Freitag, 2. Mai 2014

Hl. Paisie von Neamț (Welitschkowski)



Das Leben des Starez Paisie
Gegen Ende seines Lebens, als er den Tod schon herannahen fühlte, begann der Starez damit, ein Werk zu schreiben mit dem Titel: Geschichte der heiligen Gemeinschaft meiner geliebten Väter, Brüder und geistiger Söhne, die im Namen Christi zu mir, dem Unwürdigen, zu Rettung
ihrer Seelen gekommen sind. Dieses Werk, welches seiner Überschrift nach eine Geschichte der vom Starez gegründeten Gemeinschaften sein sollte, ist nie beendet worden. Es wurde Autobiographie genannt, weil Paisie darin sein Leben von der Geburt an bis zu seinem Aufenthalt im Skit Carnu in der Walachei schildert.3
Die erste Biographie des Starez Paisie wurde von seinem rumänischen Schüler, dem Mönch Vital, verfaßt, der seinem Meister nach Dragomirna, Secu und Neamtz gefolgt war. Sie wurde auf die vier letzten Seiten eines Menaion für den Februar ( dessen Autor diese Seiten leer gelassen hatte) geschrieben und anno 1780 in Rimnic veröffentlicht. Es handelt sich um eine kurze Biographie, die das Leben von Paisie und seiner Gemeinschaften mit viel Klarheit und Objektivität nachvollzieht. Es sieht aber so aus, als ob diese Biographie in Neamtz nicht bekannt war. Abt Mardarius sollte erklären, daß es ungefähr 20 Jahre nach Paisie’ Tod noch keinem seiner Schüler gelungen war, seine Vita zu schreiben.
Von dieser Feststellung betrübt, bat die Gemeinschaft den Hieroschemamönch Metrophan, „Paisie’ ältesten Schüler und erfahrenen Kopisten von Büchern“, die Vita ihres Meisters zu schreiben. Metophan schrieb auf Slawisch und sein Werk wurde in zahlreichen Exemplaren vervielfältigt. Nach Metophan war es der berühmte Mönch Isaac „der Lehrer“ , Schüler und Mitarbeiter von Paisie, der aufgrund der Arbeit von Metophan eine neue Ausgabe der Biographie des Starez auf Rumänisch verfaßte. Etwas später schrieb auch der gelehrte Mönch Gregor (der zukünftige Metropolit der Walachei) eine Biographie seines Meisters, der er den Titel Kurze Geschichte des Lebens unseres allerfrömmsten Vaters Paisie gab. Sie wurde im Jahre 1817 in Neamtz gedruckt in dem Buch Sammlung von Sprüchen zum Gehorsam. Anders als die älteren, im hagiographischen Stil verfaßten Biographien, ist das Werk von Gregor eine „moderne und schlichte Biographie“. Sie „beleuchtet das paisianische Phänomen als ein Ergebnis kollektiver Anstrengungen, bei denen Paisie’ rumänische Schüler eine wichtige Rolle spielten.“ Ohne die Tugenden von Paisie, die diesen zu einem Heiligen machen zu vernachlässigen, rückt Gregor dessen Qualitäten als Organisator und Betreiber einer regelrechten philologischen Schule in den Mittelpunkt. Diese war „ein solcher Gewinn, und nicht nur für die Gemeinschaft der Väter, sondern für unser ganzes Volk, welches noch keinen größeren Gewinn gekannt hatte.“
 Dennoch erwies sich keine dieser Biographien als ausreichend für alle Mönche der Gemeinschaft, seien es Russen oder Rumänen. Denn, so behauptet Mardarius, „es gab einige Unterschiede zwischen den Historikern.“ Deswegen beauftragte Abt Sylvester, ein Rumäne aus Transsylvanien, auf dessen Geheiß alle vorausgegangenen Biographien geschrieben worden waren, den Mönch Platon, eine neue zu schreiben, die sowohl den Rumänen, als auch den Slawen im Kloster gerecht werden sollte. Dieser orientierte sich an den klassischen Hagiographien und verfaßte auf diese Weise eine reichhaltige und erhebende Biographie. Sie wurde vom Mönch Kyriakus ins Rumänische übersetzt und im Jahre 1836 gedruckt.
 Student und Novize in der Ukraine
Paisie Welitschkowski wurde am 21. Dezember 1722 in die Familie des Protopresbyters von Poltawa (Ukraine), Johannes Welitschkowski, hineingeboren. Er war das elfte von zwölf Kindern. Sein Vater, der Vorsteher der Kathedrale von Poltawa, starb als der kleine Peter (sein Taufname) vier Jahre alt war. So wie es zu jener Zeit üblich war, begann das Kind seine Studien mit der Lektüre der Psalmen und des Stundenbuches in der Schule (zwei Jahre lang) und danach Zuhause, unter der Anleitung seines Bruders Johannes, der Priester in der Kathedrale war. Der Starez, der von seinem Wesen her schweigsam, sanft, schüchtern und reserviert war, gibt in seiner Autobiographie seinen unbändigen Lese- und Betdurst zu, der ihn von frühester Jugend an dazu trieb, neben anderen Büchern auch die ganze Bibel, die Leben der Heiligen, die Homelien des Johannes Chrysostomos  und die Diskurse Ephraim des Syrers zu lesen und in der Stille, abseits von allen anderen, zu beten. So entflammte in seiner Seele die Liebe zum Mönchsleben, die noch wachsen und seine ganze Zukunft bestimmen sollte. Zwischen 1735 und 1739 studierte Paisie an der Akademie von Kiew. Gegründet im Jahre 1633 durch den rumänischstämmigen Metropoliten Peter Moghila, wurde das Kolleg von Kiew von Peter dem Großen zur Akademie erhoben. Zu Paisie’ Zeiten war sie eine Schule, die „den besten ausländischen Schulen in nichts nachstand. Sie war sowohl eine nationale, als auch streng orthodoxe Schule, eine wahre Universität, Stolz und Trost des ukrainischen Volkes.“ Der junge Peter absolvierte den ersten Zyklus der Akademie, wobei er sich vorrangig dem Studium der Sprachen Latein, Griechisch, Polnisch und Slawisch widmete. Trotz seinen intellektuellen Qualitäten befriedigte ihn der Unterricht nur wenig, da er von der Scholastik beeinflußt war. Nach und nach gewann der Wunsch Mönch zu werden dank der Lektüre der Schriften und den Kirchenvätern und der regelmäßigen Besuche der Einsiedeleien in der Umgebung von Kiew die Überhand über seinen Studiereifer. Es ist interessant festzustellen, daß dieses Kind im Alter von 14 Jahren schon das Wesentliche des christlichen Lebens, nämlich das Gesetz der Liebe, begriffen hatte. Von diesem Alter an machte er es sich zur Lebensregel, niemals über seinen Nächsten zu urteilen, selbst wenn dessen Sünde auf der Hand lag, niemanden zu hassen und denjenigen, die ihm Böses getan hatten, aus tiefstem Herzen zu vergeben. Mit den Mitschülern gleichen Alters, die seine Ansichten teilten, unterhielt er sich ausgiebig über das Mönchsleben. „Sie versprachen sich gegenseitig, niemals Mönche in einem reichen Kloster zu werden, in dem es unmöglich wäre, in der Armut Christi und im Leiden und der strikten Observanz der monastischen Regel zu leben.“ Im Jahre 1740, nachdem er den ersten Zyklus der Akademie beendet hatte, entschloß sich Peter ein für alle Mal, die Schule zu verlassen und Mönch zu werden.
Während seines jahrelangen Aufenthalts in Kiew hatte der junge Peter den Erzpriester Pachomius und den Metropoliten Antonios kennengelernt, die infolge des russisch - türkischen Krieges von 1735-1739 aus der Moldau geflohen waren. Als letzterer eine Liturgie in rumänischer Sprache feierte, erwuchs in Peters Herz „eine große Liebe für die moldauische Sprache und das von Gott geliebte moldauische Volk. Noch mehr, von diesem Augenblick an entflammte in mir der Wunsch, Mönch auf fremder Erde zu werden.“
Auf Anraten von Pachomius geht Peter ins Kloster Lubetsch, am Ufer des Dnjepr, Heimat des heiligen Antonios von Petschersk. Das Leben in diesem Kloster befriedigt ihn aber nicht. Dasselbe gilt für das Kloster Sankt Nikolas Medwedowki am Ufer des Tjasmin, wo er aber immerhin am Fest der Wandlung des Herrn im Jahre 1714 die Mönchskutte anzieht und den Namen Platon erhält. Übrigens sollte das Kloster bald geschlossen werden. Auch in der Lawra von Petschersk, zu der er zurückkehrt, findet der junge Mönch keinen geistigen Vater, der ihn auf seinem Weg zu einem armen und einsamen Leben hätte führen können. Ein Zusammentreffen mit den Mönch Ignatius, Besitzer zahlreicher asketischer Texte und guter Kenner der Kirchenväter, der auch in den rumänischen Klöstern gelebt hatte und dorthin zurückkehren wollte, war für Peter entscheidend. Er begriff, daß der rumänische Monachismus in höherer Blüte stand als der in seinem eigenen Land und er den Weg so vieler Mönche gehen mußte, die ihr Land in Richtung Rumänien verlassen hatten. Die Gelegenheit ergab sich zu Beginn der Fastenzeit anno 1743, als er dem alten Erzpriester Michael begegnete, dem Oberhaupt des Skites des heiligen Nikolaus in Traisteni. Dieser nahm ihn mit in seinen Skit.
 Der Aufenthalt in der Walachei und auf dem Berg Athos
Zu jener Zeit gab es in der Gegend von Buzău etwa 40 Skiten, die auf den Gipfeln der Berge rundherum verstreut lagen. In mehreren dieser Skiten lebten auch russische, serbische und bulgarische Mönche, die vor dem Elend in ihren Ländern geflohen waren. Zuerst machte Platon im Skit von Dalhauti Halt und ging dann nach Traisteni. beide Skiten standen unter der geistigen Führung des Starez Basilius von Poiana Mărului. Die Gemeinschaft von Traisteni bestand aus etwa 20 Mönchen, zu denen noch ebenso viele Einsiedler kamen, die um das Skit herum in getrennten Zellen lebten. Hier begegnete Platon zum ersten Mal den nach den Regeln vom Berg Athos „mit großer Frömmigkeit und Eifer“ zelebrierten religiösen Ritualen. Hier 
fand er die Einsamkeit, die Ruhe und die Beichtväter, nach denen er sich so lange gesehnt hatte. Es gab hier Mönche wie Raphael, „Kopist der Bücher der Heiligen Väter“, Dorotheus der Einsiedler, „dessen Wort und glanzvolle Gestalt Platon zutiefst beeindruckten“, Timotheus, „gewandt in den spirituellen Gesprächen und in der Deutung der patristischen Bücher.“14 Abt Michael war ebenfalls ein ehrwürdiger geistiger Vater, „ganz wie Starez Basilius“. Sonntags und an den Feiertagen pflegte er nach dem Mittagessen die Brüder im Garten um sich zu scharen und mit ihnen zu sprechen. Daraus zog Platon großen Nutzen.15 Starez Basilius von Poiana Mărului, „geistiger Vater aller“, besuchte den Skit Traisteni oft und sprach mit den Mönchen. Als er sich nach dem jungen Platon erkundigt, schlägt er ihm das Priestertum vor, damit er in seinem Skit zelebrieren kann. Dieser aber lehnt es ab, da ihm Dorotheus erklärt hatte, er habe noch nicht das kanonische Alter für die Priesterwürde erreicht.
Platon, der sich nach einem Leben in noch größerer Abgeschiedenheit sehnte, ging nach zwei Jahren in Traisteni in den Skit Carnul, zum Einsiedler Onuphrius.
Die Regel in diesem Skit glich derjenigen mancher Skiten auf dem Berg Athos. Nur am Sonntag und an den Feiertagen versammelten sich alle Mönche in der Kirche für die Offizien. Nach der heiligen Liturgie aßen sie gemeinsam und unterhielten sich bis zur Vesper über religiöse Themen. Abends gingen sie dann zurück in die Einsamkeit ihrer Zellen. Oft gingen Platon und seine Genossen zum Starez Onuphrius und hörten ihm zu, wenn er über das Leben in der Einsamkeit sprach. Er erklärte ihnen die geistigen und körperlichen Leidenschaften, den furchtbaren und stetigen Kampf des Geistes gegen die Dämonen. Im ganzen blieb Platon fast vier Jahre lang in der Walachei. In dieser Zeit lernte er die rumänische Sprache und erlangte eine solche Weisheit, daß ihn alle de „jungen Alten“ nannten.
Sein Biograph erzählt, daß Platon „in dieser Zeit den spirituellen Honig aus den Mündern der Väter sammelte.“ Diesen „im inneren seines Herzens sorgsam aufbewahrten Honig sollte er später mit denen teilen, die sich um ihn versammelten, um den Weg der Tugend zu erlernen.“ Dank dieser Väter „begriff er, daß der Mönch seinen Willen nur mit Hilfe echten Gehorsams, der der Demut entspringt, abtöten kann.“ Er lernte von ihnen auch, was der seelische Frieden (die Hesychia) und das Gebet des Geistes im Herzen sind. Dieses Gebet hat er nicht nur verstanden; er zog auch die Nutzen daraus, indem er es praktizierte ... „
Mit diesem Wissen ging Platon im Sommer 1746 auf den Berg Athos. Was aber bewog ihn dazu, das Land zu verlassen, in dem er alles gefunden hatte, was er suchte? Er selbst sagt, das er vor der Priesterweihe floh, die im die moldauischen Väter aufzwingen wollten. Dennoch ist anzunehmen, daß es noch mehr Gründe für seine Abreise nach Athos gab. Während seines Aufenthaltes in der Walachei hatte er allen Spirituellen Reichtum erworben, dessen er in seinem Alter fähig war. „Er hatte einen solchen Grad der spirituellen Reife erreicht, daß er nun vom Grad des Schülers zu dem des selbständigen Menschen wechseln mußte, was aber nur mittels einer neuen spirituellen Unternehmung möglich war.“ Hinzu kam noch, daß der Berg Athos sein Traum seit frühester Jugend gewesen war. In der Walachei, in der der Einfluß des Berges Athos durch den ständigen Austausch von Mönchen so stark war, nahm dieser Traum immer schärfere Konturen an. Und nun war der Zeitpunkt seiner Erfüllung gekommen. Er war 24 Jahre alt, als er sich in Begleitung eines Erzpriesters namens Tryphon und mit dem Segen der Väter vom Skit Carnul auf den Weg machte. Am 4. Juli 1460 erreichten sie die Lawra von Sankt Athanasios nach einer langen und mühevollen Reise. Einige Tage später richtete Platon seine Schritte auf das Kloster des Pantokrators, nachdem er erfahren hatte, daß die slawischen Mönche in dessen Umgebung lebten. Dort wurde er einer kleinen Einsiedelei namens Kiparis, in der Nähe eines Klosters, zugeteilt.
