „Obwohl Ärzte skeptisch sind, gab es viele Heilungen durch den Glauben, behauptet Priester und Arzt Alexsander Awdeytschew“. „Unterschied zwischen der geistigen und der seelischen Erkrankung“ war auch ein sehr populäres Thema. Hier sind auch geistige Themen vorhanden. Den Besuchern war sehr interessant das Thema über die Bewegung der Gottesanbeter vom Heiligen Nikolaus Velimirović. Dieser Text war verbunden mit dem davorliegenden Text über das Leben des Staretz Tadeus. Gerade damals während der Versammlung der Gottesanbeter in Krnjewo hat Pater Tadeus zum ersten Mal angefangen vor dem gläubigen Volk über verschiedene geistige Themen zu predigen und auf ihre Fragen zu antworten. Einen Text habe ich von der Pfarrei in der Schweiz übernommen. Es ging um die Gottesanbetergemeinde in Zürich, die 2001. mit ihrer Tätigkeit startete. Davor haben sie mich um den Segen gebeten. Damals kam ich als Geistlicher, mit dem Segen des Bischofs Konstantin in die Mitteleuropäische Diozäse, um dem Klerus die Beichte abzunehmen. So hatten ich die Gelegenheit bekommen, meine Unterstützung auch den Gläubigen aus der Gottesanbetergemeinschaft direkt zu geben.  Sie existieren auch heute und ihre Schutzpatronin ist die Heilige Maria von Ägypten, die in der 5. Woche der Osterfastenzeit gefeiert wird.“

DIE GOTTESANBETERBEWEGUNG UND DIE VIRTUELLE GEMEINSCHAFT
Auf unsere Frage ob man die Bewegung der Gottesanbeter mit der heutigen virtuellen Gemeinschaft vergleichen kann, antwortet unser Gesprächspartner:
 

“Man kann in einiger Hinsicht Paralellen ziehen, aber man kann auch manches über die Unterschiede zwischen der Bewegung der Gottesanbeter und der virtuellen Gemeinschaft  den christlich-orthodoxen Webseiten von heute beobachten. Die Gottesanbeter versammelten sich früher an verschiedenen Orten, um sich persönlich kennenzulernen. Sie orientierten sich nach der Bruderschaft, die die Versammlung organisiert hat.  Oft versammelte man sich in den Klöstern bzw. den lokalen Kirchen. Man bildete eine Gemeinschaft im Gebet, und durch den geistigen Gesang und die Predigten wurde der Name Gottes gespriesen. Nach dem Abendgottesdienst und dem Abendmahl setzte man die Versammlungen fort.  Sie dauerten die ganze Nacht hindurch, und am frühen Morgen wurden sie in der Heiligen Messen fortgesetzt. Alle nahmen an der  Kommunion teil, und nach dem Mahl verabschiedete man sich. Viele Gottesanbeter gingen ins Kloster als Mönche und Nonnen. Die heutigen Versammlungen der geistigen Gemeinschaften  im Internet haben diesen Gebets – bzw.  lithurgischen Chrakter nicht, sondern sie besitzen ausschließlich den Missions- bzw. theologischen Charakter.  Hier handelt es sich um das Erlernen der Glaubenswahrheiten  und die Festigung der religiösen Kenntnisse, um den Erfahrungsaustausch und den Gedankenaustausch in Bezug auf die geistigen Themen. Auch solch virtuelle Versammlungen führen manchmal zu wirklichen Bekanntschaften in der Kirche oder einer anderen Heiligenstätte.  Ein Beispiel dafür ist unser Kloster Lepavina. Hierher kamen  viele Facebook  Freunde persönlich, um sich vor der Wundertätigen Ikone der Mutter Gottes von Lepavina zu verneigen. Sie nahmen an der Heiligen Messe teil und empfingen die Kommunion. Manche Facebook Freunde haben sich so persönlich kennengelernt und wurden zu wahren Freunden.“

DER GEISTLICHE
Die Menschen, die via Internet die Arbeit Pater Gabriel`s verfolgen, nehmen an den Diskussionen teil. Sie suchen Rat und geistigen Trost, und manchmal sind sie der Meinung, dass Pater Gabriel ihr Geistlicher ist, aber das stimmt nicht ganz.  Pater Gabriel erklärt: „Ein Geistlicher ist ein Priester bzw. Mönch, der dem Menschen hilft, ihn durch sein  sprituelles Leben führt   und ihn lehrt, nach christlicher Art zu leben. Die geistige Führung hatte immer einen wichtigen Platz im orthodoxen Christentum. Es gibt davon genug Zeugnisse in den Hagiographien und Schriften der Heiligen Väter. Die geistige Führung ist uns allen notwendig, denn wir alle sind berufen tugendhaft zu Leben und uns mit Christus zu vereinigen.  Die Frage, die Sie mir gestellt haben, ist wichtig. Ich könnte viel über dieses Thema aus meiner  Praxis als Geistlicher erzählen. Ich hatte die Aufgabe für den Klerus einiger Diozäsen der Serbisch Orthodoxen Kirche Beichtvater zu sein.  Das geschah, da mich  die jeweiligen Bischöfe dazu gerufen haben. Ich werde Ihnen aufzählen in welchen Bistümern das geschah. Die Praxis ist, dass einmal im Jahr die Priesterschaft sich versammelt und beim Beichtvater, den der Bischof im Einklang mi dem Klerus des Bistums dazu aufgerufen hat, die Beichte ablegt. So war ich in einigen   Bistümern der Beichtvater. In der Metropolie von Zagreb und Laibach  nehme ich dem Klerus seit 20 Jahren die Beichte ab.  In dem Bistum von Dalmatien nahm ich dem Klerus vier Jahre hintereinander die Beichte ab. Das war vor dem Krieg. Im Bistum von Mitteleuropa beim Bischof Konstantin habe ich das auch vier Jahre lang hintereinander gemacht und im Bistum von Slawonien als noch der Bischof Lucian da war. Zudem nahm ich auch den weltlichen Gläubigen die Beichte ab, als sie zu dem Zeitpunkt auch beichteten. Das war meine Aufgabe. Sie dauert immer noch in der Metropolie von Zagreb und Ljubljana an. Warum erwähne ich das?  Erfahrungsgemäß sagen ich, dass die Priesterschaft in jedem Bistum seinen Geistlichen für einen Tag im Jahr bekommt.  Nach diesem Beichttag, endet seine Funktion diesbezüglich. Man wartet bis zu nächstem Jahr. Das ist meiner Meinung nach wie eine jährliche systematische geistige Untersuchung.  Im Westen existiert ähnliche Praxis in den Firmen und staatlichen Organen. Einmal im Jahr wird eine systematische Untersuchung unternommen, um den gesundheitlichen Zustand der Angestellten zu sehen.  Die Angestellten und Beamte bekommen ein ärztliches Attest, das sie dem Arbeitgeber vorzeigen. Der Beichtvater dagegen muß das Geheimniss der Beichte hüten. Das wird niemandem verraten. Der Geistliche, besonders derjenige, der viele Beichten abnimmt, kann sowieso im  Gedächtnis nicht alles behalten.