Schon bald begann er damit, die Mönche zu besuchen, auf der Suche nach einem Beichtvater seines Herzens. Unglücklicherweise fand er keinen, da der Berg Athos damals eine tiefe spirituelle Krise durchlief. Er mußte sich dem Schicksal beugen und alleine bleiben. „Alleine vor dem einen Gott“ begann er die großen Schlachten des eremitischen Lebens mit heiligem Eifer. „Er trug“, so berichtet sein Biograph gemäß dem Zeugnis Platons, „das Gewicht der Armut und Selbstverleugnung, des Hungers und Durstes, der Reue und Entbehrungen. Wie viel Beten und Flehen stiegen von Grunde seines Herzens auf! Wie viele Kämpfe mußte er ausfechten gegen die Empfindungen der Auflehnung, der Unreinheit oder des Stolzes, die die Seele derer belauern, die sich Gott ganz hingeben wollen! Wie viele Schlachten gegen die Nachlässigkeit und die Mutlosigkeit, die großen Gefahren derer, die in Stille und Einsamkeit leben! ... „
So lebte Platon fast vier Jahre lang in Stille und Zurückgezogenheit. Im Jahre 1750 besuchte Starez Basilius von Poiana Mărului den Berg Athos. Dort traf er seinen Schüler aus der Walachei und befragte ihn zu seinem Eremitendasein. Der ehrenwerte Starez erklärte ihm die Gefahren, die ein solcher Lebensweg (des absoluten Eremitismus) mit sich brachte, anhand der Lehren der Kirchenväter und riet ihm, zusammen mit ein paar Brüdern zu leben. Vor seiner Rückkehr in die Walachei weihte Basilius seinen Schüler zum Mönch und gab ihm den Namen Paisie. Dem Starez gehorchend, nahm Paisie einen jungen rumänischen Mönch, Bessarion, bei sich auf, der ihn „unter Tränen“ darum gebeten hatte. Während der folgenden vier Jahre, nahm er auf Bitten Bessarions im Ganzen acht Brüder auf, alle rumänischer Herkunft. Als die ersten Slawen in der paisianischen Gemeinschaft Einlaß fanden wurden die bis dahin in rumänischer Sprache gesungenen Offizien abwechselnd Rumänisch und Slawisch gesungen, „auf daß die Brüder auf diese Weise in Liebe verbunden seien und nicht gegeneinander murren.“
Paisie’ Gemeinschaft überschritt die Schwelle zu einem neuen Zeitalter, als er 1758 die Priesterweihe von Bischof Gregor Rosca erhielt. Von da an stieg die Zahl der Brüder zusehends. Der Platzmangel zwang sie dazu, in den Skit St. Elias umzuziehen. Der Ruhm und die Ehrerbietung, derer sich Paisie erfreute, waren so groß, daß Mönche vom gesamten Heiligen Berg zu ihm kamen, um die Schönheit und die Beispielhafte Ordnung der Liturgien sowie das Leben der paisianischen Gemeinschaften in Demut und Nächstenliebe zu bewundern. Sein Biograph Gregor der Lehrer hält fest, daß der Berg Athos seit undenklichen Zeiten keine solche Gemeinschaft gekannt hatte. Sogar der ehemalige Patriarch Seraphim, der im Pantokratorkloster lebte, wählte Starez Paisie zum Beichtvater.
Innerhalb dieser Gemeinschaft müssen an der Seite von Paisie noch mindestens zwei Persönlichkeiten erwähnt werden, die „mehr als nur Schüler des Starez waren.“: der Mönch Makarius „der Lehrer“ und der Erzpriester Georg, zukünftiger Abt und Starez der Klöster Cernica und Căldărusani, beide aus Transsylvanien. Archimandrit Ciprian Zaharia bemerkt, daß auf dem Berg Athos „die geistige Solidarität zwischen diesen drei Protagonisten des „Paisianismus“ der ersten Generation geschmiedet wurde: Paisie, Makarius und Georg ... „ Die drei hatten unterschiedliche Charaktere, von denen jeder einzelne seinen spezifischen, unabhängig voneinander erworbenen Beitrag zur Entstehung der Gemeinschaft lieferte. Makarius war der Experte der Gemeinschaft für Altgriechisch, welches er an der Bukarester Akademie studiert hatte. Von ihm, so berichtet der Biograph Gregor, lernte Paisie die Sprache der Väter.23 Was Georg betraf, so war er ein Schüler des griechischen Metropoliten Rosca gewesen, in der Walachei, in Konstantinopel und zuletzt auf dem Berg Athos, im Kloster Vatopedi, wohin sich dieser gegen ende seines Lebens zurückgezogen hatte.
Die stetig ansteigende Anzahl der Brüder und die materiellen Schwierigkeiten des Lebens auf dem Berg Athos veranlaßten den Starez und seine Mönche, in ein Kloster in der Moldau umzuziehen.
 Paisie und seine Gemeinschaften von Dragomirna, Secu und Neamtz
Im Jahre 1736, nach 17 Jahren des Lebens auf dem Berg Athos, machten sich Paisie und seine Mönche, vierundsechzig an der Zahl, auf den Weg in Richtung Moldau. Sie erreichten den Norden des Landes (die Bukowina) und ließen sich im Kloster des „Herabsteigens des Heiligen Geistes“ in Dragomirna nieder. Dieses Kloster war ihnen von Metropolit Gabriel von Jassy zur Verfügung gestellt worden. Schnell organisierte der Starez das Klosterleben nach dem traditionellen Kanon des orthodoxen Mönchtums. Eine dem Gemeinschaftsleben angemessene Regel nach den Grundsätzen der Typika von Basilius dem Großen, Theodorus dem Studiten und Nil Sorski wurde dem Metropoliten zwecks Approbation zugesandt. Gemäß dieser Regel bildete die nach dem athonitischen Typikon gefeierte Liturgie den Mittelpunkt des geistigen Lebens im Kloster. Außerhalb der Kirche wurden die Mönche zu einem „Leben in der Gottesfurcht und der Tradition der Heiligen Väter“ angehalten, und dazu „ jeder Askese das vom Geiste im Herzen verrichtete, aus der Liebe zu Gott und der Tugend geborene Gebet vorzuziehen.“ Zusammen mit dem Gebet sollten sie sich an das Singen der Psalmen gewöhnen und an die Lektüre des Alten und Neuen Testaments, sowie der Kirchenväter gewöhnen. Ebenso wie die Regeln des traditionellen orthodoxen Mönchtums, war auch die Regel der paisianischen Gemeinschaft im wesentlichen auf zwei Grundsätzen aufgebaut: auf der persönlichen Armut und dem unbedingten Gehorsam gegenüber dem Starez. Kein Mönch durfte etwas Persönliches besitzen, alles gehörte der Gemeinschaft und der Starez kümmerte sich um jeden, gemäß dessen Bedürfnissen. Die Possesivpronomina „mein“ und „dein“ gab es nicht, notiert der Biograph. Ebenso geschah im Kloster nichts ohne den Segen des Starez.
Die Zahl der Mönche wuchs zusehends (am Ende des Aufenthaltes in Dragomirna waren es um die 350). Paisie war gezwungen, mehrere Priester zu weihen, die er als Beichtväter und Überwacher der Mönche einsetzte. „Das war“, so sagt Archimandrit Ciprian Zaharia, „der Beginn einer Mission, die über die Beziehungen eines einzelnen Mannes mit seinen Schülern hinausging und schon bald auf die laizistische Welt ausbreiten sollte. Die Geschichte des „Paisianismus“ als christlicher Strömung im 18. Jahrhundert, mit einem großen Einfluß auf die verschiedensten sozialen Schichten, beginnt in Dragomirna.“
In Dragomirna hatte Paisie mit einer Gepflogenheit begonnen, die einen großen und segensreichen Einfluß haben sollte. Während des ganzen Winters und der Heiligen Woche vereinigte er die Mönche im Refektorium und las aus den Schriften der Kirchenväter. Diesen Lesungen folgten Gespräche über deren Lehren sowie geistliche Ermahnungen. An einem Tag erfolgte diese Lektüre auf Russisch, am nächsten Tag auf Rumänisch. Der Aufenthalt der paisianischen Gemeinschaft in diesem Kloster endete, als die Bukowina dem Königreich Österreich enverleibt wurde. Am 14. Oktober 1775 ließen sich Paisie und seine Mönche in Secu nieder, auf Einladung des Abtes dieses Klosters in der Region Neamtz. Dort lebte die Gemeinschaft nach derselben Observanz wie in Dragomirna. Dennoch blieb das Problem des Platzmangels. Um diesen zu beheben, apellierte der Starez an den Fürsten Konstantin Moruzi um Hilfe zum Bau zusätzlicher Zellen. Der Fürst aber teilte der Gemeinschaft Paisie’ auf Anraten des Metropoliten Neamtz, das größte Kloster des Landes, zu, ein paar Kilometer von Secu entfernt gelegen. Angesichts der Zurückhaltung des Starez gegenüber diesem erneuten Umzug schrieb ihm der Fürst: „Wir bieten Euch dieses heilige Kloster nicht nur zur Festigung Eurer Gemeinschaft an, sondern auch damit es anderen Klöstern als Beispiel diene. Seid deshalb gehorsam und geht ruhigen Gewissens nach Neamtz.“ Daraufhin zog am 14. August 1779 der Großteil der Gemeinschaft von Secu nach Neamtz um. Nun mußte sich Paisie um zwei Klöster kümmern. In Neamtz wuchs die Gemeinschaft ziemlich schnell und Zählte schließlich 700 Mönche. Bald wurden neue Zellen und ein Hospital errichtet. Es wurden auch Maßnahmen getroffen, um die Pilger und die Armen unterzubringen und zu verpflegen. Das Kloster Neamtz war die letzte und wichtigste Etappe im Leben des Starez Paisie und seiner Gemeinschaft. Sie tat sich durch eine immense literarische Tätigkeit hervor. Es gab zwei Gruppen von Übersetzern, Kopisten und Editoren, die unter der Leitung von Paisie unermüdlich an der Revision und Übersetzung der philokalischen Schriften ins Slawische und Rumänische arbeiteten. So wurde die „Lawra von Neamtz zum Mittelpunkt und zur Fackel des orthodoxen Mönchtums und zur Schule des Hesychasmus und der spirituellen Kultur für den gesamten orthodoxen Orient.“
Die liturgische Musik war ebenfalls ein Bestandteil der Tätigkeit des Starez Paisie. In diesem Sinne richtete er in Neamtz eine Schule für harmonischen Gesang (mehrstimmigen Chorgesang) ein und war unter den Ersten, die die Neumen ins lineare System umschrieben. Er führte auch zum ersten Mal das von allen Gläubigen gesungene Glaubensbekenntnis ein.
Im Jahre 1790 wurde Paisie die Archimandritenwürde von Ambrosius, dem Bischof von Poltawa und Vertreter des Metropoliten der Moldau, verliehen. Der Name des Starez und seines Klosters waren in der gesamten Orthodoxie bekannt. Mönche, Gläubige oder kirchliche Würdenträger kamen von überall her, um ihn zu sehen oder korrespondierten zumindest mit ihm. Der Grieche Konstantin Caragea beschreibt Paisie nach einem Zusammentreffen mit ihm folgendermaßen: „Zum ersten Mal in meinem Leben ist mir die personifizierte, unverfälschte Heiligkeit begegnet. Ich war von seinem strahlenden, blassen, blutleeren Gesicht, von seinem langen und buschigen Bart, der wie Silber glänzte, von der Sauberkeit seiner Kleidung und seiner Zelle beeindruckt. Seine Sprechweise war sanft und ehrlich ... Er machte den Eindruck eines Menschen, der sich vollkommen vom Fleischlichen gelöst hatte.“ Gegen Ende seines Lebens wurde ihm auch die Gnade der Tränen gewährt. Seine Biographen schreiben auch, daß er einige Prophezeiungen gemacht haben soll.
Paisie starb am 15. November 1794, im Alter von 72 Jahren und wurde in der Kirche des Klosters beigesetzt, wo sein Grab noch heute verehrt wird. Er hinterließ zwei Gemeinschaften, in Neamtz und Secu, bestehend aus ungefähr tausend Mönchen, Rumänen, Russen, Serben, Bulgaren und Griechen.
   DAS ASKETISCH - PHILOLOGISCHE SCHAFFEN DES STAREZ PAISIE UND SEINE PHILOLOGISCHE SCHULE
 Im 18. Jahrhundert, vor der Publikation der Philokalia, durchlief der athonitische Monachismus eine Epoche der spirituellen Krise, eben deswegen, weil die traditionelle Lehre der „Kunst“den Geist zu läutern und zu erleuchten, damit er sich für Gott öffne, in Vergessenheit, jener „größten unter den Sünden“, geraten war. Genau dieses war aber das Ziel allen christlichen Lebens, besonders des monastischen. Zweifellos war es immer noch allgemein üblich, die Mönchsgelübde, die buchstabengetreue Befolgung der Gebote, die Feier der Liturgie und das Gebet in der Zelle zu pflegen und zu befolgen. Reichte das aber aus für einen Mönch, der seine Seele reinigen und die Erfahrung der Gegenwart Gottes in seinem Herzen machen wollte? Kann so der furchtbare, unsichtbare Kampf, der in der Seele eines Asketen und eines Christen, der das Gebot Gottes erfüllen will, unaufhörlich tobt, zu einem guten Ende geführt werden? Ganz sicher nicht! Starez Paisie war aber ein Mönch, der seit frühester Kindheit mit dem Leben in Vollkommenheit beschäftigt war, wie er es in seiner Autobiographie beschreibt. Im spirituellen Kampf, den er als Eremit auf dem Berg Athos focht, empfand er mehr denn je den Wunsch nach Führung. Die geistigen Väter waren aber damals selten auf dem Heiligen Berg und die asketischen Schriften waren derart in Vergessenheit geraten, daß die meisten noch gar nie von ihnen gehört hatten. Dieses Bedürfnis wurde noch stärker, als er selbst die Brüder in seiner Gemeinschaft führen mußte. Bessarion, dem ersten Mönch, den er in seiner Einsiedelei aufnahm, erklärte er: „...Es ist schwierig, jemanden auf Wegen zu führen, die man selbst nicht kennt. Nur der, der selbst lange Zeit gegen die Leidenschaften gekämpft hat und die Gelüste des Fleisches, die Wut, die Eitelkeit und die Habsucht mit Hilfe Christi besiegt hat und der seinem Herrn in allem in Liebe gefolgt ist, nur ein solcher Mensch kann einem Schüler  alle Gebote und Tugenden Christi auf ehrliche Weise nahebringen ... Wo aber finden wir einen solchen Führer? Sie sind nicht zahlreich, besonders nicht in unserer Zeit. So bleibt uns nur ein einziger Ausweg: Tag und Nacht die Heiligen Schriften und die Schriften der Väter zu studieren, Mitbrüder und ältere Väter, die wie wir denken, um Rat zu fragen, lernen, die Gebote Gottes in die Tat umzusetzen und so zu leben, wie die Asketen von früher.“
 Diese Überzeugung, die als ein Gesetz des Spirituellen Lebens aufgefaßt wurde, machte das Studium der patristischen und asketischen Texte, zusammen mit dem Bemühen um deren Übersetzung ins Slawische und Rumänische, nach und nach zu einer der wichtigsten Aktivitäten der auf dem Berg Athos im Entstehen begriffenen paisianischen Gemeinschaft.
Zu Beginn erwies sich das Unterfangen als sehr schwierig. Erstens fehlten die griechischen Originaltexte dieser Schriften und zweitens kannte Paisie diese Sprache nicht. Er begann daher mit der mühevollen Arbeit der Korrektur der mit Fehlern durchsetzten, älteren slawischen Übersetzungen, indem er mehrere Manuskripte miteinander verglich. Seine Bemühungen zeigten aber keinerlei Erfolg. In einem Brief an Archimandrit Theodosios, Abt der Einsiedelei Sofroniew in Rußland, beschreibt der Starez seine ersten Versuche so: „So habe ich denn begonnen, eigenhändig die Bücher der heiligen Hesychius von Jerusalem, Philoteos des Sinaiten und Theodor von Edessa von vier Kopien abzuschreiben, in der Hoffnung, die Manuskripte zu harmonisieren und deren Grammatik zu entziffern. Meine ganze Arbeit war aber vergebens.“
Er sah ein, daß der Mißerfolg ein Ergebnis seiner Methode war, und daß er unbedingt Altgriechisch lernen mußte, um Erfolg zu haben. Er hatte in seiner Gemeinschaft zwei rumänische Mönche, Makarius und Hilarion, „die Lehrer“, die, nachdem sie diese Sprache an der Akademie des heiligen Sabbas in Bukarest gelernt hatten und sie gut beherrschten, schon an Übersetzungen aus dem Griechischen ins Rumänische arbeiteten. So kam es, daß sich Paisie unter die Anleitung von Makarius begab, um Griechisch zu lernen. Diese Studien sollte er in Dragomirna noch vertiefen.
Um die benötigten griechischen Manuskripte zu besorgen, begannen der Starez und zwei seiner Schüler - aller Wahrscheinlichkeit nach diese zwei rumänischen Mönche - in den athonitischen Klöstern nach ihnen zu suchen. Zu ihrem großen Erstaunen fanden sie keine, außer im Skit St. Basilius, in dem Mönche aus Cäsaräa von Kappadokien lebten. Es handelte sich dabei um Bücher der Heiligen Peter Damaszenus, Antonios des Großen, Gregor von Sinai, Philoteos von Sinai, Hesychius, Diadochus von Photiki, Thalassius, Simeon des neuen Theologen, Nikephorus des Mönches und ähnlicher Schriften. Als sie den Berg Athos verließen, nahmen sie diese Bücher wie wahre Schätze mit sich.
Die genauen Ergebnisse der Korrektur dieser slawischen und rumänischen Übersetzungen, die von der paisianischen Gemeinschaft auf dem Berg Athos unternommen wurde, ist nicht genau bekannt. Später schrieb Paisie demselben Abt Theodosios, daß er als er mit den Korrekturen in Dragomirna begonnen hatte, die rumänischen Übersetzungen der Mönche Makarius und Hilarion als Vorlage benutzt habe, die teils auf dem Heiligen Berg Athos, teils in Dragomirna erstellt worden waren.
Das Interesse der paisianischen Gemeinschaft auf dem Berg Athos für die patristische Literatur muß den damaligen athonitischen Mönchen seltsam vorgekommen sein. Dennoch konnte es nur einen positiven Einfluß auf die Zukunft dieser Literatur auf dem Heiligen Berg selbst haben. Die Arbeit der paisianischen Mönche war wie ein Morgengrauen, welches die Entstehung der Philokalia von 1782 ankündigte. Die Erinnerung an Paisie und seine Mönche blieb nach ihrer Abreise übrigens äußerst lebendig. Dafür spricht die hohe Anzahl griechischer Mönche in seiner Gemeinschaft von Dragomirna und später in der von Neamtz. Sogar Makarius von Korinth, neben Nicodim dem Hagoriten Autor der griechischen Philokalia, trachtete danach, sich Paisie in der Moldau anzuschließen.
Dragomirna stellt einen neuen Abschnitt in der von Paisie und seinen Mönchen unternommenen philologischen Arbeit dar. Nur hier, unter den neuen, von diesem Kloster gebotenen Lebensbedingungen, konnte der Starez eine wahre Mönchsschule einrichten, die sich mit der Korrektur, Übersetzung und Vervielfältigung patristischer und asketischer Texte befaßte. Dabei kamen sie nicht nur einem Bedürfnis der Gemeinschaft entgegen, sondern der gesamten Nation, notiert sein Biograph Gregor zu Recht.
Ebenso wie auf dem Berg Athos sind es auch in Dragomirna die rumänischen Schüler des Starez, die unter den besten Übersetzern zu finden sind. Trotz der auf dem Berg Athos erworbenen Griechischkenntnissen und seiner ersten Übersetzungsversuchen, mangelte es Paisie immer noch an solider Erfahrung, um direkt aus dem Griechischen zu übersetzen. Seinen Schülern fiel das leicht. Deshalb orientierte er sich an deren Übersetzungen. Er selbst sagte dazu folgendes: „Wegen des Mangels an Wörterbüchern und eigener Erfahrung, habe ich für meine Arbeit die von unseren geliebten Brüdern Makarius und Hilarion dem Lehrer, beide gelehrte und auf dem Gebiet des Übersetzens erfahrene Männer, gemachten Übersetzungen der altgriechischen Bücher ins Rumänische zum Vorbild gewählt...auf diese Weise habe ich die Bücher folgender Väter übersetzt: Hesychius, Diadochus...indem ich mich wie ein Blinder entlang der Mauer an den oben erwähnten rumänischen Übersetzungen entlangetastet habe.“ Schon bald sollte er genug Erfahrung gesammelt haben, um Originaltexte direkt ins Slawische zu übersetzen.
Was die paisianische Schule in Dragomirna angeht, muß noch eine wichtige Tatsache betont werden: die Fertigstellung einer rumänischen Philokalia. Es handelt sich dabei um einen dicke Sammlung (626 Seiten) von Texten, die der Mönch Raphael im Jahre 1767 kopiert und gesammelt hatte. Unter den Texten findet man Schriften der Heiligen Simeon der Neue Theologe (z.B. die berühmte Methode des Betens, die ihm zugeschrieben wird), Ewagrius, Abt Dorotheus, Gregor von Sinai, Nil Sorski (sein Gesamtwerk), Nikephorus der Klausner, Nilius von Sinai, Basilius von Poiana Mărului, etc. Einige waren zweifellos alte rumänische Übersetzungen, andere auf dem Berg Athos gemachte Übersetzungen und andere wiederum Übersetzungen neuesten Datums. Das Leitmotiv dieser Sammlung ist das Jesusgebet, wie der Kopist unumwunden erklärt. In Dragomirna wurde also die erste, in einer vom Volk gesprochenen Sprache geschriebene Philokalia geboren.
In Secu, jenem Kloster mit alter kultureller Tradition, scheint die Aktivität der paisianischen Schule wegen des Platzmangels weniger intensiv fortgesetzt worden zu sein. Glücklicherweise dauerte der Aufenthalt in diesem Kloster nicht sehr lange. Nach vier Jahren ließ sich der Großteil der Mönche, mit Paisie an der Spitze, in Neamtz, einige Kilometer von Secu entfernt, nieder. Neamtz, ein vom König gegründetes Kloster und Zentrum des moldauischen Mönchtums, war schon immer ein Zentrum eklesiastischer Kultur und eine Brutstätte für Hirten der Kirche. Zu der Zeit, als Paisie Abt wurde, lebten im Kloster selbst nur wenige Mönche. Der Großteil hielt sich in den Skiten und Einsiedeleien in der Umgebung auf. So konnte sich die paisianische Gemeinschaft dort niederlassen und von den gebotenen Bedingungen profitieren. Dies galt insbesondere für der Bibliothek, die seit der Zeit des berühmten Mönches Gabriel und dessen Schule (Anfang des 16. Jahrhunderts) unaufhörlich mit griechischen, slawischen und rumänischen patristischen Schriften bereichert wurde. Zweifellos kam dieses der Schule Paisie’ sehr zugute. Um seine Übersetzermannschaft zu verstärken schickte Paisie zwei seiner Schüler, Gerontius (Rumäne) und Dorotheus (Russe), an die Griechische Akademie von Bukarest, damit sie dort diese Sprache studierten. Er selbst widmete sich ebenfalls immer mehr dem Übersetzen. Den Vormittag verbrachte er mit den Mönchen und gab ihnen die nötigen Ratschläge. Den Rest des Tages und einen guten Teil der Nacht widmete er sich dem Übersetzen. Die Paisianer gingen dabei wie folgt vor: zuerst stellten sie fest, welches der Manuskripte den Originaltext des Werkes auf Griechisch enthielt, da es Unterschiede zwischen den Abschriften desselben griechischen Textes geben konnte. Danach wurde eine überwiegend wörtliche Übersetzung gemacht, um die Subjektivität des Autors auszuschließen. Als Werkzeug standen den Übersetzern Wörterbücher, Grammatiken und paleographische Handbücher zur Verfügung.
Paisie übersetzte beinahe ausschließlich ins Slawische. Außer dem Buch von Nil Sorskij übersetzte er nur wenig ins Rumänische und zwar deswegen, so berichtet sein Biograph, weil es in der Gemeinschaft wenige Übersetzer für das Slawische gab, während die Übersetzer ins Rumänische zahlreicher waren. Manchmal sind die übersetzten, korrigierten oder kopierten Manuskripte signiert. Daher sind einige Mönche der paisianischen Schule wie Hilarion, Makarius, Honorius, Gerontius, Athanasios, Nathaniel der Bekenner, Paulus der Mönch, Michael der Schreiber, bekannt. Nach Professor Jatimirski sind unter den tausend Manuskripten, die zu Beginn des Jahrhunderts im Besitz der Bibliothek zu Neamtz waren und die während seiner gesamten Geschichte in verschiedenen Sprachen (Rumänisch, Griechisch, Lateinisch, Deutsch, Italienisch, Hebräisch, Arabisch, Türkisch, Syrisch, Bulgarisch, Polnisch, Französisch und Slawisch) geschrieben wurden, zweihundertsechsundsiebzig von den Mitgliedern der paisianischen Schule noch zu Lebzeiten des Starez verfaßt worden. Derselbe Professor zählt vierundvierzig vom Paisie übersetzte oder korrigierte patristische Werke auf.
Dieses immense Schaffen des Starez Paisie wurde im Jahre 1793 durch das Erscheinen der slawischen Philokalia, der Dobrotoljubie, in Petersburg gekrönt. Weitere Übersetzungen des Starez wurden in einer 1849 erschienenen Sammlung unter dem Titel Weizenähren, gesammelt zur Nahrung der Seele zusammengefaßt. Danach wurden sie in die späteren Ausgaben der russischen Philokalia aufgenommen:„Das Erscheinen der slawischen Philokalia“, bemerkt Professor G. Florowski, „ist ein Ereignis nicht nur in der Geschichte des russischen Mönchtums, sondern auch in der Geschichte der russischen Spiritualität. Die Philokalia war Ausgangspunkt und Ansporn, Rückkehr zu den Quellen, Beginn eines neuen Weges und Eröffnung neuer Horizonte.“
Von den in Neamtz ins Rumänische übersetzten Texten wurden einige in anderen Zentren des Landes (Jassy, Bukarest, Râmnic, Buzău) gedruckt,oder im Kloster selbst, nachdem es nach 1807 mit einer Druckerei ausgerüstet worden war. So erschienen die Homilien des heiligen Makarius, übersetzt vom Erzmönch Makarius, 1775 in Bukarest, die Schriften des heiligen Ephraim in drei dicken Bänden erschienen in Neamtz anno 1818, 1819 und 1923; die Heilige Leiter des heiligen Johannes Klimakus erschien ebenfalls in Neamtz im Jahre 1814, ebenso wie die Asketischen Diskurse des heiligen Isaak von Syrien (1819). Dennoch wurde der Großteil der Manuskripte nicht gedruckt. Diejenigen, die in den ersten Teil der griechischen Philokalia mit einigen Zusätzen Einlaß fanden, (wie das Gesamtwerk von Markus dem Mönch und Schriften von Maximus dem Bekenner) wurden Anfang des 19. Jahrhunderts in eine umfangreiche Sammlung von 1004 Seiten (Manuskript Nr. 1455 der Bibliothek der Akademie Rumäniens) mit dem Titel Philokalia zusammengefaßt. Was die anderen texte der griechischen Philokaliabetrifft, so zirkulierten sie als kopierte Manuskripte in mehreren Klöstern.
DIE  SCHRIFTEN  DES  STAREZ  PAISIE
 Neben seiner großen Aktivität als Übersetzer patristischer Bücher schrieb Starez Basilius auch einige eigene kleine Werke. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang besonders die Briefe zum monastischen Leben im allgemeinen, oder als Antwort auf Fragen seitens der Mönche oder auch Laien. Diese Schriften sind von seiner außerordentlichen Persönlichkeit geprägt; aus ihnen sprechen die Vorzüge und Tugenden eines echten „Starez“, geistlichen Vaters, eines Charismatikers, der stets um das Heil seiner zahlreichen Schüler in der Moldau, in Rußland oder sogar in Griechenland besorgt ist. Das persönliche Werk von Paisie reiht sich in den großen Strom der spirituellen Tradition des Mönchtums ein. Es fügt eigentlich keine neuen Elemente hinzu, sondern erweckt eher die Lehren der älteren und neueren Väter wie Nil Sorski oder Starez Basilius von Poiana Mărului wieder zum Leben. Dies gilt vor allem bezüglich der Wege des monastischen Lebens und des Jesusgebets.
Die Beliebtheit, derer sich dieses Werk erfreut haben muß, kann anhand der Anzahl der slawischen und rumänischen Abschriften, die wir kennen, vor allem nach der Veröffentlichung seiner wichtigsten Schriften in seiner Vita (erschienen im Kloster Optino im Jahre 1847 und anderenorts), ermessen werden. Im folgenden soll anhand von Beispielen kurz analysiert werden, was er zu zwei traditionellen Themen, den Wegen des monastischen Lebens und dem Jesusgebet, schrieb.
 Die Wege des monastischen Lebens
Zu diesem Punkt schildert Paisie die drei Wege, nach denen man gemäß der traditionellen Lehre ein monastisches Leben führen kann: in absoluter Einsamkeit, in Gesellschaft zweier oder dreier Mönche oder in der Gemeinschaft. Dem Leben in der Einsamkeit ist die vollkommene Zurückgezogenheit eigen, „mit der Absicht, in allem, was mit dem Seelenheil zusammenhängt allein auf Gott zu vertrauen.“ Die einzige Hoffnung, die einzige Stütze und Hilfe des Anachoreten ist einzig und allein Gott. Das ist der Weg aller, die sich von allen Bindungen der Leidenschaften gelöst haben und auf dem Pfade der Vollkommenheit wandeln. Er ist den „Tapferen und Vollkommenen“vorbehalten, denen „die gerufen sind, einsam zu wachen und gegen die Dämonen jenes Schwert zu ziehen, welches das Wort Gottes ist“... „Wer immer sich auf diesem Weg zu weit nach vorne wagt und zu früh in die Wüste aufbricht, erntet die Spreu statt den Weizen. Anstelle der Rettung wird er des Verderbens teilhaftig.“ Das gemeinschaftliche Leben zusammen mit einem oder zwei Mönchen unter der Leitung eines Starez ist der „Königsweg“des Mönchtums. Er eignet sich vornehmlich für die Novizen, „weil er nicht sonderlich schwierig ist und wenig Geduld erfordert.“
Was das zenobytische Leben angeht, ist es ein „Paradies auf Erden“, ein „vom Heiligen Geist gesteuertes Schiff, welches diejenigen, die sich ihm anvertrauen, sicher in den Hafen des Himmelreiches bringt...“48 Die für ein solches Leben notwendigen Tugenden sind vor allem Gehorsam und Unterwerfung, Armut und vollkommene Bedürfnislosigkeit. „In den großen Gemeinschaften muß man seinen Willen nicht nur dem des geistigen Vaters unterordnen, sondern sich auch der Gemeinschaft als Ganzem unterwerfen und alles auf sich nehmen, Widersprüche, Rücksichtslosigkeiten, Beleidigungen und Versuchungen aller Art. Wichtig ist es, niemals zu vergessen, daß man nur Asche und Staub ist und daß man sich in den Dienst aller stellt, wie ein Sklave, im Geiste der Selbstverleugnung und der Ehrfurcht vor Gott.“
Paisie beendet seinen Brief mit einigen Hinweisen auf sein Noviziat und sein Leben als Mönch und auf die Gemeinschaft von Dragomirna, von der aus er im Jahre 1766 schrieb.
 Die „spirituelle Aktivität“
Die Lehren von Starez Basilius zur „spirituellen Aktivität“oder dem Jesusgebet finden sich vornehmlich in zwei Apologien, die er zu diesem Thema schrieb. Während mehrerer Abschnitte seines Lebens mußte er diese Art des Gebets gegen einige Gegner verteidigen, die zwar klein an der Zahl waren, aber dennoch einigen Mönchen ihrer Gemeinschaften keinen geringen Schaden zufügten. Schon seit seinem Aufenthalt im Skit St. Elias auf dem Heiligen Berg nahm er in dieser Hinsicht eine entschiedene Haltung gegen Athanasios, den moldauischen Abt des benachbarten Skites Kavsokalyvia, ein. Wegen der Arbeiten zur Erweiterung der Zellen hatte Paisie einen Teil der Offizien durch das Jesusgebet ersetzt. Athanasios, der Paisie’ „Reformen“nicht wohlgesonnen war, nahm dies zum Anlaß, ihm seine „Fehler“vorzuwerfen: falsche Deutung der Schriften des heiligen Gregor von Sinai, zu großes Vertrauen zu den griechischen Manuskripten, Substituierung der Offizien durch das Jesusgebet. Zum Schluß rät der Abt Paisie dies alles zu bereuen und sich nicht von den Regeln des Heiligen Berges zu entfernen!!! Paisie zögerte nicht mit der Antwort in Form eines aus vierzehn Kapiteln bestehenden Briefes, in dem er sich zu seiner Rechtfertigung auf die Zeugnisse der Heiligen Väter beruft.
In Dragomirna mußte er sich auch eines gewissen „Mönches und Philosophen“aus den Moschenskibergen erwehren, der dieses heilige Gebet verfluchte. Jener Mönch hatte einen derartigen Einfluß auf bestimmte „schwächere“Brüder erlangt, daß es diese sogar wagten, die Bücher der Heiligen zum Jesusgebet in den Fluß Tjasmin (Ukraine) zu werfen. So entstanden die sechs Kapitel zum Gebet des Herzens. Gegen Ende seines Lebens (1793) schrieb Paisie eine weitere Apologie zum Jesusgebet, gegen den Mönch Theopemptus aus der Einsiedelei Poiana Voronei. Der Starez erklärt den Mönchen jener Einsiedelei, daß die Blasphemien auf moldauischem Boden gegen das Jesusgebet vom „Philosophenmönch“aus der Ukraine kämen und beschwört sie, einen göttlichen Eifer und unerschütterliches Vertrauen in die Bücher, die die Heiligen Väter zu diesem Thema geschrieben haben, an den Tag zu legen. Die Apologie schildert die traditionelle Lehre über das Jesusgebet und führt das Zeugnis von 35 Vätern an.
In den Sechs Kapiteln zum Gebet des Herzens schildert der Starez die biblischen und patristischen Grundlagen des Jesusgebets auf systematische Art und Weise. Er beschreibt die Vorbereitung, die sie von denjenigen erfordert, die es unaufhörlich in ihrem Herzen bewahren möchten, sowie die Auswirkungen, die es auf sie hat. Er zeigt auf, daß die vollkommene Unkenntnis der Schriften und der asketischen Schriften dazu führt, gegen dieses Gebet zu sein. Jene Schriften „eignen sich besser als alle anderen, in den Klöstern gelesen zu werden“, da sie die ganze Bedeutung dessen enthalten, was das Leben nach dem Evangelium ausmacht. Sie „sind auch notwendig für das Seelenheil der Mönche und dafür, daß sie eine wahren, aufrechten und demütigen Verstand erwerben, welcher für das physische Leben wie die Luft zum Atmen ist.“ Anhand der Lehre der Väter stellt der Starez das Gebet des Herzens als eine „spirituelle Kunst“dar und unterstreicht die Notwendigkeit der Führung durch eine erfahrene Person. Diese göttliche Aktivität des Geistes heißt deswegen „spirituelle Kunst“, weil man, wie bei jeder Art von Kunst, einen kundigen Lehrer braucht, um Erfolg zu haben. Wenn auch die Regel des Gebetes der Kirche nach dem Typikon von jedermann ohne besondere Initiation befolgt werden kann und muß, so „ist es unmöglich, Gott das mystische Opfer des Gebetes des Geistes im Herzen ohne Belehrung darzubringen.“ Da das spirituelle Gebet „größer ist als alle anderen monastischen Verrichtungen“und „der Gipfel der Läuterung ist, die Quelle der Tugend und die unsichtbarste aller Arbeiten in den Tiefen des Herzens“, mißgönnt es uns der Feind unseres Heils mehr als jede andere Tätigkeit. Nur durch die totale Aufgabe des eigenen Willens und Denkens und die Unterwerfung unter einen erfahrenen geistigen Vater kann man dessen Fallen entgehen. Falls man keinen Lehrer des Gebetes findet, kann er durch ein aufmerksames und demütiges Studium der Schriften und der Väter ersetzt werden.
Derjenige, der sich der Tätigkeit des Geistes widmet, muß auch die Lehren der Väter bezüglich der verschiedenen Abstufungen des Jesusgebets kennen. Ihrer Meinung nach gibt es ein für Anfänger geeignetes „Jesusgebet“, welches dem aktiven Leben entspricht, und ein anderes für die Vollkommenen, welches dem kontemplativen Leben entspricht. Ersteres wird von der Beachtung der Heiligen Gebote begleitet: Fasten, Wachen, Prosternation, Tränen, Gedenken des Todes, etc. ... . Dies ist ein „aktives Gebet“, welches Anstrengung vom Betenden erfordert. Sobald die Seele des Menschen von den Leidenschaften mittels aller dieser in tiefster Demut vollzogenen asketischen Bemühungen geläutert ist, erlangt sie die Würde, die Gnade Gottes zu empfangen. Dann „ergreift die Gnade, die gemeinsame Mutter aller Wesen, die gereinigte Seele und führt sie, je nach Reinigungsgrad, stufenweise zu spirituellen Visionen und offenbart ihr unaussprechliche, göttliche Geheimnisse, zu denen der Verstand keinen Zugang hat.“ Dies ist das Stadium des „visionären Gebets“oder des „reinen Gebets“, wie es Isaak von Syrien beschreibt, „aus dem die Vision und eine mit Bewunderung gemischte Angst entsteht.“ Die, die das Stadium der Kontemplation aus eigener Kraft erreichen wollen, werden der Enttäuschung anheim fallen, denn das reine Gebet ist einzig und allein eine Gabe Gottes.
Ebenso wie bei der körperlichen Arbeit muß auch beim Gebet jeder immer und überall sein Maß beachten. Und dieses so lange, bis sich das Herz von jedem schlechten Gefühl und der Verstand von jedem bösen Gedanken befreit hat. Es ist dies das Maß des Menschen, der noch nicht durch die Gnade Gottes geboren wurde. In mehreren seiner Schriften erinnert Starez Paisie daran, daß die Aktivität des Verstandes als „spirituelle Kunst“nicht jedermann liegt; sie ist eine den Mönchen eigene Tätigkeit. Ihre besondere Aufgabe, die die der gemeinen Menschen übersteigt, ist genau „die Wachsamkeit des Verstandes und des Geistes gemäß des inneren Menschen.“ In seinem zweiten Brief an Starez Theodosios ist Paisie sehr kategorisch was diesen Punkt betrifft: „Die Schriften der Väter, besonders die, die absoluten Gehorsam, Wachsamkeit des Verstandes und Hesychia, Aufmerksamkeit und mentales Gebet (d. h. das des Verstandes im Herzen) lehren, eignen sich nur für den Mönchsstand und nicht für alle orthodoxen Christen.“ Diese Ansicht beruht auf der Tatsache, daß „das Prinzip und unerschütterliche Fundament“der Tätigkeit des Verstandes „der wahre Gehorsam“ist, dem die „wahre Demut“entstammt. Die Demut schützt wiederum vor allen Illusionen, die diejenigen in die Irre leiten, die sich zu Herren über sich selbst ernannt haben. Für weltliche Menschen, die ohne Gehorsam leben und sich nach ihrem eigenen Willen richten, ist eine Annäherung an dieses Gebet unmöglich. Sollten sie es dennoch versuchen, werden sie Opfer einer Täuschung werden.Wenn Starez Paisie so entschieden behauptet, daß es den weltlichen Menschen unmöglich sei, das Jesusgebet ohne Anleitung eines erfahrenen geistigen Vaters zu praktizieren, dann deswegen, weil er die Gefahr erkannt hatte, die die Veröffentlichung der asketischen Werke, wie sie soeben erfolgt war, für diese Leute bedeuten konnte. Sie liefen Gefahr es zu praktizieren, nur um seine wunderbaren Wirkungen zu genießen.                              
DER „PAISIANISMUS“ IN DEN RUMÄNISCHEN LÄNDERN
Sofort nach dem Tode von Starez Paisie förderten seine Schüler das Andenken an ihren Meister nicht nur durch das Gebet (ihm zu Ehren wurde sogar eine Messe geschrieben), sondern auch dadurch, daß sie den Namen „Paisianer“ annahmen oder ihre Gemeinschaft „paisianisch“nannten. Spätere moderne Werke sprachen im Falle von Starez Paisie und dessen Zeitalter von „Paisianismus“oder von der „paisianischen Bewegung“. Wofür stehen diese Begriffe genau, und welches sind die Charakteristika des „Paisianismus“, die ihn von den anderen geistigen Bewegungen unterscheiden? Die Antwort auf diese Frage ist gar nicht schwierig, nun da wir das Werk von Starez Paisie untersucht haben. Dieses Werk kann in einige Hauptpunkte zusammengefaßt werden: zenobytische Organisation des monastischen Lebens, Renaissance des hesychastischen Geistes und dessen Einführung in das Gemeinschaftsleben, Studium der Bibel und der patristischen Schriften, vereint mit dem Bemühen um das Übersetzen der philokalischen Literatur.
Paisie war kein Reformator im eigentlichen Sinn des Wortes. Er war ein Erneuerer des Monachismus auf dessen traditionellem Fundament, und er brillierte vor allem in der Synthese. Seine großen Gemeinschaften und seine Apologie für den Zenobytismus beweisen seine Überzeugung, daß sich der Einzelne außerhalb der Gemeinschaft, in der jeder seine eigene Spiritualität einbringt und im Gleichgewicht der Vernunft und Demut bleibt, nicht verwirklichen kann. Dies sind die wichtigsten Tugenden. Nur sie können die echte Kommunion und die Liebe unter den Menschen herstellen. Darüber hinaus „versöhnt“Paisie die „zwei Spiritualitäten“, die zenobytische und die hesychastische indem er den hesychastischen Geist in der Gemeinschaft wieder zum Leben erweckt. Die beiden Arten der Spiritualität werden übrigens nur dann voneinander getrennt, wenn man den Kernpunkt des Monachismus vergißt. Auch dafür legt die Geschichte Zeugnis ab. Der heilige Simeon der Neue Theologe und der heilige Gregor Sinaitsind vielleicht die bekanntesten und vielsagendsten Beispiele dafür.
Was nun die Notwendigkeit des Studiums der Bibel und der asketischen Schriften angeht, ist sie nicht während der ganzen Geschichte des Mönchtums stets betont worden? Paisie war ebenfalls überzeugt, daß es keine Askese ohne asketische Kultur geben kann. Dann verwundert es nicht, bemerkt Vater Ciprian Zaharia, daß selbst in den Titeln moderner Studien zu Paisie - angefangen mit der des griechischen Professors A. Tachios - Askese mit philologischem Werk assoziiert wird. der Paisianismus ist nichts anderes als die Strömung, die dieses außergewöhnliche Werk spiritueller Erneuerung, dessen Initiator und Seele Starez Paisie Welitschkowski war, fortsetzen wollte.
Seine Bewegung hatte in Rußland und Rumänien Erfolg, wobei ihr jedes Land eine eigene Note verlieh. Kurz nach Paisie’ Tod umfaßte die Bewegung in Rußland Dutzende von Klöster, durch die Wiedergeburt der „starchestwo“(der Institution des Starez), mit den bekannten Folgen für das russische Volk und dessen Intelligentia. In Rumänien rief sie, wie wir im folgenden noch sehen werden, eine zenobytische Erneuerung hervor und, dank solcher Kirchenführern wie Benjamin Costachi, Metropolit der Moldau oder Gregor dem Lehrer aus der Walachei, „triumphierte sie auch in der bischöflichen Organisation der Kirche ... und auch in der eklesiastischen Literatur der Rumänen“, wie N. Iorga behauptet.

 Text aus: Metropolit Serafim - Hesychasmus, Rumänische Tradition und Kultur
http://www.mitropolia-ro.de/

“We shall behold Christ radiant…”




Every Sunday of the paschal period the Church proffers us shining examples of faith. On the first Sunday after Pascha we see the unbelieving disciple, Apostle Thomas, who expresses doubt in Christ’s actual Resurrection until he can personally confirm it through his five senses. The merciful Lord is understanding of the spiritual weakness of His disciple, and helps Thomas overcome his disbelief and his doubt. “My Lord and my God!” – Thomas cries out rapturously, with firm belief in the Resurrected Christ, after touching the Lord’s wounds and invisibly feeling His Divinity.
But at this point the Lord, in response to Thomas, says very important words, important for all of us, because they are the key to an understanding of faith and everything that it gives us. “Because thou hast seen me, thou hast believed,” says Christ, “but blessed are they who have not seen and yet have believed.”
With these words the Lord not only gives praise to those who can believe, who can overcome the limitation of their five senses, in order to penetrate, by means of faith, into the limitless expanse of the unseen world. The Lord also calls such people blessed in the sense of promising them bliss.
And what kind of bliss is it, dear brethren? It is the bliss mentioned in the beatitudes: “Blessed are the pure in heart, for they shall see God.” The Lord reveals to us the great joy that we can see God even better than Apostle Thomas saw Him. Certainly, Thomas saw God and even touched Him, but this was on the limited level of the five human senses – Thomas saw God in human flesh. The faithful, on the other hand, can see God with their spiritual eyes, without any barriers or limits.
Only one condition is required for that – to have a pure heart, and we already know how purity of heart and soul is attained: through fasting, prayer, the keeping of God’s commandments, and most of all – through repentance and the partaking of the Divine Mysteries.
The importance of having a pure heart and the spiritual heights to which it can lead us is well explained in the paschal canon. “Let us purify our senses,” – the Church sings during these bright paschal days, – “and we shall behold Christ radiant with the unapproachable light of the Resurrection.” In other words, the Church tells us that if we cleanse our five senses of passions, and thus acquire a pure heart, then with our spiritual eyes we will be able to see our Lord Jesus Christ, shining with the indescribable light of His Resurrection – that extraordinary light, brighter than the sun, with which He shone in all His glory when He became transfigured on Mount Tabor.
Truly, dear brethren, let us purify our senses which are sullied by sin and passion; let us strive to acquire a pure heart; let us reject all doubt and disbelief. Then the Resurrected Christ will be revealed to us, too, brightly shining and indescribably radiant, and we, together with the Apostle Thomas, will be able to cry out joyously and rapturously: “My Lord and my God!” Amen.
Father Rostislav Sheniloff

An interview with the librarian of the Monastery of St Catherine, Mount Sinai, Archimandrite Justin Sinaites

An interview with the librarian of the Monastery of St Catherine, Mount Sinai, Archimandrite Justin Sinaites, on the history and mission of the monastery, the Ladder of St John, and the fear of death.

Priest Antoniy Borisov: Father, thank you very much for agreeing to give us this interview. I’d like to start with a question about your presentation. You started your paper with some ideas about the Ladder of Saint John, hegumen of Sinai Monastery. This book for centuries has helped many Christians. How can Christians – how can we – understand it in the right way? And can you tell us about some special tradition of reading, of learning the Ladder in your Monastery?
Archimandrite Justin Sinaites: Saint John came to Sinai when he was only 16 years old. When he was 19, he was tonsured a monk at the peak of Sinai. When his elder passed away, he lived in a cave, and we know the location of the cave to this day. He lived there for 40 years, and then he became an abbot of Sinai when he was already an old man. So here is someone who had passed his whole life at Sinai.
There are many important books written at Sinai that have been the inspiration of Christians, but the most important is the Ladder. It came at a critical time; because it was in the following century that the Sinai passed outside of the Byzantine Empire, and became part of the world of Islam. The Ladder is a summary of all of the wisdom of the Desert Fathers up to that time.
St. John says about one passage, “I didn’t want to put it this way, but I was forced to,” and so it showed that it was not just his work, but that it was a collaboration with others as well, who sometimes overruled his own opinion. The genius of the work is that it is born from practical experience and practical observations. So even though it was written for monks in community – and I would say it’s still the paramount guide for monks living in community – it has been read and treasured by married Christians with families from the time it was written until our own day. It is read in every Orthodox monastery during the holy Fast in preparation for Holy Week and Pascha, and that is why in many monasteries it is depicted on the walls of the trapeza.
Human nature never changes. Technology changes quite rapidly, but human nature doesn’t change. So the advice he gave in the 6th and 7th centuries for humility, for peace with others, for love for God – all of these are as important today as they were in the 6th century. 

A.B.: Your monastery, Sinai Monastery, is one of the most famous in the Orthodox world. What is the modern situation of your monastery? How many monks are there now? And what is the nationality of these monks who live now in Sinai monastery?
J.S.: We call St Catherine’s Monastery the oldest continuously inhabited monastery in the world. We can trace a Christian and a monastic presence there to the end of the 3rd and the beginning of the 4th centuries, and for 1700 years it has never been destroyed, it has never been abandoned.
It was the poor monastery at the edge of the inhabitable world. The great monasteries in Constantinople were imperial foundations with splendid treasures, many monks, and many monks who reached great heights of sanctity. Sinai was always remote. It was the most difficult to reach of all the pilgrim shrines. Up until the 18th-19th century it took 10 days on a camel to reach the monastery from Suez, the nearest port. So it was a remarkable feat to say “I have been to Sinai”. That meant that you had tremendous zeal, you had resources, you had time, you had patience to make such an arduous trek. With the advent of automobiles it became possible to travel there in 1 or 2 days. And then the present highways were built in the late 60s and early 70s. But you have to remember how recent all of these changes are. Sinai only became accessible 40 years ago. So when you go there today and you see the highways, the hotels, the restaurants and shops which were built to support the visitors who come there – that is a very recent development.
In ancient times it was difficult to find food and water to support life. But given that, you were living in isolation, in vast silence, and the monks there reached very great spiritual heights. Today it is not a question of finding food or water for the day, because transportation is so easy now. The challenge facing the monastery is keeping the ancient heritage, the spiritual heritage we have, as a living tradition, when so much around the monastery has now changed.
There are 23 monks in the community. It is a small community, compared to the great monasteries of Athens, compared to the great monasteries here in Russia. But it has always been the small monastery at the edge of the world. Twenty-three is not very many, but 40 years ago there were only seven monks there. The famous Greek author Kazantzakis visited Sinai. He said: “These seven old men are going to die; that’s going to be the end of all these centuries of heritage”. But we have more monks now that we did then.
There is a rule that you must be of Greek descent to join the monastery, because it was a part of the Greek-speaking world going back to the 4th century, and the monks there were very very eager to preserve the Greek heritage. But although it has been predominantly Greek throughout its history, there also have been monks from other nations and other peoples throughout its history as well. By exception to that rule there is a monk from England, and myself.
It has been a place of pilgrimage for Christians from all around the world, and I think it has a special relationship to Russia. We have a remarkable collection of manuscripts in Slavonic, even in Glagolitic, so these are witness to Christian pilgrims coming from Russia centuries ago. We have a silver reliquary for the relics of St Catherine given by Sofia, the sister of Peter the Great. We have a candelabra given by the empress Elizaveta. We have many gifts from Russian sovereigns, from Russian hierarchs, from the pilgrims.
Today it is Russians who are the predominant ethnic group visiting Sinai, because now there are direct flights from Moscow to Sharm-el-Sheikh, and Russians go there for vacations. But as a result, especially in winter we have 300 to 400, sometimes 500 Russians coming there every single day. The monastery has many publications in Russian, and the Bedouin in the area are learning Russian to be able to sell their things to the visitors. So it has a special relationship with Russia today, and with Russian pilgrims. Many come not knowing anything about the monastery, and then they see the donations that have been given by Russian pilgrims and Russian benefactors through the years and they become enthused that this is a part of their heritage, and then we say they arrive as tourists and they leave as pilgrims.

A.B.: What is the regime, the timetable of a monk of Sinai Monastery? How does a monk of your monastery live from day to day?
J.S.: It says in the Psalms, ‘Seven times a day have I prayed unto Thee’, and because of that, the full canonical office is seven services plus the celebration of the Divine Liturgy. But at Sinai we group the services together. At 4 o’clock in the morning we have the midnight service, the morning service and the celebration of the Divine Liturgy, which ends at about 7:30 on a weekday, and at 8:30 or 9 on feast days and Sundays. When you go to church at 4 o’clock in the morning all the stars are out, and by the end of the service the sun is up. So we experience the transition from dark to light in the course of the services. At noon we have the reading of the third hour and the sixth hour, and then at 4 in the afternoon we have the celebration of the ninth hour, vespers and compline. So in these three time periods we have the full canonical office.
The monastery is open to visitors from 9 until 12, and anyone who comes can visit the church, can visit the adjacent museum, can see the place with the burning bush. In the wintertime sometimes a thousand people a day come and see the Church during that time, so it can be very very crowded. Summer is, by comparison, the peaceful time. After the noon service we have the one meal where everyone sits down together and we have the readings from of the Lives of the Saints and from the writings of the Fathers. Then there is a quiet time in the afternoon in anticipation of vespers. There is again a work period after the evening service and again quiet time in the evening and the night in preparation for the morning service. So it is an alternation between private prayer, common prayer and also between times of work and times of rest.

A.B.: Nowadays your monastery is situated on a territory with a very difficult political situation, and your monastery is surrounded by Muslims. How can the monks and your monastery live in this situation? Does this conflict have any influence on the monastery?
J.S.: Before the 7th century the whole peninsular was Christian, and that is why there is a Bishop of Sinai. The Bishop of Sinai was the signator of some of the early Church Councils. With the coming of Islam the Christians there either left or converted to Islam. So there was the end of the Christians’ presence at Sinai from the 7th and 8th centuries except for the monastery and the churches and chapels connected with the monastery.
From the 7th century, with the coming of Islam, the monastery became a place for the resident monks and for pilgrims, but it was no longer a centre for large numbers of Christians who dwelt in the area. The Bedouin who work for the monastery and live in the area trace their descent to the soldiers who built the monastery in the 6th century, so they have been affiliated with the monastery since that time. We have been told by anthropologists that they are the oldest separate ethnic group in the Middle East, second only to the Samaritans, so they have a remarkable history of their own. They are called the Jebaliyya, from the Arabic word “jebel”, – ‘mountain’ – which is ‘the people of the mountain’, in reference to Mount Sinai.
In ancient times there were just a few monks living in the monastery, and a few Bedouin in the area, and they supported each other. The Bedouin would help the monastery in their many tasks, and the monks would bake bread for the Bedouin in the area and support them in turn. It was a remarkable symbiosis between the monks and the Bedouin that is especially remarkable today, because the monks are Christians, Greek-speaking monastics, and Bedouin in the area are Muslims, Arabic-speaking with families, so we differ by culture, by language, by religion, by all the things that make for conflicts. But instead of having conflict we had and still have a remarkable relationship of peace and support. The Archbishop has said that one of the great problems facing the whole world today is the tension between the world of Islam and the Christian world, the world of the West. Sinai is the emblem of fervent Christians and fervent Muslims who yet have found a way to live in harmony and respect, and it is the emblem of the peace that is possible and that becomes our hope for the world at large.

A.B.: In your paper you talked about the strong connection between prayer and the fear of death. But there is a question. If a man is afraid of death, and this fear is so strong that he forgets about salvation, this fear is like a wall, and the man cannot see paradise because of this wall. How can modern Christianity explain to a man that this fear can be a servant on the way to salvation?
J.S.: St John has a Step in the Ladder, Step Six, ‘On the Rumours of Death’, and he says something that is very striking, and that puzzled me. He said: ‘Christ fears death, but he does not tremble at death’, to show that he is of two natures. Many times St. John says something, but he doesn’t expand it, he doesn’t explain it. He was writing for people who lived in close contact with each other, who shared the same foundations. He only needed to make the brief gestures, as it were, and people would understand. But many of these things are confusing and they need to be explained. So I myself begin to read the writings of other Fathers to try to understand this more clearly, because how can it say that Christ feared death?
It is St Maximus who provides such beautiful insights into this passage. He mentioned that Christ had a perfect Divine nature, but he also had a perfect human nature. He feared death in that he had taken upon himself the fullness of our human nature, and he experienced within himself all of the temptations, all of the conflicts and all of the fears that we experience as human beings, but without sin. But having triumphed over these, then he gives us hope and consolation. So the fear of death, that is an inherit part of our human nature, is no longer something to be feared, because Christ has conquered death. Death for the Christian is a time of sleep, and it is a passing from the world of temptations and tribulations into the hope of eternal life. So it is become a passage now from death into life.

A.B.: Christian history, the history of the Christian Church, shows us that sometimes theological discussions have become the reason for some conflicts. Sometimes modern theologians don’t feel responsible for their books, for their theological views. How can modern theologians feel this responsibility for what they say? And can some theological ideas and views nowadays become a reason for social or political conflicts?
J.S.: I grew up in the West, and I know the West as one who grew up there. In the West, especially today, you find academics who are familiar with the Scriptures, with the early texts. They can speak about the early texts with great authority, but they have no faith commitment themselves. Sometimes they even despise people who have a faith commitment, even though they are so proficient in speaking about the early texts and Scriptures themselves. That is a divide that the Orthodox Church has avoided. I was very impressed at the opening of the conference, when Patriarch Kyrill spoke about this very dilemma, that when theologians write their monographs on the history and the analysis and the observations about the Fathers, the early texts of the Church, the Scriptures themselves, they must have a responsibility for these in the Christian life so that they do not diverge as they have in the West. The theologians should be, par excellence, the ones who reflect the life of prayer and the life of dedication for Christians at large. I am very pleased to see that this is the case here in Russia, where it is not only a cerebral academic activity, but becomes a manifestation of a dedicated life.

A.B.: Our Holy Fathers very often tell us that every Christian, theologian or not, needs to be on the King’s Way, on the golden mean. But sometimes we want to be liberal, and sometimes we want to be conservative. What is the main problem for modern theology, for modern theologians, to stay on this golden mean? How can we stay there and not go to the right or to the left?
J.S.: The study of theology has a very very important place. So we should not disparage this as an academic field. But the theologian, par excellence, is one who prays, one who knows God and above all one who has experienced God. We should never think of this as a purely academic exercise, but remember the heritage that we have from the Fathers and our need, not only to become familiar with these in an academic sense, but to be the very embodiment of these texts. I think that is especially important in our days.
We had one visitor to the monastery and he said: “Anyone can read a book; I want to see the living example”. That was remainder for us that we not only live in such a special place, and we have an opportunity to attend the services and to know the lives of the saints, but that we must become the example of this heritage in a living sense.
It is not the statements of doctrine only, or the arguments about doctrine only that attract people to Christianity. It is lives that have been transformed and that become luminous examples of Christian piety that reflect Christ into the world. This is something we can never forget in our own dedication as Christians, that we must become not only familiar with the texts, but we must become luminous examples of the sanctification that these texts present us.
A.B.: The last question. Many theologians and scientists today speak about the crisis in the world. Many of them tell us about a religious crisis. This crisis is a part of secular society that is very strong nowadays. In these conditions what can the Orthodox Church offer to the society which doesn’t know who God is, and which sometimes doesn’t need God at all?
J.S.: The hallmark of our times is secularism, consumerism and the pursuit of personal goals and personal enjoyment without regard for other people. This is an age of information technology when it is so easy to connect with people around the world. But instead of this becoming a means of sympathy for other people, many times the internet is an isolating experience, and we become more removed from the people at a distance and even from the people around us, compared to previous generations.
Many people do not have a hostility to the Church, but they see the Church as something that is irrelevant to their needs. But there is planted in us a remembrance of God, and a longing for God, that is part of our human nature. We can find substitutes and gratifications in many other ways, but we cannot find profound peace and true enjoyment until we come to know God, and God gives the peace that passes all understanding.
It is a temptation for the Church to accommodate itself to the world in a way that compromises its own heritage. Certainly we need to communicate with the world, to reach out to the world, but the world expects the Church to retain its integrity and its witness and it is because of that integrity and that witness that they return to the Church. And this becomes the answer to the challenges of the modern world, that the Church does not change; it retains the same witness it had over the centuries, and as it gave people hope, consolation and profound joy in past centuries, so can it do so even today.

A.B.: Father, thank you very much for this interview. Your ideas were really great and very important for us. Thank you very much.

J.S.: Thank you.

Interviewer: priest Antoniy Borisov
http://www.bogoslov.ru/

SUR LA PRIERE -Macaire le Grand



 La persévérance dans la prière est le fondement de tout bon effort et la cime où s'accomplissent les oeuvres droites. C'est par elle, quand nous appelons Dieu à tendre une main secourable, que nous acquérons les autres vertus. C'est dans la prière en effet qu'est donné à ceux qui en sont jugés dignes de communier à l'énergie mystique et de rencontrer l'état de sainteté qui, par l'ineffable amour du Seigneur, tourne vers Dieu également l'intelligence elle-même. Il est dit : "Tu as donné la joie à mon cœur". Et le Seigneur lui-même : "Le Royaume de Dieu est au-dedans de vous". Que le Royaume de Dieu soit au dedans, qu'est-ce que cela peut signifier d'autre que ceci : la joie céleste de l'Esprit marque clairement de son empreinte les âmes qui en sont dignes ? Car les âmes qui, par la communion efficace de l'Esprit, sont dignes d'une telle grâce reçoivent les arrhes et les prémices de la réjouissance, de la joie, du bonheur que donne l'Esprit, et auquel ont part les saints dans la lumière éternelle au cœur du Royaume du Christ. C'est là, nous le savons, ce qu'a montré l'Apôtre divin. Il dit en effet : "Il nous console dans notre affliction, afin que par la consolation que nous mêmes recevons de Dieu, nous puissions consoler ceux qui sont dans la détresse". Mais également : "Mon cœur et ma chair crient de joie vers le Dieu vivant", et : "Comme de graisse et de moelle mon âme sera rassasiée". De même les versets qui s'accordent à ceux-ci veulent dire la même chose, et font allusion à la joie et à la consolation efficaces de l'Esprit. 
19. De même que l'œuvre de la prière est plus grande que les autres, de même celui qui est épris d'amour pour elle doit se donner plus de peine et de souci afin de ne pas se faire voler à son insu par le vice. Car en ceux qui visent un plus grand bien, le malin attaque avec de plus grands efforts. Un tel homme aura ainsi besoin d'une grande vigilance et d'une grande sobriété pour porter davantage encore les fruits de l'amour et de l'humilité, de la simplicité et de la bonté, et enfin du discernement, en persévérant chaque jour dans la prière. Ces fruits lui rendront manifestes son propre progrès et sa propre croissance dans les choses de Dieu, et ils inviteront les autres à éprouver la même ferveur. 20. L'Apôtre divin lui-même enseigne qu'il faut prier continuellement et persévérer dans la prière. Et le Seigneur l'a dit : "Combien plus Dieu fera-t-il justice à ceux qui l'appellent nuit et jour" et : "Veillez et priez". Il faut donc "toujours prier et ne pas se lasser". De même que celui qui persévère dans la prière a choisi une oeuvre plus fondamentale, de même il lui faut mener un grand combat et soutenir un effort continu, car à la persévérance dans la prière s'opposent les nombreux obstacles du vice : le sommeil, l'acédie, la pesanteur du corps, l'égarement des pensées, l'agitation de l'intelligence, le relâchement, et les autres oeuvres mauvaises. Puis viennent les afflictions, les soulèvements des esprits du mal eux-mêmes, qui nous combattent et nous résistent avec acharnement et empêchent d'approcher Dieu l'âme qui sans relâche le recherche en vérité. 




Si l'humilité et l'amour, la simplicité et la bonté, ne règlent pas le bon ordre de notre prière, une telle prière, qui serait plutôt l'apparence de la prière, ne peut guère nous aider. Et nous ne disons pas cela de la seule prière, mais de tout effort et de toute peine, de la virginité, du jeûne, de la veille, de la psalmodie, du service, de tout travail fait avec attention pour l'amour de la vertu. Si nous ne nous attachons pas à voir en nous-mêmes les fruits de l'amour, de la paix, de la joie, de la simplicité, de l'humilité, mais aussi de la douceur, de la candeur, de la foi telle qu'elle doit être, de la patience et de la bienveillance, les peines que nous nous donnons ne nous servent à rien. Car nous acceptons de supporter les peines pour profiter des fruits. Mais si l'on ne trouve pas en nous les fruits de l'amour, notre travail est tout à fait vain. De tels hommes ne diffèrent en rien des cinq vierges folles. Celles-ci n'avaient pas dès maintenant dans leur cœur l'huile spirituelle : l'énergie des vertus dont nous avons parlé, cette énergie que donne l'Esprit. Aussi furent-elles appelées folles et rejetées lamentablement hors du lieu des noces royales, sans recevoir en partage le fruit des peines de la virginité. En effet, quand on cultive la vigne, on prodigue à l'avance tous ses soins et toute sa peine dans l'espoir d'obtenir des fruits, mais si l'on n'a pas récolté de fruits, le travail s'avère aléatoire. De même si nous ne voyons pas en nous, grâce à l'énergie de l'Esprit, les fruits de l'amour, de la paix, de la joie et des autres vertus que l'Apôtre a énumérées, et si nous ne nous attachons pas à reconnaître cette grâce en toute certitude et par la perception spirituelle, l'effort de la virginité, de la prière, de la psalmodie, du jeûne et de la veille est manifestement vain. Car ces peines et ces efforts de l'âme et du corps doivent s'accomplir, nous l'avons dit, dans l'espérance des fruits spirituels. Porter les fruits des vertus est une jouissance spirituelle, accompagnée d'un plaisir incorruptible, que l'Esprit suscite secrètement dans !es cœurs fidèles et humbles. Qu'ainsi les peines et les efforts soient considérés pour ce qu'ils sont, comme des peines et des efforts, et que les fruits soient considérés comme des fruits. Mais si quelqu'un, par manque de connaissance, pense que son travail et son effort sont des fruits de l'Esprit, qu'il n'ignore pas qu'il se console et se trompe lui-même, et que dans son état il est privé des fruits réellement grands, les fruits de l'Esprit. 
Ceux qui ne peuvent pas encore - parce qu'ils sont des enfants s'adonner jusqu'au bout à l'œuvre de la prière, doivent accepter de servi leurs frères avec piété, foi et crainte de Dieu. Car ils sont au service d'un commandement de Dieu et d'une oeuvre spirituelle. Mais qu'ils n'attende pas des hommes un salaire, ou un honneur, et un remerciement. Qu'ils ne se permettent aucun murmure, ni orgueil, ni négligence, ni relâchement, à de ne pas souiller et corrompre une telle Couvre bonne, mais qu'ils s'efforcent cent bien plutôt de la rendre agréable à Dieu par la piété, la crainte et la joie. 
Le Seigneur est descendu parmi les hommes - ô la miséricorde divine à notre égard ! - avec tant d'amour et de bonté, cherchant à ne pas laisser d'œuvre bonne sans aucun salaire, mais à mener tous les êtres des plus petites aux plus grandes vertus, pour ne priver personne de récompense, n'aurait-on donné qu'un verre d'eau fraîche. Car il a dit: "Quiconque donnera à boire un seul verre d'eau fraîche à l'un de ces petits, parce qu'il est Mon disciple, en vérité Je vous le dis, il ne perdra pas sa récompense". Et encore : "Dans la mesure où vous avez fait cela à l'un d'eux, c'est à Moi que vous l'avez fait". Seulement, qu'on fasse un tel geste pour l'amour de Dieu, et non pour une gloire humaine. Car il a ajouté : "parce qu'il est Mon disciple", c'est-à-dire : dans la crainte et l'amour du Christ. Blâmant en effet ceux qui poursuivent le bien ostensiblement, et donnant à sa parole la force d'une sentence ferme, le Seigneur en vient à dire : "En vérité Je vous le dis, ils ont reçu leur récompense".


Donnerstag, 1. Mai 2014

"Μon royaume n’est pas de ce monde"


Archiprêtre Lambert van Dinteren 


Il me semble qu’un trait essentiel du message du Christ consiste en cette affirmation que le royaume qu’Il est venu instaurer n’est «pas de ce monde»: «mon royaume n’est pas de ce monde (…) mon royaume n’est pas d’ici» (Jean 18). Et ainsi tous ceux qui le suivent, sont également «pas de ce monde», tout en étant «dans le monde» : «Ils sont dans le monde» mais «ils ne sont pas du monde, comme moi Je ne suis pas du monde»(Jean 17).
Jésus parle aussi d’un «monde nouveau » (Mathieu 19, 28), en reprenant un thème que l’on trouve déjà chez le prophète Isaïe : « Voici que je fais un monde nouveau : il germe déjà, ne le voyez vous pas ? (Isaïe 43, 19).
Saint Paul a formulé cette nouveauté, cette réalité qui n’est pas « selon ce monde », dans cette phrase célèbre : « Vous tous, baptisés dans le Christ, vous avez revêtu le Christ: il n’y a ni Juif, ni Grec, il n’y a ni esclave, ni homme libre, il n’y a ni homme ni femme, car tous, vous ne faites qu’un dans le Christ Jésus » (Galates 3).
Pour nous les chrétiens, il n’y a donc plus cette distinction, autrefois si importante puisque garantie de la pureté du «Peuple élu de dieu», entre ce «Peuple de dieu» et «les peuples», entre « ceux qui ont la foi pure » et « les païens». Et dans ce cadre, les distinctions «ethniques» et «nationales » ont été surmontées également : notre patrie «n'est pas ici-bas» (Hebr. 13, 14) , nous sommes nés dans un pays, mais nous y sommes « étrangers et voyageurs » (Pierre 2, 11), toujours en route vers « le monde à venir » (Hebr. 6, 5). Nous ne sommes donc plus « russes » ou « roumains », nous ne sommes plus « rom » ou « gadjé », nous ne sommes plus « Français de souche » ou « immigrés », nous sommes tout simplement tous des étrangers. Ainsi, nous n’appartenons pas à une quelconque nation , pire encore, nous n’appartenons même plus à une famille : « qui aime son père ou sa mère plus que moi, n’est pas digne de moi. Qui aime son fils ou sa fille plus que moi n’est pas digne de moi » (Mathieu 10, 37, comparez également Mathieu 19, 27-29).
Toutes les divisions sociales ont également été surmontées. Il n’y peut y avoir une couche qui «possède» et une autre qui est « à la merci » de ce que « les riches laissent tombés de la table ». Dieu a « renversé les potentats de leurs trônes et élevé les humbles » selon la mère de dieu (Luc 1, 52) et les pauvres sont les heureux de dieu, héritiers du royaume, selon le Christ (Luc 6, 20).
Il n’y a pas non plus cette opposition qui semble venir des fonds des temps entre homme et femme. Distinction néfaste, puisque basée sur une idée de suprématie de l’homme sur la femme, de la soumission de la femme à l’homme. Toute la vie de Jésus montre le respect du Christ pour les femmes avec comme point culminant les femmes premières témoins de sa résurrection.
Tout ceci va bien loin, mais il faut que nous nous rappelions sans cesse que, Chrétien, nous sommes «baptisés dans sa mort », « morts avec le Christ », «afin que comme le Christ est ressuscité des morts (…) nous vivions nous aussi, dans une vie nouvelle » (Romains, 6).



http://orthodoxedenantes.free.fr/

The manner of existence in the form of love and as an expression of freedom, in Patristic Theology

Protopresbyter fr.Constantine Strategopoulos



Orthodoxy does not focus on whether something is “good” or not – i.e., according to what the imposition demands.  Orthodoxy does not tell a mother that what she is doing to her child is “good”, whenever she imposes something on it in order to protect it from a side-effect. This happens because she has been influenced by a thought system, and the moral-legal-social impositions are a system, whose presuppositions you have accepted. Religious imposition is the same thing.
Listen now to my attempt to approach the matter Orthodoxically. It is of great importance that you comprehend the answer. It is a life-touching answer. It is an opportune answer. And it extracts us from that impasse, which many other societies had reached - especially when they had experienced a moralistic, legalistic and “socialistic” or (forcefully) imposed religious ChristianityAll the forms of society which had experienced such a Christianity, now have an alternated Christianity; they have– I would say –a “fallen” Christianity. Or, a freakish version of Christianity.
Now listen to the course that leads towards the solution. All the above have only been a “prologue”.  Look, a topmost issue for Orthodox theology is man’s way of living. The Fathers called it “man’s being”. This is of extreme importance.

Let me give you a “tiny” example, so that you will understand. To understand what God is, is something difficult and unapproachable. Can we ask what His way of existence is?  He is inaccessible. And because it is such an important matter, Saint John the Theologian comes along and tells us that “God is Love” (John 1, 4:8).  He is not defining God at that moment – in his first epistle – when he says that “God is Love”; he is only referring to His manner of existence; that is, “God exists as Love”.
Note carefully when we mention “the way of existence”; i.e., when asking “WHAT do you exist as”? One might say that his/her “way of existence” is the result of the communion between two parents. But that is not the meaning we seek! That reply only explains “HOW” my physical existence came to be: HOW I came to exist presently; HOW I was born here, in this world. In this context, no-one can reply to the question of “HOW God exists”, given that He is pre-eternal and un-manufactured.  And yet, Orthodox theology actually speaks of God’s way of existence, by telling us that His way of existence is Love. Note here the use of the word “way”. The Fathers have said that it implies the fullness of the triadic, personal communion. This is what love is: it is a fullness of triadic and personal communion, which acts from within the freedom of LoveThis is God’s “way”.
If, therefore, I am looking to find Man’s “way of existence”, then that would be my big question, i.e.: “HOW does Man exist?”  Given that God has created Man in His image, I cannot but place myself within the concept of that image, and likewise say (without being unreasonable, and speaking strictly Orthodoxically) that Man’s way of existence is –as an image of God–  also “his being”;  that is, Man’s way of existence is also Love.  No other way exists. Having created Man in His image, wouldn’t God endow Man with His par excellence element of existence also?  In other words, Man exists as Love.  Nothing else. This, you see, is why Saint Maximus the Confessor says (in another, parallel excerpt to the one I mentioned earlier on) that: «Ούτε κακόνούτε αγαθόν η θεότηςΤαύτα γαρ πάθη έχει» [Godhood is neither ‘bad’ nor ‘good’; for, both these things are impassioned.]  He is saying here that God is neither “good” nor “bad”…. See? What a beautiful expression this is, for overcoming the tragedy of “good” and “bad”! Because both these terms contain passions within them; after all, the “good” may not be perfect, and the “bad” may not be so bad…. You will find this in the amazing work by Saint Maximus: “On Divine Names”.
So, this is Man’s “way of existence”. Man was made to become a participant of this freedom of God’s Love.  Just as God is free – since there is nothing that can determine Him – in the same way, because Man is in the image of God (and we need to understand this point), he too is free, by the Grace of God.  You see, this is why it is so difficult to comprehend the Apostle Paul’s words, that “the Truth shall set you free” (John 8:32) and “in freedom have we been called ‘brethren’”. And yet we hear people say: “So, where is this freedom that you’re talking about? I’m subjugating myself to Christ here, and you call this ‘freedom’?” 

Now, it’s possible that you are getting closer to these meanings; this means you will be entering a sphere that unlocks freedom for you. But, if you actually live in that sphere – if you actually live according to God (which is the per se triadic expression of the fullness of love) – then you will actually end up in freedom.
Listen to an example of a ‘provocation’ regarding freedom:  You might say for example: “Where am I free? You are always telling me to do this or that!” Be careful, because even “how you say” something is important.  If you say it with moralistic undertones, or haughtily, or punitively, or even with an ‘infernal’ perspective and viewpoint, then you will have barred every prospect of freedom, right from the beginning.  One who feels threatened, that “if he doesn’t do what God says, he will go to Hell”, even if he doesn’t refute the Scriptures (because what is very important, is how this has been conveyed to him), then that person will have been conquered by a fear – a perfect fear – and he will not have any sense of what ‘freedom’ means – not even a tangible sense. What freedom? (he will ask).  When you have just told him that “if you don’t do this, you will go to hell” and he is supposedly afraid of going to hell, he will do it, but only out of fear. But because of that fear, he will not be free to do something else!
Perhaps from within this Patristic pondering that I am presenting to you today, you might just be able to somewhat comprehend a concern of many people, i.e., someone might say:  “I’m not free to do this or that, because I will go to Hell”.  Because the manner that this is presented is a negative manner, (that IF you don’t do it, you WILL go to hell), it is animposition on him. It is a religious imposition, which does not relate to Christianity, to Orthodoxy. It relates to other ‘versions’ of Christianity.

Man, therefore, begins with this presupposition: the presupposition that he is made out of Love, and that only when he lives that fullness of love, will he become free.  And because he lives that fullness of Love, he resembles God, inasmuch as if God is free, Man is likewise free.  Who can confine him? He is, after all, made to be Love! And nobody, absolutely nobody, can confine Love! Will God confine Love, Who is Himself Love? So, another answer must be found. Of course I can’t tell you right now that “if you enter Christianity, you are free” – you are full of passions and vices!  But if you overcome those passions and vices – if you end up in the image of God, according to the fullness of Love, then you will become free. In other words, a struggle takes place for freedom. This is a struggle with ourselves eventually, and not with God. Without God, there is no Love, there is no freedom.  In other words, without God, I cannot say “what Love is”. I am unable to speak of Love towards God, and of freedom.  They are entirely relative and deteriorated notions.


(see more at http://www.oodegr.com/english/dogma/eleftheria/stratigopoulos1.htm)

On thought and vainglory- St Siluan


Know two thoughts and fear them. One says: you are a saint; the other: you will not be saved. Both these thoughts are from the enemy, and there is no truth in them. You must think: I am a great sinner, but the Lord is merciful, He loves His children greatly, and will forgive my sins. But don’t depend on your deeds, though you may have worked much. One ascetic said to me, "I must surely be forgiven, for I bow so many times per day," but when death came, he tore at his shirt. So, not for our labors, but in His grace the Lord dispenses mercy. The Lord wishes our souls to be humble, absent of hate and willing to forgive all, then the Lord shall forgive us with joy.
Know that if your thought leads you to look at how others live, this is a sign of pride. Watch after yourself and you will see that as soon as your soul rises above your brother, this is followed by evil thoughts.
Our enemies (demons) fell because of their pride, and call us to follow them, and bring us feelings of praise. And if your soul accepts that praise, then grace will depart, until the soul becomes humble again. And so all your life you must learn the humility of Christ.
A person can fall into vainglory either through inexperience or pride. If it is inexperience, the Lord will quickly heal him, but if it is pride, the soul will suffer long before it learns to be humble.
We fall into vainglory when we think we are smarter and more experienced than others, even our confessor.
If you see a light within you, or about you, do not believe it, if together with the light you do not feel tender emotion to God and love for your neighbor. But do not be afraid, and be humble, and the light will disappear.
If you see a vision, or an image, or a dream, do not believe it, for if it is from the Lord, the Lord will teach you. The soul that has not experienced the Holy Spirit cannot comprehend visions nor where they are from. The enemy gives the soul a sweetness mixed with vanity, and this is how to recognize vainglory. If a vision is from the enemy the soul will feel confusion and fear; but this is only a humble soul that feels itself unworthy of a vision; a vain person may not feel fear or even confusion, because he seeks visions and feels himself worthy, and as a result the enemy easily fools him.

The heavenly is experienced through the Holy Spirit, and the earthly through the mind: whoever wants to experience God with his mind through learning is in vainglory, for God can only be experienced through the Holy Spirit.

Hl. Ioann von Kronstadt- Nehmet den Leib Christi, kostet die unsterbliche Quelle.


Vor Euch, du Herde, die du nach Christus heißt, befindet sich in diesem Kelch der göttliche Leib und das göttliche Blut unseres Herrn Jesus Christus und ihr habt euch durch Fasten und Beichte zum Empfang dieser heiligen unsterblichen und lebendigmachenden Geheimnisse vorbereitet. Um sie würdig zu empfangen, wird von einem jeden von euch verlangt:
Erstens. Der kindliche, schlichte Glaube, daß ihr unter der Gestalt von Brot und Wein den allerreinsten Leib und das allerreinste Blut des Erlösers empfangt, daß ihr den Erlöser Selbst mit eurem Mund in euren Herzen empfangt, ein Fleisch und Blut mit Ihm werdet und ein Geist, wie gesagt ist: „Denn wir sind Glieder Seines Leibes, von Seinem Fleisch und Seinem Bein”.[Eph 5,30] „Wer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der bleibt in Mir und Ich in ihm”.[Joh 6, 56] Und „wer aber dem Herrn anhanget, der ist ein Geist mit dem Herrn” [1Kor 6,17]; denn in dieser Partikel des Leibes und des Blutes Christi Gottes, die ihr empfangt, befindet sich der ganze Jesus Christus als Seele im Leib.
Es wird von euch zweitens die vollständige unerschütterliche Hoffnung auf die Barmherzigkeit des Erlösers gefordert, daß Er, als göttliches Feuer, mit Seinem Blut all eure Sünden verbrennt und reinigt; deshalb übergebe sich jeder unter euch im Bewußtsein seiner Unwürdigkeit, die göttlichen Geheimnisse zu empfangen, vollständig der Barmherzigkeit des Herrn, damit Er selbst durch Seine Gnade euch würdig mache des Empfangs Seiner heiligen Geheimnisse; jeder sei guter Hoffnung, niemand schwanke, niemand sei kleinmütig, niemand verzage bei der Vorstellung seiner Fluchwürdigkeit und Untauglichkeit; vom Kelch wird allen die Gnade des Gebieters und die große Verzeihung und Reinigung der Sünden gewährt. Nur glaubt und vertraut.
Es wird drittens eine große, brennende engelgleiche Liebe der Kommunikanten zu dem Erlöser verlangt; auf die Liebe des Herrn soll jeder von euch mit Liebe antworten; denn sagt: welche Liebe Gottes hat sich uns Sündern darin erzeigt, daß Gott Selbst, der für uns Fleisch angenommen hat, gelitten hat, gestorben und auferstanden ist, uns zur Nahrung und zum Trank Seinen göttlichen Leib und Sein Blut gegeben und Sich dadurch mit uns in allerengster Vereinigung verbunden hat, mit uns zusammengewachsen oder Sich mit uns vermischt hat, indem Er uns zu Teilhabern Seiner göttlichen Natur gemacht hat! Welche Mutter, welcher Vater, haben irgendwann ihre Kinder so geliebt wie uns der Herr geliebt hat? Und wofür vereinigt sich der Herr mit uns in den heiligen Geheimnissen? – Dazu, um uns von dem Schmutz der Sünden zu reinigen, von dem Schmutz der an Abscheulichkeit und Tödlichkeit nicht übertroffen werden kann; um uns Seine Heiligkeit mitzuteilen, Sein göttliches Leben, Seinen Frieden, Erquickung, Freude, Leichtigkeit, Süße, Freiheit, deren es nichts Kostbareres und Wünschenswerteres auf der Welt gibt; um uns, gereinigt von den Sünden, verwandelt und erneuert, zu Sich in die Himmel zu nehmen, in das ewige Leben, in die ewige Seligkeit: denn mit Sünden und mit Leidenschaften kann niemand im Paradies sein: „Wer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der hat das ewige Leben”, sagt der Herr, „und Ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken”.[Joh 6,56]
So entflammt, die ihr an den göttlichen Geheimnissen kommunizieren wollt, eure Herzen in Liebe zum Erlöser. Heiliger Geist, Tröster, Hort der Güter, gieße Deine Liebe in unsere Herzen!

Es wird von euch viertens die Veränderung des Herzens verlangt. Bisher haben viele von euch die Sünde geliebt, alle habt ihr euch willentlich oder unwillkürlich der Sünde übergeben; nun strebt danach, sie gänzlich zu hassen; denn die Sünde ist eine Ausgeburt des Teufels, ist Widerstand gegen Gott. Trachtet alle danach, verwandelt zu werden in der Tiefe eurer Seele. Ihr wollt den Leib und das Blut des göttlichen Lammes kosten, des sanften und milden Herrn Jesus Christus. Seid deshalb auch selbst sanfte und milde Lämmer, geduldig und dem Willen Gottes ergeben, der Kirche, dem Willen der Eltern, Vorgesetzten, Älteren. Ihr empfangt den Leib und das Blut des Erlösers, aber Er ist ganz Liebe, und Ihm sind Feindschaft und Bosheit fremd. Trachten auch wir danach, in gegenseitiger Liebe zu leben; verzeiht Beleidigungen, vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Ärger mit Ärger. Tretet hin zu dem Herrn, dem himmlischen König, der uns alle zum Himmel führt; trachtet danach an das zu denken, was oben ist, bemüht euch, himmlische Sitten zu erwerben, laßt die leidenschaftliche Neigung zu irdischen Dingen, die vergänglich sind und die Seelen knechten und verderben. Liebt das obere Vaterland, die obere Stadt Jerusalem, wo die Mutter Gottes und alle Heiligen sind, und wohin wir alle streben sollen. Verlaßt alle Unreinheit und sündlichen Leidenschaften, jeder zeige eine Wandlung zum Besseren, jeder zeige Besserung, jeder bringe dem Gebieter irgendeine gute Frucht guter Werke, jeder schaffe Früchte, die der Buße würdig sind. Herr! Du selbst verändere und erneuere uns!
Schließlich, damit wir diese himmlische Gabe, den allreinen Leib und das Blut Christi bewahren, wird von uns fünftens Achtsamkeit auf uns selbst verlangt, gegenüber unseren Gedanken, gegenüber unserem Herzen, gegenüber seinen Gefühlen und Neigungen, die Bezähmung seines sündigen Wünschens und Trachtens, auch Enthaltsamkeit bei Essen und Trinken, Enthaltsamkeit von Geschwätzigkeit, Übelreden, Schwören, und jeder Lüge. Mit einem Wort: Jeder hüte sich vor alldem, was Christus, dem Erlöser unserer Seelen, zuwider ist. Denkt daran, daß der Herr uns durch die Kommunion vergöttlicht, uns göttlich macht, und trachtet danach, göttlich zu leben in aller Heiligkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Ihr seid Kinder Gottes und Christi. Welches Leben aber gebührt den Kindern Gottes?
Euch alle würdige der Herr würdig und mit reicher Ernte die göttlichen Geheimnisse zu empfangen. „Wer den göttlichen Leib und das göttliche Blut unwürdig ist und trinkt, der ißt und trinkt sich selbst zum Gericht” [1Kor 11,22], sagt der hl. Apostel Paulus. So tretet mit Glaube und Liebe hinzu, damit ihr Teilhaber des ewigen Lebens werdet. Amen.


Uebersetzung: Prof. Dr. Karl Christian Felm
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