Die Praxis in der Griechische-Orthodoxen Kirche hinsichtlich der  Tätigkeit der geistigen Führung unterscheidet sich. Der Bischof wählt dort einen erfahrenen Geistlichen aus. Er sollte nicht jünger als 40 Jahre sein. Das ganze Jahr lang besucht er die Priesterschaft und das Volk, und er nimmt die Beichte den Bedürftigen ab. Er hat nur diese eine Aufgabe, die Beichte von der Priesterschaft und dem Volk abzunehmen. Die Klöster praktizieren folgendes: Der Geistliche der Klosterbruderschaft ist der Abt bzw. der Klostervorsteher. Er nimmt manchmal einen Stellvertreter, einen tugendhaften und herausragenden Mönch, der nicht älter als 40 Jahre ist. Er ist im Rang des Mönchpriesters, und er nimmt die Beichte der ganzen Bruderschaft ab. Ich war im Kloster Chillandar 13 Jahre lang. Zu dem Zeitpunkt war Pater Nikanor der Geistliche für die ganze Bruderschaft. Er wurde von der Versammlung der Staretz für den ständigen Geistlichen der Bruderschaft und der Pilger, die beichten wollten, gewählt.“

Patriarch Kyril mit seinem Beichtvater, Staretz Elias
Hier ist ein Beispiel aus der Russichen Kirche. Der heutige Patriarch Kyril hat seinen Geistlichen. Das ist der Staretz Elias, der lange Zeit im Kloster Optina Pustinja lebte. Davor war er lange Zeit im russichen Kloster des Heiligen Panteleimons auf dem Berg Athos. Nachdem er zum Patriarchen gewählt wurde, brachte ihn Patriarch Kyril in den Sitz des Patriarchats, um von ihm auschließlich den geistigen Rat bzgl. der Kirchenfragen zu bekommen. Patriarch Kyril erkennt seine geistige Erfahrung und seinen Urteil an, und als Patriarch beichtet er auch weiterhin bei seinem Staretz.

Letzenendes, was mich selbst betrifft, und was diejenige Mesnchen betrifft, die sich an mich wegen dem geistigen Rat wenden, ich kann sie beraten, aber ich habe nicht den strikten Anspruch ihr Geistlicher zu sein. Ich kann  hinsichtlich der gestellten Frage eine Belehrung geben, damit sie geistigen Nutzen bekommen. Ihnen bleibt es  aber überlassen, diesen Rat anzunehmen oder abzulehnen.

Nach dem Zeugnis der seiner geistigen Kinder, hat  der Hl. Gerechte Vater Alexios (Alexei) Metschow auf diese Art seine Ratschläge gegeben: “Wenn man von Batschuschka einen Rat gesucht hat, hat er direkt geantwortet. Er hat seinen Willen nicht durchgesetzt, nicht mal bei seinen geistigen Kindern. Als sie von ihm den Segen gesucht haben, hat er meistens seine Meinung gesagt. Wenn jemand auf einer anderen Meinung beharrt hat und sogar Beweise dafür angab, sogar den Rat von Batschuschka Alexej wiederlegt hat, hat Batschuschka dies angenommen, hat diesem Menschen den Segen gegeben, aber seine Meinung, die immer einzig richtig war, pflegte er nur einmal zu sagen.“
„Ich versuche niemals meinen Rat durchzusetzen. Jeder sollte nach seinem Gewissen handeln.  Heutzutage gibt es so viele  Bücher von Heiligen Vätern und Asketen. Falls jemand von mir einen Rat hören möchte, und er der Meinung ist, dass dieser Rat ihm nützlich sein kann, schlage ich vor, dass er mein Buch „Die Geistigen Gespräche“( Band I und II) liest. Darin sind viele geistige Gespräche, die ich per Skype und Facebook geführt habe.  Jedermann kann darin ein Beispiel oder eine Situation finden, wo er sich wiederekrennt. Das kann ihm lehrreich und nützlich sein.“,

Das war eine tiefgreifende Erklärung über die geistige Mission heute und die moderne Technologie des Archimandriten Gabriel (Vučković), dem Klostervorsteher des serbisch –orthodoxen  Klosters Lepavina in Kroatien in einem Interview für das Radio „ Slovo Ljubve“ “aus Belgrad. 

http://manastir-lepavina.org/vijest_de.php?id=5793

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen